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BeitragVerfasst: 05.04.2015, 21:39 
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Hallo liebe KollegInnen,

ich bin schon länger am überlegen, wie wichtig es für einen qualitativ hochwertigen Gesangsunterricht ist, dass (am Klavier) musikalisch begleitet wird. Für mich hängt es genau an diesem Punkt, dass ich mich immer noch nicht wirklich traue, Aushänge für Gesangsunterricht zu machen, weil ich immer denke "du kannst ja eigentlich gar nicht wirklich unterrichten, weil deine pianistischen Fähigkeiten nicht ausreichen."

Andererseits denke ich selbst kritisch über die geteilte Aufgabe zwischen Gesangslehrer und Korrepetitor nach, da ich selbst die Erfahrung gemacht habe, dass dabei die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche, nämlich die Kontrolle der Gesangstechnik des Schülers, verringert wird. Vor allem bei "Nebenfächlern" im Klavier ist mir das aufgefallen, also GesangslehrerInnen, die hauptsächlich SängerInnen sind und sich allzu sehr auf das Klavierspiel konzentrieren müssen.

Wie seht ihr das? Würdet ihr (die GesangsschülerInnen hier im Forum) zu einem GL gehen, von dem ihr wisst, dass er/sie euch nicht auf dem Klavier begleiten wird (Ausnahme: Töne angeben und gelegentlich liegende Dreiklänge)?

Wenn es tatsächlich so wäre, dass ein qualitativ hochwertiger Gesangsunterricht ohne obligatorische Klavierbegleitung nicht möglich wäre, stellt sich die Frage, wie man das ausgleichen kann, wenn eben diese Fähigkeiten nicht vorhanden sind.
Ich denke, dass ich eigentlich ein gutes Feeling zum Gesang unterrichten habe. Vielleicht wäre eine Lösung, eine Art "Team-Teaching" anzubieten, bei dem stets ein Korrepetitor oder eine Korrepetitorin anwesend ist. Das hätte aber zur Konsequenz, dass der Schüler/die Schülerin doppelt bezahlen muss, und wer wäre dazu schon bereit?

Was meint ihr dazu?
Bin gespannt auf eure Meinungen big_applaus

Lg, Olympia

PS: Für alle, die sich wundern: ich habe geschrieben, dass ich eine Schülerin habe, das stimmt auch, nur es ist bisher die einzige und sie ist mir auch eher zufällig "zugelaufen", eben, weil ich mich nicht traue, Werbung zu machen... :kaffee

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BeitragVerfasst: 05.04.2015, 22:24 
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Liebe Olympia,

abschließend kann ich keine Lösung zu der Frage geben, jedoch ein paar Gedanken und Erfahrungen:

- Mein erster Unterricht fand mit Begleitung durch GL statt; dort bekam ich mit der Zeit massive Stimmprobleme (aus diversen Gründen), die man vielleicht hätte vermeiden können, wenn der GL sich mehr auf die Stimme als auf die Begleitung hätte konzentrieren können.
- Auf der Suche nach einem GL war ich auch bei einer GL, die Klavier studiert hatte. Das war beim Begleiten natürlich klasse. Allerdings sang sie (warum auch immer) meist mit - ich hatte da Zweifel, dass sie mich ausreichend hören und beurteilen konnte. Da ich auch arge Stimmprobleme hatte und das genaue Beobachten meiner Stimme daher sehr wichtig war, habe ich mich gegen sie entschieden.
- Auch habe ich eine GL über längere Zeit „getestet“, die nicht so professionell wie die andere, aber mit viel Engagement begleitet hat. Das war eigentlich eine gute Mischung und hätte mich auch durchaus gereicht. Der Haken war allerdings, dass ich mich dort aus verschiedenen Gründen stimmlich nicht ganz richtig aufgehoben fühlte.
- Zur Zeit habe ich Unterricht bei einem GL, der nicht begleitet (keinen Schüler), nur die Töne der Übung/Melodie mitspielt. Ich vermisse dort schon die Begleitung zumal ich keinen Korrepetitor habe und mich selber auch nur begrenzt begleiten kann.

Letztendlich bin ich bei dem "GL ohne Begleitung“ (seit nun einigen Jahren) geblieben. Ich muss zugeben, dass mir etwas fehlt, allerdings weiß ich, dass ich stimmlich dort am Besten aufgehoben bin. Ab und zu gucke ich nach Alternativen, habe jedoch noch nichts gefunden, dass mich soweit angesprochen hätte, es mal auszuprobieren. Ich finde, die Stimme steht an erster Stelle und muss beim GL gut aufgehoben sein. Das hat bei mir allererste Priorität; wenn dann noch der Rest passt, prima.

Viele Grüße

Raupe

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"Musik ist die Kurzschrift des Gefühls."

(Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi)


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BeitragVerfasst: 06.04.2015, 15:06 
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Hallo Olympia

Ich gehe vom Anfang(1992) an immer zu GL und Korr- oft hatte ich sogar mehr Korr Stunden.Derzeit habe ich das Glück, daß meine Gl auch Klavier studiert hat und genauso gut wie die Korr begleitet.Die meisten vor herigen GL( ca 7-8) konnten nur die Singstimme begleiten.Eine GL hat aber ganz schlecht gespielt gerade die Koloraturen mit vielen Fehlern-da war ich nur kurz.Grundsätzlich würde ich aber nur zu einer GL gehen die zumindest die Singstimme richtig spielen kann.Eine Lösung des Problems wäre eine Korr zur Gesangsstunde und zwei Schüler- jede eine halbe Stunde mit Korr und GL-eine halbe Stunde nur Stimmübungen.
Weil meine dzt GL begleiten kann und auch sonst sehr gut erklärt ist sie ziemlich überlaufen -hatte im Vorjahr nur 13 Stunden im Jahr.Schon deshalb brauche ich viele Korr Stunden nebenbei für schwierige Arien.
hilde45


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BeitragVerfasst: 06.04.2015, 16:29 
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Mmmh, irgendwie gewinne ich den Eindruck, daß ich im musikalischen Schlaraffenland lebe. Oder habe ich nur mehr Glück? Nun, denn...

Mein Lehrer ist gleichzeitig ein sehr guter Pianist, der gut vom Blatt spielt, stilgerecht begleiten kann (nicht jeder kann z.B. einen barocken Continuo-Satz vernünftig spielen) und auch noch mitbekommt, was ich da sängerisch veranstalte. Klar, inzwischen bin ich auch selber so weit, daß ich meine Fehler erkenne und korrigiere, aber trotzdem bekomme ich immer wieder von ihm Hinweise auf Dinge, die ich nicht wahrnehme(n kann). Und ich finde das absolut gut und wichtig, daß er gut spielen kann, weil es mich im Lernprozess durchaus auch unterstützt (auch wenn ich vergleichsweise schnell lerne). Ich lerne dadurch die Zusammenhänge besser kennen und weiß genau, warum jetzt welche Wendung kommen muß usw.

Ich sehe allerdings auch, daß andere Lehrer/innen an der Musikschule bei weitem nicht diese Fähigkeiten haben. Bei einer weiß ich, daß sie gar nicht begleitet. Das wiederum sorgt bei den Schülern häufiger für Verunsicherung, wenn sie dann plötzlich in der Situation sind, daß sie vor Publikum singen wollen/sollen und begleitet werden. Eine andere wiederum begleitet zwar, aber ist auch nicht so sicher. Da haut sie dann schon mal mit dem Flügel so rein, daß die Gesangsstimme mehr oder weniger untergeht. Trotzdem sind die meisten ihrer Schüler/innen ziemlich sichere Sänger/innen.

Andere Perspektive: Ich hätte nie Blockflötenunterricht erteilt, wenn ich dieses Instrument nicht selber sicher beherrscht hätte. Allerdings konnte ich nur bis zu einem gewissen Punkt unterrichten: Moderne Technik ging nur stark eingeschränkt (mag ich nicht, kann ich auch nur teilweise), und Sonaten fielen flach, weil ich eben auch nicht zu den Tastenteufeln gehöre. Also hätte ich spätestens dann meine Schülerinnen abgeben müssen (ist eh nicht so weit gekommen). Du, Olympia, beherrschst Dein Instrument - die Stimme - wohl genau so sicher. Daher meine ich: Grundlegend wirst Du sicher mit Schüler/innen arbeiten können, aber vermutlich wird auch bei Dir dann der Punkt kommen, an dem Du tatsächlich entweder einen Korrep hinzuziehen mußt oder eben die Schüler/innen weitergeben mußt an jemanden, der sicher begleiten kann. Und das wiederum wird sicher darauf ankommen, welche Ziele Deine Schüler/innen verfolgen und wie stark sie durch ein Instrument unterstützt werden müssen. Ein pauschales Ja oder Nein ist im Endeffekt also nicht möglich - it all depends...

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Gruß, Astrid

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BeitragVerfasst: 06.04.2015, 22:42 
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Ich denke, es kommt einfach immer darauf an, was man will und als GesangsschülerIn selber kann.

Meinen GL schätze ich nicht unbedingt als begnadeten Pianisten ein, aber er schafft es, die wichtigen Sachen und ggf. Singstimme aus dem Klavierauszug zu spielen, damit mir meine Einsätze soweit klar sind. Dabei kann er immer noch aufpassen, was ich so treibe. Mir würde es für den Unterricht aber in vielen Fällen auch reichen, wenn ich nur die Töne (Dreiklänge, ...) bekäme, wenn er weniger gut Klavier spielen könnte. Wenn ich ein Stück kenne, stört es mich eigentlich nicht weiter, was die anderen Musiker dazu treiben.

Auch im Chor bei dem Chorleiter, der ein begnadeter Organist/Pianist ist, hören sich die Messen in den Proben mit Klavier doch anders an als dann bei der Generalprobe/Aufführung mit Orchester. Wenn mich das groß stören würde, hätte ich imho mein Hobby doch etwas verfehlt. Manchmal schmeißt es mich vielleicht, wenn ich eine Messe schon kenne von Aufnahmen oder anderen Aufführungen und ich in den Proben auf Töne für den Einsatz warte, die mit dem Klavier blöderweise grad nicht gespielt werden (ich bin manchmal etwas zu faul, zu zählen :oops: ). Andersrum weniger - wenn ein Einsatz mit Piano sitzt, sitzt er i.d.R. auch im Orchester. Und wenn ich eine Messe soweit im Kopf habe, "höre" ich die Instrumente innerlich eh mit, auch die anderen Stimmen (das hat mir schon manchen Einsatz gerettet ;) )

Weit wichtiger als elegantes Klavierspiel finde ich ein Feeling für die Schüler, feine Ohren, Ahnung vom Gesang und die Fähigkeit, die Gesangstechniken zu vermitteln. Notfalls kann man einen Part immer noch vorsingen, wenn die Noten nicht ganz klar sind.

Was sagt denn Deine Schülerin zu dem Thema? Die muss doch am besten wissen, wie es ihr bei Dir geht.

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Viele Grüße
Monika


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BeitragVerfasst: 07.04.2015, 00:06 
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Hm, ich wüsste gar nicht wie Gesangsunterricht ohne instrumentale Begleitung überhaupt funktionieren soll...?

Wenn ich mangels solcher Begleitung gar keine klangliche Vorstellung davon habe wie sich ein Stück "fertig" anhört, wie kann ich es dann überhaupt singen?

Für einen Anfänger sind die Stücke in der Singstimme ja meist so einfach gebaut dass sie sich ohne Instrumentalbegleitung einfach nach "nichts" anhören und einfach keinen Spaß machen. So ging es mir jedenfalls.

Und noch ein anderer Aspekt: Als ich mit dem Gesangsunterricht begonnen habe war ich noch überhaupt nicht im Stande, irgend etwas alleine, sprich unbegleitet zu singen. Und damit bin/war ich in bester Gesellschaft. Nur finden solche Leute meist nie den Weg zu einem Gesanglehrer, weil es üblicherweise heißt, wer nicht alleine singen kann, bei dem ist überhaupt kein Gesangsunterricht möglich. Mit guter Instrumentalbegleitung geht es dann aber doch.

Mein erster Lehrer hatte ein ganzes Arsenal mit Begleit-CDs weil er selbst nicht gut Klavier spielen konnte. Wenn er gespielt hat, dann war eher ich sein Begleiter als umgekehrt, weil ich immer so sehr darauf achten musste ob er noch "mitgekommen" ist. Ich hatte immer das Gefühl, mich bei einer unstabilen Begleitung einfach nicht "aussingen" zu können. So machte er mir eines Tages mal den Vorschlag mir selbst einen guten Begleiter zu suchen. Dazu kam es dann allerdings Lehrerwechsel-bedingt nicht mehr.

Klar ist es wichtig dass ein Gesanglehrer genau hört was der Schüler singt, und genau deshalb ist es meines Erachtens unerlässlich dass der Lehrer gut Klavier spielen kann. Würde ich heute nochmal einen neuen Lehrer suchen, dann wäre dies für mich sogar ein Haupt-Kriterium. Ein zusätzlicher Pianist wäre natürlich wunderbar, weil der Gesanglehrer dann seine Ohren frei hat, aber - wer kann das bezahlen?

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
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BeitragVerfasst: 07.04.2015, 09:10 
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Also meine GL spielt sogar gut Klavier, singt toll und kriegt jeden falschen Halbton bzw. Technikfehler mit, den ich so aus Versehen da rein baue. :D Und menschlich/pädagogisch passts auch noch. So ein Klavier ist nicht so laut, wenn man vorne dran sitzt, das habe ich bei der Klavierprobestunde gemerkt (am Flügel :3 ) - der Klang breitet sich nach hinten aus.

Was ich gerade beim Klaviereinsatz richtig finde, ist das Vorspielen von Melodien. Gerade Gesangsschüler/innen, was ich ja auch bin, merken sich die Tonfolgen wesentlich schneller als wenn die vorgesungen wird. Irgendwie kann ich da die Töne besser abnehmen, weil sie ja "genauer" klingen. Beim Menschen klingen immer Ober- und Untertöne mit, beim Klavier nicht.


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BeitragVerfasst: 07.04.2015, 09:26 
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Nachtfluegel hat geschrieben:
Beim Menschen klingen immer Ober- und Untertöne mit, beim Klavier nicht.


Das ist ein Denkfehler: Bei jedem Instrument setzen sich die Töne aus verschiedenen Teiltönen zusammen. Und die wiederum sorgen für den endgültigen Klang, ob ein Klavier z.B. grundtöniger / wärmer oder obertonreicher / brillanter im Klang ist. Wie die Betonung der einzelnen Teiltöne beim Klavier aussehen muß, ist aber im Normalfall das Geheimnis des Klavierbauers - er will ja schließlich seine Instrumente durch einen typischen Klang am Markt positionieren. Und jeder Pianist hat ja auch seine spezifischen Klangvorlieben. Der eine zieht gedecktere Klänge vor, der andere glasklare Töne. Ich habe sogar mal einen Flügel im Konzert gehört, der für meine Ohren unerträglich blechern klang, aber das Lieblingsinstrument der Pianistin war *schüttel*. Dagegen ist das Zeitter-und-Winkelmann-Klavier, das mein Mann hier als Arbeitsinstrument stehen hat, ein Traum - wunderbar ausgewogen mit einem perlenden und trotzdem satten Klang.

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BeitragVerfasst: 07.04.2015, 09:36 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Hm, ich wüsste gar nicht wie Gesangsunterricht ohne instrumentale Begleitung überhaupt funktionieren soll...?

Wenn ich mangels solcher Begleitung gar keine klangliche Vorstellung davon habe wie sich ein Stück "fertig" anhört, wie kann ich es dann überhaupt singen?


Ich habe lange - auf eigenen Wunsch! - in den Gesangsstunden fast "nur" Vokalisen und Technik gemacht. Dafür reichen liegende Dreiklänge locker.

Zum Singen an sich hatte ich meine Chöre. Vorstellungen von den Liedern, wenn denn im Unterricht welche gesungen wurden, konnte ich mir aus Videos, CD oder mp3 holen, das reichte mir. Oder es waren Lieder, die ich für den Chor brauchte. Die Lieder samt Begleitung habe ich leicht im Gedächtnis, weil ich vor dem Singen schon einige Jahre Instrumentalunterrichte auf verschiedenen Instrumenten gehabt hatte.

Die von Dir genannten Playbacks sind eine Möglichkeit, die ich persönlich allerdings nicht so arg gerne mag. Da fehlt mir die Lebendigkeit und aufeinander einzugehen.

Es gibt neben dem Piano auch noch andere Begleitinstrumente, die Gitarre zum Beispiel. Die ist in der Klassik nicht gebräuchlich, ich weiß, es gibt aber noch andere Gesangsstile, denen der gesunde Unterbau des Belcanto genau Null schadet. Auch solche Leute verschlägt es mitunter zu klassischen Lehrern, mangels Lehrern aus den entsprechenden Stilrichtungen und für die Basics der Gesangstechnik finde ich das nicht nur voll in Ordnung, sondern sogar exzellent. Die Lieder, die in solchen Stilen gesungen werden, kommen mit Gitarrenbegleitung leicht aus. Und sind übrigens manchmal gar nicht so einfach, man gerne meinen möchte. Wichtig ist hier aber, dass sowohl LehrerIn als auch SchülerIn ein gerüttelt Maß an Offenheit mitbringen, sonst funktioniert das nicht.

Dann habe ich die Frage, was ist ein "guter" Pianist? Nicht dass noch der Eindruck entsteht, mein GL würde am Klavier rumstümpern. Der kann wie gesagt den Klavierauszug schon absolut erkennbar und richtig spielen. Dennoch würde ich ihn nicht als begnadeten Pianisten beschreiben wollen. Und könnte er es nicht, es würde mir nicht viel fehlen.

Sicher, ein/e GL, der/die auch noch gut Klavier spielt ist schon ein Sahnehäubchen. Aber ich fände es schade, wenn eine Person, die ein Gefühl dafür hat, keinen Unterricht gibt, nur weil sie nicht oder nicht ausreichend Klavier spielen kann. Es gibt ja auch noch Schüler wie mich ;)

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BeitragVerfasst: 07.04.2015, 10:03 
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Was einen guten Pianisten ausmacht? Vieles...

-> auf jeden Fall nicht nur Noten herunterspielen, auch wenn die noch so korrekt sind
-> eine gewisse Grundmusikalität (ich kenne Berufsmusiker, die ziemlich unmusikalisch sind, auch wenn das ein Widerspruch in sich ist)
-> ein gutes Timing
-> Verstehen verschiedener Stilepochen und diese auch stilsicher zu spielen (schon mal einen barocken Continuo-Satz mit romantischer Breite gehört? Ich wohl... *schüttel*)
-> Verstehen von Tempi, Phrasen und Linien des Gesangs und des Zusammenhangs mit der Begleitung (es gibt z.B. auch in der Begleitung häufiger solistische Linien, die z.B. kanonisch mit der Solostimme geführt werden o.ä.)
-> seine Anschlagstechnik so weit verfeinert zu haben, daß die unterschiedlichen Stimmanlagen zur Geltung kommen. Was nützt mir ein Pianist, der zwar alles richtig spielt, aber durch Gehämmere eine lyrische Stimme komplett zudeckt? Oder durch zu sanften Anschlag einer dramatischen Stimme keine Unterstützung mehr geben kann?

Mein Gatterich hat eine Leitlinie: Wenn die Begleitung erst auffällt, wenn sie wegfällt, ist es genau das richtige Maß.

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BeitragVerfasst: 07.04.2015, 10:16 
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Ok, ich denke, da sind wir uns ziemlich d'accord. Dann sehe ich nur noch nicht, warum es einen guten Pianisten im Gesangsunterricht braucht, gerade bei Anfängern. Da gibt es so unendlich viele Baustellen, die noch gar nichts mit Stil, Ausdruck oder Interpretation zu tun haben.

Stilsicherheit brauchen übrigens GL imho auch. Einen romantischen Continuo-Satz stelle ich mir lustig vor, das wäre mal was für Jazz ;)

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BeitragVerfasst: 07.04.2015, 11:08 
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Von Anfängern habe ich ja auch nicht gesprochen, sondern davon, daß irgendwann der Zeitpunkt kommen wird/kann, an dem ein guter Pianist nötig ist. Allerdings habe ich auch die Erfahrung gemacht: Je besser die Musiker sind, mit denen ich zusammenarbeite, desto schneller mache ich Fortschritte. Man kann sich da unheimlich viel abgucken, und mich hat das auch immer besonders motiviert. Aber: Auch hier wieder hängt es von der einzelnen Person ab, denn die Zusammenarbeit mit Leuten, die viel besser sind, kann auch hemmend wirken.

Ich finde das ehrlich gesagt weder sonderlich lustig noch etwas für den Jazz, wenn ein barockes Stück mit romantischer Klangvorstellung und der entsprechenden Breite gespielt wird (oder auch umgekehrt) - sofern dahinter das Ziel steckt, "ernsthaft" Musik zu machen wie z.B. in klassischen Konzerten. Ich habe im vergangenen Advent mir eine Konzertübertragung angesehen, bei der das so war - und war ziemlich entsetzt. Nach einer Aufzeichnung davon habe ich auch gesucht, aber leider (oder Gott sei Dank?) nicht gefunden. Bei älteren Studioaufnahmen aus den 60er/70er Jahren findet man das auch noch öfter, aber da steckte die Alte-Musik-Bewegung auch noch in den Kinderschuhen. Wobei auch das in Maßen zu genießen sein sollte... Etwas anderes ist das, wenn dahinter das erklärte Ziel steckt, Musikkabarett zu machen wie Hans Liberg oder eben guten Jazz zu machen, wie z.B. beim Jacques Loussier Trio, das Bach wirklich gut verjazzt. Aber Bach war ja sowieso der erste Jazzer *lach* - es gibt da u.a. ein Klavierstück (ich meine aus den zweistimmigen Inventionen), das so dermaßen genial swingt... Aber das führt jetzt alles doch ziemlich weit weg von Olympias Fragestellung.

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BeitragVerfasst: 07.04.2015, 11:53 
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Ich sehe es ähnlich wie moniaqua, muss dazu aber sagen, dass ich bisher eigentlich immer Gesanglehrer hatte, die mehr oder weniger gut begleiten konnten. Das war aber eher Zufall und ist für mich nicht das Hauptkriterium bei der Wahl eines Gesanglehrers (auch wenn es selbstverständlich seine Vorzüge hat, die ich auch gerne nutze). Aber im Gesangsunterricht möchte ich in erster Linie, dass meine Lehrerin auf meine Stimme Technik, Haltung, etc, achtet und mich dahingehend korrigiert. Dass sie dazu noch gut Klavier spielen kann, ist dann eben das i-Tüpfelchen. Aber ich erwarte einfach nicht, dass ein GL gleichzeitig auch ein guter Korrepetitor ist, da liegen IMHO die Schwerpunkte auch einfach unterschiedlich - im GL eben eher auf der Technik und bei der Korrepetition dann eher auf der musikalischen/stilistischen Erarbeitung eines Stückes (auch wenn dies gleichwohl im Gesangsunterricht natürlich auch eine Rolle spielen sollte.)


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BeitragVerfasst: 07.04.2015, 17:35 
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Für mich ist die Klavierbegleitung in der Gesangsstunde nicht wichtig.
Ich gehe doch dahin, um singen zu lernen!
Da muß die GL nicht Klavierspielen können, das können andere viel besser, und das ist auch so in Ordnung.
Töne finden auf dem Klavier sollte sie schon, und Akkorde anspielen auch, aber ansonsten sollte sie sich meiner Meinung nach auf meine Stimme konzentrieren, und nicht ihre Konzentration auf eine schwierige Klavierbegleitung legen.
Und ich finde, sie sollte mir auch etwas vorsingen können ;)
Also für mich liegt der Schwerpunkt beim Gesangsunterricht eindeutig auf der Stimme. Ich fände das jetzt nicht mals schlimm, wenn sie gar kein Klavier hätte ...

So, und jetzt les ich mir erst einmal die vielen anderen Beiträge durch ...*flöt*...

Gruß,
Silvieann


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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 18:38 
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Olympia hat geschrieben:

Vielleicht wäre eine Lösung, eine Art "Team-Teaching" anzubieten, bei dem stets ein Korrepetitor oder eine Korrepetitorin anwesend ist. Das hätte aber zur Konsequenz, dass der Schüler/die Schülerin doppelt bezahlen muss, und wer wäre dazu schon bereit?
Vielleicht wäre es eine Lösung, nicht jede Stunde, sondern nur bei besonderen Vorbereitungen die Zusammenarbeit mit einer Korrepetitorin anzubieten? Über weite Strecken kann man ja auch so das Auslangen finden. Aber manchmal wäre eine Begleitung schon eine wichtige Lernerfahrung. Eine Begleitung kann ja auch irritierend wirken, wenn man das gar nicht gewohnt ist.

Manchmal können ja auch Pensionistinnen oder Studentinnen günstiger spielen, sodass es noch finanziell leistbar bleibt.


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BeitragVerfasst: 09.04.2015, 22:13 
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Fee hat geschrieben:
Olympia hat geschrieben:

Vielleicht wäre eine Lösung, eine Art "Team-Teaching" anzubieten, bei dem stets ein Korrepetitor oder eine Korrepetitorin anwesend ist. Das hätte aber zur Konsequenz, dass der Schüler/die Schülerin doppelt bezahlen muss, und wer wäre dazu schon bereit?
Vielleicht wäre es eine Lösung, nicht jede Stunde, sondern nur bei besonderen Vorbereitungen die Zusammenarbeit mit einer Korrepetitorin anzubieten? Über weite Strecken kann man ja auch so das Auslangen finden. Aber manchmal wäre eine Begleitung schon eine wichtige Lernerfahrung. Eine Begleitung kann ja auch irritierend wirken, wenn man das gar nicht gewohnt ist.

Manchmal können ja auch Pensionistinnen oder Studentinnen günstiger spielen, sodass es noch finanziell leistbar bleibt.



Ich erinnere mich dunkel an ein Modell, dass ein GL mal im Sinn hatte: offene Klassen von Zeit zu Zeit. Alle Schüler (eventuell alle Level zusammen) sind eingeladen, bei den anderen zuzuhören. Für diesen Termin sollte ein Korrepetitor anwesend sein. Das finde ich einen guten Kompromiss, der auch bezahlbar und natürlich auch gewinnbringend für die Schüler ist. Das ist kein Schülerkonzert, also etwas weniger Lampenfieber, man lernt andere Schüler, Stücke und vieles mehr kennen.

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BeitragVerfasst: 15.04.2015, 16:13 
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Hallo ihr Lieben,

Vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten und intensive Diskussion! :92
Ich bin positiv überrascht, wie viele von euch einen GU ohne künstlerische bzw vollständige Klavierbegleitung vertretbar finden, das motiviert mich ungemein! Meine Erwartung war da ganz anders und von daher sollte ich mich vielleicht einfach nicht zu sehr in mein Schneckenhaus verkriechen. Bei meiner jetzigen Schülerin klappte es bisher ganz gut und ich habe ihr, wie von Fee vorgeschlagen, für die konkrete Auftritt -Vorbereitung einen Korrepetitor dazu gebeten und mich ansonsten in den Gesangsstd auf meine bescheidenen Akkordkünste bezogen. Das reichte bislang, weil die Gesangstechnik im Vordergrund stand und die Interpretation erst danach kam, wofür dann eben eine Pianistin dazu kam. Der Vorteil war, dass ich mich ausnahmslos auf die Gesangstechnik konzentrieren konnte und nicht"Multitasking"betreiben musste.

Natürlich sind mir stilistische Aspekte sehr wichtig, daher wäre die zusätzliche Beschäftigung eines Korrepetitors auch in diesem Fall eine bessere Lösung, nicht nur aufgrund meiner mangelnden Fähigkeiten, sondern auch, weil man speziell jemanden Geeignetes dazu holen könnte.

Lg, Olympia

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BeitragVerfasst: 22.04.2015, 12:32 
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Also, ich habe so einen zweigeteilten GU. In der ersten Hälfte macht meine GL (Gesangspädagogin und aktive Sängerin) mit mir Stimmbildung. Sie hat eine Menge verschiedene Übungen und spielt sie auf dem Klavier mit. Ich denke, dass das relativ einfach ist, weil sie oft nur eine Hand dafür braucht (selbst kann ich überhaupt nicht Klavierspielen).
Dieser erste Teil ist auch gleich das Einstimmen bzw. Aufwärmen für den zweiten Teil, zu dem der Ehemann meiner GL hinzukommt. Er ist pensionierter Gymnasiallehrer für Musik und da dies in Bayern war, hatte er nur das Fach Musik zu unterrichten. Er ist wirklich ein hervorragender Pianist und spielt z.B. die Begleitung zu einem Schubertlied sofort vom Blatt - das könnte meine GL keinesfalls. In der zweiten Hälfte meiner Stunde arbeiten wir also an Literatur. Der Ehemann spielt die Melodie oder auch die Begleitung, je nachdem, was ich brauche, und die GL hört mir zu und korrigiert. Das ist wohl Korrepetieren. Wenn er mal nicht da ist, studiere ich halt etwas Neues ein, wofür ich nur die Melodie brauche, das kann die GL selbst spielen. Oder ich singe etwas a capella.

Ich glaube, ich habe großes Glück, dass ich bei diesem Paar Unterricht habe, findet Ihr nicht auch?


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BeitragVerfasst: 22.04.2015, 16:12 
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Hopeful hat geschrieben:

Ich glaube, ich habe großes Glück, dass ich bei diesem Paar Unterricht habe, findet Ihr nicht auch?



Allerdings - ein Traumzustand big_ok. Genieße es!

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ja, Mädels, es gäbe noch eine weitere Möglichkeit: selber begleiten.... *bg*
(Carl Loewe läßt grüßen!)

und so rein semantisch: Ein guter Pianist muß noch lange kein guter Begleiter sein...

ernsthaft: Ich finde, das kann man nicht so pauschal sagen, ob mit Begleiter oder ohne Begleiter im Unterricht hilfreich ist. Es kommt meiner Meinung auf die jeweilige Zielsetzung an.

Zum Erlernen eines neuen Stückes (das macht Ihr doch hoffentlich nicht im Unterricht oder doch?) ist zumindest hin und wieder ein Stützakkord oder wenigsten -ton ganz hilfreich. Oder die Gesangsstimme colla parte mitgespielt. Dazu braucht's aber keinen Begleiter. Dazu reichen auch ein paar grobe Klavierkenntnisse.
Zum Sicherwerden und Festigen finde ich, ist Begleitung, in welcher Form auch immer, eher problematisch. Dann was man nicht unbegleitet singen kann, a cappella, das kann man nicht singen. So hat's mir jedenfalls meine erste Gesangslehrerin vermittelt und ich finde, sie hat damit recht. Mit Begleitung läßt sich's immer ein bisschen mogeln, und wenn's nur intonative Stütze ist.
Und zuletzt zur Vorbereitung auf den begleiteten Ernstfall ist natürlich Korrepetition äußerst hilfreich. Denn mit der Begleitung als solcher, Pausen, Einsätzen, rhythmisch anspruchsvollen Stellen etc. muß man ja klar kommen können und daher die Begleitung verinnerlicht haben. An dieser Stelle finde ich auch Begleit-CDs oder Midi-Files durchaus angebracht, denn im Gegensatz zum echten Korrepetitor ziehen die das Tempo unbeirrt durch: Es gibt nichts Schlimmeres als Sänger, die nicht fähig sind, sich auch mal an das Orchester oder den Begleiter anzupassen - auch die brauchen gelegentlich etwas Agogik und die mögen's auch nicht immer, wenn eine Pause in der Gesangsstimme länger wird, als im Notentext vorgesehen... :D

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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