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BeitragVerfasst: 13.08.2014, 15:37 
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In einem anderen Thread erwähnte ich die Tatsache, dass unser Chor (ein Verein in einer Kleinstadt) nur jeweils acht Tenöre und acht Bässe hat.
Daraufhin meinten einige User, ich hätte ein "Luxusproblem", also das seien doch genügend Männer.

Ich besitze keine Statistiken über meinen Chor, ich weiß z.B. nicht genau, wie viele Personen als "aktive Sänger" in den verschiedenen Stimmlagen eingetragen sind. Auf jeden Fall sind die 8 + 8 Männer selten alle da, und es fällt (akustisch) mehr auf, wenn ein Sänger fehlt, als wenn eine Sängerin zu Hause bleibt.

Vor einigen Jahren hatte unser Chor bei einem Leistungssingen 33 Frauen und 14 Männer.
Bei einem Auftritt letztes Jahr zählte ich 12S, 15A, 5T und 5B

Das Problem sehe ich darin, dass die Tendenz in Richtung mehr Frauen, weniger Männer geht.

Ab wann kann man nicht mehr von einem ausgewogenen Chorklang sprechen?
Ist ein dreistimmiger Chor eine Alternative?

Wer hat Erfahrung in diesem Bereich?


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BeitragVerfasst: 13.08.2014, 17:29 
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Ja, ab wann wird's unausgewogen?

Hängt von der Qualität der einzelnen Sänger ab, und in welchen Stimmen die zu finden sind. Wenn es da genügend genügend kräftige und gute (vielleicht sogar ausgebildete) gibt, und die idealerweise anzahlmäßig in den Stimmen etwa gleich vertreten sind, fallen die übrigen nicht so ins Gewicht und es bleibt auch dann noch einigermassen ausgewogen, wenn die Frauen in größerer Überzahl sind. Wenn alle Guten aber z.B. im Sopran sind, dann hängt es schief, keine Frage...

Ansonsten ist dein angegeben Verhältnis von ca. 3:3:1:1 nicht ungewöhnlich. Bei einem Verhältnis von 4:1 Frauen:Männer fängt es aber meiner Ansicht nach an, langsam problematisch zu werden.
Ich helfe gerade in einem Chor aus, in dem man bei über zwei dutzend Frauen die Männer wortwörtlich an einer Hand abzählen kann. Der Tenor wird noch von ein paar tiefen Altistinnen mehr schlecht als recht verstärkt - im Bass singe ich momentan de facto alleine. Dafür gibt es einige ausgebildete Sopranistinnen und einen zwar zahlenmäßig starken, aber ansonsten eher schwachen Alt. Das klingt weder gut noch ausgewogen... :-(

Und klar: wenn bei den Männern einer fehlt, macht sich das aus naheliegenden Gründen sofort bemerkbar - bei den Frauen ist dann immer noch Luft. Wenn ich in obigem Chor ausfalle, ist der Bass praktisch nicht mehr existent, fält eine von den (ausgebildeten) Frauen aus, sind immer noch genügend Frauen da, die das auffangen können.

Der Chor des BR z.B. ist in den Stimmen etwa gleich besetzt; der der Bayerischen Staatsoper auch, bei einem homogenen Ausbildungs- und Qualitätsstand. Das wäre der Idealzustand...

Dreistimmig wäre natürlich eine Option, für "wenig Männer" - allerdings ist dafür das Repertoire ziemlich dünn.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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BeitragVerfasst: 14.08.2014, 00:08 
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Hopeful hat geschrieben:
Bei einem Auftritt letztes Jahr zählte ich 12S, 15A, 5T und 5B


Ok, Ihr habt mehr Frauen als wir. Hätten wir 8 Männer pro Stimme, wir wären ausgewogen.

T M Pestoso, das Verhältnis 4:1 ist extrem schnell erreicht, wenn man z.B. genau einen Tenor hat :/ GsD haben wir derzeit dort Nachwuchs, so dass wir im Moment tatsächlich auf ein Verhältnis von ca. 8:6:3:3 kommen, letzteres die Männer. Ich kenne keinen Laienchor, in dem es ein ausgewogenes Verhältnis gäbe. Dafür einige Männergesangsvereine... Je nachdem, was man erwartet und wie die Männer drauf sind, auch die Frauen (frau kann ja auch mal leise singen...) finde ich es, vom Klang her, auch gar nicht soo schlimm, wenn es wenige Männer gibt. Es ergibt sich halt ein für diesen Chor typischer Klang. Was gut oder schlecht klingt, liegt ja auch in den Augen des Betrachters, äh, Ohren des Zuhörers.

Dreistimmig wäre eine Option, wenn man die entsprechenden Arrangements findet oder selber schreiben kann. Besser ist, pfleglich mit den Leuten umzugehen :))

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Viele Grüße
Monika


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BeitragVerfasst: 14.08.2014, 07:55 
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Auf die Idee, tiefe Altistinnen bei den Tenören singen zu lassen,
T M Pestoso hat geschrieben:
Der Tenor wird noch von ein paar tiefen Altistinnen mehr schlecht als recht verstärkt
ist in unserem Chor - zumindest nach Außen hin - noch keine(r) gekommen.

Erst vor 75 Jahren musste der bis dahin reine Männerchor Frauen in seinen Reihen aufnehmen, und jetzt auch noch so etwas!
(übrigens, wie aktiviere ich hier die Smilies, hätte gern eine verwendet?)

Spaß beiseite : Irgendwie denke ich, es würde das Rollenverständnis der "gestandenen Mannsbilder", die sich ihrer Bedeutung für den Chor bewusst sind, stören, wenn sie sich von Frauen aushilfen lassen müssten.


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BeitragVerfasst: 14.08.2014, 11:24 
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Hopeful hat geschrieben:
Auf die Idee, tiefe Altistinnen bei den Tenören singen zu lassen,
T M Pestoso hat geschrieben:
Der Tenor wird noch von ein paar tiefen Altistinnen mehr schlecht als recht verstärkt
ist in unserem Chor - zumindest nach Außen hin - noch keine(r) gekommen.

Erst vor 75 Jahren musste der bis dahin reine Männerchor Frauen in seinen Reihen aufnehmen, und jetzt auch noch so etwas!
(übrigens, wie aktiviere ich hier die Smilies, hätte gern eine verwendet?)

Spaß beiseite : Irgendwie denke ich, es würde das Rollenverständnis der "gestandenen Mannsbilder", die sich ihrer Bedeutung für den Chor bewusst sind, stören, wenn sie sich von Frauen aushilfen lassen müssten.


Ich denke, das ist in allen gemischten Chören so, die Männer machen sich rar, hier im Landkreise höre ich öfter Chöre, die Männerchöre sind überaltert, die gemischten Chöre sind mit wenigen Sängern bestückt, so ist es leider. Frauen im Tenor ist leider oft so, obwohl ich es nicht so gut finde, aber, naja, wenn es nicht anders geht...

Ich habe eine Aufnahme, da habe ich mit einem Männerchor die Alt-Rhapsodie gesungen, jeder, der ein wenig was von Musik versteht, hört natürlich die Tenoristinnen....

übrigens, die Smilies sind aktiviert.....

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BeitragVerfasst: 14.08.2014, 14:31 
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Hopeful hat geschrieben:
Irgendwie denke ich, es würde das Rollenverständnis der "gestandenen Mannsbilder", die sich ihrer Bedeutung für den Chor bewusst sind, stören, wenn sie sich von Frauen aushilfen lassen müssten.

Ja: das kratzt am Selbstbewußtsein. Gemischt finde ich ehrlich gesagt auch nicht so gücklich, weil die Frauen zwar nicht höher, aber heller singen als die Männer, was Letztere dann dazu veranlassen könnte (muß aber nicht), sich als zu tief zu empfinden und dann nicht nur tatsächlich tendenziell zu hoch zu werden, sondern auch eng.
In dem Chor, in dem ich vor langer, langer Zeit mal meine ersten Schritte bezüglich Singen gemacht habe, wurde der Tenor komplett von Altistinnen gesungen, die Männer waren alle im Bass - war zwar ein eigener Klang, ging aber durchaus.

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BeitragVerfasst: 24.10.2014, 00:24 
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16 Männer in einem Chor? Das liest sich ja absolut traumhaft! In einem durchschnittlichen Kirchenchor befinden sich nämlich üblicherweise in der zahlenmäßig stärksten Stimmgruppe, dem Alt, etwa so viele Personen. Insofern könnte man die Anfrage von Hopeful tatsächlich als "Luxusproblem" auffassen.

Allerdings, nicht allein die Quantität macht es. Nicht nur das zahlenmäßige Verhältnis der Stimmgruppen untereinander ist entscheidend, wesentlicher ist wie sicher und selbständig die einzelnen Sänger sind. Drei sichere Sänger sind wesentlich besser zu hören als zehn die sich alle aneinander anhängen. Und, nicht zu vergessen, Männer haben eben von Natur aus kräftigere und volltönendere Stimmen als Frauen. Deshalb fällt es viel mehr auf wenn bei einer Probe ein Mann fehlt als wenn eine Frau fehlt.

16 Männer in einem Chor? Absolut traumhaft für denjenigen Chor der exakt einen Mann hatte - trotzdem wurde auch in diesem Chor vierstimmig gesungen. :n108: Und diesen Mann kratzte es ganz gewiss nicht an seinem Selbstbewusstsein dass die andere Männerstimme von meiner Wenigkeit (damals ebenfalls alleine) bestritten wurde.

Was heißt in diesem Zusammenhang eigentlich "Rollenverständnis?" Männer und Frauen tun in einem Chor doch genau das selbe, nämlich singen! Diese Tätigkeit an sich ändert sich doch nicht wenn eine Frau in der Tenorlage singt, und ich persönlich habe es in meinen nunmehr 35 Chorsänger-Tenor-Jahren noch nie erlebt dass irgend ein Mann sich daran stört wenn Frauen in "seiner" Stimmgruppe mitsingen. Im Gegenteil, die sind meist sogar sehr froh darum. Selbst aus der Bass-Gruppe wurde ich schon mal gefragt ob ich denn nicht auch mal bei ihnen mitsingen würde - Zitat: "Wir könnten Dich auch brauchen!"

So viel zu den "gestandenen Mannsbildern". :n118:

_________________
Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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BeitragVerfasst: 24.10.2014, 07:27 
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Es ist für mich immer beruhigend, in Alt zu singen, da wir hier die meisten Sängerinnen haben und wenn ich oder eine andere Alt mal fehle, ist es überhaupt nicht schlimm. Die zweitbest besetzte Stimmlage in unserem Chor ist der Sopran, aber ich merkte gerade bei der gestrigen Chorprobe, dass Masse keine Klasse bedeutet. Unsere zwei "gute" Sängerinnen im Sopran fehlten und obgleich 13 noch da waren, klang es gar nicht gut. Eine Stelle, wo sie solistisch ein G singen mussten, musste unser CL mehrmals proben (vor 2 Wochen war es eine andere solistische Stelle mit A...), um endlich mit Hilfe mehrerer Tricks den Ton strahlend und rein zu bekommen. Unsere Männer waren zu fünft pro Stimmgruppe und kamen bestens zurecht.
Was mir auffällt - die meisten der Männer sind um die 60 und haben viel Chorerfahrung. Die meisten der Frauen sind zwischen 40 und 50 und fingen erst mit den Chor an, als ihre Kinder "aus dem Gröbsten heraus" waren. So denke ich, dass das auch eine Rolle spielt.


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BeitragVerfasst: 25.10.2014, 13:28 
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Bei uns im Chor scheint auch der Alt die größte Stimmgruppe zu sein, gefolgt vom Sopran - oder war es umgekehrt?
Der Sopran ist bei vielen Frauen einfach beliebt, wie mir erscheint.
Auf jeden Fall kommt danach zahlenmäßig der Baß und dann der Tenor.
Und wenn wichtige Stimmen fehlen, merkt man das in jeder Stimmlage. Ganz besonders natürlich im Tenor.
Ein Ausfall im Alt oder Sopran ist da schon eher zu verschmerzen.
Wenn ein Chor 16 Männer hat und die gleichmäßig auf Baß 1, Baß 2, Tenor 1 und Tenor 2 verteilt sind, dann hat der Chor meiner Ansicht nach eine gute Basis, um eine Menge an Literatur zu singen. :92


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