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 Betreff des Beitrags: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 26.04.2009, 17:29 
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Hallo, ich bin der Tommy und bin neu in diesem Forum und habe Fragen, die ich bereits in anderen Foren gestellt hatte, aber wohl nicht verstanden wurde.

Seit meinem 10. Lebensjahr spiele ich Schlagzeug später Gitarre & Bass und Keyboards.
Ich hatte schon in mehreren Bands gespielt. Mittlerweile bin ich fast 50.
Weil ich mich auf Bandmitglieder nicht verlassen konnte, hatte ich mich vor einigen Jahren entschlossen, selbst die ganze Musik zu spielen und ein kleines Studio aufgebaut. Um nicht Singen zu müssen, hatte ich von Rock auf Keyboard und Synthesizermusik gewechselt. Dann kam nach und nach die Rockseele wieder zum Vorschein.

Zunächst: Ich singe gern.
Schon als Kind hatte ich gemerkt, dass mir meine Stimme nicht gefällt. Egal ob ich hoch oder tief singe: da gibt es irgendetwas in der Stimme, was mich sehr stört. Seit gestern habe ich ein neues Studiogerät, was ich so als letzte Chance ansah endlich kaufen können. Es ist auch gar nicht billig und für Stimmenmanipulation geeignet. Ich habe gestern voller Freude einfach darauf los gesungen und habe danach fast die ganze Nacht nicht geschlafen und ich bin kurz vorm heulen.
Ich hasse meine Stimme. Es hört sich schlimm an, wenn ich das sage, aber es gibt keine Musikrichtung – noch nicht mal ein Kinderlied wo meine Stimme hinpasst.
Mit technischen Tricks ist da nichts mehr zu machen. Die meisten Studiotechniken sind mir eh bekannt. Ich habe nun mein ganzes Schaffen in Frage gestellt und müsste alles wieder verkaufen.

Nun möchte ich wissen, welche Chancen ich noch habe?

Jetzt stellt sich die Frage: Es gibt genug Gesangslehrer die meinen, dass man das Problem mit einigen Gesangsstunden in den Griff bekommen könnte. Gibt es denn irgendwo eine professionelle Hilfe, wo mir gesagt werden kann, was der Fehler bei meiner Stimme ist?
Es ist so, als wenn eine Frau wie ein Mann singen möchte. Das ist das Problem, dass ich es nicht genau beschreiben kann.

Was kann ich also tun?

Vielen Dank und Gruss
Tommy


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 26.04.2009, 17:43 
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Hallo Thommy,

erst mal herzlich Willkommen hier im Forum.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber singen kann jeder, es muss nicht professionell sein.
Hast du deine Stimme schon mal testen lassen? Ich würde an deiner Stelle mal einem Gesangslehrer vorsingen, der kann dir genau sagen was mit deiner Stimme los ist.
Nicht die Flinte ins Korn werfen, versuche es und dann weißt du mehr.
Wenn du wirklich gut singen möchtest, kommst du an einem Gesangslehrer nicht vorbei. Es braucht viel Geduld, mit einigen Stunden ist es nicht getan, viel Übung gehört dazu.

Vielleicht versuchtst du es an einer Musikschule, die auch Gesang unterrichten, in jeder Stadt gibt ess auch freiberufliche Gesangslehrer.
Ich wünsche dir viel Erfolg.

big_bye

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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 26.04.2009, 17:47 
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Vielen Dank für die Antwort.

Habe ich es richtig verstanden, dass man aus wirklich JEDER Stimme etwas machen kann?

Grüsse Tommy


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 26.04.2009, 18:48 
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Man kann sicher nicht aus jeder Stimme einen Opernstar machen, doch mit viel Übung, Technik, Fleiß und Geduld, kann jeder seine Stimme verbessern.

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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 19.05.2009, 12:46 
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Hallo Thommy,

auch von mir ein herzliches Willkommen hier im Forum! :welcome:

Was Du geschrieben hast, das hätte bis vor ca. 2 1/2 Jahren genau so auch von mir geschrieben sein können, denn ich hatte (und habe es in abgeschwächter Form immer noch) genau das selbe Problem, meine Stimme absolut nicht zu mögen - erst recht nachdem ich sie verschiedentlich mal aufgenommen hatte (Sprech- und Singstimme). Und genau deshalb hatte ich immer gedacht, Gesangsunterricht sei unter solchen Gegebenheiten überhaupt nicht möglich. Auf diese Weise sind über 20 Jahre vergangen bis ich es dann doch mal probiert habe.

Nun, es gibt Gesangslehrer(innen) genug die in der Tat voraus setzen dass man seine Stimme mag und die es überhaupt nicht verstehen können dass man singen lernen will, obwohl man sich selbst einfach nicht zuhören kann. big_lala

Du solltest Dir also einen Lehrer suchen der zumindest Verständnis für Dein Problem hat. Noch besser ist jemand der kein Gesanglehrer "pur" ist sondern sich auch mit Yoga, Feldenkrais oder ähnlichem auskennt. Die meisten Gesanglehrer verstehen nämlich eine ganze Menge von der Stimme selbst, fühlen sich aber für den ganzen restlichen Menschen schlichtweg nicht zuständig.

Vielleicht liegt die Lösung Deines Problems aber ganz einfach auch darin, es für Dich selbst als völlig normal zu akzeptieren dass Du nicht die selbe Beziehung zu Deiner Stimme hast wie andere singende Menschen. (Ist leichter gesagt als getan, ich weiß es nur allzu gut! Aber glaube mir, das gelingt auch Leuten wie uns im Laufe der Zeit - im Laufe von viel Zeit.) Mein GL hat mir ca. tausend Mal gesagt, es sei völlig egal wie es sich für mich selbst anhört, wichtig sei nur dass ich überhaupt singe, und in der Gesangstunde dürfe alles passieren, nur nicht dass ich selber sage dass es sich scheiße anhört.

Ich drücke Dir alle Daumen und wünsche Dir viel Glück bei Deiner GL-Suche! :n151:

Liebe Grüße
AK-Kontraalt

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 19.05.2009, 14:20 
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Danke, für die netten und interessanten Zeilen.
leider ist es so gekommen, wie befürchtet. Ich habe ein Großteil meines Equipments verkauft um das singen zu umgehen. Hat in meinem Alter trotzdem noch viel Tränen gegeben. Ich bin jetzt wieder im Musikbereich, wo das Singen nicht mehr notwendig ist. Ich selber für mich singe gern – ich höre mich selbst nicht so, wie es bei Aufnahmen der Fall ist.

Schade, dass die Gesangsstunden auch so teuer für mich sind. Ich beneide die Menschen, die eine schöne und angenehme Stimme haben.

Grus Tom


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 19.05.2009, 16:21 
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von natur aus hat eigentlich jeder mensch eine angenehme stimme. wenn sie irgendwann nicht mehr so klingt, liegt es fast immer an einer falschen technik sowohl beim sprechen als auch beim singen und das kann man ändern. in einigen wenigen fällen hat es organische gründe (mißbildungen, krankheiten etc.) , das kann dann ein phoniater feststellen.
bei mir haben auch schon leute angefangen, deren stimme erst mal alles andere als schön klang. wenn sie das wirklich ändern wollten und gut mitgearbeitet und zuhause geübt haben, änderte sich das nach einiger zeit. bei manchen klang die stimme dann normal und angenehm, bei manchen sogar ausgesprochen schön.

lg
kaja


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 19.05.2009, 19:23 
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Hallo,
den Frust als Anfänger kenne ich zur Genüge und ich habe auch immer viele Fragen was meine eigene Stimme angeht.
Bei mir ist es etwas anders als bei Tommy. Ich habe etwa im Alter von 10-14 in einem sehr guten Kinderchor im Rahmen der Frühförderung gesungen, bzw. singen müssen. Später habe ich dann Musik studiert mit allem was dazu gehört. Jetzt nehme ich seit einiger Zeit Gesangsunterricht und bin auch teilweise echt frustriert. Ich übe täglich und gründlich, befolge die Anweisungen meiner Lehrerin, aber irgendwie stellt sich nicht der von mir erwüschte Erfolg ein. Meine Lehrerin meint zwar ich hätte eine gesunde schöne Stimme mit einem schönen Timbre und meine Stimme und Technik würde von Stunde zu Stunde besser, aber.... Klar höre ich auf den Aufnahmen die deutliche Verbesserung, aber.... Ich stelle mir manchmal dann auch die Frage ob es überhaupt Sinn macht zu Üben und Gesangsunterricht zu nehmen, der Verstand sagt ja, das Gefühl ist stark am Zweifeln.
Wie lange dauert es denn so im Schnitt bis ein durchschnittlicher "Nebenfächler" gut singt?
Gibt es irgendwelche Tricks um schneller vorwärts zu kommen?
Wie lange hat es denn bei Euch gebraucht bis ihr mit Eurer Stimme zufrieden wart?
Will ich vielleicht zu viel auf einmal?
L.G. Chrissi


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 19.05.2009, 21:21 
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hallo,

was ist bei dir "einige zeit"? ein paar monate oder schon mehr als 1 jahr oder...?
was verstehst du unter gut singen? bühnenreif oder alle töne richtig und der klang so, daß es die meisten leute gut finden oder oder oder

selbst bei berühmten opersängern gibt es sehr unterschiedliche ansichten darüber, ob sie gut singen.

singen lernen bis es gut ist, dauert bei dem einen 5 monate (eine richtung u-musik bis zu dem punkt, wo es so viele leute gut finden, daß derjenige für die auftritte rel. viel geld bekommt und es sogar leute gut finden, die diese musikrichtung eigentlich nicht gut finden) bis zu 5-10 jahre bei opernsängern (in manchen fällen auch länger, wenn jemand an der mhs schlechte gl hat). 5 jahre ist aber eher die ausnahme, meist dauert es wesentlich länger, wenn man den gesamten gu bis zur mhs mitrechnet. hier an der städt. musikschule fangen die meisten schon mit 14 oder15 an, sich auf die mhs vorzubereiten.

das einzig wichtige ist, daß man fortschritte macht und sich beim singen stimmlich und auch sonst wohlfühlt. und geduldig bleibt, weil man sich mit zuviel ehrgeiz und ungeduld auch so blockieren kann, daß man sehr viel länger braucht als es eigentlich erforderlich gewesen wäre.

ob man selbst mit sich zufrieden ist, ist sehr unterschiedlich. es gab mal eine berühmte opernsängerin, die sagte als sie schon sehr alt war: jetzt wo ich endlich singen kann, bin ich zu alt.
domingo sang schon eine ganze weile in der oper und war immer noch so wenig zufrieden, daß er mit hilfe seiner frau und eines kollegen noch mal längere zeit ganz intensiv an seiner technik gearbeitet hat (hat sich ja auch gelohnt. er ist jetzt weit im rentenalter und singt immer noch gut).
andererseits gibt es auch leute, die schon sehr früh zufrieden sind (die singen dann oft auch so big_lala ).

solang man selbst nicht zufrieden ist, macht man fortschritte, vorausgesetzt, man ist nicht zu selbstkritisch.

am besten ist es, wenn man so singt, daß es einem selbst spaß macht und die anderen (publikum, gl, rep usw.) es gut finden. das erspart einem viel frust und wenn man dabei das macht, was der gl sagt (vorausgesetzt, er ist gut), kommt man auch gut voran.

schneller voran kommt man mit einem guten gl, genug gu , viel üben (aber nicht zuviel auf einmal) und viel geduld.

lg
kaja


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 19.05.2009, 22:21 
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kaja hat geschrieben:
hallo,

was ist bei dir "einige zeit"? ein paar monate oder schon mehr als 1 jahr oder...?
was verstehst du unter gut singen? bühnenreif oder alle töne richtig und der klang so, daß es die meisten leute gut finden oder oder oder

am besten ist es, wenn man so singt, daß es einem selbst spaß macht und die anderen (publikum, gl, rep usw.) es gut finden. das erspart einem viel frust und wenn man dabei das macht, was der gl sagt (vorausgesetzt, er ist gut), kommt man auch gut voran.

schneller voran kommt man mit einem guten gl, genug gu , viel üben (aber nicht zuviel auf einmal) und viel geduld.

lg
kaja

Hallo Kaja,
Danke für Deine Antwort.

"Einige Zeit" ist bei mir jetzt fast 1/2 Jahr.
Töne treffen und einen Klang zu produzieren der anderen gefällt ist für mich nicht das Problem. Ich kann, wenn ich keinen Text, sondern nur auf Tonnamen oder Silben singe, fast alles sehr sauber vom Blatt absingen, da ich ziemlich absolut höre. Auch die stilgerechte Interpretation ist nicht das Problem, wobei ich leider noch nicht mit Vibrato singen kann.
"bühnenreif" trifft meine Vorstellung von gut Singen ziemlich genau... und zwar bühnenreif egal wann und in welcher Verfassung...
Was mich konkret stört ist, dass ich mich nicht auf meine Stimme verlassen kann. D.h. mal klingt es ziemlich gut, ein anderes Mal bricht die Stimme weg und andere Gemeinheiten. Oder die Töne über`m e" klingen viel zu kopfig oder gequetscht, obwohl meine Lehrerin behauptet ich wäre ein Sopran.
kaja hat geschrieben:
schneller voran kommt man mit einem guten gl, genug gu , viel üben (aber nicht zuviel auf einmal) und viel geduld.

Bis auf die Geduld ist bei mir was den Unterricht und das Üben angeht alles bestens.
Das mit dem zu viel Üben habe ich auch schon leidvoll erfahren. Gestern war meine Stimme zeitweise weg, aber nach zwei Stunden ist das kein Wunder. Heute ist sie auch wieder völlig in Ordnung.
L.G.
Chrissi


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 19.05.2009, 22:56 
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nach 5-6 monaten ist es noch völlig normal, daß vieles noch nicht so gut geht bzw. mal gut geht und mal nicht.
solang du weiter fortschritte machst, brauchst du eigentlich nur mehr geduld.

das vibrato kommt normalerweise sehr schnell, wenn man einfache lieder stimmtechnisch richtig und legato singt. darauf kann man dann aufbauen. bei mir singen eigentlich alle schüler von anfang an mit vibrato, allerdings längere zeit erst mal nur einfache lieder ohne hohe töne. die kommen erst, wenn die stimmtechnik besser ist. ausnahme sind unbegabte und unmusikalische schüler, da dauert alles länger.

als anfänger sollte man eigentlich allein nicht länger als eine halbe stunde üben. das kann man aber 2-3x pro tag machen, wenn man schnell vorankommen will. solang man aber stimmtechnisch noch viel falsch macht, ist viel üben eher kontraproduktiv. da nutzt man die zeit besser, um sich lieder und arien auf dem klavier vorzuklimpern und sich schon mal (ohne zu singen) text und melodie einzuprägen und um sich gute sängerinnen anzuhören und anzuschauen (wenn sie live singen), weil man auch beim hinhören und hinsehen viel lernen kann.

lg
kaja


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 20.05.2009, 09:01 
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Liebe Chrissie,

zurückblickend kann ich ja jetzt furchtbar weise tun und dir raten, Dich in Geduld zu üben (und das aus meiner Feder, äh Tastatur *g*). Das wird schon - und ein halbes Jahr ist ja nun wahrlich keine lange Zeit.

Aber ich kann, glaube ich, nachvollziehen, wie Du Dich fühlst. Am Anfang schwankt die Leistung halt noch stark, weil sich die Technik ja logischerweise noch nicht gefestigt hat und schlechte Tage können einen dann echt frustrieren. Aber glaub mir, wenn sich die Technik erstmal stabilisiert hat, dann kann man sich auch (fast) immer auf seine Stimme verlassen. Schlechte Tage hat natürlich jeder mal, auch der tollste Profisänger.

Und das mit der Höhe - mit der stand ich auch mal total auf Kriegsfuß - heute liebe ich sie :92 (okay, ich muss nicht dauernd "da oben" rumzwitschern, aber im Vergleich zu damals fühle ich mich in der hohen/höheren Lage doch pudelwohl). Ist auch eine Sache der Technik und des Vertrauens - dass wiederum mit der Technik zusammenhängt ;-)

Wenn Du Dich ansonsten im GU wohlfühlst würde ich Deiner GL auch erstmal vertrauen, wenn sie sagt, Du bist Sopran, auch wenn die Höhe noch nicht so gut läuft. Ich dachte früher ja auch, ich wär Mezzo, weil ich mit der Höhe Probleme hatte. Aber so Schritt für Schritt habe ich da meine Angst abgebaut und arbeite mich Stückchen für Stückchen, Halbton für Halbton höher .... und habe gelernt, dass es rein gar nichts hilft, da irgendwas künstlich beschleunigen zu wollen.

Und letztendlich finde ich es auch nach über 10 Jahren spannend, dass sich die Stimme immer noch weiter entwickelt und man immer noch was lernen und verbessern kann.

Liebe Grüße

Octaviane

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„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 20.05.2009, 09:22 
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dieser Thematik kommt mir doch so was von bekannt vor, hätte auch ich (immer noch) schreiben können.

Wer mich kennt weiß ja dass auch ich, Jahrgang 1962, im Sachen Gesang immer noch ziemlich am Anfang stehe..... :n66:

Gleiches Problem: Ich kann meine eigene Stimme (auf Aufnahmen) auch nicht hören.
Es ist nicht "meine Stimme" was ich da höre, die Stimme die ich (im Kopf) höre während dem ich singe ist eine gaaaaanz andere als die welche von der Aufnahme erklingt......... big_lala
Ich denke; "Dass kann doch kein Mensch mögen, es klingt doch schrecklich"!
Und doch kriege ich, immer wieder, Rückmeldungen: "du hast eine schöne und angenehme Stimme, mach nur weiter etc.".

Klar, am Anfang denkt man vielleicht: "die wollen dich aufmuntern, wollen Nett sein". Mittlerweile habe ich aber einen Punkt erreicht wo ich denke: "Wenn es mir so viele sagen dann wohl weil sie es anders empfinden wie ich".

Ich versuche mich jetzt an den Klang meiner Stimme zu gewöhnen, mich damit anzufreunden! Gelassen zu sein und diejenige zu vertrauen die mich wertvolle Tips geben und im Sachen Gesang fördern (und fordern!). Und ich spüre selbst wie ich Fortschritte mache.
Es ist immer noch nicht ganz Gut, aber ich habe Fortschritte gemacht - und ich mache weiter!

Ich drücke euch die Daumen dass ihr euch, mit der Zeit, mit eure Stimmen anfreunden könntet. Nur Mut - und gelassen bleiben! big_knuddel

_________________
Wenn alle so wären wie ich es sein sollte - dann wäre die Welt viel besser...
Alles Gute, Gesundheit, Erfolg und Zufriedenheit!
- Es grüsst der liebe Basss!


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 20.05.2009, 09:26 
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Zitat von kaja: "das vibrato kommt normalerweise sehr schnell, wenn man einfache lieder stimmtechnisch richtig und legato singt ... bei mir singen eigentlich alle schüler von anfang an mit vibrato..."

Holla, Kaja, zauberst Du? Ich habe noch nie einen Anfänger mit Vibrato singen gehört, weder in den Schülerkonzerten meines GL noch sonst irgendwo, und ich selbst habe es auch nicht (und werde es laut Aussage meines GL auch nie bekommen). Wie kommt es dass mindestens 90 % aller Laienchorsänger auch nach jahrzehntelangem Singen kein Vibrato haben, singen die denn alle stimmtechnisch falsch??? :grübel

Viele Grüße
AK-Kontraalt

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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 20.05.2009, 09:57 
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Zu diesem Thread fällt mir eine schöne Geschichte ein, die man sich von einem Kirchenlehrer (Augustinus? Hab leider vergessen, wer) erzählt:

Er hat nämlich mal beobachtet, wie ein Schmetterling gerade schlüpfen wollte und wie sich dieser dabei abgemüht hat. Also hat er ihm geholfen und ihn aus dem Kokon gezogen. Der Schmetterling saß dann erst einmal etwas belämmert in der Sonne herum. Nur: als er wegfliegen wollte, ging das nicht. Er konnte nicht fliegen: Er hatte nicht die Zeit gehabt, seine Flügel zu entfalten. Sie waren so verkrumpelt getrocknet und erhärtet, wie sie waren, als er aus dem Kokon gezogen wurde.

Moral: Entwicklung und Wachstum brauchen ihre Zeit. Sie lassen sich nicht beschleunigen. Auch Blumen blühen nicht schneller, wenn man am Stengel zieht. Es könnte dann allerdings sein, daß sie nicht mehr alleine ohne Stütze stehen können…

Und damit zurück auf die Erde: Der statistisch häufigste Grund für den Abbruch der Ausbildung von erwachsenen Musikschülern sind Frustration wegen zu hoch angesetzter Erwartungen an sich selbst. Ungeduld.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 20.05.2009, 10:06 
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Zitat:
Wie kommt es dass mindestens 90 % aller Laienchorsänger auch nach jahrzehntelangem Singen kein Vibrato haben, singen die denn alle stimmtechnisch falsch???


Hi, AK-Kontraalt!

Ich weiß nicht wie alt Du bist, aber in meiner Kindheit haben 100% aller alten Frauen in der Kirche Vibrato gesungen. Und wie! Die waren damals vermutlich stimmtechnisch besser drauf! Ich habe auch eine alte Schallpalttenaufnahme aus den späten 50ern von so einem Dorf-Kirchenchor . Da singen ALLE Frauen so! Uuaaahh!!

Hihi! big_hihi


(ok: nicht ganz ernst gemeint...)

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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 20.05.2009, 10:21 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Zitat von kaja: "das vibrato kommt normalerweise sehr schnell, wenn man einfache lieder stimmtechnisch richtig und legato singt ... bei mir singen eigentlich alle schüler von anfang an mit vibrato..."

Holla, Kaja, zauberst Du? Ich habe noch nie einen Anfänger mit Vibrato singen gehört, weder in den Schülerkonzerten meines GL noch sonst irgendwo, und ich selbst habe es auch nicht (und werde es laut Aussage meines GL auch nie bekommen). Wie kommt es dass mindestens 90 % aller Laienchorsänger auch nach jahrzehntelangem Singen kein Vibrato haben, singen die denn alle stimmtechnisch falsch??? :grübel

Viele Grüße
AK-Kontraalt


Bin zwar nicht kaja, antworte aber trotzdem mal ...

soweit ich mich erinnern kann, hab ich auch von Anfang an mit Vibrato gesungen oder es hat sich zumindest sehr schnell eingestellt, ohne dass ich da irgendwie groß was für tun musste. Und ich glaube nicht, dass ich da sooo ne große Ausnahme bin.

Völlig ohne Vibrato zu singen kommt mir persönlich aber auch nicht gut vor, wenn ich ehrlich sein soll. Genau so wenig, wie ein zu weit ausschlagendes Vibrato. Eine frei schwingende Stimme ist für mich das Ideal, wie groß oder klein das Vibrato dann ist hängt a) vom Stimmtyp und b) vom Stil des gesungenen Stückes ab - Verdi verträgt in der Regel mehr Vibrato als Monteverdi.

Um das hier mal klar zu stellen: Ein (gesundes, wohl gemerkt!) Vibrato ist nichts Verwerfliches - mE auch nicht in der Kirchenmusik. Auch wenn es da auch nach meinem Stilempfinden weniger stark ausfallen darf oder sollte als in der Oper.


Liebe Grüße

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 20.05.2009, 19:33 
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kaja hat geschrieben:
das vibrato kommt normalerweise sehr schnell, wenn man einfache lieder stimmtechnisch richtig und legato singt. darauf kann man dann aufbauen. bei mir singen eigentlich alle schüler von anfang an mit vibrato, allerdings längere zeit erst mal nur einfache lieder ohne hohe töne. die kommen erst, wenn die stimmtechnik besser ist. ausnahme sind unbegabte und unmusikalische schüler, da dauert alles länger.

Dann bin ich wohl für`s Singen unbegabt und meine GL bildet sich meine Begabung nur ein. big_cry
Oder ich singe doch mit Vibrato und merke es nicht, was ich nicht glaube, dann müsste mein Vibrato schon seeeeehr dezent sein. Unmusikalisch bin ich ganz sicher nicht, dann hätte ich nicht mit 12 Jahren die Aufnahmeprüfung bestanden...

@alle
Danke für Eure aufmunternden Worte. Geduld habe ich leider nur sehr wenig.
@Bass
Auf den Aufnahmen ist meine Stimme meist recht schön. Ich finde sie beim Singen ziemlich schrecklich.

Ich finde es auch total nervig, dass ich während dem Singen kaum einschätzen kann wie sich mein Singen für den Zuhörer anhört. Manchmal kriege ich in der Gesangsstunde eine "Krise" weil sich alles so fürchterlich anhört und meine GL lobt wie gut es doch war. Später auf der Aufnahme höre ich dann was sie Gutes gehört hat, aber in dem Moment kann ich es ihr nicht glauben. Ich habe ihr sogar schon gesagt sie müsse mich nicht anlügen wenn etwas katastrophal war, denn ich könne die Wahrheit ganz gut vertragen... "schäm" Gott sei Dank ist sie nicht nachtragend und hat gute Nerven...
Jetzt habe ich mir vorgenommen bis zu den Sommerferien einfach mal alles zu glauben was meine GL sagt und weiter fleißig zu üben. Wenn sie sagt etwas war gut, dann war es eben gut usw. Vielleicht hilft es ja.

L.G.
Chrissi


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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 20.05.2009, 20:35 
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Liebe Chrissie,

lass dich mal nicht bange machen. Wenn es mal was länger dauert (und ich wiederhole mich - 6 Monate sind echt keine lange Zeit) muss nicht Unbegabtheit dahinter stecken, sondern bei manchen Stimmen dauert das halt länger. Punkt. Die sind deswegen nicht unbegabter als andere. Und wer weiß - vielleicht machst Du ja im Schnitt sehr schnell Fortschritte.

Und lass Dich trösten - wenn sich mein Gesang für mich gut anhört, klingt es nach außen oft gar nicht so toll und umgekehrt -wenn ich denke, meine Güte, der Ton war doch total dünn, klingt er draußen erst gut. Das ist das Los von uns Sängern oder wie eine GL mal zu mir sagte - Du singst nicht für dich, sondern für's Publikum.

Aufmunternde Grüße von

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Anfänger - Frust und Fragen
BeitragVerfasst: 21.05.2009, 08:23 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
und ich selbst habe es auch nicht (und werde es laut Aussage meines GL auch nie bekommen).
Viele Grüße
AK-Kontraalt


Liebe AK-Kontraalt,
das hätte ich schreiben können - vor 3 Jahren. Meine damalige GL hat das wortwörtlich auch so gesagt. Und viele Jahre hab ichs geglaubt. Dann habe ich andere GL "ausprobiert" und schließlich gewechselt. Die Technikumstellung incl. Atemübungen hat etwas gedauert, aber das Vibrato hat sich nach einiger Zeit eingestellt. Ganz von selbst.
Liebe Grüße
Uralt

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