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BeitragVerfasst: 05.01.2007, 16:29 
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Califonia hat geschrieben:
die chorleiterin von dem frauenchor, in dem ich singe, meint auch das es quatsch wäre, aufzuhören, nach dem motto sie macht meine stimme schon nicht kaputt.[...]
was meint ihr dazu?


Hallo,

ich meine, daß man ein bißchen auf sich aufpassen muß...
Chorleiter haben ja durchaus eigene Interessen.

Den Chorleiter, der sagt: "Ja, Mädel, ich mache dir deine Stimme kaputt.", den können wir wohl lange suchen!

Meine Beobachtung in jahrelangem Chorsingen geht dahin, daß sich Chorleiter um Wohl und Wehe einer Solostimme im Chor, die noch in Ausbildung ist, erst sorgen, wenn die Stimme "lästig" wird, weil sie sich in den Chorklang nicht mehr integrieren läßt. Dann wird das Argument der Unvereinbarkeit von Chor und Soloausbildung ausgepackt.

Solange es noch "irgendwie geht", versuchen Chorleiter Leute mit in Ausbildung befindlichen Stimmen im Chor zu behalten, weil es meist Leute sind, die engagiert sind und ganz gut singen und dem Chorklang nützen. Ob die Anpassung an den Chorklang dem einzelnen Sänger schadet oder nicht (das dürfte je nach Stimme verschieden sein), interessiert den Leiter eines Chores nicht unbedingt.

Ich habe gerade in meinem Chor eine recht traurige Sache erlebt bei einer jungen Frau mit einer großen, üppigen Stimme in Ausbildung, welche bei uns, die wir ein sehr kleiner Chor sind und viel Barockrepertoire singen, gestutzt und letztendlich wenn nicht kaputtgemacht, dann doch um Jahre zurückgeworfen wurde.
Unbedingt erwähnenswert ist, daß dieser Chorleiter keiner von denen ist, die vom Singen keine Ahnung haben. Er ist selber Sänger, und die Stimmbildung im Chor hat mir Entwicklungen beschert, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Daran lag es also nicht...

Wie eingangs erwähnt: man muß auf sich aufpassen.
Im Zweifelsfalle würde ich eher auf den Gesanglehrer hören - oder genauer: wäre ich in der Situation, daß ich Solisten werden wollte, würde ich eher auf den Gesanglehrer hören.
(Für mich selbst sähe das ganz anders aus: eine Gesangsausbildung, die meine Stimme choruntauglich macht, wäre das letzte, was ich wollte. Ich würde lieber Abstriche an der Solostimme hinnehmen.)

Gruß v. Emmy


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BeitragVerfasst: 05.01.2007, 18:15 
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EmmyNoether hat geschrieben:

Hallo,

ich meine, daß man ein bißchen auf sich aufpassen muß...
Chorleiter haben ja durchaus eigene Interessen.

Gruß v. Emmy


Wie wahr, Emmy! Mein Chorleiter hat auch wirklich Ahnung vom Singen und von Stimmbildung, viele Übungen zum Stimmsitz habe ich von ihm auch in mein eigenes Überepertoire übernommen. Aber seine ureigenste Aufgabe ist es nun mal, den Chorklang zu fördern, den er haben will, da kann einfach auf Einzelinteressen und Befindlichkeiten von Sängern mit Gesangsunterricht keine Rücksicht genommen werden, das kann man auch m.E. nicht verlangen. Bleibt also, genau wie Emmy sagt, dass man selber auf sich aufpassen muss - eine allgemeine Lösung gibt es nicht. Wie der Diskussion hier zu entnehmen ist, hängt es sehr stark vom Grad der Gesangsausbildung sowie vom Stimmtyp ab, ob am chorkompatibel ist oder bleibt, oder ob man es besser lassen sollte.

Ich möchte noch einmal anknüpfen an den Anfang dieses Threads, also an jene Phrase eines Chorstückes, die bei mir den Frust ausgelöst hatte. In der Probe nach diesem Frusterlebnis sangen wir dieses Stück wieder, ich hielt mich stur an den Ratschlag des Chorleiters von der Probe davor und "säuselte" die bewusste Stelle mit halber Stimme (ich hatte einfach keine Lust auf ein nochmaliges "Vortanzen"), zwei weitere Sängerinnen hatten diese Phrase zu singen. "Etwas mehr im 1. Alt", hieß es daraufhin. Ich hielt mich trotzdem weiterhin zurück, weil ich fand, dass die beiden anderen ja mal mehr geben könnten. Er war nicht zufrieden, also noch mal und noch mal (ich blieb stur...). Daraufhin beschloss er, dass der 2. Sopran die Stelle mitsingen sollte :pfeif:

Ich werde jetzt erst mal eine Chorpause machen und mich nach Mitsängern für ein kleines Solistenensemble umsehen. Dazu hätte ich auch ganz große Lust.

Liebe Grüße - und bevor das Jahr schon wieder alt ist: alles Gute und Liebe zum Neuen Jahr!

Orphenica

:hearts:


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BeitragVerfasst: 05.01.2007, 19:21 
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Ich denke, dass leichte Stimmen es da grundsätzlich leichter haben mit der Integration. Wenn ich als schwere Stimme gestutzt würde, wie es ja selbst mir einmal im Falle des Counter-Tenors passiert ist, würde ich sofort "die Fliege machen". :d_neinnein:
Es sei denn, mir wäre einfach, wie Emmy es andeutet, der Chorgesang wichtiger als die Solostimme.
Viel Glück bei der Suche liebe Orphenica! :hearts:
Deine Mini-Kastraten, liebe Uralt sind mir besonders sympathisch, weil ich ihre Produkte sehr liebe. Grüsse auf die Weide! :lol:


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BeitragVerfasst: 05.01.2007, 19:32 
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Hallo,


@orphenica:
Was du schildest, kommt mir bekannt vor in seiner ganzen Nervigkeit.

Wenn eine Chorleitung nicht gerade einen völlig destruktiven Führungsstil an den Tag legt in dem Sinne, ein Chormitglied gezielt draußen haben zu wollen und dafür alle erdenklichen Negativseiten heranzuziehen (Mobbing), dürfte es kaum wirklich eine ABSICHT sein, Stimmen kaputtmachen zu wollen.

Was aber , wie schon angeklungen, immer wieder vorliegt, ist Unwissenheit über die Besonderheiten stimmlicher Entwicklung oder eben die Priorität der eigenen Interessen und Vorstellungen über den Chorklang.

Gegen Letzteres ist ja grundsätzlich nichts zu sagen, wenn diese Vorstellungen nachvollziehbar sind, aber daran hapert es auch nicht zu selten, oft bedingt durch didaktiasches Unvermögen, also den Fehlen der Fähigkeit, den ChorsängerInnen zu vermitteln, was man will.

Unsere hier diskutierten Probleme hängen ja damit zusammen, dass die meisten von uns oft lange vor Beginn der Ausbildung bereits in einen oder mehrere Chöre integriert waren und sind, schon immer zu den durchaus tragenderen Stimmen gehörten und daher gern gesehen sind.

Und nun greift die Ausbildung immer mehr, auch das eingene Wissen über die Stimme nimmt zu und man wächst irgendwo hin und merkt gleichzeitig, dass der Chor sich verbessern würde, wenn alle an der Stimme arbeiten würden oder bemerkt, dass Vorstellungen der Chorleitung stimmschädlich sein können.

Da läuft enorm viel ab, was einen bis ins Innerste berührt, denn ggf. ist ja auch ein Teil des persönlichen Umfelds, des sozialen Netzwerks bedroht. M. E. hilft da nur, nach Möglichkeit Aussprachen mit den ChorleiterInnen und vielleicht, wenn die Beziehung zueinander danach ist, mit engeren ChorfreundInnen, um den eigenen Platz im Gefüge auszuloten und so bestmöglich frustträchtige Situationen zu vermeiden und sich auf eine ggf. finale Entscheidung, wenn es sein muss, vorzubereiten.

Dass Lehrer wie im Fall von dir, Mutzel, vom Choreintritt abraten, kann ich nur begrüßen. Die Einflussnahme wäre zu widersprüchlich und könnte gerade so am Anfang den Ausbildungserfolg gefährden.

Liebe Grüße,
dola


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BeitragVerfasst: 05.01.2007, 19:52 
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Ich denke ich nehm da gerne deinen und vor allem ihren "Rat" an, und werde mich an sowas nicht abmühen. Ohne nun abfällig von einem Chor zu sprechen aber das ist auch nichts für mich.

ICH:
"Soll ich etwa in einen Chor mitwirken??"

SIE:

"WAS?!,NEE! DU sowieso nicht!! DU wirst nur solistisch singen, und ich lass nicht zu, dass ein CHOR dir das vermasselt." :schlaumeier:

Ergo, ich darf und will nicht :)


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BeitragVerfasst: 27.01.2007, 10:56 
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Hallo zusammen

Dieser Thread hier ist ja nicht "umzubringen"... immer wieder flackert er auf! :kaffee

Ich finde mich selber in sehr vielen von Euren Aeusserungen. Wie ich auch festgestellt habe, ist es für eine "schwere" Stimme viel schwieriger, in einem Chor unterzutauchen... deshalb habe ich schliesslich endgültig darauf verzichtet, und ich bereue es nicht.

Einen zusätzlichen Punkt habe ich noch während meiner Parallel-Zeit entdeckt, Chor plus GU: Wenn meine Chorprobe am Dienstag war und der GU am Mittwoch, dann musste ich im GU viel mehr Rüffel einstecken, als wenn mein GU auf den Samstag fiel, also mehrere Tage zwischen der Chorprobe und dem GU lagen.
Ich habe dann selber festgestellt, wenn ich mich im Chor jeweils dermassen bemühte, meine Stimme "klein" zu machen, dass es mir am folgenden Tag schwerfiel, sie sofort wieder "gross" zu machen.
Rein vom Verstand her wusste ich ja, was ich zu tun hatte, aber meine Stimme wusste das offenbar nicht... :d_neinnein:
Dieses Hin und Her hat mich zunehmend belastet.

Meine Chorleiterin war übrigens ziemlich sauer, nachdem ich ihr erklärt hatte, dass ich aufhören wollte und nannte das einen "Schlag", da ich ja diejenige sei, welche den Sopran auf der Höhe halten könne. Ja klar, habe ich mich immer bemüht, den Sopran nicht absinken zu lassen :roll: , was für mich aber unsäglich mühsam war.
In einem Konzert war ich mal richtig gemein und habe einfach gestreikt. Ich konnte nicht mehr und habe nur noch markiert.
Der ganze Chor sank um ca. 1.5 Töne nach unten... was aber nur ein paar Fachkundige im Publikum merkten. :pfeif:
Auch dadurch ist mir klar geworden, dass ich nicht mit meiner Stimme den Chor, bzw. den Sopran "oben halten" will und kann, das war mir einfach zu anstrengend!

Jetzt bin ich super glücklich ohne Chor mit meiner neuen Gesangslehrerin und würde natürlich gerne ein kleines Vokal-Ensemble finden, aber das ist gar nicht so leicht... :n111:
Eine kurze Erfahrung damit durfte ich machen, als wir anlässlich eines Jubiläums-Konzertes einige Barbershop-Songs im Quartett sangen, wobei ich als einzige Amateurin mit drei Voll-Profis singen durfte.
Aber eben, das war leider nur eine Ad-hoc-Gruppe, die sich unterdessen wieder in alle Winde zerstreut hat.

Liebe Grüsse und
schönes Wochenende,
Romilda


Zuletzt geändert von Romilda am 27.01.2007, 19:04, insgesamt 2-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 27.01.2007, 14:11 
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Romilda hat geschrieben:
Meine Chorleiterin war übrigens ziemlich sauer, nachdem ich ihr erklärt hatte, dass ich aufhören wollte und nannte das einen "Schlag", da ich ja diejenige sei, welche den Sopran auf der Höhe halten könne. Ja klar, habe ich mich immer bemüht, den Sopran nicht absinken zu lassen :roll: , was für mich aber unsäglich mühsam war.
In einem Konzert war ich mal richtig gemein und habe einfach gestreikt. Ich konnte nicht mehr und habe nur noch markiert.
Der ganze Chor sank um ca. 1.5 Töne nach unten... was aber nur ein paar Fachkundige im Publikum merkten. :pfeif:

Oh Gott, wie ich das kenne! Du sprichst mir sooo aus der Seele :love:
Das ist wirklich extrem anstrengend, und ich habe die Quittung immer in den Ensembleproben - da steigen wir dann nämlich!!!! Sehr, sehr lästig. Aber ich KANN bei den Chören nicht aufhören, weil eben Freundschaften entstanden sind und alle, allen voran die Chorleiter, extrem enttäuscht wären, wenn ich aufhören würde. Aber wenigstens ist es ok, wenn ich nur mehr selten zu den Proben komme :mrgreen
Zitat:
Jetzt bin ich super glücklich ohne Chor mit meiner neuen Gesangslehrerin und würde natürlich gerne ein kleines Vokal-Ensemble finden, aber das ist gar nicht so leicht... :n111:

Gründe selber eins :mrgreen Hab ich auch so gemacht.


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BeitragVerfasst: 27.01.2007, 14:36 
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hallo

dieses Thema ist immer wieder aktuell und irgendwann, kommen alle auf den Trichter, dass ein Gesangsausbildung nicht kontrahär mit einem Chor laufen kann. Die Vergewaltigung einer Stimme, das Zurückhalten der Stimme im Chor, nicht so zu singen wie im Unterricht, halte ich für sehr gefährlich.
Stimmen die in der Ausbildung sind, tragen ganz anders, auch wenn man leise singt und wenn man nicht domant sein will, muss man sich ganz schön zurückhalten.

Das Thema, wann Gesangstunde, vor oder nach der Chorprobe, ist auch schon oft diskutiert worden. Genau da zeichnet es sich ab, vorher Chor, dann Gesangsstunde.....wie du schon schreibst Romilda, ist automatisch ein Schritt zurück.

Wer weiter kommen will im solistischen Bereich, sollte besonders zu Beginn der Ausbildung auf den Chor verzichten, oder sich einen Semiprofi Chor suchen.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 27.01.2007, 19:01 
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Fliu hat geschrieben:
Gründe selber eins :mrgreen Hab ich auch so gemacht.


Huch, Fliu, auf diese Idee wäre ich jetzt gar nicht gekommen... hmmm, ich könnte ja meine Gesangslehrerin darauf ansprechen. Sie hat doch sicher Verbindungen und kennt andere "Semi-Profi-Sänger."
Haaaaallo, ist hier jemand aus der Schweiz (oder Süd-Deutschland) im Forum??? :n2: Ich wohne nahe Basel...

Auf jeden Fall bin ich nach all Euren Beiträgen erleichtert, dass ich kein schlechtes Gewissen mehr haben muss wegen meiner "Chorverweigerung." :d_neinnein:

Liebe Grüsse,
Romilda


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BeitragVerfasst: 27.01.2007, 20:18 
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Romilda hat geschrieben:
Fliu hat geschrieben:
Gründe selber eins :mrgreen Hab ich auch so gemacht.


Huch, Fliu, auf diese Idee wäre ich jetzt gar nicht gekommen... hmmm, ich könnte ja meine Gesangslehrerin darauf ansprechen. Sie hat doch sicher Verbindungen und kennt andere "Semi-Profi-Sänger."

Ja, tu das! Glaub mir, es ist wie eine Erlösung :mrgreen Und eben die einzige Möglichkeit, wenn man wie ich partout nicht aufs mehrstimmige Singen verzichten will.


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BeitragVerfasst: 27.01.2007, 20:21 
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Naja Fliu, so einfach wie gesagt ist es nun nicht, man braucht die richtigen Leute und die müssen viele Opfer bringen, zeitlich, finanziell und und und.

Aber da du ja Landsmännin von Romilda bist, kannst du ihr sicher so einige Tipps geben.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 27.01.2007, 21:00 
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musika hat geschrieben:
Aber da du ja Landsmännin von Romilda bist, kannst du ihr sicher so einige Tipps geben.


Öööööhm, ist die Fliu Schweizerin? :n118:


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BeitragVerfasst: 27.01.2007, 21:30 
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Nein, ich bin aus Österreich :schlaumeier:
Zitat:
Naja Fliu, so einfach wie gesagt ist es nun nicht, man braucht die richtigen Leute und die müssen viele Opfer bringen, zeitlich, finanziell und und und.

Natürlich ist es nicht einfach - aber ich möchte es nicht mehr missen. Es geht wirklich sehr viel Zeit dafür drauf, aber ein Opfer ist das für mich nicht. Eher ein Geschenk. Und finanzielle Opfer bringen wir gar nicht, wir nehmen mehr ein, als wir ausgeben. Im Moment suchen wir aber nach Sponsoren, weil wir ja alle mit GU beginnen wollen :dafür:

edit: Das mit den richtigen Leute hab ich irgendwie überlesen. Das ist schon eher ein Problem! In unserer Gruppe sind nicht alle auf demselben Ausbildungsstand, sondern der ist sehr verschieden. Das führt natürlich manchmal zu Problemen, v.a., wenn man sehr ehrgeizig ist (wie ich :pfeif: ). Andererseits ist unser (Gesamt-)Niveau trotzdem im Vergleich zu den restlichen Laienchören hier in der Gegend 100:1, und von daher ist es eine riesige Erholung, in dieser Gruppe zu singen, auch wenn wir natürlich noch besser werden könnten und auch wollen.


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BeitragVerfasst: 28.01.2007, 04:16 
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hallo,

als ich mit dem singen angefangen habe, war ich auch in einem "mini-chor" (ein "harter kern" von 6 leuten, davon 2 mit gu und 2-5 wechselnde, die den zeitlichen aufwand etc. unterschätzt hatten).

für die meisten war der zeitliche aufwand kein problem, auch für die mit kindern nicht, da es bei den auftritten (musiktheater) und vorhergehenden proben eine kinderbetreuung gab und finanziellen aufwand gab es bei uns auch nicht, da wir viele gutbezahlte auftritte hatten, die nicht nur das gehalt des chorleiters und die kosten für babysitter, tontechniker, maskenbildner, choreographen, schauspiellehrer etc. deckten, sondern auch noch für vergnügliche chorwochenenden reichten.

das unterschiedliche können der chorsänger war für mich zuerst noch kein besonderes problem, da ich erst ein paar wochen vorher mit dem singen angefangen habe und der chorleiter dafür sorgte, daß alle anständig gesungen haben.
aber als ich dann unterricht nahm und der chorleiter aufhörte und die nachfolgerin es nicht schaffte, das vorherige niveau zu halten, wurde es bald sehr öde. einige übten zuhause überhaupt nicht mehr und ich mußte in der probe dann stundenlang warten, bis einige andere endlich ihre 3 töne konnten und da hatte ich keine lust mehr. in einem semi-prof. chor war es auch so und in einem großen chor in der masse unterzugehen hatte ich keine lust (war immer schon ne rampensau *ggg*).

"nachwuchs" bekamen wir teils durch mundpropaganda bzw. durch die auftritte und manchmal auch durch aufhänge an schwarzen brettern in uni und musikbücherei.

liebe grüße
kaja


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BeitragVerfasst: 29.01.2007, 10:50 
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Hallo,

ich habe seit vielen Jahren ein Ensemble wie von Fliu und kaja beschrieben und kann das nur empfehlen.

Das Wichtigste ist, die richtigen Leute zu finden, und zwar nicht nur stimmlich, sondern auch menschlich muß es einigermaßen passen in solch einem kleinen Kreis.

Solange die Mitsänger aus derselben Region kommen, hält sich der Aufwand in Grenzen, finde ich. (Inzwischen sind alle weitverstreut, und wir arbeiten projektmäßig, was die Sache erschwert.)

Was mir Spaß gemacht hat neben der Tatsache, daß ich mich dort stimmlich sehr weiterentwickeln konnte, war, daß man sich dort auch in hohem Maße inhaltlich einbringen konnte.

Als wir noch alle in derselben Gegend waren, ging es uns wie Flius Ensemble: dank häufigerer Engagements waren wir finanziell recht gut ausgestattet.
Wir haben uns fürs Ensemble von einem Teil des Geldes einen Stimmbildner geleistet, der wöchentlich mit uns gearbeitet hat.

Vielleicht wäre das auch noch eine Idee für Euch, Fliu.
Wir haben sehr davon profitiert.

Gruß v. Emmy


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BeitragVerfasst: 29.01.2007, 11:39 
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EmmyNoether hat geschrieben:
Wir haben uns fürs Ensemble von einem Teil des Geldes einen Stimmbildner geleistet, der wöchentlich mit uns gearbeitet hat.
Vielleicht wäre das auch noch eine Idee für Euch, Fliu.
Wir haben sehr davon profitiert.

Ganz so viel bleibt noch nicht übrig - aber ich glaube, ich hab schon mal erwähnt, dass wir im Moment auf Sponsorensuche sind, um uns wöchentlich Stimmbildung leisten zu können. Dann allerdings Einzel- und nicht Gruppenstimmbildung, eben weil wir so unterschiedlich weit fortgeschritten sind. Aber ich freu mich schon darauf :n2:


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BeitragVerfasst: 29.01.2007, 21:02 
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Hallo zusammen

Da kommen ja wirklich diverse Erfahrungen zum Vorschein... ich selber kann eigentlich nur von diesem Barbershop-Ensemble berichten, das aber am Ende gescheitert ist, was ich sehr schade fand.

Wie gesagt waren wir drei Profis und ich als Amateurin. Ich sang dabei den "undankbaren", weil unheimlich schwierigen Alt-Part, der eigentlich gar nicht mein Stimmfach ist, aber mir sozusagen von meiner GL "zugeteilt" wurde.
Ich erhielt aber trotzdem sehr viel Lob von meinen Mitsängern und vom Publikum... ich nehme an, viele von Euch kennen die Barbershop-Songs und wissen, wieviel "schräge" Harmonien man dabei singen muss. Das Ganze muss sehr strikte musikalisch umgesetzt werden.
Nach dem ersten Erfolg bei diesem Jubiläums-Konzert versuchte ich aus eigener Initiative einen Neuanfang mit der gleichen Formation, der jedoch schief ging... meine GL sang damals den Sopran, brachte jedoch deutlich zu viel von ihrer "Opern-Stimme" mit viel Vibrato ein.
Den beiden Männern war das zu dominant, und wir diskutierten verschiedene Möglichkeiten.
Eine davon wäre gewesen, dass meine GL und ich die Stimmen getauscht hätten, ich den Sopran und sie Alt. Das wiederum wollte sie nicht... obwohl mir der Sopran-Part viel besser gelegen wäre und beide Männer diese Lösung deutlich bevorzugt hätten.
Na ja, das Ganze ging dann jedenfalls bachab, weil wir uns nicht einigen konnten und meine GL sich wahrscheinlich auch etwas pikiert fühlte, dass man sie vom Sopran zum Alt "degradieren" wollte.
Wie auch immer, Sänger sind Sensibelchen, habe ich damals gelernt. :roll:

Das sind bisher also meine beschränkten Erfahrungen mit einem Ensemble.

Liebe Grüsse,
Romilda


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BeitragVerfasst: 29.01.2007, 21:22 
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Romilda hat geschrieben:
Hallo zusammen
Na ja, das Ganze ging dann jedenfalls bachab, weil wir uns nicht einigen konnten und meine GL sich wahrscheinlich auch etwas pikiert fühlte, dass man sie vom Sopran zum Alt "degradieren" wollte.
Liebe Grüsse,
Romilda


:n140: :n139: :brüöö :verdacht :n180:
:totlach :totlach :totlach :totlach


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BeitragVerfasst: 29.01.2007, 23:54 
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@uralt:
:n2:
jaja, jetzt ham sés wiéder mal genau bei´nand.

:win :n110:


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BeitragVerfasst: 30.01.2007, 13:07 
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Chorleiter oder musikalische Direktoren haben IMMER ein Eigeninteresse - es ist schon angebracht, da auf sich aufzupassen.

Ich erlebe das gerade selbst, weil ich im Ensemble als "Springerin" arbeite (letzten Endes ist die Company in einem Musical ja auch nuescht anderes als ein Chor, allerdings kommt da noch erschwerend Szene und Choreographie zu).
Einerseits hat mich das zwar irgendwie gefreut (denn Swings werden oft nur an die Leute vergeben, die musikalisch absolut sicher sind und sich schnell umstellen koennen), anderseits ist das schon auch eine Belastung, und man muss das fuer sich sehr genau abwaegen. Der Sopran hat jetzt in dem bestimmten Stueck zwar nix Hoeheres als ein a2 zu singen, bewegt sich ueber weite Strecken allerding eben in Sopranlage irgendwo zwischen d2 und f2, und das ist auf Dauer SEHR anstrengend - v.a., wenn man sich dazu auch noch viel bewegen muss und deswegen hin und wieder aus der Stuetze geht, da geht das dann naemlich sofort auf die Stimme.
Ich mache das ehrlich gesagt nur, weil es fuer mich momentan eben wichtig ist, hier einen Fuss in die Tuer zu kriegen (und weil ich zudem eben noch einen anderen Job dadurch bekommen habe und da im Moment vorsichtig ventilieren muss, niemanden zu veraergern).

Chorsingen ist ja eigentlich eh nicht mein Ding, aber da ich hier zwei Probleme habe, muss ich halt Abstriche machen.
Das Erste: Um mich rum nur SEHR kleine Stimmen, mit denen ich in Duetten etc. nicht kompatibel bin (und wer mich kennt, weiss, dass ich von "dramatisch" nun wirklich meilenweit entfernt bin, gegen Octaviane komme ich z.B. nicht an, wenn die auch noch den Sopranpart singt :pfeif: , aber Ihr muesstet das hier einfach selbst mal hoeren, es ist teilweise echt unglaublich :roll: )
Das Zweite: Mein Akzent, der mich wahrscheinlich von Vornherein fuer Hauptrollen disqualifiziert, denn in Musicals wird nunmal leider nicht nur gesungen, sondern auch sehr viel gesprochen. Das ist schon auch aergerlich, denn mein Englisch ist wirklich sehr gut (kann ich ganz eingebildet sagen), aber ich werde natuerlich trotzdem in 100 Jahren nicht klingen wie ein "Eingeborener".

Dazu schreibe ich aber nochmal was im Sprachenthread ...


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