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BeitragVerfasst: 18.10.2010, 20:39 
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Schon seit vier Wochen denke ich über dieses Thema nach, und will es jetzt endlich mal in den Raum stellen:

Es wurde in allerlei Foren schon so viel auf den Lehrern - namentlich auf den Gesanglehrern - herumgehackt. Anscheinend gibt es viel mehr schlechte als gute, wobei das wohl immer an der Kombination der beteiligten Parteien liegen mag.
Ich finde, es ist an der Zeit, den Gesangsschüler mal unter die Lupe zu nehmen?

Was macht - bitteschön unabhängig vom Stand des Könnens - einen angenehmen Schüler aus? Mit wem kann man arbeiten, mit wem nicht? Was erleichtert, was erschwert das Unterrichten?

Bin gespannt auf Eure Gedanken dazu!

Grüße
Olympchen

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In the absence of measurement there is no reality. Niels Bohr


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BeitragVerfasst: 18.10.2010, 21:51 
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Gute Frage, Olympchen...

Da ich als GL einen pädagogischen Auftrag habe, gibt es für mich keinen unangenehmen Schüler. Das ist erst mal so meine persönliche Prämisse...

Natürlich sieht die Realität manchmal etwas anders aus, und ich würde lügen, wenn ich sagte, dass alle Schüler für mich gleich sind. Sicherlich arbeitet man meistens mit denen lieber, bei denen man merkt, dass sie konzentriert mitarbeiten, sich Gedanken über Gesagtes und Gesungenes machen und mir dazu auch Fragen stellen. Es wird ja immer so viel von der berühmten "Chemie" gesprochen. Wenn man sich gut versteht und auch mal ein Witzchen machen kann, ohne dass es gleich in den falschen Hals gerät, erleichtert dies vieles.
Andererseits muß man als Pädagoge darauf bedacht sein, die notwendige Distanz zu halten, um sachlich, objektiv und gerecht zu bleiben.

Etwas mehr Kopfzerbrechen bereiten sicherlich die Schüler, von denen so gar kein Feed back kommt, also weder positives noch negatives.. und bei denen man 100 Mal das Selbe sagen muß, ohne den Eindruck gewonnen zu haben, dass es bis in die letzten Hirnwindungen vorgedrungen ist.

Ich persönlich vertrete die Auffassung und den Stil, dass der Schüler nicht nur Wissen anhäuft und stoisch, schematisch Gesangsübungen verrichtet und brav alles ins Notizbüchlein schreibt, sondern sich mit seinen individuellen Fähigkeiten auch intellektuell mit allem auseinandersetzt. Und falls man innerhalb von Wochen oder Monaten keinen Fortschritt erkennt, muß es ja nicht immer am Schüler liegen..So sollte man auch seine eigenen Methoden immer mal wieder hinterfragen..


Und unangenehme Schüler sind vielleicht die, die kein Deo benutzen... big_aergern ;))

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...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
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BeitragVerfasst: 19.10.2010, 05:50 
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Silje hat geschrieben:
unangenehme Schüler sind vielleicht die, die kein Deo benutzen... big_aergern ;))


Na, dann bin ich ja beruhigt - ich benutze immer Deo (und manchmal dusche ich auch noch..... )

Aber die Frage, resp. die Perspektive, ist interessant. Menschen habe ja verschiedene Fähigkeiten auch was das lernen betrifft.
Was bei einem sofort greift und trägt fruchtet beim andere nicht - und umgekehrt.
Welcher Rolle spielt z.B. Kritikfähigkeit? Vorkenntnisse? Musikalische Vorlieben?

Ich bin gespannt was hier noch kommt. big_herz

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Wenn alle so wären wie ich es sein sollte - dann wäre die Welt viel besser...
Alles Gute, Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit!
- Es grüsst der liebe Basss!


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BeitragVerfasst: 19.10.2010, 09:52 
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Eigentlich gibt es zu Silje nichts mehr hinzuzufügen. Aus meiner langjährigen Tätigkeit als Gesangspädagogin kann ich folgendes sagen:

Beim ersten Kontakt mit einem interessiertem Schüler ist es zunächst mal wichtig, was er überhaupt möchte, welche Ziele er hat, was er erwartet. Im Gespräch sieht man schon meistens, ob die Chemie stimmt, die zur Zusammenarbeit unbedingt gehört. Ist der Schüler bereit das anzunehmen was ich ihm vermitteln möchte, macht er seine Hausaufgaben so, dass man in der nächsten Stunde nicht von vorne anfängt, ist es ok. Der Schüler muss zeigen, dass es ihm ernst ist, fleißig sein, auch wenn die Schrittchen ganz klein sind und er auch manchmal meint nicht weiter zu kommen. ER MUSS FREUDE ZEIGEN AM SINGEN UND AM ARBEITEN.

wie Geduld ist das Wichtigste, was ein Lehrer haben muss, er muss die Fähigkeit haben jeden Schüler so zu unterrichten wie der es braucht, es versteht. Das ist eben von Schüler zu Schüler anders.

Es gibt keine unangenehmen Schüler, solche, die alles besser wissen als der Lehrer, sind schnell wieder weg. Gottseidank ist mir das erspart geblieben.

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BeitragVerfasst: 19.10.2010, 11:56 
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Liebe musika, liebe Silje,

dem kann ich nichts mehr hinzufügen, da ihr bereits alles angesprochen habt. big_denken :92

LG.

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Zwischen den Schwingungen der singenden Stimme und dem Pochen des vernehmenden Herzens liegt das Geheimnis des Gesangs.

Khalil Gibran, libanesischer Dichter, Philosoph und Maler (1883-1931)


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BeitragVerfasst: 19.10.2010, 12:08 
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Ich kann nur aus Sicht der Gesangsschülerin sprechen, könnte mir aber vorstellen, dass ein angenehmer Schüler auch der ist, der erst einmal offen für die Anweisungen und Ratschläge des Lehrers ist. Damit meine ich nicht, dass man alles wie ein liebes Schaf über sich ergehen lassen sollte - man sollte schon nachfragen, wenn einem etwas unklar ist, denn das bedeutet ja auch, dass man sich mit dem Unterricht und dem eigenen Gesang beschäftigt. Aber ich habe auch schon Schüler (oder eher Kursteilnehmer) erlebt (nicht bei Belcanto, nur um das klarzustellen), die sich gar nicht auf die Herangehensweise des Lehrers/ Dozenten einlassen wollten oder konnten. Das muss für den Lehrer nicht unbedingt unangenehm sein, aber doch sicher komplizierter. Wie geht ihr mit solchen Schülern um?

LG

Octaviane

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„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

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BeitragVerfasst: 20.10.2010, 07:17 
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Ich kenne ja nun auch nur die Sicht des Gesangschülers, und ich bin immer wieder erstaunt, wie bereitwillig ein Lehrer von sich selbst gibt. Und immer wieder erstaunt, wie bereitwillig sich ein Lehrer auf persönliche Befindlichkeiten einlässt. Das liegt vermutlich daran, dass es unmöglich ist, bei einer so persönlichen Sache wie dem Singen, ausschließlich auf der sachlichen Ebene zu lernen und zu lehren. Wie Octaviane schon schreibt, das "Einlassen" ist wohl der springende Punkt. Sich unterrichten lassen ist ein Vertrauenssprung.
Vermutlich ist das auch der Grund, warum die Suche nach dem richtigen Lehrer für viele so schwierig erscheint - man muss einen Freund finden, nicht nur einen Beibringer...

Ich kann mich erinnern an die Zeit, als ich noch in anderen Bereichen unterrichtet habe. Und ich war manchmal richtig gerührt, wenn ich gemerkt habe, dass das, was ich da gesagt habe, tatsächlich bei den Leuten ankam. Manchmal nach Monaten haben sie mich zu einer bestimmten Sache zitiert. Aber mich hat das auch erschreckt. Man unterschätzt oft das Gewicht, das gesagte Dinge im Unterricht haben. Andere gaben überhaupt kein Feedback, das hat mich immer etwas irritiert.



Grüße
Das Olympchen

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BeitragVerfasst: 20.10.2010, 09:35 
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Es ist nicht einfach für einen Schüler plötzlich Anweisungen zu bekommen und sie auszuführen. Singen ist Seele, der Körper muss sich total öffenen, der Schüler gibt sein Inneres nach außen. Manchmal spielen Emotionen eine große Rolle, je nachdem wie der Schüler gerade drauf ist. Sind es private Probleme oder Krankheiten, das alles spiegelt sich in dem Menschen in der Stimme wieder. Der Schüler muss aufgefangen werden und ist oft froh, mit seinem Gesangslehrer darüber zu reden.

Weißt du Octaviane, es gibt Menschen, die nehmen keine Lehre an, egal wer da vorne steht, sie wissen oft alles besser und trotzdem sind sie beim nächsten Mal wieder dabei, warum? Wie geht man damit um? Vielleicht kommt irgendwann mal der Zeitpunkt in dem dann der Dozent diese Sänger nicht mehr dozieren will, was ich sehr gut verstehe, denn seine Kraft und seine Nerven stundenlang zu strapazieren, sind irgendwann mal verbraucht. Andere Teilnehmer saugen auf was der Dozent ihnen vermittelt, sie hängen förmlich an seinen Lippen und versuchen alles umzusetzen, was ihnen gesagt wird. Das macht Spaß und der Dozent weiß, warum er davorne steht.

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