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 Betreff des Beitrags: Dirigenten
BeitragVerfasst: 21.05.2006, 11:38 
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Hallo,

nach der Erfahrung mit einem Projektchor und Solisten stellt sich mir die Frage, was macht ihr, wenn der Dirigent keinen Einsatz gibt, fangt ihr trotzdem an? Bei manchen Chören entsteht dann eine Unsicherheit, weil sich niemand traut einzusetzen.
Wie macht ihr das?

Liebe Grüsse :?:

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BeitragVerfasst: 21.05.2006, 11:52 
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Ich denke mal du meinst, wenn der Dirigent mitten im Stück einer Stimme keinen Einsatz gibt, oder ? Oder dem gesamten Chor, weil er grade mit den MusikerInnen oder SolistInnen beschäftigt ist und es vergißt ?

Für mich ist das ganz klar : einsetzen - und sich am Ende einen Handkuss vom Dirigenten ( Schulterklopfen oder so bei den Männer ) abholen für seine "Rettung".

So erlebt bei "Norma", wo wir Damen eingesetzt haben ohne Einsatz des Dirigenten ( der grade Probleme im Orchester lösen mußte ) und am Ende alle Chordamen einen Handkuss bekamen mit den Worten : Jo meine Damen, ihr habts mi g'rettet. ( Ok., der Dirigent ist Österreicher, aber es war total süß.)

Liebe Grüße
Uralt


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BeitragVerfasst: 21.05.2006, 12:12 
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Ich bin zugegenermassen immer eine Schrecksekunde irritiert, wenn der dirigent keinen Einsatz gibt.
Mir ist es nämlich schon passiert, dass ich beim Rossini mal als Einzige zu früh mit einem "Kyrie" angefangen habe und fast in den Erdboden versunken bin...im Konzert wohlgemerkt :oops:
Seither gucke ich erstmal auf meine Mitsängerinnen.Wenn keiner Anstalten macht, dann halte ich lieber die Klappe, denn verzählt hat man sich schnell.
Zu zweit oder zu dritt haben wir aber schon oft den Einsatz gerettet..... :lol:
Cantilene :hearts:


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BeitragVerfasst: 21.05.2006, 13:07 
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Hallo musikavokale,

die Frage ist nicht ganz unberechtigt. Unser Dirigent hatte diese Angewohnheit sehr oft und sich damit den Unmut des Chores oder der Solisten zugezogen.

Wir haben aber sehr schnell gelernt auch dann einzusetzen, wenn kein Zeichen kommt.

:hearts: Rolando

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Und plötzlich weißt du:
Es ist an der Zeit, etwas Neues zu beginnen, und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.(Meister Eckhart)


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BeitragVerfasst: 21.05.2006, 15:01 
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Aus meinen Chorzeiten kann ich nur sagen: Einsetzen! Ich hab' das mal nicht getan, weil ich wirklich gepennt habe, was zum Ergebnis hatte, dass der komplette Alt nicht eingesetzt hat (ich war Stimmführerin, und die meisten haben sich drangehängt). Peinlich sowas ...

Da komme wir auch gleich zu etwas sehr Wichtigem: Es ist SCHEISSEGAL, was mein Nachbar macht, ICH muss sicher sein in dem, was ich tue. Ich weiß, dass das manchmal schwer ist, aber von dem Gedanken, immer auf die anderen zu gucken oder zu hören, muss man sich unbedingt lösen. Und, wenn es nicht gerade ganz komplizierte Neue Musik ist, auch vom Zählen. Man muss jedes Stück musikalisch so für sich erarbeiten, dass man seinen Einsatz nicht nur erkennt, wenn man die ganze Zeit durchzählt, sondern auch an musikalischen "Schlüsselpunkten", Harmonieabläufen usw. Alles andere geht meist in die Hose.

Und zum Mitzählen oder "innerlichen Mitsingen" mit anderen Stimmen: Leider sieht man das auch, das wirkt gerade auf der Bühne oder im Konzert auch nicht immer so prickelnd ...


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BeitragVerfasst: 21.05.2006, 17:42 
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Eponine hat geschrieben:
Aus meinen Chorzeiten kann ich nur sagen: Einsetzen! Ich hab' das mal nicht getan, weil ich wirklich gepennt habe, was zum Ergebnis hatte, dass der komplette Alt nicht eingesetzt hat (ich war Stimmführerin, und die meisten haben sich drangehängt). Peinlich sowas ...

Da komme wir auch gleich zu etwas sehr Wichtigem: Es ist SCHEISSEGAL, was mein Nachbar macht, ICH muss sicher sein in dem, was ich tue. Ich weiß, dass das manchmal schwer ist, aber von dem Gedanken, immer auf die anderen zu gucken oder zu hören, muss man sich unbedingt lösen. Und, wenn es nicht gerade ganz komplizierte Neue Musik ist, auch vom Zählen. Man muss jedes Stück musikalisch so für sich erarbeiten, dass man seinen Einsatz nicht nur erkennt, wenn man die ganze Zeit durchzählt, sondern auch an musikalischen "Schlüsselpunkten", Harmonieabläufen usw. Alles andere geht meist in die Hose.

Und zum Mitzählen oder "innerlichen Mitsingen" mit anderen Stimmen: Leider sieht man das auch, das wirkt gerade auf der Bühne oder im Konzert auch nicht immer so prickelnd ...


Hallo Epo,
ich stimme dir im Wesentlichen zu - jeder im Chor sollte selbst sicher genug sein und durchsingen, egal, ob der Chorleiter den Einsatz gibt oder nicht. Aber innerlich mitzählen (bzw. den Rhythmus innerlich spüren) und zum Teil innerlich mitsingen tue ich trotzdem immer, ich finde das bei komplizierten doppelchörigen Stücken unerlässlich, und die Gefahr, den Einsatz nicht richtig zu kriegen, ist mir viel zu groß. Außerdem ist es mir auch schon passiert, an Stellen, wo ich mich für meinen Einsatz auf die Vorlage z.B. des Soprans oder einer anderen Stimmgruppe verlassen habe (und eben nicht mitgezählt habe), dass diese Vorlage dann leider falsch war, und bevor dann alles aus dem Ruder gerät, tut man gut daran, wieder an der richtigen Stelle einzusetzen, dann kommt der Rest auch wieder hinterher. Solche Situationen hatte ich aber eher in meinem früheren Chor, in meinem jetzigen passieren zwar auch Patzer, aber so extrem dann nun doch nicht ;-)

LG, Orphenica


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 Betreff des Beitrags: Re: Dirigenten
BeitragVerfasst: 22.05.2006, 11:41 
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musikavokale hat geschrieben:
nach der Erfahrung mit einem Projektchor und Solisten stellt sich mir die Frage, was macht ihr, wenn der Dirigent keinen Einsatz gibt, fangt ihr trotzdem an? Bei manchen Chören entsteht dann eine Unsicherheit, weil sich niemand traut einzusetzen.
Wie macht ihr das?


Ich auch sage ganz klar: Einsetzen! Wie gut der Einsatz dann wird, hängt davon ab, wie gut der Chor das Stück beherrscht. Klar wird er weniger prägnant sein als mit einem Zeichen, vor allem wenn dieses normalerweise sehr deutlich gegeben wird. Wenn der Dirigent wegend gravierender Probleme im Orchester KEINEN Einsatz will, muss er dies anzeigen (auch das habe ich schon erlebt). Es gibt aber aber Situationen, in denen der Chor wirklich auf den Einsatz angewiesen ist. In unseren Konzerten vom Wochenende gab es Stellen, an denen uns das Mitzählen verboten wurde und das Geschehen im Orchester so unübersichtlich war, dass wir nur nach dem Zeichen gegangen sind. Wäre dieses vergessen worden, wäre auch kein Einsatz erfolgt. Diese Situation ist aber wirklich die Ausnahme und nicht die Regel.

Leider sind gerade in grossen Chören immer viele Mitläufer, die sich ziehen lassen und zu sehr nach Ohr singen, statt selbstverantwortlich aktiv und präsent zu sein. Das auszumerzen ist ein Kampf gegen Windmühlen, das haben wir gerade wieder erlebt.


Gruss
lucicare :Sonne


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 23.05.2006, 15:13 
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Ich bin auch der Meinung, dass der Chor auch ohne Einsätze des Dirigenten sicher sein sollte. Zumal manche Dirigenten sich auch nicht immer auf Chor UND Orchester konzentrieren können.
Das geht aber nicht bei allen Stücken - ich denke da z.B. an das berüchtigte "Wohin" bei der Johannes-Passion. Da würde ich mich auch nie auf mein eigenes Gefühl verlassen.
Als Solist muss ich mir eh bombensicher sein - notfalls auch ohne Dirigent, sonst würde ich gar nicht auf die Bühne raus gehen!

Gruß
mezzo


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BeitragVerfasst: 23.05.2006, 15:22 
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Ich bin auch für EINSETZEN! :dafür:
Vor ein paar Jahren habe ich Haydn Rupertimesse dirigiert und im Agnus Dei dem Bass nicht keinen Einsatz gegeben, sondern einen Falschen :-(, und zwar einen Takt zu früh. Sie haben mich freudig angegrinst und richtig eingesetzt. Zwar habe ich sie nicht mit Handküssen bedacht, aber mich bei jedem einzelnen bedankt für die Rettung, die mir zuteil wurde.
Gruß und Kuss, der rettungsfrohe musencus


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 18.04.2007, 23:04 
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Das Thema ist zwar eigentlich schon längst veraltet :-)
Aber ich muss auch eine Geschichte dazu beitragen:

Ich habe Turandot als konzertante Aufführung in einem kleinen aber feinen Stadttheater im Extrachor mitgesungen. Etwa die Hälfte des Chores bestand aus Profis, die andere Hälfte ambitionierte Freizeitsänger (wie ich).
Ein Einsatz war immer unsicher und wurde nie mit einer sonderlichen Probe bedacht. In den Chorproben mit Klavier ging es immer, mit Orchester und Tempowechsel des GMDs waren wir immer etwas spät und der erste Takt war zäh.
Ich habe schon in den Proben nicht verstanden, warum darauf nicht ein besonderes Augenmerk gelegt wurde, aber in den Konzerten klappte es zum Glück immer so grade (war ein leiser Einsatz, also viel es nicht so auf, dass er unsicher war).
Dann war die Spielzeit zu Ende und nach der Sommerpause gab es eine Wiederaufnahme. Sehr zu meiner Verwunderung gab es zwar noch eine (dünn besetzte) Chorprobe davor, aber keine mit Orchester und da passierte, was passieren musste:

Der Einsatz kam, aber der Chor sang nicht. Zu meiner Ehrenrettung: Ich -und auch wenige andere - habe gesungen und zwar richtig und von Anfang an, aber leider (verunsichert durch die nicht einsetzenden Profis)
nicht sehr überzeugt und vorne wohl nicht wirklich hörbar. :-))

Der folgende total schockierte Blick des GMDs hat mich dann sicherer gemacht und irgendwann hatte sich dann der Chor doch wieder an die einzelnen Stimmchen im Chor drangehängt.
Diese Schrecksekunden were ich aber nicht so schnell vergessen.

So viel zum Thema Stimmführer, da saßen viele solche und es war kein Verlass auf sie... :schlaumeier:


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