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 Betreff des Beitrags: Deckung
BeitragVerfasst: 09.03.2006, 02:09 
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Hallo,

ich habe diese Frage auch im anderen Forum gestellt, kopiere mal rein, was ich dort geschrieben habe:

Hallo,

hab zur Deckung mal eine Frage: ich glaube, die Definitionen variieren dahingehend, dass manche unter Deckung eher den Kuppelklang verstehen, andere doch mehr die Tiefstellung des Kehlkopfes, natürlich wird das bis zu einem gewissen Grad dasselbe sein, daher ein Bsp, um zu verdeutlichen, was ich meine: Elisabeth Schwarzkopfs Gesang ist für mich sehr kuppelig-gedeckt, doch wenn ich jetzt auf die Kehlstellung höre (GANZ EHRLICH: WIE GUT ICH DAS KANN, WEISS ICH NICHT, ABER GANZ FALSCH LIEGE ICH GLAUB ICH NICHT), dann ist die Kehle sicherlich nicht so tief wie beispielsweise bei Del Monaco. KANN DA BITTE JEMAND STELLUNG NEHMEN :grin: Schwarzkopf färbt die Vokale "dafür" sehr stark ein und kommt so wohl in das, was sie selbst und viele Praktiker Kopfstimme nennen (ob jetzt Randstimme ja oder nein... ich glaube, man versteht, was ich meine). In Del Monaco-Schulen wird viel mit dem Vokal U gearbeitet, aber oft ist es ein ausschließlich dumpfes U (Töne oben "abgeschnitten"), nicht so ein kuppelig-weiches wie bei der Schwarzkopf (der amerikanische Stimmlehrer David Jones bezeichnet das als "baby u"... ganz klein, aber hinten offen...) ... also das KUPPELIGE, was viele im dtsspr. Raum mit Deckung gleichsetzen (zumindest für mein Gefühl), haben die it. Tenöre à la Del Monaco und Corelli nicht so... aber gedeckt (im Sinne von tiefer Kehlkopf) ist ihr Gesang total... stimmt das so? Kann mir jemand folgen?

Tenöre wie Luigi Alva, Kraus und Florez singen wohl mit weniger Deckung im Sinne von kuppelig-rund (Kraus sprach sich ja auch dezidiert gg die Umlaute ü u ö aus - habe eine CD mit einer Meisterklasse von ihm)... wenn man nun so hell singt (er propagierte die Vokale "i", "e", "a"), müsste der Kehlkopf auch höher sein... wie ist das bei diesen Tenören? Die können einfach mit höherem Kehlkopf auch singen? Sie singen trotzdem n i c h t wirklich f l a c h, also "offen-geschrien", sonst wären sie nicht auf den wichtigsten Bühnen der Welt zu Hause (gewesen) :lol: Renata Scotto lernte auch bei Kraus' Lehrerin, und bei ihr muß ich schon sagen, ich mag sie sehr gern, habe aber manchmal wirklich nicht nur das Gefühl, dass die "Kuppel" ein bisschen fehlt, sondern das das für eine Frauenstimme tatsächlich teilweise an der Grenze zum "Schreien" ist...

--

Jetzt ist mir noch etwas eingefallen: Ich habe das Gefühl, dass in den deutschen Schulen à la Schwarzkopf der weiche Gaumen viel mehr gehoben wird als in it. Schulen... --> mehr "Kuppel"... bestätigt Ihr das, oder nicht? Wie gesagt: Ich hab leider, wenn, dann mehr das Gehör als die praktische Umsetzung :n17: ...


Bitte um Stellungnahmen (schon möglichst konkret :grin: )

lg operissima


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BeitragVerfasst: 10.03.2006, 21:43 
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hat sich schon eingelebt
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Liebe operissima,

der Kuppelklang, oder Kopfklang, oder Oberklang (das ist der Nasenrachenraum mit Ausgang durch die Nase; mit Falset hat das nichts zu tun, das wird nur mit einer Pfeiffunktion der Stimmlippen erzeugt), wird angesprochen durch die Tiefenstellung des Kehlkopfes und leichte Hochstellung des Weichgaumens. Die Randkanten der Stimmlippen sind dann optimal nach oben in die Randstimmfunktion gebracht. Stell dir ein leichtes "Angähnen" in den Ton vor.

Forme ein geschlossenes "U". Hilfe: stecke deinen Finger in den Mund und forme ein rundes "U". Du wirst merken, dass sich dein Kehlkopf senkt. Weite gedanklich deine Nasengänge; gleichzeitig wird sich dein Weichgaumen leicht hochstellen. Ziehe deinen Finger natürlich wieder heraus. Die anderen Vokale entwickelst du hieraus indem du deinen Mund vertikal öffnest. Das "A" ist dann das große Oval ohne Lippenspannung, der Kiefer senkt sich in Richtung Brustbein. Der Klang wird weiterhin den Oberklang ansprechen, also "gedeckt" sein. Man sagt hierzu auch Cuperto...

Liebe Grüße! ;-)

_________________
cornettina


Zwischen den Schwingungen der singenden Stimme und dem Pochen des vernehmenden Herzens liegt das Geheimnis des Gesangs.

Khalil Gibran, libanesischer Dichter, Philosoph und Maler (1883-1931)


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BeitragVerfasst: 11.03.2006, 01:07 
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Hallo cornettina :grin: ,

vielen Dank für die Antwort! Theoretisch wurde mir das eigentlich schon relativ gut erklärt (das "cuperto" kenne ich sogar in der Version von David Jones, falls er jemandem etwas sagt)... praktisch haut es leider noch nicht so ganz hin... tja... :oops:

Was mich aber wirklich interessiert hätte, ist, ob mich meine Ohren täuschen oder nicht, wenn ich der Schwarzkopf aufgrund ihres ausgeprägten "Kuppelklanges" echt mehr "Weichen-Gaumen-heben" attestiere als beispielsweise einem Alfredo Kraus oder Luigi Alva... ich war bei einem Schwarzkopf-Kurs zuschauen, und sie sprach vom "Hinter die Ohren-Singen" - da verstand ich gleich (theoretisch immer sofort, seufz), dass das den weichen Gaumen sehr stark anspricht... war mir auch in dieser Form schon erklärt worden. Manche denken dagegen wirklich nur nach vor, Atem geben und nach vor, ohne zu drücken... aber vielleicht funktioniert das für Normalsterbliche nicht, die hinten nicht total offen sind ... Mirella Freni arbeitet offensichtlich sehr mit dieser Vorstellung (war auch zuschauen, ich musste einfach gehen, wenn sie schon mal in Österreich war, obwohl man von Zuschauen nicht singen lernt) und sprach sich auch wirklich dezidiert gegen Vorstellungen aus, die in Richtung "weicher Gaumen rauf" gehen... kurz übersetzt ihre Worte: "Sie gehen da zuerst rauf (= hinten rauf, Sänger werden mich hoffentlich verstehen) und dann nach vorne - Sie müssen aber gleich nach vorne gehen"... echt... was natürlich nicht heisst, das sie den weichen Gaumen gar nicht hebt, aber vielleicht tun es die Italiener nicht so stark wie in deutschen Schulen.. ICH WOLLTE GERN WISSEN, OB IHR DA MEINE MEINUNG TEILT... ich verstehe schon, dass man zwischen Vorstellungen und Klangresultat unterscheiden muss, aber auch als Freni einige Takte vorgesungen hat (damals mit 69... und wie :hearts: :love: ), klang es viel kerniger (= vorne) als bei einer Schwarzkopf, aber trotzdem ganz weich und nie gepusht... schon immer ETWAS nach ö, ü, allerdings nicht so stark wie bei der Schwarzkopf (für meine Begriffe)...

Und stimmt ihr mir bei der SCOTTO auch zu? Ich will hier wirklich überhaupt nicht eine große Sängerin schlechtreden, es interessiert mich nur, ob ich technisch zumindest hören (wenn schon nicht selbst gescheit singen :sad: :oops: ) kann... Scotto hat doch wirklich teilweise die sogenannte "Kuppel" vernachlässigt bzw. die Vokale sehr hell genommen...

lg operissima


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