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 Betreff des Beitrags: Re: Disziplin
BeitragVerfasst: 08.01.2009, 13:02 
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Zitat:
Mein Mann war in einem Männerchor von 180 Sängern


Wow! Waren da alle singfähigen und -willigen Männer aus ganz Süddeutschland versammelt? Kein Wunder, daß sich alle anderen mit Männern so schwer tun… ;-)
:verdacht


Disziplin im Chor ist meiner Meinung nach nur so gut oder so schlecht, wie sie der Chorleiter und/oder Vorstand einfordert.

Gegen Zuspätkommen oder unregelmäßigen Probenbesuch gibt es wirksame Instrumente, angefangen damit, daß die Probe PÜNKTLICH beginnt, ohne Rücksicht darauf, daß vielleicht nicht alle da sind. Viele Zuspätkommer rechtfertigen sich ja vor sich selber damit, daß ja sowieso nicht pünklich angefangen wird. Also wäre pünktliches Erscheinen ja auch nicht unbedingt erforderlich. Damit verschiebt sich aber der Anfang noch weiter nach hinten etc. etc.

Als nächstes haben ALLE Zuspätkommer DRAUSSEN zu warten, bis das Einsingen beendet ist, oder bis gerade mal eine Unterbrechung eintritt, und nicht einzeln hereinzutröpfeln. Der Chorleiter hat das Zuspätkommen grundsätzlich zu bemerken, damit irgendwann im Kleinhirn ankommt, daß es auffällt.

Schwätzen und Herumreichen von Listen etc. ist im Entstehen zu unterbinden mit Hinweis auf die Pause oder das Ende der Probe und daß es unkollegial gegenüber den anderen wäre.

Nichtteilnahme an der Probe wird festgehalten, mit der Folge, daß ab einer bestimmen Anzahl von Fehltagen das entsprechende Mitglied vom Auftritt ausgeschlossen wird. Ich kenne Konzertchöre, die geben sogar Bühnenausweise aus, damit sichergestellt ist, daß NUR diejenigen auf dem Podium erscheinen, die auch an den Proben teilgenommen haben.

Wenn eine Stimme ihren Part absolut nicht kapiert, dann wird nicht ewig daran herumgeprobt und alle anderen langweilen sich (sowas provoziert Schwätzerei!), sondern es wird etwas anderes geprobt, und die Mitglieder dieser Stimme bekommen als Hausaufgabe auf, sich bis zum nächsten Mal vorzubereiten. (zugegeben: das kann in einem Laienchor schwierig sein, aber normalerweise sind zumindest immer einige in der Lage, sich vorzubereiten!). Alternativ gib es (besonders am Anfang der Probenarbeit) getrennte Stimmproben.

Auf- und Abtritt muß grundsätzlich geprobt werden, zumindest in größeren Ensembles, und es ist jemand dafür verantwortlich, der das Aufstellen draußen organisiert. Das funktioniert nicht „von allein“. Gegebenenfalls hinterher Manöverkritik dazu.

Nicht Rausschauen (vor allem die Noten so zu halten, daß man unmöglich Blickkontakt zum Dirigenten hat), kann man im fortgeschrittenen Probenstadium begegenen mit der Aufforderung „…und jetzt legen wir alle mal die Noten weg…“.

Wenn Einzelne oder Teile des Chores in unverändertem mf ins piano singen, oder nicht staccato, oder zu lange aushalten, oder „t“ und „s“ al gusto absprechen, wird das thematisiert mit dem Hinweis, daß der angestrebte Effekt beim Teufel ist, wenn sich auch nur EINER NICHT daran hält.

Die Noten bleiben oben, bis der Dirigent die Arme sinken läßt, auch das gehört evtl. angesprochen. Es gibt kein gutes Bild, wenn das Orchester noch 20 Takte im pp dahinstirbt, und der Chor schon den Anschein erweckt, daß er gleich heimgeht.

Eigentlich doch ganz einfach! :n110:

Das ist zwar u.U. eine Sisyphos-Arbeit, aber es gibt, glaube ich, keinen Chor, der nicht erziehbar wäre. Man muß halt nur darüber reden. Meist ist es ja nur reine Gedankenlosgkeit und nicht böse Absicht!

Viele Grüße
TMPestoso

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Disziplin
BeitragVerfasst: 08.01.2009, 14:01 
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T M Pestoso hat geschrieben:
Zitat:
Mein Mann war in einem Männerchor von 180 Sängern


Wow! Waren da alle singfähigen und -willigen Männer aus ganz Süddeutschland versammelt? Kein Wunder, daß sich alle anderen mit Männern so schwer tun… ;-)
:verdacht

Viele Grüße
TMPestoso


Ja, diese Chöre von Bayer Leverkusen sind bekannt und sind durch die ganze Welt gereist. Nicht jeder kam in diese Chöre, erst nach Vorsingen und Test.

Durch die vielen Reisen bekannt, bleibt auch der Nachwuchs nicht aus. Weihnachtskonzerte mit dem Männerchor sind im Altenberger Dom Tradition und schon im Juli ausgebucht.

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Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Re:
BeitragVerfasst: 08.01.2009, 14:14 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Zitat von dola: "Warum gibt es MitsängerInnen, die meinen, dauernd den Nachbarn ... auf tatsächliche und vermeintliche Fehler hinweisen zu müssen?"

Zum Beispiel deshalb, weil viele Leute einfach irgend etwas vor sich hinsingen und sich überhaupt nicht dafür interessieren ob das was sie da singen auch so in den Noten steht. Oft hören sie es schlichtweg auch nicht dass sie selbst etwas anderes singen als die anderen aus der selben Stimmgruppe.

Ein weiterer Grund: Der vorne stehende Chorleiter hört nur den "groben" Gesamtklang. Ich wundere mich immer wieder über Chorleiter die Dinge welche ich selbst als mitten im Chor sitzender deutlich wahrnehme scheinbar überhaupt nicht bemerken, dementsprechend eben auch nicht korrigieren.

Eine Chorleiterin erzählte mir mal von einem diesbezüglichen Aha-Erlebnis: Unser Chor probte zusammen mit einem anderen Chor unter dessen Chorleiter. Sie sang derweil bei uns mit und staunte Bauklötzer wie viel innerhalb einer Stimmgruppe falsch gesungen wird, was ihr aber "vorne" noch nie aufgefallen sei.

Wenn Sänger sich untereinander korrigieren, dann wird das bei uns so gehandhabt dass sie dies LEISE tun während eine andere Stimmgruppe probt.

Derartige "interne" Korrekturen unter Nachbarsängern machen auch insofern einen Sinn als dass es einfach die gesamte Einstudierung eines Stückes sehr erschwert wenn Fehler nicht alsbald korrigiert sondern einfach so hingenommen werden (und je länger sie hingenommen werden desto schwieriger wird die Korrektur, allseits bekannt).

Mir ist ein Fall bekannt, dass eine Chorstimme sehr viel sicherer wurde als jemand dazu kam der sich nicht gescheut hat seine Singnachbarn "intern" zu korrigieren. Seither ist auch der Probenbesuch innerhalb dieser Stimmgruppe regelmäßiger... :n110: :verdacht

Viele Grüße
AK-Kontraalt


Hmm, ich glaube zu dem Thema "Kritik an Sängerkollegen" hatten wir schon mal ein Thema, sonst könnte man ja eines eröffnen.

Meine Gedanken dazu sind: Ich stimme Dir vollkommen zu, liebe AK-Kontraalt, dass eine Korrektur gut und sinnvoll ist, um die Qualität des (Chor-)Klanges zu verbessern. Trotzdem bin ich persönlich immer vorsichtig damit, meine Mitsänger zu korrigieren oder zu kritisieren, solange ich nicht explizit um meine Meinung gebeten werde (und auch dann versuche ich, mich möglichst diplomatisch und höflich auszudrücken - sollte ich wirklich Kritikpunkte haben - so bin ich nun mal :kaffee ). Leider gibt es in vielen Chören (und anderen Gemeinschaften) ja immer wieder Menschen, die einfach nur gerne meckern, egal, ob dies berechtigt ist oder nicht, oder die es gar selbst nicht besser machen.

Wie immer macht wohl der Ton die Musik und es kommt wohl auch auf die Prrsönlichkeiten der Chormitglieder an, ob (höfliche) Offenheit oder Zurückhaltung bei gegenseitiger Kritik die bessere Methode ist. Wenn ihr es schafft, euch in eurem Chor gegenseitig zu korrigieren, ohne dass dabei Empfindlichkeiten geweckt werden, spricht das doch für eine gute Chorgemeinschaft.


Liebe Grüße

Octaviane

_________________
„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


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 Betreff des Beitrags: Re: Disziplin
BeitragVerfasst: 08.01.2009, 15:54 
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Liebe Octaviane,

ich stimme dir voll zu, danke:-)

Im Übrigen gibt es in diesem Thread noch einen zweiten Beitrag von mir, der der Konkretisierung dienen sollte.

LG

dola


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 Betreff des Beitrags: Re: Disziplin
BeitragVerfasst: 08.09.2010, 10:29 
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Altes Thema, aber immer wieder und immer mehr aktuell ... grins
Ich hatte das Vergnügen, am letzten Wochenende einen workshop mit einem Kollegen zusammen zu leiten. Dieser ist gnadenlos: Er spricht zu spät kommende Choristen an, aber auch nicht mehr und er hört sofort auf zu Proben, wenn das Geschnatter losgeht und spricht auch in diesem Fall KONKRET die Leute an. Aber eben nur einmal und sehr diplomatisch. Trotzdem ist das den Leuten so peinlich, dass das auch für längere Zeit funktioniert. Darüberhinaus sagt er den Leuten klar und deutlich, dass ein solches Verhalten eine grobe Unhöflichkeit gegenüber den Kollegen und vor allem dem Chorleiter ist. Schließlich beschäftigt er den Chor so durchgehend und dauernhaft, dass es eh kaum Gelegenheiten gibt, unaufmerksam zu werden! Klasse Taktik!
Gruß und kuss, der musencus


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 Betreff des Beitrags: Re: Disziplin
BeitragVerfasst: 18.09.2010, 08:56 
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Ich singe in einem kleinem Chor- wenn alle da sind sinds 14, meist sind wir aber 12.

Im Flüsterton korrigieren wir uns untereinander, jeder übersieht mal einen "Fliegenschiß" sprich ne punktierte Note oder haut mal nenn Halbton daneben wenn das Stück neu ist.
Das ist weder für uns noch für unseren Chorleiter ein Problem, aber es muß leise und in Maßen sein, damit nicht gestört wird.

Wir hatten allerdings mal einen Tenor, der glaubte der beste Sänger weltweit zu sein und alles besser zu können und zu wissen.
In Wirklichkeit war er immer zu laut, schief und sang wie ein Bauer- "korrigierte" jedoch sehr gerne den ganzen Chor.
Nachdem unser Chorleiter ihn mehrmals in einer Probe darauf hingewiesen hat, dass ER dafür bezahlt wird um zu korrigieren, besagter Sänger aber weiter machte, legte ihm unser Chorleiter 10€ auf den Tisch und fuhr nach Hause.
Natürlich gabs dann eine heiße Diskussion vom Chor mit besagtem Sänger, woraufhin dieser beleidigt abzog und nie wieder auftauchte.
Ehrlich gesagt, auch wenn wir nur so wenig Mann sind- es war kein Verlust.

Ansonsten sind wir eigentlich recht diszipliniert, unser Chorleiter macht sehr gerne mal Aufmerksamkeitstests, wenn er das Gefühl hat das sein "Gewedele" ignoriert wird.
Einfach mal abwinken mitten in der Phrase und schaun wer nicht aufgepasst hat z.B.

Womit man ihn aber richtig auf die Palme bringt, ist zu den Proben nicht erscheinen und dann bei der Generalprobe für eine Aufnahme oder einem Konzert kommen und erwarten dass er dem Sänger dann im Hauruckverfahren die Stimme einprügelt- da wird er (verständlicherweise) zu Wildsau.

Was ein no-go ist, sind z.B. Kreuzworträtsel lösen wenn eine andere Stimme grade übt.
Er geht dann gerne hin und springt zur jeweiligen Stimme und gibt den Einsatz- der Rätselne kriegt das natürlich nicht mit und fällt unangenehm auf damit.

Wie man sieht- unser Chorleiter ist recht erzieherisch unterwegs (Berufskrankheit- wir arbeiten zusammen mit geistig Behinderten :n108: )


LG MisSkorbut


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 Betreff des Beitrags: Re: Disziplin
BeitragVerfasst: 18.09.2010, 15:23 
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Disziplin ist das "A & O" wenn man mit einem chor etwas erreichen will, so einfach ist es.

Es kann auch mich passieren dass ich zu spät komme (Arbeit, Verkehr etc.) - wenn es passieren sollte dann warte ich draußen auf eine Unterbrechung und schleiche nachher so still, leise und unauffällig wie irgendwie Möglich auf mein Platz.
Mich nervt es ungemein wenn andere mitten in der Probe einfach völlig unbekümmert mitten rein platzen, wenn während der Probe geschwätzt wird etc. - es stört! Man kann sich vor und/oder nach der Probe unterhalten - in der Probe gehe ich um zu proben, zu lernen, mich weiter zu entwickeln!

Ich wurde, vor nicht all zu lange, zu einem kleinen Projektchor eingeladen. Die proben sind relativ selten (eigenständiges Vorbereiten und üben wird vorausgesetzt) und die Proben sind ein Wohltat! An sich schon noch locker - und doch hoch konzentriert! Hoffentlich wird es weitere Projekte geben in dieser Kreis.....

http://www.ensemble-muss.de/2.html


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