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 Betreff des Beitrags: Chorakustik
BeitragVerfasst: 16.06.2006, 23:37 
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Hallo,
habe heute einen interessanten Link zugeschickt bekommen:

http://www.zeit.de/2006/22/N-Chorakustik_xml?page=1

Habt ihr in euren Chören schon mal experimentiert mit unterschiedlicher Aufstellung, um den Klang zu optimieren? Habt ihr es schon erlebt, dass manche Stimmen besser, manche weniger gut miteinander harmonieren (ich meine jetzt nicht Sänger in Laienchören, die falsch intonieren, das Thema hatten wir ja schon) ?

Liebe Grüße,
Orphenica


:hearts:


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BeitragVerfasst: 17.06.2006, 11:19 
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Hallo Orphenica,

interessanter Artikel.
Dass einzelne Stimmen nicht miteinander klingen bzw. nicht zueinander passen, hängt von vielen Faktoren ab - Timbre, Volumen, unterschiedliche Idee vom Singen, unterschiedliche Musikalität, Sympathie usw. Außerdem macht man immer wieder die interessante ERfahrung, dass sich Personen beim Singen gegenseitig aufschaukeln. Das muss nicht unbedingt was mit "übertönen wollen" zu tun haben.
Das gezielte Platzieren von Stimmführeren, Neulingen und miteinander nicht harmonierenden Stimmen klappt allerdings nur in Chören, die nicht seit 50 Jahren feste Sitzplätze haben :roll:
In meinem früheren Chor in Mainz haben wir in (Nummern)Konzerten regelrechte Völkerwanderungen durchgeführt und teilweise für jedes Stück andere Aufstellungen gewählt. In Oratorienkonzerten hat unser Chorleiter jede (!) Person einzel gestellt. Da gab schonmal unmut, weil man plötzlich eben nicht mehr neben angestammten Partnern stand bzw. plötzlich den Tenor und nicht mehr den Bass im Nacken hatte, aber klanglich war es im Gesamtbild immer ein Vorteil.

LG
mezzo


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BeitragVerfasst: 17.06.2006, 12:52 
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Ich kann nicht aus Chorerfahrung sprechen, aber das Phänomen existiert ja schon allein bei einer Zweier-Paarung!
M.E. ist da ganz gravierend das Timbre und die Vokalfärbung verantwortlich für (Miss-)Klang.

Und klar - im Chor mischt man besser die In-den-Bart-Grummler und die Stimmsicheren :lol:


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BeitragVerfasst: 17.06.2006, 22:04 
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Höchst interessant, der Artikel - werde ich gleich zur nächsten Vorstandssitzung mitnehmen! Allzuviel experimentiert mit Aufstellungen haben wir noch nicht. Hin und wieder machen wir zur Übung aber eine gemischte, räumlich weit verteilte Aufstellung, was die Intonation tatsächlich deutlich erleichtert.

Innerhalb des Registers habe ich auch schon festgestellt, dass es Ecken (und Einzelpersonen) gibt, neben denen ich nicht gern singe. Das handelt sich um sehr laienhaft piepsende, oder auch um grobe, laute Stimmen. Irgendwie entdeckt man plötzlich zu seinem Entsetzen, dass der nachbarliche Klang abfärbt und man ähnlich zu klingen beginnt....Bild Mein GL hat daher den stimmgebildeten Choristen empfohlen, kleine Zellen von 2-3 Sängern zu bilden. So gibt man sich gegenseitig Halt und beeinflusst eventuell sogar die Umgebung günstig. :n30:


Gruss
lucicare :Sonne


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BeitragVerfasst: 17.06.2006, 23:36 
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Habe das auch mit großem Interesse gelesen, weil ich mich mit dem Gedanken trage, irgendwann, wenn ich zum Singen zu alt bin, eine soziologische Studie zu Chören zu machen. Bis jetzt habe ich so etwas nicht gefunden.

Die Sitzplatzfrage hat realistisch betrachtet meist eine ungeheure Bedeutung und nichts verschafft mehr Aufregung und Spekulierwut als Umbesetzungen (Die Kleinen und die Großen? Die Jungen und die Alten? Die Lauten und die Leisen? :roll: ) Auf zum Grabengefecht!!!!

Auch deswegen hatte ich viel übrig für gemischte Aufstellungen, die wir im Frauenchor zuweilen gemacht haben ( mit dem Nachteil einer ewigen Karawane auf der Bühne).

Das Phänomen zweier Nachbarstimmen, die nicht harmonieren hat nach meiner Erfahrung anfänglich am wenigsten mit persönlicher Sympathie zu tun, sondern hauptsächlich mit dem Timbre und irgendwelchen Feinschwingungen der Stimmen. Ich wurde regelmäßig verrückt mit hellen, kaum schwingenden Stimmen oder mit anderen Dröhn - Altistinnen anderer Ausbildungsstufe und meistens waren das gute Freundinnen oder sonstwie sympathische Menschen, mit denen gut am Stammtisch quatschen war.

Allerdings kann das, wenn man sich nicht rechtzeitig chorsitzmäßig trennt, die Freundschaft durchaus belasten.

LG,
dola


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BeitragVerfasst: 18.06.2006, 00:39 
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Wir proben auch hin und wieder gemischt, was ich als sehr bereichernd empfinde - da man die eigene Stimmgruppe nicht unmittelbar neben sich hört, muss man die Ohren einfach genauer aufsperren. Konzertiert haben wir auch hin und wieder in gemischter Aufstellung, aber doch eher selten. Aber diese gemischte Aufstellung erfolgte immer eher per Zufallsprinzip, nicht genau geplant, wie in dem Artikel beschrieben.

@lucicare: ja, das kenne ich auch, dass man sich einem piepsigen oder hauchigen Klang neben sich unbewusst anpasst, schrecklich :d_neinnein: Letztens war das mal so extrem, dass ich fast ein bisschen heiser war nach der Probe, so sehr habe ich "gelüftelt".

Liebe Grüße,
Orphenica
:hearts:


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BeitragVerfasst: 18.06.2006, 18:44 
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Wir machen sowas hauptsächlich im Jugendchor und auf Chorseminaren, und ich finde es toll :grin: Ich finde Chorsingen gleich viel schöner und angenehmer, wenn alle durcheinander stehen und ich unmittelbar um mich herum einen Alt, Tenor und Bass, aber keinen Sopran habe. Meiner Meinung nach hört man dann sich selbst UND den Gesamtklang besser. Ansonsten geht man halt leicht im Soprangewimmel unter und hört von sich selbst und Alt, Tenor und Bass kaum was. Sichere können endlich mal "ungestört" singen und Unsichere sind mal auf sich allein gestellt und können sich nicht an jemanden hängen wie sonst immer.
Die Methode, jeden einzeln aufzustellen, kenne ich auch. Wir hatten mal bei einem Jugendchorseminar ein "Nest" von sehr hauchig und ungestützt singenden Mädels im Sopran, die man erheblich heraushörte. Dann haben wir unterschiedlichste Aufstellungen ausprobiert und immer wieder den ganzen Sopran, dann Gruppen und Paare dieselbe einfache Melodie singen lassen. Es wurde umgestellt und probegehört, und irgendwann hatten wir eine Aufstellung gefunden, wo der gesamte Sopran gut und recht einheitlich klang :)


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