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BeitragVerfasst: 07.02.2011, 14:50 
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Hallo allerseits,

ich brauch mal wieder ein bisschen Profi-Rat, um meinen Kopf zu sortieren!

Ganz kurz von vorne: ich habe bis Ende 2005 regelmäßig im Chor gesungen (große Oratorienchöre) und war da immer im 1. Sopran dabei. Die Höhe war immer möglich, wenn auch nicht immer schön. Hab mich so bis g'' wohl gefühlt und c''' ging im Notfall noch :pfeif: (schön war dann was anderes :D). Ich hatte immer eine recht sichere Stimme auch in den "normalen" Sopranbereichen und deshalb kam nie eine andere Stimmlage für mich in Frage.

Dann hab ich 2005 aufgehört zu singen. Bei einem Vorsingen für den Landesjugendchor NRW war ich nicht erfolgreich (auch völlig zu recht) und die ersten Stimmprobleme sind aufgetaucht ("Hauchen", unvollständiger Stimmlippenschluss). Dann sind wir umgezogen und ich habe die Singerei erstmal ganz ad acta gelegt. Es kamen noch einige stimmliche Probleme (bedingt durch Reflux). 2008 habe ich mich dann aufgerafft und Gesangsunterricht genommen, was ich bis Ende 2009 gemacht habe. Seitdem wieder nix (wg. Babypause).

Jetzt juckt es mich aber in den Fingern und ich würde gern wieder singen - sowohl Unterricht (sofern zeitlich machbar) als auch definitiv im Chor. Mein Problem ist jetzt letzteres, da ich nicht weiß wo ich mich einordnen soll! Denn:
- ich habe immer noch Stimmprobleme in den höheren Lagen, komme da zwar hin, aber immer noch das Thema Stimmlippenschluss
- ich mache tendentiell dicht wenns übers c'' hinausgeht - das war früher auch schon so, ist mir aber selbst nicht so aufgefallen (da die Stimme kräftig genug ist um trotzdem - chortauglich ;) - stark zu klingen)
- im GU habe ich nur tiefe und Mittellage gesungen und an den Basics gearbeitet
- meine erste GL meinte aber, dass ich definitiv Sopran sei, meine zweite GL (auch selbst Sopran) hat sich dazu total geschlossen gehalten und nie ein Wort in Richtung "welche Stimmlage" gesagt (sehr weise eigentlich!)

Bloß, wofür "bewerbe" ich mich jetzt? Ich würde gerne in einem nicht so großen Chor singen, in so großen Chören neige ich dazu meine Stimme zu überanstrengen. Aber natürlich muss ich mich ja schon entscheiden, ob ich Sopran oder Alt singen sollte.
Pro Alt: Mittellage "verfestigen", weniger Gefahr mich zu übernehmen oder die Stimme zu strapazieren. Außerdem fühle ich mich in der Lage momentan ganz wohl, und vom Umfang her decke ich die Alt-Lage schon sehr gut ab. Außerdem könnte mir das etwas den Stress rausnehmen und den Singspaß wieder erhöhen.
Pro Sopran: etwas mehr Gewöhnungseffekt für alles über c'' - hab den Bereich seit Jahren nicht mehr "angerührt" und inzwischen fast schon Höhenangst :oops: und eigentlich "ging das früher ja auch"? Wahrscheinlich ist der letzte Punkt mal wieder so ein Stressfaktor - immerhin hab ich früher S gesungen und da kommt ich mir fast wie ein "Feigling" vor, wenn ich mich jetzt in den Alt einsortiere. Frei nach dem Chor-Sopran-Motto "Jeder Alt ist bloß ein fauler Sopran" (ja ich weiß, das stimmt nicht, aber bleibt im Kopf irgendwie). Und: viele Stücke (gerade so die Standard-Oratorien) kann ich im Sopran halt in- und auswendig.

Was wäre die sinnvolle Wahl? Alt im Chor und wieder Unterricht nehmen? Oder als Sopran reinspringen und hoffen, dass es mir weiterhilft?
Ich dreh mich gerade echt im Kreis und könnte ein paar Meinungen gut gebrauchen!

Danke!
Lux


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BeitragVerfasst: 07.02.2011, 15:35 
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Liebe Lux,

wenn du in einem gemischten Chor singst und z.B. Oratoren oder sonstiege große Werke singst, geht es für den Sopran ja ganz schön in die Höhe und nicht nur einmal. Wenn du da Probleme hast in die Höhe zu kommen, wirst du entweder schreien oder überhaupt nicht singen. Wenn du schreist, machst du dir die Stimme kaputt,wenn du garnicht singst.....

Ich kenne deine Stimme nicht, aber als Geseangslehrerin würde ich dir raten zunächst mal in die untere Stimme zu gehen, sei es 2. Sopran wenn einer dabei ist, oder Alt. Wenn du dann mit deiner Technik weiter bist und auch keine Angst vor der Höhe hast, kannst du immer noch umsatteln.

Aber deine Lehrerin wird dir bestimmt das richtige Stimmfach raten. Denke immer daran, die Mittellage ist die Wichtigste, darauf wird die Höhe und auch die Tiefe aufgebaut.
Nie etwas mit Gewalt machen und nie etwas, wo du dich selber nicht wohl fühlst.

big_lala

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BeitragVerfasst: 07.02.2011, 15:36 
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Hallo Lux,

ich bin zwar kein Profi, erlaube mir dennoch mal, meinen spontanen Gedanken kund zu tun.

Such dir doch erstmal eine passende Gesangslehrerin (oder auch Lehrer).
Und besprich ganz klar in der ersten Stunde, dass du eigentlich wieder Sopran singen möchtest, du aber etwas Muffesausen hast, dass du dir mit falscher Technik in der Höhe die Stimme kaputt machst. Daran soll sie mir dir die ersten Wochen arbeiten.

In der Zeit kannst du dich doch schon mal auf die Suche nach einem geeigneten Chor begeben.

In einigen Wochen (und ohne Höhenangst) kannst du mit der Lehrerin dann ja erneut besprechen, wie ihr den Unterricht nun am besten gestaltet, dass du auch andere gesangliche Ziele mit ihr erarbeiten kannst.

Und ob du bei einem geeigneten Chor dann Sopran oder Alt singst, hängt dann vermutlich auch von deren Literatur ab und vielleicht auch von der Meinung deiner Gesangsleherin. Vielleicht hat der neue Chor ja auch Mezzospoprane als Dauereinrichtung.

Mir hat mal eine Lehrerin gesagt, dass mit jedem Kind die Stimme tiefer wird. Vielleicht ist ein C3 also sowieso keine Option mehr.

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Gruß
Mama2009


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BeitragVerfasst: 07.02.2011, 15:54 
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ich weiß ja nichtmal ob ich wirklich wieder Sopran singen sollte, weil ich keine Ahnung hab, ob ich überhaupt ganz tief innen drin von der Veranlagung her einer bin :pfeif:

wahrscheinlich steh ich mir selbst im Weg... und Bammel vor einem Vorsingen in Altlage hab ich dazu auch noch, weil ich da noch so ein unbeschriebenes Blatt bin. Aber wahrscheinlich wäre das wirklich das sinnvollste und man soll ja vor Veränderungen nicht zurückschrecken ;)

vielleicht sollte ich mal meine bisherige Lehrerin nach ihrer Meinung fragen. Zu ihr kann ich leider nicht zurück - ich bin umgezogen und sie ist jetzt 250 km entfernt :-( aber immerhin kennt sie meine Stimme. Eine neue GL müsste ich hier erstmal suchen (auch schwierig, aber anderes Thema)... wobei es im Moment für mich terminlich einfacher ist in einen Chor zu gehen als Unterricht zu nehmen, so dass es gut sein kann, dass ich erstmal eine Zeitlang "ununterrichtet" im Chor singen werde.


Zuletzt geändert von Lux am 07.02.2011, 15:57, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 07.02.2011, 15:57 
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Liebe Lux,

oft bestimmt auch der Chorleiter beim Vorsingen und rät welche Stimmlage die Bessere ist. Hab keine Angst davor, sonst machst du dich schon verher verrückt. Es kommt auch immer auf das Timbre einer Stimme an, bist du ein dunkler Sopran, wirst du eher im Alt landen.

big_ok

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BeitragVerfasst: 07.02.2011, 17:10 
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Liebe Lux,

meine Meinung zu dem Thema habe ich Dir ja schon anderswo gesagt. Wie Musika meine ich, dass es wahrscheinlich erst einmal sicherer ist, in die tiefere Stimme zu gehen, zumal wenn Du sagst, dass Du Dich da im Augenblick eh wohler fühlst. Mama2009s Einwand bezüglich eines/r Gesangslehrers/in ist aber auch nicht von der Hand zu weisen.

Kleiner Exkurs:

Zitat:
oft bestimmt auch der Chorleiter beim Vorsingen und rät welche Stimmlage die Bessere ist. Hab keine Angst davor, sonst machst du dich schon verher verrückt. Es kommt auch immer auf das Timbre einer Stimme an, bist du ein dunkler Sopran, wirst du eher im Alt landen.


Das mag - wenn man den Chorklang in den Vordergrund stellt - durchaus sinnvoll sein, ich betrachte solche Praktiken dennoch mit einer gewissen Skepsis. Denn man bleibt als dunkler Sopran eben immer noch ein Sopran und auf Dauer in einer zu tiefen Tessitur singen zu müssen, ist mE ebenso schädlich wie in zu hoher singen zu müssen. Man merkt es unter Umständen nur nicht so schnell (deswegen - wenn Du noch guten Kontakt zu Deiner alten GL hast, frag sie, sie kennt Deine Stimme ja). Soprane, die sich längere Zeit in Altlage wirklich wohl fühlen (und da auch stimmliches Fundament besitzen), sind (als Sopran) dann wohl eher im hochdramatischen Fach anzusiedeln - oder es sind eben keine Soprane.
Oder aus eigener Erfahrung gesprochen - ich bin kein hoher Sopran, auch einigermaßen dunkel timbriert - weiß aber, dass ich mich auf Dauer in einer typischen Chor-Altstimme nicht wohlfühle und meiner Stimme damit keinen Gefallen tue.
Vielleicht kannst Du aber auch mit dem Chorleiter sprechen und evtl. "testweise" in den Alt gehen, um zu sehen, wie Du Dich in dieser Lage fühlst.

LG

Octaviane

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BeitragVerfasst: 07.02.2011, 17:27 
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Octaviane hat geschrieben:
Liebe Lux,

Oder aus eigener Erfahrung gesprochen - ich bin kein hoher Sopran, auch einigermaßen dunkel timbriert - weiß aber, dass ich mich auf Dauer in einer typischen Chor-Altstimme nicht wohlfühle und meiner Stimme damit keinen Gefallen tue.
Vielleicht kannst Du aber auch mit dem Chorleiter sprechen und evtl. "testweise" in den Alt gehen, um zu sehen, wie Du Dich in dieser Lage fühlst.



Ja Octaviane, da magst du recht haben, doch in einem Chor unter studierten Sängern hört sich ein Sopran mit einem dunklem Timbre anders an, als in einem Laienchor. Du wärst sicherlich in einem Chor kein Alt, das ist klar. big_lala

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BeitragVerfasst: 07.02.2011, 17:40 
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Einverstanden :92 .

Da kommen wir ja wieder in den Bereich - "ausgebildete Stimmen in Laienchören". Ich wollte auch nur vorsichtig darauf hinweisen, dass es vielleicht auch (Laien-)Chorleiter gibt, die die stimmliche Veranlagung dem allgemeinen Chorklang "opfern". Und das halte ich aus stimmhygienischen Gründen eben nicht für ratsam.

Liebe Lux,

lass Dich bitte von diesen eher theoretischen Exkursen nicht verwirren, sondern versuche auf Dein Gefühl zu hören (wo springt die Stimme am leichteten an, in welcher Lage fühle ich mich auch über längere Zeit wohl) und frag Deine alte GL um Rat. (Oder auch den Chorleiter, sofern er Ahnung von Stimmen hat - was ich der Mehrzahl der Chorleiter trotz meiner obigen Einwände einfach mal frech unterstelle. :hund )

LG

Octaviane

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BeitragVerfasst: 10.02.2011, 04:27 
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Liebe Lux,

mal ganz doof gefragt: Musst Du Dich denn überhaupt für eine Chor-Stimmlage entscheiden?

In den meisten Chören sind Sopran und Alt nebeneinander platziert. Setz Dich doch einfach direkt an die "Grenze" zwischen diesen beiden Stimmgruppen und probiere bei jedem Stück neu, welche Stimmlage die jeweils angenehmere ist. Wer sagt denn eigentlich dass man nur in EINER Stimmgruppe singen darf?

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

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weckt in uns ein Unvergängliches.

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BeitragVerfasst: 10.02.2011, 04:50 
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Zitat von Octaviane: "... dass es vielleicht auch (Laien-)Chorleiter gibt, die die stimmliche Veranlagung dem allgemeinen Chorklang "opfern". Und das halte ich aus stimmhygienischen Gründen eben nicht für ratsam."

Absolut richtig, liebe Octaviane! Das ist nämlich genau das womit u. a. Tenor singende Frauen immer wieder konfrontiert werden. So mancher Chorleiter wollte, trotz meiner eindeutigen Tenor-Stimmlage, dass ich im Alt mitsinge - "lassen Sie die hohen Töne eben weg wenn's mal zu hoch wird", bla bla bla haushalt__005.gif . Im Chor zählt faktisch eben doch, wie weit hinauf und hinunter kann jemand singen, und das ist, nach meiner Erfahrung, das einzige was Chorleiter prüfen (sofern sie überhaupt irgend etwas prüfen). Daraus ergibt sich zu welcher Stimmgruppe man am ehesten passt.

Der nächste Schritt ist dann, heraus zu finden, in welchem Bereich des ermittelten Stimmumfangs sich die Stimme am wohlsten fühlt. So wird es ja auch im Gesangsunterricht gemacht. Theoretisch können zwei Damen den absolut gleichen Stimmumfang haben, aber die eine singt lieber im oberen Bereich ihrer Stimme und deswegen im Sopran, während sich die andere im unteren Bereich zu Hause fühlt und deshalb im Alt mitsingt.

Darum nochmal, liebe Lux: Einfach ausprobieren ohne die Festlegung, was "bin" ich denn nun eigentlich. Die Stimmlage kann sich nämlich auch ändern im Laufe der Jahre - sowohl nach oben als auch nach unten. Dafür gibt es auch bei Profi-Sängern genügend Beispiele.

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

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BeitragVerfasst: 10.02.2011, 11:30 
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Hallo AK-Kontraalt,

ich stimme Dir absolut zu. Allerdings hatte ich damals mit meinem Chorleiter Glück, der Mann verstand echt was von Stimmen und war ganz entsetzt, als ich plötzlich vom 1. Sopran in den 1. Alt wechseln wollte (völlig zu Recht, wie ich bzw. mein Hals kurze Zeit später feststellen musste haushalt__005.gif ) Manchmal denke ich ja, wenn ich auf meinen ersten Chorleiter gehört hätte, wären mir einige Irrungen und Wirrungen erspart geblieben. Aber hinterher ist man eben immer schlauer :kaffee

Als Kompromiss (ich wollte halt auch mal eine Harmoniestimme üben und nicht immer nur Melodie singen), bin ich dann in den Sopran 2 gegangen, leider nicht lange, weil ich dann aus Hannover weg zog.

Zitat:
Das ist nämlich genau das womit u. a. Tenor singende Frauen immer wieder konfrontiert werden. So mancher Chorleiter wollte, trotz meiner eindeutigen Tenor-Stimmlage, dass ich im Alt mitsinge - "lassen Sie die hohen Töne eben weg wenn's mal zu hoch wird", bla bla bla haushalt__005.gif . Im Chor zählt faktisch eben doch, wie weit hinauf und hinunter kann jemand singen, und das ist, nach meiner Erfahrung, das einzige was Chorleiter prüfen (sofern sie überhaupt irgend etwas prüfen). Daraus ergibt sich zu welcher Stimmgruppe man am ehesten passt.


Da ist aber wohl leider auch was dran ... mit dem Erfolg, dass ich während meines Auslandsjahrs alles vom Alt 2 bis Sopran 1 (bzw. -1) singen durfte ... eben immer da, wo gerade noch eine Stimme gebraucht wurde. Hat mir zum Glück nicht geschadet, aber ich würde es auch nicht unbedingt zur Nachahmung empfehlen.

Liebe Grüße

Octaviane

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BeitragVerfasst: 01.03.2011, 10:40 
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Na toll jetzt hab ich mir was angetan... ich habe mich bei einem recht renommierten kleinen Chor "beworben" und "darf" da demnächst zum Vorsingen erscheinen. Und zwar "bitte eingesungen, mit einem gut vorbereiteten Solo- oder anspruchsvollen Chorstück" -> HILFE!

Was mach ich denn nu? Anspruchsvolle Chorstücke habe ich zu Hauf daheim (Messias, Elias, Mozart-Requiem, die üblichen Verdächtigen halt...), aber habe die bisher nur im Sopran gesungen und müsste den Alt halt gesondert üben - wobei ich Angst habe, vor Aufregung die Stimmen zu verwechseln. Mal ganz abgesehen davon, dass Chorstücke alleine singen meiner Meinung nach immer irgendwie doof klingt.
Aber im Solo-Bereich hätte ich jetzt auch nichts spontan parat. Es gibt zwar ein paar Arien aus Oratorien, die ich in- und auswendig kann, ABER damit hab ich mich schonmal "auf die Schnauze gelegt", ich bin halt keine geübte Solistin und kann so eine Arie nicht so rüberbringen (stimmlich, und natürlich vom Ausdruck), wie ich sollte. Der Reinfall vom Vorsingen beim Landesjugendchor steckt mir da noch in den Knochen, das war einfach grausig was ich da gemacht habe :( Fazit: keine Arien, wenn man dafür nicht gesanglich bereit ist. Da nützt es nichts, wenn man die Töne trifft ;)

Sprich, es sieht aus als müsste ich tatsächlich irgendwas neues vorbereiten, das ich bis Ende März parat haben darf. Und die Auswahl fällt extrem schwer... nehm ich was zu einfaches, denkt der CL vielleicht ich kann nichts schwierigeres, und übers schwierigere stolper ich dann bestimmt wieder :(

Was würdet ihr empfehlen? Chorstück einstudieren (und was zum Teufel ist "ein anspruchsvolles Chorwerk"? Hoffentlich nichts vom Kaliber "unto us a child is born" aus dem Messias oder so big_lala denn das krieg ich "solo" wohl kaum hin) oder lieber direkt ein solistisches Stück versuchen? Dann stehen wir wieder am Punkt "Kunstlied für Anfänger" big_denken nur dass es jetzt auch noch spontan erlernbar sein muss big_haare und mit größter Aufregung noch zu "überleben" ist...

Gibts jemanden der mit so einer Art von Vorsingen schon Erfahrung hat? Wie gesagt, ich hab das einmal mitgemacht (Landesjugendchor) und da offenbar alles falsch gemacht was man falsch machen kann, also ich weiß was man NICHT an Repertoire mitbringen sollte aber mehr auch nicht. Ist z.B. was einfaches von Schütz zu nehmen (Ich heb mein Augen sehnlich auf) zu "niveaulos"? Im Kopf hatte ich auch noch "sei stille dem Herrn" aus dem Elias, aber wer weiß ob das nicht auch wieder böse Fallstricke hat. Ich werde natürlich den Chorleiter vorher nochmal fragen ob meine Auswahl ok ist, aber dafür brauch ich erstmal 2-3 Stücke die "angemessen" wären...

Lohnt es sich vielleicht sogar vorm Vorsingen nochmal 2-3 Gesangsstunden zu nehmen, um was vorzubereiten? Ich wollte derzeit zwar eigentlich noch nicht wieder regelmäßig Unterricht nehmen, weils terminlich so schwierig ist, aber wenns hilft :n66:

Soviel zum Stimmlagenwechsel! Alles doof :(


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BeitragVerfasst: 01.03.2011, 14:35 
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Hallo Lux,

zunächst mal.....kein Stress, es wird überall nur mit Wasser gekocht. Es kommt nicht darauf an ob du jetzt eine Arie ein Lied technisch vollkommen singst, der Chorleiter möchte wissen, ob du sauber singst, sicher bist in dem was du singst, in der Stimme bleibst, ob deine Stimme, dein Timbre zu den anderen Sängern passt und nicht aus der Rolle fällt, so dass er dich einordnen kann und du zum Gesamtklang passt.

Eine große Arie würde ich dazu nicht singen, du bist keine Solistin. Wähle ein schlichtes, einfaches Lied, was du gut kannst und damit gut. Für einen Chor, der nicht professionell ist, brauchst du nichts anderes, weder vom Blatt singen noch sonst was. Oder ist es ein professioneller Chor? Hast du den Vorgaben?

Es kann vorkommen, dass dich ein Chorleiter mit einer Tonleiter testen will, wo deine Grenzen sind, nach oben und nach unten und dich dann dementsprechend in der richtigen Stimme einzusetzen.

Mach dir nicht so viele Gedanken darüber, deswegen ein paar Gesangstunden zu nehmen, würde ich an deiner Stelle nicht machen. Je mehr du machst, desto unsicherer wirst du.

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BeitragVerfasst: 01.03.2011, 15:07 
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Der Chor ist nicht professionell, aber hat ein sehr hohes Niveau. Es werden wohl einige Übungen gemacht + ich soll mein "gut vorbereitetes Solo- oder anspruchsvolles Chor-Stück" (Zitat) vortragen mit Klavierbegleitung + eben spontan was unbekanntes vom Blatt singen.
Bei einem "normalen" Vorsingen wie ich es bisher kenne (man geht mal mit zur Probe, im Anschluss singt man dann dem CL "auf Zuruf" ein Lied oder was aus dem geprobten Stück vor) hätte ich sicher nicht so ein Muffensausen, das trau ich mir schon zu.
Aber so sind es schon verschärfte Bedingungen und ich möchte so gern da reinkommen - hab aber Angst dass ich es nicht schaffe, weil ich mich (wieder) falsch vorbereite.


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BeitragVerfasst: 01.03.2011, 15:29 
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Ich kenne deine Stimme nicht, weiß nicht was du alles kannst, deshalb ist es schwer dir etwas zu raten. big_denken

Was mir spontan einfällt wäre "Er weidet seine Herde" aus dem Messias, da kannst du die tiefe oder die hohe Fassung singen, von der Tessitura nicht sehr anspruchsvoll.
big_gruebel

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BeitragVerfasst: 01.03.2011, 15:58 
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Ich glaube, die Regel "lieber ein einfaches Lied gut singen als eine 'Bravourarie' in den Sand setzen" kann hier auch gelten. Ich würde mir vielleicht auch nicht so viele Gedanken darum machen, ob ein Lied irgendwelchen Ansprüchen genügt (die Du eh nicht genau kennst), udn auf jeden Fall Stücke wählen, mit denen Du dich wirklich wohl fühlst. Das nimmt das Lampenfieber dann auch ein wenig. big_baden

Liebe Grüße

Octaviane

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BeitragVerfasst: 01.03.2011, 16:30 
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Auch wieder wahr big_gruebel
An die Messias'sche Herde hätte ich übrigens gar nicht mehr gedacht, dabei ist das Stück soo schön und ich glaube das kriege ich stimmlich hin. Hab ja noch gute 3 Wochen zum üben ;)


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BeitragVerfasst: 03.03.2011, 16:04 
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Hallo Lux,

schreib dem chorleiter doch einfach noch mal ne Mail, ob das Stück aus dem Messias ok wäre.
Nicht dass du als Antwort bekommst, dass es ja schon fast zu schwer sei.

Alles schon dagewesen....

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Gruß
Mama2009


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BeitragVerfasst: 10.03.2011, 15:19 
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Ich war heute zur 1. Stunde bei einer neuen Gesangslehrerin und habe sie gleich mal mit meinem Problem konfrontiert.
Ich hatte einige Literatur dabei und sie meinte auch, ich solle ruhig das Stück aus dem Messias machen (Rezitativ + "he shall feed his flock" in der tiefen Lage), aber ich "darf" auch ruhig ein eher in Richtung Sopran gehendes Stück in petto haben, da sie meint ich könne auch ruhig für Sopran II vorsingen, falls in dem Chor die Trennung S I/II gemacht wird big_gruebel . Da haben wir uns dann für "Amarilli" entschieden, das kann ich notenmäßig auch rückwärts pfeifen. Also hab ich mein Programm beisammen und werde fleißig üben big_applaus


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BeitragVerfasst: 28.03.2011, 12:00 
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Hier wie versprochen mein Erfahrungsbericht vom Vorsingen:
Der Chorleiter bat mich, den Händel vorzusingen. Ich hab mich voll reingehangen und war mit meiner Leistung mehr als zufrieden (Chorleiter sah auch nicht unzufrieden aus). Hab das Stück locker bewältigt und hab mir selbst (und das ist selten) richtig gut gefallen. So weit, so gut. Gehapert hats dann leider an anderen Punkten: der Chorleiter hat mir ein modernes Chorstück gegeben, das ich a capella vom Blatt singen sollte. Ich dachte erst "ochjaaaa das hat ja nur eine Handvoll unterschiedliche Noten" aber der Teufel steckte im Detail - die Intervalle waren absolut anti-intuitiv und meine Fähigkeit, mir Töne über mehrere Noten hinweg merken zu können, ist leider nicht so gut ausgeprägt. Also hab ich mich da völlig erfolglos durchgekämpft :oops:
Der Chorleiter war sehr nett, er meinte allerdings auch, dass ich in diesem Chor "nicht glücklich werden würde" und er davon ausgeht, dass ich einige Monate brauchen würde um die Defizite auszugleichen. Sprich, eine sehr freundliche Absage :pfeif:
Dafür hat er mir angeboten, mich einem anderen Kammerchor von ihm anzuschließen, die zwar auch ein angemessenes Niveau haben, aber eben nicht so extrem hohe Anforderungen stellen. Und da geh ich jetzt heute Abend mal hin :)

Von der Stimmlage her würde er mich auch als "warm timbrierten Sopran" sehen, empfiehlt mir aber auch derzeit im Alt anzufangen und dann im Laufe der Zeit in den Sopran überzusiedeln.

Ich bin auf jeden Fall stolz auf mich, dass ich den Mut hatte da vorzusingen :n108: auch wenn es für diesen Chor eben nicht gereicht hat.


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