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BeitragVerfasst: 19.01.2015, 14:36 
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Hallo alle!
Ich studiere schon länger Gesang.
Habe verschiedene Lehrer gehabt.
Alle haben verschiedene Art gehabt, mit Schülern umzugehen.
Manche werden fast oder gar zu Freunden: man trinkt einen Tee oder Kaffee vor oder nach der Stunde, redet private Sachen, führt lange Gespräche, geht ab und zu zusammen spazieren und ist natürlich per du.
Bei anderen lernt man jahrelang und weiß nichts oder kaum etwas privates aus ihrem Leben, man ist per Sie, man kommt zu Stunde, lernt, zahlt und man geht wieder und dann kommt der nächste. Solche lehrer gibt es viele und sie meinen, es ist viel besser so. Verstehe nicht ganz , warum. Wegen Respekt? Aber Respekt erzeugt man doch nicht mit Distanz und autoritärem zeug. Ich finde ganz umgekehrt, Gesangsunterricht ist eine ziemlich intime Angelegenheit die man nicht auf Abstand machen kann..ein bisschen ein vertrautes Verhältnis tut der Sache doch sehr gut.

Meine jetzige GL ist eine der "zweiten" sorte. Ich komme ziemlich gut damit zurecht und ich werde von ihr nicht weggehen, weil sie es wirklich gut macht mit der Technik.

Aber nun möchte ich Eure Meinung fragen: wie stellt ihr euch das Verhältnis zwischen GL und Schüler vor und wie ist das bei Euch so?


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BeitragVerfasst: 19.01.2015, 16:16 
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Hallo Millia,

wenn Du Gesang an einer deutschen Musikhochschule studierst, mußt Du doch nicht für den Gesangsunterricht zahlen, oder?
Ich hab auf meine alten Tage privaten Gesangsunterricht. Da fahre ich hin, habe Gesangsunterricht, wechsle auch das ein oder andere private Wort, weil das ja auch darauf Einfluß hat, ob oder was ich üben konnte, habe dann den Gesangsunterricht, wechsle vielleicht noch ein paar private Worte und fahre dann wieder.
Ich hätte nichts dagegen, auch mal mit ihr einen Tee oder Kaffee trinken zu gehen, aber das hat sich bisher nicht ergeben.
Aber ich studiere ja auch nicht Gesang und hab erst seit recht kurzer Zeit Gesangsunterricht. Auf kurz oder lang erwarte ich schon, daß sie mir hilft, auch mal irgendwo solo zu singen.

LG
Silvieann


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BeitragVerfasst: 19.01.2015, 17:17 
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Hallo Millia,

natürlich ist Vertrauen im Gesangsunterricht extrem wichtig, aber mE nach kann eine zu große Nähe zwischen Schüler und Lehrer auch schädlich sein, nämlich dann, wenn daraus ein ungesundes emotionales Abhängigkeitsverhältnis entsteht. Hat es alles schon gegeben (auch wenn ich persönlich zum Glück bisher nicht betroffen war).

Liebe Grüße

Octaviane

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„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


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BeitragVerfasst: 19.01.2015, 17:50 
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Eine interessante Frage
Singe jetzt schon 23 Jahre und habe verschiedene Erfahrung.die erste GL wurde meine Freundin und ich blieb 9 Jahre obwohl ich keinenFort tschritt machte-weil es mir schwer fiel, weggzugehen.Freundschaft besteht aber noch.die nächsten GL waren eher distanziert-freundlich.Eine -ich blieb 6 Jahre war extrem dominant.nörgelte immer nur negative Aussagen- Nachdem ich schon 20 jahre meine Lieder selber ausgesucht hatte-wollte sie allein die Auswahl treffen-ich weigerte mich und sie beendete den Unterricht .Meine dzt. GL wo ich endlich die Technik noch lerne-ist sehr humorvoll freundlich komischerweise erwarte ich mehr negative Aussagen-die aber immer ausbleiben-die Umstellung von der dominanten GL ist garnicht so leicht.Für Privatgespräche ist aber wenig Zeit- sie hat viele Schüler- Bleibe aber solange die Stimme da ist hab mindestens 7-8 GL gehabt in der langen Zeit.Ich glaub aber, daß private Gespräche wenn es möglich ist, sehr positiv sind.
hilde45


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BeitragVerfasst: 20.01.2015, 09:42 
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Ob "Du" oder "Sie" ist für ein Vertrauensverhältnis nicht entscheidend. Ich bin jetzt seit 8 Jahren bei meinem Lehrer, wir siezen uns, aber ich habe absolutes Vertrauen zu ihm. Wir reden immer auch ein wenig Privates, achten aber darauf, daß es in einem ausgewogenen Verhältnis zum Unterricht steht. Für mich ist das ein perfektes Verhältnis von Nähe und Distanz, mit der ich mich absolut wohl fühle. Daß mein Lehrer auch fachlich gut ist und mich immer voran bringt, trägt dazu natürlich auch bei. Ob andere das genau so sehen, wage ich zu bezweifeln. Denn: Jeder hat seine eigenen Bedürfnisse, die befriedigt werden müssen. Der eine will mehr Nähe, der andere mehr Distanz. Und perfekt ist es, wenn beide Seiten das Gleiche wollen - also alle Bedürfnisse befriedigt werden (okay, da kommt die Sozialpädagogin raus *lach*).

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Gruß, Astrid

Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen. (A. Schweitzer)


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BeitragVerfasst: 20.01.2015, 13:00 
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Ich unterrichte seit nunmehr 22 Jahren. Schon früh habe ich herausgefunden, dass meine fachliche Kompetenz und Autorität keineswegs darunter leiden, wenn wir einander duzen, seien die Lernenden 16 oder 60 Jahre alt. Falls zu viel Privates an mich herangetragen wird, sehe ich mich allerdings genötigt, darauf hinzuweisen, dass ich - trotz meines fortgeschrittenen Alters - noch immer nicht weise genug bin, zur Konfliktlösung zufriedenstellend beizutragen big_gruebel . Meine Leute sind sehr anhänglich, weil sie wissen, dass ich immer noch für den Gesang brenne und dieses Feuer auch in ihnen zu entzünden vermag, fernab jeglicher Routine.

Ciao. Ospite


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BeitragVerfasst: 20.01.2015, 13:28 
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Vielleicht spielt da auch der Kontext eine Rolle - ich habe an einer städtischen Musikschule Unterricht. Privat sähe das vielleicht auch anders aus. In meinem VHS-Kurs bin ich mittlerweile mit meinen Teilnehmern per Du und meine Autorität als Leitung leidet dort auch nicht.

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Gruß, Astrid

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BeitragVerfasst: 20.01.2015, 16:37 
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Donna Elvira hat geschrieben:
Ob "Du" oder "Sie" ist für ein Vertrauensverhältnis nicht entscheidend. Ich bin jetzt seit 8 Jahren bei meinem Lehrer, wir siezen uns, aber ich habe absolutes Vertrauen zu ihm. Wir reden immer auch ein wenig Privates, achten aber darauf, daß es in einem ausgewogenen Verhältnis zum Unterricht steht. Für mich ist das ein perfektes Verhältnis von Nähe und Distanz, mit der ich mich absolut wohl fühle. Daß mein Lehrer auch fachlich gut ist und mich immer voran bringt, trägt dazu natürlich auch bei. Ob andere das genau so sehen, wage ich zu bezweifeln. Denn: Jeder hat seine eigenen Bedürfnisse, die befriedigt werden müssen. Der eine will mehr Nähe, der andere mehr Distanz. Und perfekt ist es, wenn beide Seiten das Gleiche wollen - also alle Bedürfnisse befriedigt werden (okay, da kommt die Sozialpädagogin raus *lach*).



Ich sehe das sehr ähnlich.

Ob "Du" oder "Sie" war bei mir immer vom Alter (-sunterschied) abhängig. Das Verhältnis war jedoch immer gleich: Ich habe mich wohl und gut aufgehoben gefühlt. Privates bleibt - so lange es nichts mit der Singerei zu tun hat - in der Regel bis auf Small-Talk (und Weihnachtsgrüße per Karte/Mail) außen vor. Schließlich komme ich zum Singen ;-).

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"Musik ist die Kurzschrift des Gefühls."

(Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi)


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BeitragVerfasst: 28.01.2015, 13:25 
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Hallo zusammen,

ich habe auch unterschiedliche Erfahrungen auf diesem Gebiete gemacht. Meine erste GL bestand damals auf das "Sie", was teilweise echt schwer durchzuhalten war, weil wir dem selben Chor angehörten und mir dort - in einer anderen Situation - häufig das "du" ausgerutscht ist. Das peinliche daran war, dass sie mich dann vor allen anderen bloßgestellt hat indem sie mich verbesserte ("Sie!")

Dann kamen mehrere Lehrerwechsel und ich kam zu meiner Hochschul-Lehrerin. Dass sie mir trotz des großen Altersunterschied (sie über 60, ich 22) damals das "du" anbot, hatte mich erstmal irritiert und es dauerte, bis ich die unangenehmen Situationen von meiner ersten GL überwunden habe.

Meine vorletzte Gesangslehrerin - nachdem ich meine Gesangsprüfung abgelegt und die Lehrerin wechselte- war zunächst einfach nur eine gute Bekannte. Wir lernten uns bei einer Opernproduktion kennen, bei der wir beide im Chor mitsangen. Sie war nur ein Jahr älter als ich und selbstverständlich duzten wir uns.
Dadurch gab es manchmal Probleme von meiner Seite, sie als Autorität zu akzeptieren. Vor allem, wenn es um etwas ging, was ich nicht einsehen wollte, kam da bei mir oft das rebellische Gefühl hoch:"was bildest du dir eigentlich ein, du bist ja selbst noch gar nicht 100% perfekt und hast kaum Unterrichtserfahrung".

Dass ich mir und meiner Weiterentwicklung damit selbst im Weg stand, half da nicht immer.

Deswegen muss ich heute fast meiner ersten GL in diesem Punkt beipflichten. Sie hatte wohl auch aus schlechten Erfahrungen heraus so auf die Distanz gepocht und darum auf das "Sie" bestanden.

Andererseits ging es bei der Hochschullehrerin auch mit Duzen gut, die professionelle Distanz zu wahren. Vielleicht ist es also eher ein zwischenmenschliches Problem und lässt sich nicht pauschalisieren.

Seit kurzer Zeit unterrichte ich selbst auch und bei meiner GS ist ein freundschaftlicher Umgangston nicht respektmindernd. Sie ist aber auch ein sehr unkomplizierter Mensch. Das spricht also auch wieder dafür, dass es von der jeweiligen persönlichen Situation abhängig ist.

Lg, Olympia

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BeitragVerfasst: 25.02.2015, 21:05 
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Hallo Olympia,
Also die Situation mit der ersten lehrerin und ihrem ausbessern auf "Sie" ist ja richtig affig!
Das kann man nicht rechtfertigen!

Dass man als Lehrer Distanz wahrt mit dem Hintergrund, dass der Schüler sonst den Lehrer und seine Anweisungen nicht respektiert und in Frage stellt, ist auch irgendwie ein blödsinn: wenn man guter Lehrer ist und richtige Sachen beibringt, dann spürt das der Schüler, dass er was lernt und da braucht man nicht künstlich die eigene Autorität aufblasen.


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BeitragVerfasst: 25.02.2015, 23:52 
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Danke, Millia.

Ciao. Ospite big_hand


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BeitragVerfasst: 26.02.2015, 14:34 
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Ob Du oder Sie ist m. E. einerlei, hat mit Respekt nichts zu tun. Man sollte vielleicht aber doch die gewöhnlichen Regeln für das Wechseln von Sie auf Du einhalten: Im Normalfall das Vorschlagsrecht dem Älteren, ausnahmsweise dem "Höhergestellten" (Lehrer). Eine der Schulreifekriterien für Kinder ist u. a. auch das Erkennen und Anwenden des Sie oder des Du.
Wenscht natirlich a Tirola bischt gibts ka Sie. Und bei Musikproduktionen unter Musikern und am Berg über 1000 m Seehöhe. Am besten gefiel mir immer das Anstoßen auf das Du: zugegebener Maßen, bei manchen besser als bei manch Anderen. Ihr wisst schon.
LG
alfredo
big_prosit

_________________
...du holde Kunst, ich danke dir.


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BeitragVerfasst: 27.02.2015, 03:50 
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Hallo Alfredo,
Klar, allgemeine höflichkeitsregeln gelten immer und überall, das kommt nicht in Frage:
Gruss Millia


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