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 Betreff des Beitrags: Nochmal zur Literaturauswahl
BeitragVerfasst: 09.02.2006, 17:28 
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Hallo ihr,

da man ja allerorten Schauermädchen von Gesangsschülern hört, die in falsche Stimmfächer gedrängt wurden (was mir glücklicherweise erspart blieb, oder zumindest hat sich keiner grundlegend getäuscht) wollte ich fragen, wie streng ihr oder eure Lehrer mit der Auswahl der Literatur in Bezug auf das Stimmfach seid. Nehmt ihr dann nur explizit Literatur aus dem Fach oder macht ihr auch Ausflüge in andere Fächer und Stimmlagen?
Ich rede hier allerdings immer noch von "benachbarten" Dingen. Ich zum Beispiel singe derzeit größtenteils lyrisches Mezzo-Repertoire, mit dem ich mich auch am wohlsten fühle, mache aber dennoch Abstecher ins Alt-Repertoire (auch wenn mir das oftmals einen Tacken zu tief ist) oder ins tiefere (lyrische bis jugendlich-dramatische) Sopranrepertoire. Ich achte dabei schon darauf, dass meine Stimme nicht überanstrengt wird und würde mich weder an eine Königin der Nacht noch an eine Brünhilde wagen ;-)

Liebe Grüße

Octaviane


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BeitragVerfasst: 09.02.2006, 17:55 
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Da ich nicht weiss, in welches Stimmfach ich gehöre (falls es ein passendes gibt), hat sich mir die Frage noch nie wirklich gestellt..... ;-)

Ich denke, es kommt sehr darauf an
- wie weit man schon ist und
- ob man die Ausflüge nur "privat" macht.

Ausserdem ist es nochmal was anderes, wenn ein "Experte" auf das andere Fach drängt, als wenn man selber eher spielerisch seine Wohlfühlzone sucht. Ich kann mir vorstellen, dass das für angehende Berufssänger sehr schwierig wird, besonders wenn sich die Experten nicht einig sind. gesterne


Gruss
lucicare sonne


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BeitragVerfasst: 09.02.2006, 23:08 
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Die Geschichten vom falschen Stimmfach, was unmittelbar mit der ev. Auswahl ungeeigneter Literatur zu tun hat, sind leider durchaus wahr und oft verursacht dadurch, dass die Lehrkraft ihr Fach nicht versteht. Es ist ja bekannt, dass der Beruf Gesangslehrer nicht geschützt ist oder - anders wie z. B. manche Handwerke mit Meisterzulassung und Qualifikationsnachweis - einen iirgendwelche Zugangsbeschränkungen auf freier Wildbahn nicht unterliegt, obwohl der Diplomberuf ja existiert. Das zu wissen, wäre sinnvoll für unerfahrene Anfänger, aber dem ist oft nicht so. Man ist also nicht komplett davor gefeit, auf unqualifizierte Leute hereinzufallen. Das ist das eine.

Was aber andererseitsoft bei Schülern zu beobachten ist, ist ein völliger Ausfall jeglicher gedanklicher Eigenständigkeit und eine völlig kritiklose Hingabe, was dieselbe Person in anderen Lebens- oder Dienstleistungsbereichen (denn eine solche ist der Gesangsunterricht ja auch) vielleicht niemals an den Tag legen würde. Viele lassen sich alles Mögliche einreden bezüglich ihrer Stimmpotentiale, auch wenn der Hals schon wehtut, weil man offensichtlich überstrapaziert wird und auf den direkten Weg zur kaputten Stimme gerät.

Narürlich ist das Thema Singen hochgradig emotionsgeladen und trifft das Innerste der Seele, aber ich bin der Meinung, es kann nicht angehen, dass Schüler/Kunden das Hirn völlig ausschalten.

Ich denke, durch ernsthafte Selbstreflexion und Einschätzung dessen, was man verträgt, lässt es sich herausfinden, was einem in welchem Ausbildungsstand (nicht zu übersehender Faktor bei der Literaturauswahl) weiterbringt und die Stimme sinnvoll trainiert. Auch im Bereich Singen gilt, dass man nicht alles mit sich machen lassen darf.
Grüße,
dola


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BeitragVerfasst: 10.02.2006, 07:32 
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Möchte dola da zustimmen, aber auch hinzufügen, dass es eine ganze Zeit dauert, bis man als Sänger, gerade als Anfänger (und dazu zähle ich auch Gesangsstudenten am Anfang der Ausbildung noch), Eigenständigkeit entwickelt und ein sängerisches Selbstbewusstsein aufbaut. Es ist nicht so einfach, gegen eine anerkannte Koryphäe (die leider oft nur für das eigene Stimmfach gilt) anzureden, auch das müssen die meisten erst lernen. Traurig, aber wahr.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung noch zu gut und habe mir da auch viel zu viel reinreden lassen, was ich auch übelst bezahlt habe. Aber man ist es schon irgendwie selbst Schuld, wenn man sich zu viel gefallen lässt, ganz klar ...

Um zu Octavianes Ausgangsfrage zurückzukommen: Als ich noch schwerpünktmäßig Klassik gesungen habe, habe ich eigentlich immer in benachbarten Fächern "gewildert". Ich denke auch, dass es gar nicht geht ohne, denn die Stimme ist ja nun mal nichts, was sich in eine Schublade stecken lässt, ach wenn viele das glauben. Die einen passen vielleicht besser in eine, viele aber doch eher nicht, denke ich. Ein eindeutig leichter Sopran wird sich sicherlich weniger "umsehen" als ein hoher Mezzo, der vielleicht nicht mal nur zwischen zwei Fächern, sondern sogar zwischen zwei Lagen liegt. Strebt man eine Profikarriere an, sollte man sicher bemüht sein, "sein" Fach so gut es geht abzudecken. Ansonsten sehe ich das relativ gelassen.

Es gibt ja auch Stimmen, die passen wirklich in keine Schublade. Ich selbst z.B. gehöre da auch zu, weil meine Stimme eigentlich in keine der "vorgefertigten" Kategorien passt. Für einen echten lyrischen Mezzo bin ich von meiner Wohlfühllage her oft 1-2 Töne zu tief gelagert, für einen dramatischen fehlt mir die Durchschlagskraft. Für einen tiefen Alt habe ich nicht genug Tiefe, für einen dramatischen nicht genug Schmackes. Ich bin auch kein Alt, genausowenig allerdings ein Mezzo, der in eins der zwei Fächer passt. Ich wäre so der klassische "Kirchenalt", denn die meisten der Altpartien sind da eher was für tiefere Mezzi (natürlich nicht alle, aber für einen echten Alt liegt dann vieles wieder relativ hoch).
Eine Stimme ähnlich meiner wäre tendenziell auf Lied und Oratorium eingegrenzt, was ja auch reizvoll sein kann. Was aber, wenn man an die Oper WILL? Dumm gelaufen ...

Wenn ich Opernarien singe, suche ich mir halt das raus, was von der Tessitura gut liegt - und das können Alt-, Mezzo- und sogar Sopranarien sein. Es gibt Sopranarien, die gehen super, dann gibt es Mezzoarien, bei denen breche ich mir eins ab. Aber, wie gesagt: Bei mir macht es auch nix mehr, da ich weder noch sehr viel Klassik singe, noch vorhabe, jemals auf einer Operbühne zu stehen (nehmen würden die mich eh nicht, davon mal ab *lol* ).

LG, Epo


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BeitragVerfasst: 10.02.2006, 19:23 
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Hallo, Epo,
ich bin ja durchaus ein experimentierfreudiger Mensch, aber in diesem Punkt habe ich mich weitgehend zurückgehalten. Ich weiß einfach, dass ich in die Tiefe gehöre. Mein letzter Anlauf auf etwas höhere Mezzopartien Anfang 2005 ( z. B. Azucena) scheiterte erwartungsgemäß. Die Spitzentöne ab a`` kommen nicht auf Abruf und die ganze durchschnittliche Tessitur der Erzähling ist ziemlich sperrig. Auch Lieder höher zu nehmen, war nix, zu unbequem. Es haben einige Lehrer versucht, mich höher zu ziehen, weil die Spitzentöne, die ich gerade habe, auch gut sind (lt. Aussage), aber dagegen habe ich mich mit Recht auf Dauer gewehrt.
Natürlich habe ich auch aus Gaudi immer wieder mal für mich versucht, eine Sopranpartie - etwa auch dem Kirchenrepertoire - zu singen, aber es ist klar, dass ich mir da auf Dauer einen Wolf singen würde. (ist trotzdem lustig). Ich wildere eher mal bei den Tenören, das ist gesünder!!!
Grüße, und viel Spass weiterhin beim Ausscheren.
dola


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BeitragVerfasst: 10.02.2006, 21:30 
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Bei mir kommt das auch ein wenig auf die Tagesform an - manchmal ist mir der Orfeo ein ganz klein wenig zu tief, bzw. es fühlt sich an, als könne sich meine Stimme nicht richtig entfalten - ein anderes Mal wird meine Kehle beim Cherubino eng (was wahrscheinlich an der netten Übergangslage liegt. Ansonsten geht es mir ähnlich wie dir, Eponine, auch wenn meine Wohlfühllage wohl ein wenig höher liegt als deine. Da gibt es Mezzostücke, die sind furchtbar unbequem, während diverse Sopranstücke super laufen. Für mich ist nur wichtig, dass ich immer wieder in der Mittellage entspannen kann, dann darf das Stück auch ruhig einmal bis b'' gehen (höher traue ich mich in der Öffentlichkeit noch nicht). Ideal sind für mich derzeit z. B. (sieht man einmal von den Koloraturen ab :roll: ) die Rosina oder Sesto, da fließt die Stimme ohne jede Anstrengung. Bei Liedern ist das wieder unterschiedlich, aber meistens schmeichelt mir die mittlere Lage (so es sie gibt) am besten. (Im Oratorienbereich ist mein Repertoire noch etwas dürftig, aber da tendiere ich schon aufgrund des Stimmklanges zu den Altarien)

Es kommt ja auch darauf an, wie "schwer" oder "leicht", jetzt im Sinne von dramatisch bzw. lyrisch die Literatur ist. Vielleicht liegen die Schwierigkeiten, die ich manchmal mit dem Cherubino einfach daran, dass meine Stimme für die Partie zu groß ist (wobei ich immer noch nicht der Meinung bin, dass ich wirklich ins dramatische Fach tendiere, vielleicht bin ich doch einfach eine große (1,83m!) und schwere (kein Kommentar! :ruhe: ) Lyrische ;-)) Andererseits singe ich mich an zu "schweren" Partien auch gerne fest und lasse daher lieber die Finger davon. Naja, alles nicht so einfach, aber letzten Endes auch wurscht, da ich mir ja aussuchen kann, was ich singe und eigentlich ganz froh bin, dass ich so eine große Auswahl habe.

Liebe Grüße

Octaviane :grin:


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