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 Betreff des Beitrags: Literaturauswahl
BeitragVerfasst: 29.11.2005, 13:16 
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Hallo,

ich wollte euch mal fragen wie ihr das macht mit der Literaturauswahl. Also es gibt ja verschiedene Varianten.

Zum einen ihr wählt ein Lied was euch suuuuper gefällt, studiert es zuhause ein und nehmt es mit und euer G.leher/in arbeitet dann an diesem Stück mit euch. Egal ob das Stück für euch etwas ist oder bzw. noch im Ausbildungsstand nichts ist oder erst absolut nichts für euch ist. Er sagt sich, der Schüler wünscht es und Ruhe ist.......

Oder macht ihr es so, daß ihr die Literatur die euch gefällt dann mit in den Unterricht nehmt und zuerst anfragt, ob das etwas für euch ist oder schon ist und erst nach dessen Berurteilung ans einstudieren geht.

Hmm oder die letzte Variante die mir einfällt. Der G.lehrer sucht aus und ihr singt dessen Vorschlag.

Ach ja es ist mir vollkommen klar, daß ein Koloratursopran nicht zu Beginn seiner Ausbildung "Königin der Nacht" singt. Nein ich meine eher, daß es Literatur gibt, die ins Stimmfach passen aber noch zu früh ist. Bekommt ihr so etwas vom G.lehrer gesagt oder eher nicht.

Hmmm im Grunde könnte ich alle fragen und nicht nur die G. schüler, denn auch denjenigen die nicht mehr oder nicht mehr regelmäßig im Unterricht sind, wie entscheidet ihr denn die Literatur für euch. Klar ihr habt mehr Erfahrung als Schüler aber gibt es dort nicht auch mal die Frage, ob das Lied vom Timbre o.ä. gut rüberkommt, auch wenn man die Töne trifft und sich wohl fühlt. Oder gibt es sowas nicht.

So nun habe ich genug Fragen gestellt und ich hoffe ihr schüttelt nicht allzusehr den Kopf über diese.

Liebe Grüße
Chero


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BeitragVerfasst: 29.11.2005, 14:36 
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Hallo Chero

Ich gehöre zu jenen, die ihre Literatur gern selber suchen und dann in die Stunde bringen. Bisher hat mein GL noch nie die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen, ich bin aber auch vorsichtig bei der Auswahl. Meist sind wir dann beide überrascht, wieviel Arbeit man auch scheinbar einfach aussehenden Liedern widmen kann.... Wenn es "nur" für den Unterricht ist, darf ich auch mal etwas bringen, dem ich noch nicht gerecht werden kann, da liegt dann der Schwerpunkt eher auf der Technik und es wird nach einigen Versuchen wieder beiseite gelegt. Das mache ich aber sehr selten, denn ich finde mehr als genügend Literatur, die mich reizt und gut singbar ist.

Für einen Kurs oder Auftritt hole ich natürlich vorher das ok ein. Habe kürzlich erlebt, wie eine Kursteilnehmerin sich mit einem für sie total ungeeigneten Lied den andern Teilnehmern vorgestellt hat - da fragte ich mich die ganze Zeit, ob sie oder ihr Lehrer das ausgesucht hatte. Vor so etwas möchte ich gerne bewahrt werden.


Beste Grüsse
lucicare


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 29.11.2005, 14:41 
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lucicare hat geschrieben:
Hallo Chero


Habe kürzlich erlebt, wie eine Kursteilnehmerin sich mit einem für sie total ungeeigneten Lied den andern Teilnehmern vorgestellt hat - da fragte ich mich die ganze Zeit, ob sie oder ihr Lehrer das ausgesucht hatte. Vor so etwas möchte ich gerne bewahrt werden.

lucicare


Hallo Lucicare,
Wenn ein Schüler einen Kurs besuchen möchte, will ich vorher gefragt werden welche Art Kurs das ist. Ich selber halte nichts von Kursen bei denen in drei Tagen versucht wird eine Technik umzustellen. Die Schüler gehen verunsichert zu ihren Lehrern zurück und wundern sich, wenn dann etwas nicht mehr so klappt wie früher.
Ich lehne grundsätzlich Kurse dieser Art ab.

Es liegt viel an den Lehrern welche Literatur auch für die Kurse ausgesucht wird. Kaum ein Schüler geht mit einem Lied, dass er selber ausgesucht und sich beigebracht hat zu einem Kurs. Das Resultat hast du ja gesehen.

Liebe Grüsse

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Zuletzt geändert von musica am 30.11.2005, 00:14, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 29.11.2005, 14:54 
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Ja, mit einer so unsicheren Atemführung hätte mein Lehrer mir dringlich vom Kursbesuch abgeraten. Da wurde aber keine Technik gelehrt, es war ein Kammermusikkurs für Duos (Gesang/Klavier). Die Kursleiterin hat sie dann an den einfacheren der vorbereiteten Lieder weiterarbeiten lassen.

Gruss
lucicare


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BeitragVerfasst: 29.11.2005, 18:04 
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Hallo Ihr lieben,

bei meinem vorherigen Lehrer konnte ich mir aussuchen was ich singen will. Was dadurch geschehen ist, wisst ihr ja.

Bei meiner jetztigen geht das nicht. Ich darf gerne Vorschläge machen, wir singen es dann einmal durch und meistens schüttelt sie dann den Kopf und sagt: NOCH nicht. Ich habe dadurch gelernt mit vielen Dingen vorsichtig zu sein und geduldiger zu werden, zumal bei mir die Stimmumstellung und die Reparaturen der Fehler einen großen Zeitrahmen beanspruchen.

LG

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BeitragVerfasst: 29.11.2005, 23:45 
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Ach, mein lieber Rolando,

der Weg ist noch weit, aber bis zum Ziel werden wir viele wunderbare und doch auch lustige Stunden verbringen, gell? :P

LG

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Zwischen den Schwingungen der singenden Stimme und dem Pochen des vernehmenden Herzens liegt das Geheimnis des Gesangs.

Khalil Gibran, libanesischer Dichter, Philosoph und Maler (1883-1931)


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BeitragVerfasst: 30.11.2005, 11:32 
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Was die Literaturauswahl betrifft, überlasse ich die Auswahl immer sehr gerne meinen Lehrern. Erstens muss ich zu meiner Schande gestehen, bin ich gar nicht so bewandert was die Vielfalt an Literatur angeht und kenne daher vieles gar nicht. (Im Gegensatz z. B. zu Herodes, der diesbezüglich ein wandelndes Lexikon zu sein scheint ;-)
Zweitens kann ich selber sehr schlecht einschätzen was für mich machbar bzw. passend dem momentanen Entwicklungsstand ist und was nicht und ich halte überhaupt nichts davon, Dinge zu singen nur weil ich sie schön finde, aber für mich einfach nicht geeignet sind.

Ich habe schon ab und zu mal ein paar Vorschläge gemacht, und die wurden dann mit dem Lehrer beraten und entweder zugestimmt oder abgelehnt. Also im Alleingang entscheide ich sowas so gut wie nie.

Aber ich denke, irgendwann sollte man damit anfangen sich selber für Literatur einschätzen zu können....- und manchmal gelingt es mir auch schon.


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BeitragVerfasst: 30.11.2005, 12:08 
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Liebes Engelchen,

dein Gefühl für die Machbarkeit neuer Gesangstücke wird stärker mit der Zeit. Du sammelst ja auch immer mehr Erfahrung mit den Stücken, die du bearbeitest und tatsächlich aufführst. Dein Repertoire wird immer umfangreicher, dein Wissen um Komponisten auch. Irgendwann wirst du auch mutig werden und entscheiden können, was für dich aus deiner bereits gesammelten Erfahrung gut sein wird. Du schaust dir für dich fremde Stücke an, liest die Noten durch und kannst sofort erkennen, ob sie für dich machbar sind oder nicht!

Sei lieb gegrüßt! :wink:

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BeitragVerfasst: 30.11.2005, 18:54 
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Hallo, beinander,
ich muss zugeben, dass ich von Anfang an zum Thema Literatur ziemlich eigenwillig war und bin. Während der Zeit der ersten Gesangsstunden kannte ich allerdings noch nicht allzu viel aus Oper und Lied, eher mal aus Oratorien und Kirchenmusik , man war ja vorher ausprägter Rockfan und dachte, die Stimme reicht dazu auch ohne Ausbildung...hm, ja :roll:
ich habe aber parallel zu den Stunden immer recht viel angehört und durchaus nach Faszinationsprinzip ausgesucht (mache ich immer noch, ich glaube, das bleibt bei keinem aus). Die Gefahr, sich als neuling zu überschätzen, ist natürlich groß, aber ich finde auch, dass man an einer großen Partie, die man zuerst mal nicht aufführbar singen kann, seine Fortschritte durchaus messen kann. Ich arbeite an den großen Stücken zum Teil schon jahrelang und habe z.t. festgestellt, dass ich erst jetzt damit gestalten kann und lange vor nur ums Überleben gesungen habe, ohne dass da irgendetwas bühnenreif gewesen wäre.:x
Ich kann nur raten zum Mut, auch mal sich an etwas zu versuchen, was vielleicht noch zu schwer ist, aber den Lehrer in die Pflicht zu nehmen, genau zu überwachen, wie weit man gehen kann.
In den letzten Jahren studiere ich allerdings das meiste zweck- also auftrittsorientiert ein.
Liebe Grüße,
dola


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BeitragVerfasst: 30.11.2005, 19:00 
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Hallo Dola,

das ist durchaus richtig, was du schreibst. Man darf aber vor lauter Entzücken und Fortschritt des Stückes nicht in Selbstbeweihräucherung fallen und muss sich selber auch sagen können, ob dieses oder jenes schon bühenreif ist. Erst nach Jahren erkennt man wirklich, oh je, das habe ich damals schon singen wollen oder sogar schon gesungen? Ups, ja da kommt die Erkenntnis, leider oft zu spät.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 03.12.2005, 00:13 
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Liebe Musika,
über "bühnenreif" habe ich hier gar nicht so viel gesprochen, sondern darüber, immer wieder schwierige Stücke im Unterricht aufzugreifen und beim stimmlichen Aufbau damit dranzubleiben. da habe ichdie Erfahrung gemacht, dass bestimmte Stellen allmählich leichter werden und den Fortschritt festgstellt, auch dann, wenn es noch lange nicht öffentlich gesungen werden kann.
bezüglich eines Auftritts ist es m. E. schon ratsam, auf den lehrer zu höhen.
Grüße, dola


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BeitragVerfasst: 03.12.2005, 00:21 
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Hallo Dola,

da stimme ich dir voll zu.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 03.12.2005, 08:10 
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Darüber was bühnenreif ist und was nicht, gibt es allerdings bei verschiedenen Gesangslehrern sehr verschiedenen Ansichten. Ich finde das sehr schwieirg zu beurteilen, wenn ich z.B. als Schüler von verschiedenen Seiten verschiedene Meinungen höre.
Es hängt letztlich auch immer von dem Anspruch des jeweiligen Konzerts ab. Ein Stück, das in einem Gottesdienst "bühnenreif" ist, muss es in einem grossen Oratoriumskonzert noch lange nicht sein und das was man in dem einen Konzert mit Erfolg zur Aufführung bringt, ist für ein anderes vielleicht noch zu früh.
Meine allererste Lehrerin, bei der ich vier Jahre Unterricht hatte, hat mich von Königin der Nacht bis Tosca ALLES singen lassen und schon nach einem halben Jahr Unterricht mit einer Belcanto-Arie in einem Schülerkonzert auf die Bühne geschickt.Und das dazu noch ohne jedes technische Rüstzeug. Das macht sie weiterhin so mit ihren Schülern, obschon ich ihr diesbezüglich schon sehr klar meine Meinung gesagt habe, denn sie ist ansonsten eine wunderbare Frau und wir sind immer noch befreundet.
Wenn ich meinen eigenen Lehrern in dieser Hinsicht nicht mehr vertrauen kann, wem denn sonst????????
Inzwischen habe ich ganz andere Lehrerinnen und die haben angesichts dieser Literatur nur die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Ich kann von Glück sagen, dass ich stimmlich unter dieser Radikalmethode nicht gelitten habe, denn ich habe instinktiv all diese unpassenden Rollen mit leichter Randstimme gesungen und nie versucht künstlich "Dramatik" zu erzeugen, andernfalls wäre die Katastrophe wahrscheinlich komplett.
Ich würde mich nie mehr nur auf das Urteil einer einzigen Person verlassen, sondern eine zweite Lehrerin(ich habe in Deutschland noch alle paar Wochen Unterricht bei einer Koloratursopranistin) UND zusätzlich
meinen Korrepetitor fragen. Alle drei sind sehr kompetente (Hochschul-)Lehrer mit langjähriger Bühnentätigkeit.
Dennoch ist auch deren gemeinsame Zustimmung noch keine Garantie, dass jeder andere Gesangslehrer das genauso sehen muss. Was soll man als Schüler also tun? Ich weiss es wirklich nicht.......
Cantilene


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BeitragVerfasst: 03.12.2005, 10:23 
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Hallo Cantielen

ach das erleben ich immer wieder haarsträubend und ich kann meine Lehrerkollegen oft nicht verstehen. Wie du ja auch sicher weist, ist Roland das beste Beispiel. Er hat viele Jahre Zeit verloren und ist keinen Schritt weiter gekommen.Auch sein Lehrer hat ihn auf die Bühne geschickt, in die Öffentlichkeit, was vielleicht nur zum Hausgebrauch gereicht hätte. Ich kann hier offen darüber reden, weil es kein Geheimnis ist und Roland es selber heute so sieht und darüber frei spricht. Er sieht es als Warnung für alle Schüler, jedoch sie merken es nicht, da sie von ihren Lehrern noch in den Himmel gehoben werden. Wem soll ein armer Schüler denn glauben wenn nicht seinem Lehrer.
Auch bei anderen dir bekannten Schülern ist es so gegangen und sie sind heute froh, diesen Lehrern entronnen zu sein. Manchmal fiel die Trennung schwer und hat auch Tränen gekostet, heute sagt man, "wie konnte ich nur".
Wenn Schüler von ihren Lehrern, ihrer eigenen Stimme gemäß, ALLE Schüler so ausbildet, ob Alt ob Sopran, das Ergebnis erschreckend ist, selber aber eine super Stimme haben, dann verstehe ich die Welt nicht mehr.
Du hast mal gesagt Cantilene, dass es für dich unbedingt wichtig ist, dass Lehrer selber gut singen. Das ist aber nicht die Voraussetzung für guten Unterricht, deshalb kann doch die Technik stimmen.
Wichtig ist für einen guten Lehrer, Geduld, gute Technik, Bühnenerfahrung, pädagogische oft psychologische Fähigkeiten, gute Menschenkenntnis und die Fähigkeit das zu vermitteln, was der Schüler braucht.
Ich habe während meiner Ausbildung nie etwas von"Stimmlippen, Randstimmenfunktion" oder dergleichen gehört. Es hätte mich auch sehr verwirrt, der Schüler möchte Praxis haben ohne diese total zu hinterfragen. Die Vorstellung von diesen nur theoretisch verständlichen Wörtern und Dingen, hätten mich damals behindert.
Menschlichkeit "wie sag ich es verständlich, so dass es in die Tat umgesetzt werden kann" ist in meinen Augen viel wichtiger.
Ja, die Lehrerfrage wird ein ständiges Problem sein, war in der Vergangenheit so und ist auch heute noch so, wird auch so bleiben.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 03.12.2005, 19:15 
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Liebes Engelchen, da hast Du ein zu schmeichelhaftes Bild von meinen Literaturkenntnissen - für ein wandelndes Lexikon reicht das Wissen auf keinen Fall bei mir aus!
Was die Literaturauswahl betrifft, so hat mein erster Lehrer mir da sehr freie Hand gelassen, so daß ich eigentlich immer das studieren durfte, worauf ich Lust hatte. Das war aber mit Sicherheit nicht sehr gut für meine Stimme und Technik. Ich habe zwar schon darauf geschaut, einigermaßen in den Grenzen meines Faches zu bleiben (das sich im Nachhinein ja nicht als "mein" Fach herausgestellt hat), aber ich bin doch mit einiger Naivität an die Sachen herangegangen und habe nicht bedacht, daß man für Verdi vielleicht doch andere Voraussetzungen braucht als für ein lyrisches Mozartstück.
Bei meinen jetzigen Lehrern vertraue ich sehr auf ihre Auswahl - es ist jedesmal ein spannender Moment, wenn sie einem ein neues Stück auf das Notenpult legen - und meistens waren es Stücke, die ich noch nicht kannte - soviel zum Thema "wandelndes Lexikon" :wink: .
Bis jetzt war noch kein einziges Stück darunter, bei dem ich mich unwohl gefühlt hätte (oder anfängliche Schwierigkeiten sich nicht in recht kurzer Zeit hätten beheben lassen). Die große Linie ist dabei, die Anforderungen langsam und im Entwicklungstempo der Stimme anzuheben und bei einigen Stücken ganz leicht überfordert zu werden. Auch wird jedem Stück, das vorgetragen werden soll, genug Zeit gegeben, daß man sich darin endgültig wohlfühlt. Bis jetzt fühle ich mich sehr viel wohler dabei als in der Zeit, als ich ziemlich wild verschiedene Schwierigkeitsgrade durcheinander gesungen habe und zwischen Unter- und Überforderung gewechselt habe.
Mal sehen wie sich das Prinzip weiter entwickelt.
LG, Herodes


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BeitragVerfasst: 26.01.2006, 23:42 
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Hallo ihr,

zu Anfang hat eigentlich meine Gesangslehrerin die Stücke für mich ausgesucht. Meistens war die Wahl auch gut, nur einmal hat sie mir eine Arie gegeben, die doch wohl noch etwas zu schwer für mich war. Mittlerweile macht sie zwar noch Vorschläge, besonders vor den Schülerkonzerten (demnächst werden wir uns an das "Erbarme Dich" wagen), fragt mich aber auch, was ich singen möchte. Und meistens scheine ich mit meiner Auswahl auch nicht so daneben zu liegen, aber vielleicht kann ich langsam einfach einschätzen, was ich mir und meiner Stimme an Tessitur und Technik zumuten kann. Da ich mir augenblicklich auch nur noch Gesangsunterricht 2x im Monat leisten kann, suche eigentlich ich fast nur noch die Stücke aus, die ich erarbeiten will.

Liebe Grüße

Octaviane


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BeitragVerfasst: 27.01.2006, 00:52 
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Hallo Octaviane,

also bei mir war es bei meiner ersten G.lehrerin so, daß sie alle Stücke für mich ausgewählt hatte. Damals kannte ich es nicht anders und war auch froh darüber.

Nachdem ich den Lehrer und auch das Stimmfach gewechselt habe hat es sich auch mit der Literaturauswahl geändert. Klar wenn von mir keine Vorschläge kommen, dann wählt er die Stücke aus. Ist es jedoch so, daß ich für Konzerte bspw. hier für das Ensemble div. Stücke bereits mit Musika (auch meine G.leherin) abgestimmt habe, dann ist die letztendliche Entscheidung dann seine. Die beiden kennen sich persönlich und arbeiten Hand in Hand und stehen auch telefonisch desöfteren in Kontakt. Nur deshalb ist es für mich möglich mit zwei G.lehrern über eine so große Distanz (500 KM)zu arbeiten.

Bisher war er immer mit der Auswahl von Musika einverstanden. Das eine Stück hat er aber etwas nach hinten gestellt. Ich weiß aber auch, daß er Stücke ablehnen würde und an solche würde ich auch dann nicht rangehen.

Bei uns läuft es so, daß die Stücke zuerst ausgewählt werden und ich sie dann einstudiere. Zuerst sie ohne Absprache für mich einstudieren und dann mit ihm zu arbeiten würde ich zum jetzigen Ausbildungsstand nicht machen, ich wäre zu bang.

Liebe Grüße
Chero


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BeitragVerfasst: 27.01.2006, 11:16 
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Hallo Chero,

ich denke, dass meine Gesangslehrerin mir schon sagen würde, wenn ich mit einem vollkommen abstrusen Vorschlag ankäme, sie nimmt da eigentlich kein Blatt vor den Mund. Ohnehin ist sie ein sehr direkter Mensch, was ich aber schätze, dann weiß man wenigstens, woran man ist. Und man muss ihr zugute halten, dass kein Mensch (den ich kenne), ein "Das war Sche*****" charmanter sagt als sie ;-)

Bei mir ist es vielleicht auch ein wenig so, dass ich mir prinzipiell etwas zuwenig zutraue, und erst langsam mehr Vertrauen in mein Können entwickele. Das Stück, dass ich letztes Jahr auf gioachinos Workshop gesungen habe ("Parto, parto") war schon ein großes Wagnis für mich, aber ich bin froh, mich der Herausforderung gestellt zu haben :c0100:

Liebe Grüße

Octaviane


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BeitragVerfasst: 27.01.2006, 11:23 
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Hallo Octaviane,

wenn du das Parto parto gesungen hast bei Gioachino, dann kannst du singen, das muss ich schon sagen, denn die Koloraturen muss man können. Das zeigt eigentlich, das du keine Skrupel haben solltest dir Literatur auszuwählen, denn ich gehe davon aus, dass du das mit deiner Lehrerin abgesprochen hast.

Finde ich super

Liebe Grüsse
:pfeif: :welcome:

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BeitragVerfasst: 27.01.2006, 12:00 
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Liebe Octaviane, ich muss gestehen, dass mir die Sesto - Arie bis zu deinem Auftritt hier nicht geläufig war. Umso mehr asoziiere ich das Stück heute mit dir und deinem eindrucksvollen Einsatz, obwohl ich inzwischen die Kasarova live damit erlebt habe. E strano : Sesto = Octaviane ! Ciao. Gioachino


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