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BeitragVerfasst: 01.08.2014, 15:15 
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Ich hätte gerne Eure Meinung zu folgendem Ereignis.

Unser Chor (Laien!) führte jetzt im Sommer zweimal ein Musical-Medley auf. Ein Mann, der im Tenor singt, übernahm den männlichen Part in einem sehr kurzen Duett. Ich weiß nicht, wie er die Rolle bekam, da diese Entscheidung während einer Probe der Männerstimmen getroffen wurde.
Bei den gemeinsamen Proben sang er manchmal ganz gut und manchmal so, dass sogar ich merkte, er traf die Töne überhaupt nicht. Der CL hat ihn dann behutsam verbessert und ermutigt.

Beim ersten Auftritt ging es gerade noch, beim zweiten stockte er auch noch mitten im Text, und der CL musste statt seiner singen.
Das Duett war zum Glück recht kurz und das Publikum hat es möglicherweise nicht gemerkt.

Beim Abschlussabend zeigte man ein Video des ersten Auftritts (wo der Solist besser gesungen hat) und ich merkte, dass etliche Chormitglieder sich über diesen Solisten (zwar verhalten) lustig machten. Erst dann fiel mir auf, dass der Sänger zu dem Abend nicht gekommen war.
Jetzt ist Sommerpause, aber ich hörte ein Gerücht, dass der Sänger im Herbst gar nicht mehr zum Chor kommen wolle.

Was meint Ihr ist passiert und hätte man es irgendwie verhindern können?


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BeitragVerfasst: 01.08.2014, 19:41 
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Auf ein bloßes Gerücht würde ich erstmal gar nichts geben, sondern abwarten, ob er wirklich nicht mehr kommen wird. Und dann würde ich - vorausgesetzt, es interessiert Dich - mal bei ihm nachfragen, was los ist. Alles andere wäre so spekulativ, da würde ich mich nicht aus dem Fenster lehnen wollen. Oder Du gehst sofort auf ihn zu und fragst nach, ob das Gerücht stimmt. Wenn er das bestätigt, dass er nicht mehr kommen will, kannst Du ja nachhaken, ob da was vorgefallen ist und entsprechend reagieren. Bild

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Gruß, Astrid

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BeitragVerfasst: 02.08.2014, 06:50 
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Liebe Astrid,

Das stimmt natürlich: noch ist es nur ein Gerücht, und die Beweggründe für den vermeintlichen Austritt sind unbekannt. Selbst wenn der Sänger ab sofort nicht mehr zum Chor kommt, weiß man immer noch nicht die Gründe. Es könnte etwas ganz anderes sein, was ihn davon abhält.

Ich nehme den Vorfall ja auch zum Anlass, hier im Forum darüber nachzudenken, wie die Verantwortlichen in einem Chor generell mit einem verunglückten Auftritt umgehen sollen bzw. wie ein solcher vermieden werden könnte. Vielleicht hat ein User in seinem eigenen Chor damit Erfahrung?

Es geht hier auch um die "Sängerseele".

Gruß
Hopeful


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BeitragVerfasst: 02.08.2014, 07:42 
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Ah, das ist natürlich sehr viel konkreter und auch ein anderer Ansatz als der, den ich vorher herausgelesen habe.

Bei uns gab es in dem Sinne keine verunglückten Auftritte. Zum einen werden die Stücke wirklich so gut geübt, daß wir sie quasi im Schlaf beherrschen. Und wenn wirklich mal ein Stück ein Wackelkandidat ist, wird es auch kurzfristig mal abgesetzt. Solisten-Aufgaben werden generell nur von Leuten ausgeführt, bei denen mein Mann sicher ist, daß sie seinen Ansprüchen genügen. Und das sind vorrangig Berufsmusiker, die nicht aus den Chören kommen; mittlerweile darf ich allerdings auch ran, wenn auch bis dato gesanglich-solistisch nur in Gottesdiensten (mit der Blockflöte habe ich seit 1996 einige Konzerte gespielt). Wobei Berufsmusiker keine Garantie sind, daß alles klappt. Ich erinnere mich noch gut an unser Adventskonzert 1993 - wer da gepatzt hat, das war das Orchester (alles Mitglieder der Duisburger Symphoniker *grins*)...

Meine Schlußfolgerung: Gute Vorbereitung ist die halbe Miete! Und wenn sich herausstellt, daß ein/e Solist/in ein Wackelkandidat ist, hilft ein offenes Wort, an dessen Ende entweder eine Umbesetzung oder zusätzliche Proben stehen. (Es sei denn, der/die Verantwortliche möchte jemanden auflaufen lassen...)

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BeitragVerfasst: 02.08.2014, 07:53 
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Also unser CL hat mal gesagt, dass er es nicht gut findet, wenn nur für den Auftritt einen Profi "hereingeflogen" wird. Solisten möchte er aus dem Chor heraus nehmen.
Eventuell hat der CL zu spät gemerkt, was passieren könnte...?


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BeitragVerfasst: 02.08.2014, 09:40 
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Wenn der Chorleiter nur Solisten aus den eigenen Reihen möchte, muss er damit rechnen, dass es auch mal nicht so gut klappt, er wird wissen, was er tut. Doch....jeder fängt mal an und ich denke, der Sänger wird ja auch zugesagt haben. Der Chor sollte da kameradschaftlich sein und ihn nicht verhöhnen. Vielleicht hat er gemerkt, dass der Chor sich lustig macht und dann ist es besonders schwer zu singen, der Chor ist der härteste Kritiker. Ich weiß es aus eigener Erfahrung, ich habe, wenn ich solistisch im Chor sang, gezittert und Herzklopfen bis zum hals gehabt, es ist wirklich schwer.

Ich finde, der Chor sollte Nachsicht haben und sich in den Sänger hineinversetzen, je mehr er solistisch singt, desto besser wird es, doch er sollte auch die Chance dazu haben.

big_lala

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BeitragVerfasst: 02.08.2014, 10:55 
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Wenn die Personaldecke entsprechend ist, kann man das ja auch machen. Wir hatten früher im Kirchenchor eine Sopranistin, die kurz vor der Profikarriere gestanden hatte und sich dann für Ehe und Familie entschieden hat. Die hat natürlich entsprechende Soloparts übernommen, bis sie es stimmlich nicht mehr konnte. Mittlerweile kann ich solche Partien übernehmen. Aber in allen anderen Stimmen waren und sind eben keine Leute vorhanden, die dazu in der Lage sind - unabhängig davon, um welchen Chor es sich handelt. Entsprechend wird dann auch die Literatur ausgesucht: entweder mit Solistenpartien, die auch chorisch ausgeführt werden können oder eben maximal mit Sopran- und/oder Baßsolo (letzteres kann mein Mann ja selber singen), wenn keine Leute "zugekauft" werden sollen. Wir bringen eben nicht auf Biegen und Brechen irgendwelche Literatur zur Aufführung, bloß "weil jeder Chor das mal gesungen haben muß". Da muß auch der Chorleiter mit Augenmaß handeln und auf die stimmlichen Möglichkeiten seiner Chormitglieder eingehen. Bei uns hat sich eine relativ gute Auteilung entwickelt: Der Familienchor macht hauptsächlich Neues Geistliches Lied, der Kirchenchor auch klassische Literatur, die nicht zu schwer ist und das Vocalensemble macht in erster Linie anspruchsvolle Kirchenmusik. In dem Sinne haben wir also schon sehr gute Verhältnisse, denn jeder kann nach seinen Interessen und Fähigkeiten einen Chor finden.

Und ansonsten bleibe ich dabei: Wenn ein Solist (egal, ob Sänger oder Instrumentalist) schon bei den Proben so wackelt, ist meiner Meinung nach der Dirigent verpflichtet zu reagieren bis hin zur Umbesetzung. Zumindest, wenn ihm die Qualität der Aufführung nicht egal ist *und* er auch fachlich und menschlich in der Lage ist, die Lage adäquat einzuschätzen. Das kann nämlich beileibe nicht jeder. Und: Der Solist sollte sich selber ebenfalls hinterfragen, ob er seiner Aufgabe tatsächlich gewachsen ist. Und das kann eben auch nicht jeder - viele Leute neigen eher dazu, sich zu überschätzen. Da hilft dann manchmal auch ein offenes Wort seitens eines anderen Chormitglieds, das über einen gewissen Stand verfügt. Für mich ist das immer eine Gratwanderung: Einerseits bin ich die Ehefrau des Dirigenten, die sich in den Augen mancher Leute dann eben zu viel rausnimmt, andererseits erkennen viele aber auch meine musikalische Kompetenz an. Da brauche ich viel Empathie, um genau zu wissen, was ich wem wie sagen kann und darf. Dann kommt die Wahrnehmung dazu: Eigenwahrnehmung und Fremdwahrnehmung differieren einerseits nun mal häufig, und andererseits kann Deine Wahrnehmung ein und derselben Leistung völlig verschieden von der Wahrnehmung Deines Chorleiters sein. Darüber haben mein Mann und ich schon viele Diskussionen geführt.

Die Frage, die ich mir allerdings stelle: Welche Konsequenzen willst Du für Dich daraus ziehen? Mich beschleicht so leise der Verdacht, daß Du eine Entscheidung suchst, ob Du selber in diesem Zusammenhang (noch) Soloaufgaben übernehmen willst, weil Du befürchtetst, genau so "vorgeführt" zu werden wie der Kollege, weil Dir keiner ehrlich sagt, ob Du Deine Sache gut machst oder eben nicht. Oder hast Du selber die Verantwortung für ähnliche Projekte und suchst Hilfestellung, wie Du mit einer ähnlichen Situation umgehen kannst?

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BeitragVerfasst: 02.08.2014, 11:50 
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Die Frage, warum hat der Chorleiter diesen Sänger als Solist genommen? Weil keiner sonst da war um diese Aufgabe zu übernehmen? Was war das für ein Werk, dass das gesungen wurde? War es ein Konzert oder während einer Messe?

Oft ist es tatsächlich so, dass viele Chorleiter Literatur nehmen, die eigentlich zu schwer ist für den Chor, weil er vielleicht gerade dieses Stück oder Werk selber gerne hört. Auf der anderen Seite, auch Laienchöre möchten mal ein größeres Werk singen, verständlich, und die Zuhörer kennen ihren Chor und freuen sich auch, wenn es nicht 100% klappt.

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BeitragVerfasst: 02.08.2014, 13:17 
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Genau solche Fragen stelle ich mir in dieser Sache auch!


Donna Elvira hat geschrieben:
Und ansonsten bleibe ich dabei: Wenn ein Solist (egal, ob Sänger oder Instrumentalist) schon bei den Proben so wackelt, ist meiner Meinung nach der Dirigent verpflichtet zu reagieren bis hin zur Umbesetzung. Zumindest, wenn ihm die Qualität der Aufführung nicht egal ist *und* er auch fachlich und menschlich in der Lage ist, die Lage adäquat einzuschätzen. Das kann nämlich beileibe nicht jeder. Und: Der Solist sollte sich selber ebenfalls hinterfragen, ob er seiner Aufgabe tatsächlich gewachsen ist. Und das kann eben auch nicht jeder - viele Leute neigen eher dazu, sich zu überschätzen. Da hilft dann manchmal auch ein offenes Wort seitens eines anderen Chormitglieds, das über einen gewissen Stand verfügt
:

musica hat geschrieben:
Die Frage, warum hat der Chorleiter diesen Sänger als Solist genommen? Weil keiner sonst da war um diese Aufgabe zu übernehmen


Unser CL ist eigentlich dafür bekannt, dass er seine Leute sehr gut kennt, geeignete Literatur aussucht und auch dafür, dass ihm die Qualität der Aufführung alles andere als egal ist. Für dieses Projekt tauschte er auch im aller letzten Moment den (begabten jugendlichen) Klavierbegleiter gegen einen erfahrenen Erwachsenen aus, weil sich der Junge (seiner Meinung nach) nicht genügend vorbereitet hatte. Das ist auch die einzige Erklärung für sein Durchgehen lassen, die mir einfällt : Der Klavierbegleiter war eine größere "Baustelle" als der Sänger, hinzu kam wohl die Tatsache, dass sonst kein Geeigneter da war.

Es ist sehr gut möglich, dass der Solist sich überschätzt hat. Es ist auch gut möglich, dass kein Chormitglied da war, der ein offenes Wort mit ihm sprach. Möglicherweise hat der Sänger, obwohl er sich das nicht erklären konnte (Selbstüberschätzung), auch gemerkt, dass der Chor ihn nicht 100% unterstützt hat und war beim 2. Auftritt unsicher als beim ersten.



Die Vermutung dass ich
Donna Elvira hat geschrieben:
eine Entscheidung suchst, ob Du selber in diesem Zusammenhang (noch) Soloaufgaben übernehmen willst, weil Du befürchtest, genau so "vorgeführt" zu werden wie der Kollege, weil Dir keiner ehrlich sagt, ob Du Deine Sache gut machst oder eben nicht.

ist nicht ganz richtig. Ich strebe im Augenblick nicht danach, Soloaufgaben zu übernehmen. Aber ich ziehe tatsächlich die Konsequenz, dass es sehr wichtig ist, die anderen Chormitglieder hinter sich zu haben, wenn man es doch wagt. Und dass es auch sehr wichtig ist, von irgendjemandem Kompetenten (idealerweise der CL) zu erfahren, wenn man der Anforderungen nicht genügt .

Eure Überlegungen haben mir schon sehr geholfen, die Angelegenheit zu durchdenken, ich danke Euch herzlich dafür!


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BeitragVerfasst: 02.08.2014, 13:35 
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Mich würde interessieren, was ihr gesungen hat mit Solo :92

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BeitragVerfasst: 02.08.2014, 14:22 
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Es war das Liebes-Duett "All I Ask of You" als Teil des Lojeski-Medleys nach Andrew Lloyd Webber.
.


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BeitragVerfasst: 02.08.2014, 14:27 
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Anfangs fühlte ich mich auch sicherer, wenn der Chor auf meiner Seite war. Inzwischen ist mir die Haltung des Chores nicht mehr so wichtig, weil für mich drei andere Faktoren stimmen müssen: Mein Gesanglehrer muß sein Okay geben, der Chorleiter muß überzeugt sein und ich muß wissen, daß ich es beherrsche. Wenn die beiden Herren mir vertrauen, kann kein Laie (!) mir etwas anderes einreden. Dazu spielt aber wohl auch die Erfahrung eine große Rolle, daß ich im Vocalensemble bei geteiltem Sopran generell den ersten Sopran alleine singe. Das ist eben der Vorteil kleiner Ensembles: Man kann sich nicht verstecken. Dadurch - und auch durch die Erfahrungen als Blockflötensolistin - machen mir "richtige" Solopartien weniger aus. Aber das sind Reifungsprozesse, die nicht ohne innere (und oft auch äußere - siehe 20934508nx591/chor-f3/austreten-nein-danke-t2867.html) Kämpfe abgehen. Und natürlich ist jeder Mensch anders veranlagt, was den Umgang mit dem Rampenlicht angeht. Der eine liebt es, der andere haßt es, der dritte nimmt es in Kauf, um seiner Passion nachgehen zu können. Und: Es ist ganz wichtig, daß potentielle Solisten vorsichtig aufgebaut werden. Meine ersten sängerisch-solistischen Erfahrungen habe ich im geschützten Rahmen an der Musikschule machen können, dann bei einer Trauung in der Kirche, dann bei einem Sonntagsgottesdienst und so weiter - also alles im vertrauten Umfeld und mit quasi langsam steigenden Zuhörerzahlen.

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Hopeful hat geschrieben:
Es war das Liebes-Duett "All I Ask of You" als Teil des Lojeski-Medleys nach Andrew Lloyd Webber.
.


Achso, das war ein Duett, dass ich sehr gut kenne, wir haben es öfter im Programm. Im letzten Konzert haben zwei junge Sänger gesungen, die ich vorher noch nie gehört habe, die aber schon öfter auf dem Gymnasium Solo gesungen haben. Der Vater des jungen Bariton ist Gesangslehrer und die Mutter der Sängerin ist selber ausgebildet. So konnte ich mit ruhigem Gewissen die Beiden singen lassen und es war super.

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BeitragVerfasst: 02.08.2014, 15:20 
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Liebe hopefull,

obwohl ich selbst die ganzen "Plagen" der Konstellation "Solostimme und Chorgesang" zugunsten eines (fast) reinen Solistenweges hinter mir habe, würde mich aus deiner Perspektive heraus die Frage, wie das nun weitergeht, sicher auch umtreiben. Allzu oft wird hier im zwischenmenschlichen Berich nicht immer von allen betroffenen Seiten mit offenen Karten gespielt und eventuelle Irrtümer und Misserfolge können empfindliche persönliche Schäden anrichten. Mißverständnisse und Irritationen sind hier Tüt und Tor geöffnet.

So ein Chor ist, egal wie gesellig das Miteinander gestaltet oder etwa das organisatorische Drumrum vereinsmäßig mit Beteiligungen interessierter Chormitglieder organisiert ist, ein autokratisches Gebilde, wenn es um die Kernaufgabe geht. Die Chorleitung fragt in der Regel keinen zu ihrer Auswahl, wie Chormitglieder eingesetzt werden. da kann sich durchaus mal jemand zurückgesetzt sehen und ggf. sieht das auch ein Gutteil der MitsängerInnen so. Das macht es dem/der ausgesuchten Solisten/in nicht gerade leicht und das kann auch ein Gefahrenfaktor für das Gelingen sein. Jedoch, eine echte Fehlbesetzung im Chorsolo hält sich nicht lange.

Chorsolo ist herausfordernd, denn neben der Sorge, stimmlich und musikalisch zu bestehen, kommt ggf. ein gruppendynamischer Druck dazu. Die Chorleitung spielt hier eine zentrale RolleEr/Sie muss überzeugend hinter den Chorsolisten vor der Gruppe stehen (und natürlich diese Entscheidungvorher nach sachgerechten Kriterien - wirklich den/die am besten Geeigente/n - aussuchen.

Ich kenne eure gruppendynamischen Gegebenheiten ja nicht (die Fragen, die musica gestellt hat, haben mich auch bewegt), aber ich würde grundsätzlich erstmal abwarten, ob der Sänger zurückkommt und wenn nicht, dies beim CL hinterfragen. Vorher passiert ja eh nichts, denke ich mal.

LG
Dola


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BeitragVerfasst: 03.08.2014, 08:21 
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musica hat geschrieben:
Hopeful hat geschrieben:
Es war das Liebes-Duett "All I Ask of You" als Teil des Lojeski-Medleys nach Andrew Lloyd Webber.
.


Achso, das war ein Duett, dass ich sehr gut kenne, wir haben es öfter im Programm. Im letzten Konzert haben zwei junge Sänger gesungen, die ich vorher noch nie gehört habe, die aber schon öfter auf dem Gymnasium Solo gesungen haben. Der Vater des jungen Bariton ist Gesangslehrer und die Mutter der Sängerin ist selber ausgebildet. So konnte ich mit ruhigem Gewissen die Beiden singen lassen und es war super.


Liebe Musica, schön, dass du das Duett von diesen beiden jungen Leuten in dein Programm aufnehmen konntest! Leider war die Situation für meinen CL eine andere und ich vermute, nach allem, was Ihr alle in diesem Thread gesagt habt, dass er um das Risiko einer suboptimalen Performance wusste und es trotzdem einging, weil die Alternative (Absage des Duetts oder kurzfristige Neubesetzung) auch unangenehme Folgen gehabt hätte.

In meiner Erfahrung haben junge Leute weniger Probleme, in der Öffentlichkeit zu singen. Das ist vielleicht auch eine Frage der Erziehung und der Schulbildung. Heutige Jugendliche sind insgesamt selbstbewusster als ein typisches (älteres) Chormitglied aus dem Dorf. Hat sich ein solcher doch den Mut gefasst, ein kleines Solo vor Publikum zu singen, will man ihn nicht gleich wieder vergraulen.


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BeitragVerfasst: 03.08.2014, 08:49 
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Liebe Dola,
vielen Dank für Deinen hilfreichen Beitrag! Du hast absolut Recht, dass es hier oft nicht nur um musikalische, sondern auch um gruppendynamische Prozesse geht.

Die Frage, warum der CL gerade diesen Sänger ausgesucht hat und warum er sich (sowie den Chor und den Sänger) wohl bewusst der Gefahr einer nicht besonders tollen Leistung aussetzte, kann ich nach der Diskussion hier im Forum für mich ganz überzeugend beantworten. Das ist natürlich spekulativ: vielleicht erfahre ich eines Tages vom CL persönlich, wie es wirklich war.

Wie du richtig anmerkst, spielen eventuell andere Dinge bei der - sage ich mal - Häme der anderen Chormitglieder auch mit (Beliebtheit innerhalb der Gruppe usw.).

Es stimmt auch, dass ein Chor, noch dazu wenn es ein Verein ist, eine gewisse Hierarchie hat und nicht alles demokratisch regelt. Der CL und der Vorstand müssen Dinge entscheiden, deren Hintergründe einfache Chormitglieder nicht ahnen können.

Manchmal bin ich richtig froh, nicht zu diesem "inneren Kreis" zu gehören....


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BeitragVerfasst: 04.08.2014, 17:03 
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Es gehört eigentlich zu den den eher undankbareren Dingen im Leben, im eigenen Chor Solo zu singen, vor allem für solche, die sich darin vielleicht noch nicht sicher sind - und das Gefühl der Sicherheit ist ja nicht ganz unwesentlich beim Erfolg im Singen...

Der Solist - egal wo er herkommt - konkurriert ja mit den übrigen Solisten, die schon mal im Chor gesungen haben, und die können ja durchaus auch aus der regionalen oder gar aus der überregionalen Crème stammen. Die Latte liegt also gegebenenfalls schon mal recht hoch. Singt er jetzt in einem fremden Chor, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder ist er gut, dann bekommt er Applaus und wird evtl. wieder engagiert und alle freuen sich - oder er überzeugt nicht, dann geht er heim und muß die Leute und den Ort seines Versagens nie wieder sehen. Macht er das im eigenen Chor und er ist gut, dann ist er der Held, und zwar für längere Zeit, allfälligen Neid mit eingeschlossen. Versagt er aber, bleibt ihm das auch, und er trifft die Kollegen jede Woche zur Probe. Keiner ist so naiv, nicht zu wissen, daß sein Versagen (hinter seinem Rücken natürlich) ausgiebig kommentiert wird: Die Toleranz eines Chores ist da (klar: auch abhängig von seinem Leistungsstand und seinen Erwartungen an die Solisten) erfahrungsgemäß begrenzt, sogar wenn er nach außen sehr verständnisvoll tut.. Insofern könnte ich es durchaus verstehen, wenn ein betroffener Sänger tatsächlich nicht mehr in diesem Chor singen möchte.

Auf der anderen Seite glaube ich, hat jeder Chorleiter ein Interesse daran, Solisten in der eigenen Truppe zu haben und in vielen Chören funktioniert das auch einwandfrei. Es sind ja oft auch nicht die unzureichenden technischen Fähigkeiten, weswegen so ein Chorsolistenauftritt scheitert, sondern schlicht die Nerven, die versagen. Guter Gesangsunterricht zeichnet sich meiner Meinung auch dadurch aus, daß die Auftrittssituation geübt wird. Manche (viele?) Chorsolisten werden aber einfach ins kalte Wasser geworfen, und da sagt es auch überhaupt nichts, wenn sie das in der Probe immer gut hinbekommen haben und ansonsten gute (Chor-) Sänger sind. Ich war selber mindestens vier mal als Zeuge dabei (nein, ich war nicht verantwortlich...), daß so etwas wegen "Nerven" in die Hose gegangen ist: zweimal in der Generalprobe, wo noch Gelegenheit war, es kurzfristig umzubesetzen, zweimal war es aber bis in die Generalprobe ok, und das Scheitern kam dann im Konzert Auge in Auge mit 300+ Zuhörern (oder vermutlich besser: Zuschauern). Mir taten die Betroffenen wahnsinnig leid, aber du kannst da nichts machen. Und in einem dieser vier Fälle war es ein wirklich guter Sänger mit einem Job, in dem er regelmäßig vor zahlreichen Zuhörern reden mußte, einer, von dem man absolut nicht erwartet hätte, daß ihm die Stimme versagt. shit happens...

Insofern: Der Chorleiter hat in solchen Besetzungsfragen zwar die Verantwortung abzuschätzen, ob seine Solisten das auch stemmen können, was sie stemmen sollen, aber eine Garantie gibt es nicht bei Sängern, denen die entsprechende Erfahrung fehlt. Irgendwann ist halt das erste Mal - no risk, no fun. Das gilt für den Solisten genauso wie für den Chorleiter und den Chor. Es täte mir leid, wenn Hopefuls Tenor deswegen das Handtuch werfen würde.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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BeitragVerfasst: 04.08.2014, 20:01 
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Vielen Dank, T M Pestoso, Die wahrscheinlichen Empfindungen des Solisten sind gut getroffen/analysiert.
Soviel ich weiß, hat der Mann noch nie GU gehabt (ich bin nebenbei gesagt so gut wie die Einzige im Chor, die sich einen guten GU leisten kann oder will), und somit kaum Gelegenheit, sich selbst in einer Auftrittssituation zu erleben.. Daher glaube ich auch, dass vieles an dem kritikwürdigen Auftritt seinem Lampenfieber geschuldet war.

Kann es sein, dass die Fähigkeit, "richtig" zu singen tatsächlich davon abhängt, ob man seine Nerven unter Kontrolle hat? Wenn ja, würde das vieles erklären (warum der CL den Sänger ausgewählt hat, warum der Sänger sich selbst überschätzte usw.)
Ich habe gleich am Anfang gesagt,
Hopeful hat geschrieben:
Bei den gemeinsamen Proben sang er manchmal ganz gut und manchmal so, dass sogar ich merkte, er traf die Töne überhaupt nicht


Es wäre doch schade, ihn zu verlieren, denn wie die meisten Chöre haben wir zu wenig männliche Sänger. Ich als Altistin wäre ja eher überflüssig!


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BeitragVerfasst: 05.08.2014, 08:16 
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Zitat:
Ich als Altistin wäre ja eher überflüssig!

*grins*
Es gibt kaum einen Chorleiter, der für einen guten Tenor nicht bedenkenlos auf die Hälte seiner Altistinnen verzichten würde - nicht auf die Guten natürlich...
Zitat:
Kann es sein, dass die Fähigkeit, "richtig" zu singen tatsächlich davon abhängt, ob man seine Nerven unter Kontrolle hat?

Ich bin überzeugt davon. Zumindest ist das eine notwendige Voraussetzung. Alles andere kommt erst danach. "Stimme" und "Stimmung" hängen ja nicht nur sprachlich zusammen. Wie gesagt: ich habe auch schon mal einen guten Sänger, der auch in kleinen Ensembles überzeugte, auf diese Weise als Solist vor ausverkaufter Halle komplett scheitern gesehen. Ich bin auch überzeugt davon, daß viele Leute, die "nicht singen können", das nur deswegen nicht können, weil sie diesbezüglich unsicher sind, aus welchem Grund auch immer. Mangelnde Übung macht dann den Rest, was wiederum die Unsicherheit versärkt, was wiederum dazu führt, daß sie nicht singen, also keine Übung haben... Ein Teufelskreis.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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BeitragVerfasst: 05.08.2014, 08:54 
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T M Pestoso hat geschrieben:
*grins*
Es gibt kaum einen Chorleiter, der für einen guten Tenor nicht bedenkenlos auf die Hälte seiner Altistinnen verzichten würde - nicht auf die Guten natürlich...


Um Gottes Willen, wir würden beides mit Handkuß nehmen! big_herz

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