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BeitragVerfasst: 13.03.2009, 12:05 
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So, nun möchte ich auch hier mal eure Meinungen zu einem Thema hören, dass mich derzeit beschäftigt. Womit wir quasi schon beim Knackpunkt wären - würde mich nicht so viel beschäftigen, wäre vieles einfacher haushalt__005.gif

Je älter (und weiser?) ich werde, desto mehr reift in mir die Erkenntnis, dass ich beim Singen oft über viel zu viele Dinge nachdenke. Was war das früher doch einfach, als ich noch nichts von der Existenz von Foren wusste, in denen man über Gesangstechnik diskutiert ;) Von Stimmfächern hatte ich zwar gehört, bezog das aber nicht wirklich auf mich, sondern sang, was mir lag.

(Rückblickend kann man sich nun fragen, ob ich „schneller“ vorangekommen wäre, wenn ich nicht erst den Umweg über den Mezzo genommen hätte (wobei keiner meiner früheren Lehrer mich ausschließlich Mezzorepertoire hat singen lassen), aber wirklich beantworten wird man das eh nicht können und ich tendiere lieber dazu, die Sache positiv zu sehen und zu sagen, dass auch diese Arbeit mir definitiv was gebracht hat - z. B. eine brauchbare Mittellage. Und natürlich wäre es auch besser gewesen, wenn auch meine früheren Lehrer noch mehr auf technische Feinheiten geachtet hätten)

Dann aber traf ich auf gesang.de und das Drama nahm seinen Lauf. Gut, ich übertreibe ;) Plötzlich fing ich nämlich an, ernsthaft darüber nachzudenken, welches Stimmfach ich nun sein könnte (ihr wisst, dass ich bei diesem Thema gerne mitdiskutiere) und ob ich technisch beim Singen auch wirklich alles richtig mache.

Nun kann man das von zwei Seiten sehen. Natürlich muss man auch über seine Technik nachdenken, ist sie doch ein wichtiger Faktor dafür, dass einem die Stimme auch bei widrigen Umständen „gehorcht“. Ich möchte hier also keinesfalls ein Plädoyer für Singen ohne Technik halten! Aber irgendwann sollte doch die Technik so automatisiert sein, dass ich beim Singen eben nicht mehr darüber nachdenken muss.

Ein Beispiel:

Da wundere ich mich, dass meine Gräfin auf einer Aufnahme zu "gehemmt" klingt, obwohl ich beim Singen gar nicht das Gefühl hatte, eng zu werden. Aber wenn man (gar nicht mal immer bewusst) darüber nachdenkt:
Singe ich kopfig/randstimmig genug, oder benutz ich vielleicht doch zu viel Kraft?
Klinge ich lyrisch genug (=passt das zu Mozart) ?
Andererseits - verkleinere ich meine Stimme nun auch nicht künstlich?
Stütze ich genug/zu viel?
Was macht meine Zunge?
Ist das Vibrato angemessen?
Helle ich zu sehr auf/ dunkle ich ab?
Ach ja – die Haltung darf ich natürlich auch nicht vergessen... und interpretiert will die Arie ja auch irgendwo sein.

… kann das mit dem freien Singen ja nichts werden. Oder: auch meine Multitaskingfähigkeit hat ihre Grenzen.

Jetzt frage ich mich doch, ob es nicht doch besser ist, sich erstmal von all diesem theoretischen Ballast wieder frei zu machen (leichter gesagt als getan) und mich auf ein, zwei Eckpunkte zu konzentrieren (als da wären Haltung und Atem/Stütze). Denn ich habe das Gefühl, wenn diese Bereiche erstmal stimmen, reguliert sich vieles auch von selbst.

Ich freue mich auf eure Erfahrungen und Meinungen

LG

Octaviane

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„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

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BeitragVerfasst: 13.03.2009, 23:17 
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hallo,

also eins der ersten dinge, die ich meinen schülern sage, ist daß denken beim singen verboten ist.

darauf zu achten, daß sie alles richtig machen, ist ja meine aufgabe und zuhause sollen sie am anfang immer nur ganz kurze sachen machen (nach den stimmübungen nur 1 kurze strophe vom übungslied)und die dann 3-4 x singen und jedes mal auf etwas anderes achten, weil man dabei lockerer bleiben kann als wenn man alles gleichzeitig richtig machen will.

haltung und atmung werden am anfang so intensiv trainiert (bei der geringsten abweichung werden sie ungespitzt in den boden gerammt :n137: :n165: :n34: :n55: ), daß es schon nach rel. kurzer zeit automatisiert ist und nicht mehr beachtet werden muß.

und die anderen sachen werden dann so nach und nach genauso bearbeitet. irgendwann hat dann jeder eigentlich nur noch einen punkt, den er beim singen irgendwie im auge behalten muß. aber halt so nebenbei. hauptsächlich kann man sich dann auf die "story" konzentrieren, die man da erzählt.

und wenn mal etwas technisches doch nicht so ganz gut ist, merkt es der gl oder der rep und sagt es einem und man nimmt sich die stelle noch mal vor. und beim allein üben merkt man es entweder selbst oder man nimmt sich auf und hört es dann auf der aufnahme und nimmt sich die stelle dann noch mal vor.

und manchmal ist es einem völlig egal, weil man einfach nur mal singen will, weil es spaß macht. :n182:

lg
kaja


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BeitragVerfasst: 14.03.2009, 00:22 
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Hallo octaviane,
ohne jetzt auf Einzelheiten einzugehen:
Es gibt immer Phasen im gesanglichen Lebenslauf so, wie auch im allgemeinen Leben.
Es gibt Phasen mit theoretischen Schwerpunkten und Erfahrungen mit praktischen Umsetzungen.
Unabhängig von Schemen und Klischees, singe doch einfach mal, wie dir der Schnabel gewachsen ist. Mache dich frei vom Schubladendenken und entfalte dich ohne Zwang.
Gerade im Bereich Liedgesang gibt es ja die Chance in mehreren Lagen zu experimentieren - suche dir die Lage aus, wo du dich am wohlsten fühlst und arbeite dich dann weiter vor.

LG rugero


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BeitragVerfasst: 14.03.2009, 10:28 
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Hallo ihr

so, ohne eure Postings gestern noch gelesen zu haben, habe ich gestern dann nach einer Phase konzentrierten Übens (als Vorbereitung auf anstehende Konzerte) mal so gesungen ,"wie mir der Schnabel gewachsen ist" - und hatte wirklich mal wieder so richtig Spaß am Singen (und musste mich gar zwingen, irgendwann dann mal aufzuhören, ich hätt ja stundenlang noch so weitermachen können).
So kann es gerne weitergehen :n171:

LG

Octaviane

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