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 Betreff des Beitrags: Das Stimmregister
BeitragVerfasst: 12.04.2008, 12:36 
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Stimmbildung im Chor von Claudia Rübben-Laux, Chordirektorin FDB, Dozentin für
Stimmbildung und Mitglied des Musikausschusses des Sängerbundes NRW, Sopranistin.

Diese Beitragsserie ist entnommen aus "Chor live", Fachzeitschrift für das Singen, Chor Verband NRW

Die Stimmregister

Mit Stimmregister bezeichnen wir Stimmqualitäten, die durch verschiedene Masseund Spannungsverhältnisse in den Stimmlippen zustande kommen. Bei den Frauen- wie auch bei den Männerstimmen unterscheidet man drei Hauptregister:
1. Kopfregister
2. Mittelregister
3. Brustregister

Das Kopfregister oder die Kopfstimme ist die Randschwingung der Stimmlippen, der Stimmbänder. Dieses Register herrscht
bei der hohen Frauen- und Kinderstimmlage vor. Die Töne des Kopfregisters klingen weich, rund, schwebend und flötenähnlich.
Die Vokale "u", "ü" und geschlossenes "o" wecken bei leiser Stimmgebung die KopfstimmeDas Kopfregister mit seiner Randschwingung bestreitet nicht nur das Piano im gesamten Stimmumfang, sondern ist auch bei lauten Tönen nötig und für
die Gesunderhaltung und Schönheit der Stimme unerläßlich. Erst das Kopfregister gibt dem Forte-Ton das schöne, runde
Timbre und nimmt ihm so die Härte und Schärfe.

Beim Mittelregister oder der Mittelstimme schwingt je nach Höhe und Lautstärke etwa die Hälfte des Stimmlippenmuskels.
Die Mittelstimme klingt hell, glänzend, durchschlagskräftig. Man sagt, der Ton hat "Kern". Die Vokale "e" und "i" mit dem
Ansatzpunkt an den Schneidezähnen wecken die Mittelstimme. Im Brustregister oder der Bruststimme schwingen die Stimmbänder in ihrer ganzen Breite. Dieses Register ist zuständig für volle, kräftige Tongebung und die tiefe Lage. Sie wird geweckt durch die Vokale "a" und offenes "o". Isoliert, also ohne das Mitschwingen der Randzone klingt die Bruststimme derb, rauh und grob. Die Bruststimme muss unbedingt auf die untere Lage begrenzt bleiben. Die obere Grenze liegt bei tiefen Männer- und Frauenstimmen ungefähr bei d bzw. d', bei den hohen Stimmen ungefähr bei f bzw. f'. Von der Bruststimme gibt es keinen fließenden Übergang ins Kopfregister, weil an der oberen Grenze der Bruststimme ein Punkt erreicht ist, bei dem die Stimmlippen maximal gespannt sind.

Eine zu hoch hinaufgezogene Bruststimme findet man gelegentlich bei Altistinnen, aber auch bei Kindern, die von unkundigen Stimmbildnern zum lauten Singen angeleitet werden, sie verbaut den Weg in die Höhe. Die Töne klingen zu tief und die Stimme nimmt Schaden.

Zu den drei Hauptregistern der Stimme, Kopf- , Mittel- und Brustregister, treten noch das Pfeifregister bei den Frauenstimmen, das Falsett und das Strohbaßregister bei den Männerstimmen. Pfeifregister: Es schließt sich an die höchsten Lagen der Frauenstimme an. Es setzt also ungefähr bei c''' ein und entsteht durch Verkürzung des schwingenden Teils der Stimmlippen. Das Pfeifregister ist dem Flagoletteton auf der Geige vergleichbar. Falsett: Es entsteht dadurch, dass einige notwendige Funktionen bei der Tongebung ausfallen. Daher kommt es quasi zu einem Zusammenbruch der Stimme, sodass der Ton dünn und nicht tragfähig ist. Dem Ton fehlen Kern und Schwellfähigkeit. Strohbaßregister: Es schließt sich an das untere Ende des Brustregisters an. Die Schwingungen der Stimmlippen sind flatterhaft und nicht jede Schwingung
erzeugt einen Ton. Die Töne klingen schnarrend.

Chorische Stimmbildung soll helfen, die Registerübergänge unhörbar zu machen. Ziel ist es, der Stimme einen einheitlichen
Klangcharakter durch alle Lagen zu geben, den sogenannten Registerausgleich zu schaffen. Gelingt der Registerausgleich
nicht, kommt es zu unangenehmen Bruchstellen, die sich in einem jähen Umschlagen des Tons in das andere Register zeigen.
Gefährliche Übergangsstellen:
Bass: Übergang zur Höhe um d'
Alt: Übergang von Brustzu Mittelstimme um d' Übergang von Mittelzu Kopfstimme um d''
Tenor: Übergang von Brustzu Mittelstimme um f Übergang von Mittelzu Kopfstimme um f'
Sopran: Übergang von Brustzu Mittelstimme um f' Übergang von Mittelzu Kopfstimme um f''

Die Stimme sollte niemals mit aller Kraft an diese Übergangsstellen herangeführt werden, sondern einige Töne vorher
bewusst kopfig und piano entschlackt
werden. Zum Training des Registerausgleichs helfen neben den Tonansatzpunkten auch die Vokale und Konsonanten.

_________________
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