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BeitragVerfasst: 29.03.2007, 16:17 
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Liebe Gesangslehrer unter Euch (oder auch Schueler aus eigener Erfahrung),

ich habe gerade mal wieder so ein "Exemplar" als Schuelerin, die mir etwas Kopfzerbrechen macht. Ich glaube die Sorte, die meint, 10 Gesangsstunden muessten ja eigentlich ausreichen, um Singen zu lernen, kennen wir alle. Wenn die dann wieder abzischen: Tant pis, aber es ist nicht zu aendern ...

Die meine ich in genau dem Fall aber nicht. Vielmehr handelt es sich um jemanden, der schwer bei der Stange zu halten ist und sich schnell langweilt, wenn man am gleichen Stueck arbeitet. Ich habe da so meine eigenen Strategien, aber die scheint mir wirklich eine harte Nuss. Normalerweise arbeite ich gerade mit Anfaengern erst einmal viel an technischen Grundlagen und dementsprechend auch technischen Uebungen. Trotzdem wird natuerlich auch dem Leistungsstand angepasste Literatur ausgewaehlt, um die Schueler "bei Laune" zu halten (macht ja immer mehr Spass als "trockene" Technik). Die Stunden teilen sichmeist so ca. 50/50 auf in Technik und Repertoire, natuerlich mit individuellen Verschiebungen je nach Typ und dem, was gerade noetig ist.

Nur genau diese Schuelerin wird halt schon zappelig, wenn das Lied nach zwei Stunden (wohlgemerkt fuer sie!) noch nicht anders klingt und "buehnenreif" ist. Wenn man dann weiter daran arbeitet, verliert sie die Motivation, was natuerlich auch nicht foerderlich ist.

Ich mache es dann gemeinhin so, dass ich das Stueck beiseite lege und ein Neues auswaehle (oder auch den Schueler eins vorschlagen lasse), was genutzt werden kann, um am gleichen "Problemkreis" zu arbeiten. Das andere Stueck holt man dann evtl. nach einer Zeit wieder raus.
Nur wenn das jedes Mal so laeuft und man irgendwann jedes Stueck nach kuerzester Zeit "unvollendet" weglegt, ist das auf Dauer ja irgendwie auch Kaese ...

Wie geht Ihr denn mit solchen Schuelern um? Bzw. an die Schueler mit aehnlich gelagerten "Ungeduldsproblemen", wie wird da bei Euch verfahren?


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BeitragVerfasst: 29.03.2007, 16:41 
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Hallo Epo,

tja, alle Schüler sind ungeduldig und wir waren es auch. Ich würde sie mal in einer Stunde aufnehmen und ihr das präsentieren, gemeinsam besprechen, vielleicht hört sie dann das es nicht nach zwei Stunden klappen kann.

LG

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BeitragVerfasst: 29.03.2007, 16:48 
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Liebe musika,

das mache ich sowieso, auch, damit sie die Uebungen zu Hause machen und das Stueck mit Begleitung ueben kann. Allerdings scheint mir das bei der Dame gerade kontraproduktiv, WEIL sie eben hoert, dass es noch nicht buehnenreif ist. Und irgendwie scheint ihr Ohr auch nur das zu filtern, was noch nicht gut klingt - die Fortschritte hoert sie gar nicht, selbst, wenn ich sie mit der Nsse darauf stosse. Das ist leider normal, wissen wir ja auch von uns selbst (ich hoere bei mir ja auch immer nur den Murks und nie das, was gut ist :lol: ), aber den Einen spornt es eher an, weiter daran zu arbeiten. Bei ihr fuehrt das allerdings zu voelliger Demotivation, was mich schon daran denken liess, den MD-Player lieber nicht mehr mitlaufen zu lassen ...


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BeitragVerfasst: 29.03.2007, 17:00 
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Ja, da kenne ich auch eine Schülerin die so denkt, sie kommt nicht weiter, hört die Fortschritte nicht, wird sauer, wenn es nicht klappt usw.,

Meine erste Gesangslehrerin hatte ein Punktesystem. Am Beginn der Ausbildung war 0 % Technik da, das ging natürlich im Laufe der Zeit immer höher und ich war gierig die 100% zu erreichen.

Als sie mir sagte, es sind nschon 50 % erreicht, fühlte ich mich natürlich schon super gut, aber es fehlten noch 50 %.

Es ist ähnlich auch mit einem Glas Wasser, ist es halb voll, oder schon halb leer.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 29.03.2007, 18:48 
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Dear Epo

Ich weiss natuerlich nicht, auf welchem Level sie gerade singt . Du wirst Deinen Schuelern sicherlich gezielt Stuecke geben, um nach und nach diverse Themen (Spruenge, Legato, Anschewellen, Abschwellen usw.) zu arbeiten. Stuetze, Stimmsitz, Vokalausgleich und aehnliches hat man eh bei jedem Stueck....
Hast Du es schon mit Stuecken probiert, die quasi "unter" ihrem Niveau sind. Nichts ist unter Niveau, das weisst Du, aber vielleicht ja sie nicht. Ich ziele darauf ab, ihr hin und wieder, nicht staendig, das Gefuehl zu geben, eine Sache schnell in den Griff zu bekommen, denn danach strebt sie ja offensichtlich. Sie will darueber stehen und den Erfolg ohne den Aufwand haben. Letztendlich muss sie natuerlich von diesem Gaul herunter, denn sie kommt so nicht weiter. Aber es koennte ja zwischendrin ein Bonbon geben.

Ich werde aber noch mal darueber nachdenken.

Robin


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BeitragVerfasst: 29.03.2007, 19:48 
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Liebe Robin,

das Level ist schon sehr niedrig, das ist ja gerade das Problem. Wenn wir jetzt an Hammerarien erarbeiten wuerden, wuerde ich zwischendurch auch mal was "Lockereres" einschieben.
Das ist allerdings schon sehr einfaches Niveau. Das Problem ist da allerdings auch nicht, dass sie vollkommen ueberfordert waere (klingt in Teilen auch schon recht schoen und gut plaziert), sondern wie Du schon richtig sagst: Die Einstellung "schneller Erfolg ohne viel Arbeit". Sie hat eine bestimmte Vorstellung, wie dieses oder jenes Stueck klingen soll, was ja auch erst einmal gut ist und anspornen kann.
Es fehlt aber leider die Einsicht, dass als totaler Anfaenger ein Stueck eben nicht nach 2 Stunden klangschoen und perfekt "abgehakt" werden kann.


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BeitragVerfasst: 29.03.2007, 22:23 
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hallo, Epo,

ich bin ja bekanntlich keine Gesangslehrerin und werde auch nichts Fachliches beitragen, aber ich sehe aus dem, was hier geschrieben wurde, ein Defizit in der Arbeitseinstellung, das diese Schülerin wahrscheinlich gegenüber jeglicher Anforderung des Lebens pflegt. Über die normale Ungeduld, die bei anderen eher einen Aktivitätsschub auslöst, geht das entschieden hinaus. Es sind innere Strohfeuer, die schnellstens erlöschen und schon dem kleinsten Widerstand nicht das geringste entgegenzusetzen haben. Die Psychologie nennt das eine geringe Frustrationstoleranz und die entstand oft durch unausgewogene Leistungsanforderungen in Elternhäusern gegenüber den Kindern (Über- oder Unterforderung).

Mit einem derart beeiträchtigten Menschen im Zusammenhang mit einer Lehr- und Ausbildungstätigkeit zu tun zu haben, ist für beide Seiten unersprießlich, denn ohne radikale Änderungen solcher Schülereinstellungen ist das Scheitern vorprogrammiert. Die lehrende Person beißt sich daran die Zähne aus. Diese Schülein verstellt sich ihre Entwicklungschancen, auch wenn sie noch so begabt wäre. Wer nicht wirklich Durststrecken durchhalten will und kann, kommt beim Gesang und auch anderen Zielen nicht weiter, erlebt Mißerfolge und wird dadurch wieder runtergezogen usw.

M.E. prallen alle fachliche Liebesmühe und alle didakltischen Kunstgriffe der Ermutigung, die ihr schon geschildert habt und die bei den meisten Schülern durchaus greifen dürften, über kurz oder lang an dieser schwierigen Charaktereigenschaft ab.

Kannst du dir vorstellen, sie direkt auf ihre defizitäre Einstellung anzusprechen? Ihr klarzumachen, dass sie so keinesfalls was erreicht für sich? Eine sehr direkte Methode, ich weiß, aber auch eine ehrliche, die das Risiko einer Trennung birgt aber auch die Möglichkeit, dass sie dir vielleicht von Herzen dankbar ist, dass ihr endlich mal jemand sagt, warum u. U. schon viel schief gegangen ist. Natürlich bist du nicht die Therapeutin, aber als Lehrerin siehst du trotzdem, woran es hakt, wenn dein Lehren nichts erreicht. kennen wir alle aus der Schulzeit.

Liebe grüße und gutes gelingen wünscht
dola


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BeitragVerfasst: 29.03.2007, 23:45 
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Obwohl ich so etwas wie du, liebe Eponine, noch nicht erlebt habe, neige ich dazu, den Ausführungen dolas uneingeschränkt zuzustimmen ! :dafür:
Das Schlimme ist ja, dass man schließlich die Schuld bei sich selbst sucht, obwohl es dazu sicherlich keine Veranlassung gibt.
Im Zweifelsfall, auch aus Selbstschutz, dürfte eine Aufkündigung des Unterrichts die bestmögliche Lösung sein !

Ciao. Gioachino


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BeitragVerfasst: 30.03.2007, 00:03 
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Liebe dola (und edit: auch gioachino :lol: )

klar habe ich da schon drueber nachgedacht, bin da aber noch nicht ganz schluessig. Ich glaube, dass sie momentan vielleicht auch, ich nenne es jetzt einmal "reaktiv bedingt", eine recht geringe Frustrationstoleranz hat.

Psychologisch ist das eigentlich, und ich bin keine Psychologin :lol: , ein recht eindeutiger Fall wuerde ich sagen. Sie hat sich gerade von ihrem Mann getrennt (nach 20 Jahren Ehe). Sie hat mir die Gruende nicht en detail geschildert, aus den Andeutungen habe ich entnommen, dass er wohl wegen einer Juengeren abgezischt ist.
Zeitgleich hat ihre Tochter angefangen, am College Musik zu studieren und eine gerade glueckliche Beziehung mit einem Kommilitonen.

Da kommt ganz vieles Zusammen, viele Gruende, warum das Selbstbewusstsein gerade niedrig ist, viele Ideen, was ihr Leben sozusagen wieder gluecklich machen koennte (sozusagen die eigene Tochter als Idol) etc.

Und gerade, weil das so offensichtlich ist, moechte ich da auch nicht zu harsch rangehen, daher auch meine Frage hier nach anderen "glorreichen" Ideen. Anderen Schuelern haette ich wahrscheinlich schon laengst die Meinung gegeigt, aber da bin ich halt vorsichtig, weil sie sich in einem aeusserst sensiblen Zustand befindet und ich ihr nicht unterstellen will, dass sie immer so ist/war. Vielleicht saehe ihr Lernverhalten und ihre Motivation unter anderen Umstaenden ganz anders aus.

Vielleicht sind schon die Voraussetzungen, warum sie mit Gesangsstunden angefangen hat, die falschen ("Ich will so gluecklich sein wie meine Tochter!"), das macht es fuer mich natuerlich nicht gerade leicht. Eigentlich kann ich dabei nur verlieren, denn sie wird ja irgendwann sehen, dass ein paar Gesangsstunden ihr eben nicht helfen werden, ihr Leben vollends in den Griff zu bekommen.

Andererseits glaube ich nach wie vor daran, dass Musik und insbesondere Singen viel fuer die Seele tun, und daher moechte ich da auch nicht die Flinte ins Korn werfen, selbst wenn ich nicht davon ueberzeugt bin, dass ihre Primaermotivation die richtige ist ...

Vielleicht bin ich auch zu weich fuer sowas, keine Ahnung :roll:


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BeitragVerfasst: 30.03.2007, 10:06 
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Liebe Epo,

wie ich sehe, hast du ja recht viel zusatzlich Informationen zu der Frau (die ich mir vorher viel jünger vorgestellt habe), die das Bild schon verändern.

Mir ging es keinesfalls um eine Form des Zusammenstauchens, das tue ich fast nie, denn es würde meistens noch mehr Ablehnung hervorrufen, und wäre hier völlig fehl am Platz, sondern es ging mir um die inhaltliche Zielrichtung, nach der du gefragt hast.

Vielleicht gelingt es dir, nachdem du doch eine reife, aber verständlicherweise sehr angeschlagene Frau vor dir hast, mit ihr im Gespräch zu klären, dass du sie sehr ernst nimmst mit ihren Problemen - das tut man mit seinem Gegenüber immer, wenn man unangenehme Wahrheiten vernünftig anspricht, finde ich - und dass es ein Anliegen eurer weiten Zusammenarbeit ist, herauszufinden, welche Gründe und Ziele sie mit dem Unterricht verfolgt, was sie für sich damit sucht und ggf. was sie auch derzeit meint, aushalten zu können, wenn sie doch zu dem Ergebnis kommt, das für SICH und ihre psychische Gesundheit zu tun, ohne mit der Tochter konkurrieren zu wollen und mit dem Unterricht fortzufahren, bereit ist.

Liebe grüße und viel Glück,

dola


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BeitragVerfasst: 30.03.2007, 10:33 
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Liebe Epo, ohne da detailliert einsteigen zu wollen(das habt ihr ja schon getan):
wenn diese Frau singen lernen möchte, dann wahrscheinlich, weil ihr das in irgendeiner Weise im Mometn einen Halt gibt und eine Zuflucht in ihrer Lebenskrise sein kann.
Man ist zwar als Gesangslehrer kein Psychotherapeut, aber letzlich dann eigentlcih doch. Du sagst ja, dasss die Stimme ganz eng an der Seele ist und das wissen wir alle nur zu gut. Wenn ich nur dran denke, was meine Lehrer mit mir schon mitgemacht haben und wie froh und dankbar ich bin , dass sie es aushielten und mich nciht rausgeschmissen haben.....

Natürlich ist ein Selbstschutz und eine klare Abgrenzung von Lehrerseite in sehr problematischen Fällen nötig.
Wann diese Grenze für dich erreciht ist, kannst du ja nur selbst spüren udn entscheiden. Da hat jeder eine andere Belastbarkeit.
Ich würde wie Dola auch ,versuchen, mich im Gespräch an die Frau heranzutasten und von ihr selbst zu hören was ihre Grundmotivation ist. Dei kannst d uja evtl sogar vorsichtig hinterfragen, wenn D uglaubst, sie sei dazu schon reif.
Und du kannst ihr, wenn sie erwachsen ist, ja auch wirklich sagen, dass es für dich sehr schwieirg ist, mit falschen und zu hohen Erwartungen konfrontiert zu werden und das Singen ien sehr langwierger Prozess ist.
Wenn sie das nciht versteht und Dich als Lehrerin an die Grenze bringt, kannst du dann immer noch handeln.
Ich würde da auch nicht aufgeben und Du bist eine intelligente und emotional erfahrene Frau und hast mit Sciherheit die Sensibilität ,die in solchen Fällen nötig ist. ob du Dci haber auch darauf einlassen willst, ist dann wieder iene andere Entscheidung.
Kann Dich jedenfalls nur ermutigen noch nciht aufzugeben und erstmal zu probieren, wie dialog- und einsichtsfähig diese Frau ist.

Bon courage :kuss:


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BeitragVerfasst: 30.03.2007, 11:12 
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Gespräche sind wichtig und tun gut, hat jeder von uns in der Ausbildung erlebt. Ich hatte auch Schüler, ähnlich wie deine vorbelastet. Es gab Stunden, in denen wir nur Gespräche hatten und man merkte, wie sie sich öffnete. Vielleicht hat die Dame niemanden dem sie sich anvertrauen kann und das Singen öffnet allmählich ihre Seele, ihr Herz. Vielleicht will sie das alles in ihrem Singen zum Ausdruck bringen was festgefahren ist und der Knoten muss sich lösen.

Versuche es in einem Gespräch und sieh welche Ziele sie hat und was ihr die Musik bedeutet. Vielleicht ist es auch Eifersucht auf die Tochter, sie hat noch alles vor sich und ist jung. Sie hat nicht mehr so viel Zeit und darum drängt sie nach vorne.

Ich glaube dass du das in den Griff bekommst.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 30.03.2007, 11:27 
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Hehe, Gio, du hast mich noch nicht kennengelernt ( als Schüler versteht sich). IM Duden findest unter Ungeduld meinen Namen, hihi.
Btw, hab die CD schon wieder beiseite legen müssen, grml.......

2 Thesen @ Epo:

1te:

Vorgeschichte:

Meine Mutter hat sich vor 3 Jahren von meine Vater getrennt, und nach der Trennung kam alles aufgestauchte hoch, sprich Frustration, Selbstverwirklichung, Rache, Angst, Hoffnung. Sie hat nichts gewohntes akzeptiert, und wandelt sich zu einem stärkeren Ich. Dieser Proezess dauert an, was nicht wirklich immer leicht ist, allerdings finde ich, dass sie sich macht, und wunderbar ihren Weg geht.

Vielleicht ist das zwar nicht das selbe in Grün, aber es kann ja sein, dass sie innerlich eine Ungeduld aufbringt, da sie sozusagen einen kompletten Neuanfang vor sich hat. Wenn dann Probleme und wenig Fortschritt dabei kommt, ist diese Frustration, die sie die Jahre mit sich getragen hat und dann anstatt belohnt zu werden, durch jemand anderen ersetzt wurde, wieder allgegemwärtig, und vor allem ein Affront gegen sich selbst.


Dann ist es denke ich sehr wichtig, ihr klar zu machen, dass sie diesen Elan, etwas erreichen zu wollen, stetig inne haben soll und beibehalten muss, aber auch, dass es Dinge gibt die sehr langwierig sind. VOr allem dann, wenn man nicht verletzlich sein will und sich gegen sich selber wehrt. Denn dann, und das erfahre ich im Moment, streubt man sich, und will kontrollieren und erreicht nichts.

2te These

Vorgeschichte

Ich hab mir einen verdammt harten Panzer zugelegt, und alles, außer den Dingen die ich für überflüssig hielt und halte, sprich "Schule" oder sowas, als "Klassenbester" absolviert. Das bringt natürlich mit sich, dass einerseits gewisse Dinge sofort Negiert und ad acta gelegt werden, und andere Dinge immer schon gekonnt wurden. Jetzt stösst, der olle Gesang aber genau da an. Man will für sich der Beste sein, und betrachtet das Ganze aus seiner kleinen Welt und der einst zugelegte Panzer lässt einem nicht merken, was man da macht und jeder Fortschritt ( die ich natürlich nicht mache, kann mir erzählen wer will alles Nonsens! grml ) genügt einfach den eigenen Ansprüchen nicht.

Vielleicht ist das bei ihr ähnlich. Alles was sie anfängt macht sich mit einer selbstverständlichen Leichtigkeit und es funktionierte bisher. Jetzt beisst sie sich die Zähne aus und schiebt ihre Frustration über ihr "Versagen" dir und oder sich selbst in die Schuhe. Das wäre wohl dann das andere Extrem was von Dola beschrieben wurde.

Oder es ist ein wenig von beidem.

Grüsse

Sascha :n8:


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BeitragVerfasst: 31.05.2007, 11:01 
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Hallo Eponine!

Dieser Thread ist ja schon mittlerweile zwei Monate alt. Mich würde mal interessieren was aus deiner Schülerin geworden ist.

Vielleicht ist es ein bißchen spät, aber ich schreib dir trotzdem mal eine Antwort aus Sicht der Schülerin, denn ich bin genau so wie sie. Ich erwarte immer, dass alles gleich klappt und ich mit 7-Meilen-Stiefeln vorwärts komme. Meist habe ich auch furiose Einstiegserlebnisse, die diese Hoffnung noch schüren. Um so größer ist die Enttäuschung wenn schon kurz darauf der Rückschlag folgt. Vieles habe ich dadurch gleich wieder aufgegeben. Beim Gesang ist das anders. Einerseits bin ich bei dieser Sache absolut dickköpfig und will, will, will, will unbedingt was erreichen. :n110: Andererseits schafft es mein Lehrer aber auch gut, mich bei der Stange zu halten in dem er mir immer wieder winzige Kleinigkeiten vorhält, die sich bereits verbessert haben. Manchmal macht er mir auch einfach vor, wie ich am Anfang klang und wie ich jetzt klinge. Und da wird dann richtig deutlich wie sehr sich mein Gesang verbessert und verschönert hat. Vielleicht würde deiner Schülerin das auch helfen.


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BeitragVerfasst: 31.05.2007, 11:37 
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Hallo DM-Lady,

kurzer Zwischenstand: Sie ist zwar theoretisch immer noch bei mir, praktisch aber nicht, da sie kuerzlich einen Nervenzusammenbruch hatte und erst mal krankgeschrieben ist.

Ihr seht, da lag und liegt einiges im Argen, und ihre geringe Frustrationsschwelle hatte nicht vorrangig was mit dem Gesang zu tun. Ich habe sowas ja schon geahnt, daher war ich bei ihr auch extrem vorsichtig, aber irgendwo ist als Gesangslehrer halt auch Schluss, ich bin nun mal kein Psychotherapeut.

Hoffen wir, dass es ihr bald wieder besser geht, der Rest ist erstmal nicht wichtig ...


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 31.05.2007, 12:09 
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Oh je. Ein Nervenzusammenbruch? :n166: Da war das Nichtfunktionieren beim Singen wohl eher ein Ventil für viel schlimmeres. Hoffentlich wird sie bald wieder gesund.


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 Betreff des Beitrags: Re:
BeitragVerfasst: 30.06.2008, 17:42 
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Ratgeber
Ratgeber

Registriert: 04.06.2008, 17:25
Beiträge: 586
Zitat von DM-Lady: ...ich schreib dir trotzdem mal eine Antwort aus Sicht der Schülerin, denn ich bin genau so wie sie. Ich erwarte immer, dass alles gleich klappt und ich mit 7-Meilen-Stiefeln vorwärts komme. Meist habe ich auch furiose Einstiegserlebnisse, die diese Hoffnung noch schüren. Um so größer ist die Enttäuschung wenn schon kurz darauf der Rückschlag folgt. Vieles habe ich dadurch gleich wieder aufgegeben...

Meine Schwester im Geiste! Das Gesangstudio ist der einzige Ort an dem nicht erwartet wird dass man etwas sofort kann, an dem man keine "Leistung" bringen muss und an dem nichts bewertet wird, an dem auch der Blick darauf gelenkt wird was man KANN und nicht darauf was man NICHT kann. Das komplette Kontrastprogramm zum Berufsleben, beispielsweise. Das wirkte auf mich zugegebenermaßen zunächst wie der blanke Hohn. Gerade weil "Geduld" überall sonst ein völliges Fremdwort ist ("Bei Ihnen ist doch wirklich Hopfen und Malz verloren!") fühlte ich mich mitunter regelrecht veräppelt von meinem GL.

So manches Lob und so manche Aufmunterung des GL glaubt man dann einfach nicht, ich kenne das nur allzu gut! Jetzt erst komme ich so allmählich dahinter diesen Gegensatz zwischen Gesangstudio und "übriger Welt" nicht mehr als so schmerzlich zu empfinden sondern diese 45 "anderen" Minuten pro Woche zu GENIESSEN. Und seit ich zu dieser Erkenntnis gekommen bin klappen auch einige Dinge beim Singen besser - und meine "Frustrationstoleranzschwelle" hat sich seither auch etwas angehoben.

@Eponine: Wie geht es der von Dir geschilderten Schülerin inzwischen? Ich drücke ihr und Dir beide Daumen!

Mitfühlende Grüße,
AK-Kontraalt

_________________
Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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