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 Betreff des Beitrags: Aus einem Chor verabschieden
BeitragVerfasst: 10.02.2007, 19:19 
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Hallo
ich brauche Euren Rat :
nach langem Überlegen habe ich mich entschieden, mich aus meinem Frauenvokalensemble zu verabschieden. Es gibt verschiedene Gründe dafür :
- ein sehr gespanntes Verhältnis zur Chorleiterin ( meiner ehemaigen GL )
- ein längerfristiges Projekt dieses Ensembles, das mir überhaupt keinen Spass macht.
- sowas wie eine "innere Kündigung" ( ich habe z.b. überhaupt keine Lust, am Chorausflug teilzunehmen usw.)

Es gibt auch einen Grund dagegen :
- ich bin Gründungsmitglied und singe in dem Ensemble seit 15 Jahren.

aber ich bin sicher, dass ich jetzt "raus" muß.

Nun meine Frage : Ich weiß nicht so recht, was der geschickteste Weg ist, mich zu verabschieden : ein Brief und Rückgabe der Noten an die Chorleiterin oder ein Abgang in der nächsten Chorprobe ? Vor einem persönlichen Gespräch mit der Chorleiterin alleine möchte ich absehen, die beiden letzten Gespräche waren für mich so frustrierend, dass ich das nicht nocheinmal brauche.

Vielleicht hat ja die eine oder der andere den Schritt auch schonmal gemacht und kann mir raten.

Danke und liebe Grüße
Uralt


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 10.02.2007, 19:43 
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Liebe Uralt,
Für mcih ist in sehr kritischen menschlichen Situationen, wo ich den betreffenden Leuten lieber aus dem Weg gehe oder sehr verletztlich bin, erstmal ein altmodischer Brief das Beste.
Wenn dann eine Zeit vergangen ist und genug Distanz vorhanden und ich das Gefühl habe, es muss noch ein Gespräch her, kann ich das nachträglich suchen.
Aber ich reagiere zu sensibel oder zu leicht "aus der Rolle fallend" wenn ich in grosser Wut, Frust, Enttäuschung dem betreffenden Gegenüber Auge in Auge begegne und da je nachdem von der "Gegenseite" noch Vorwürfe kommen würden.
Es hângt einfach von der individuellen Brisanz der Situation ab.
Mit Briefen waren meine Erfahrungen da bisher am Besten, aber die muss ich auch ein paar Tage reifen lassen und wieder und wieder lesen.
Keinen Brief in der Wut schreiben, ist seit einer schrecklichen Erfahrung meine Devise, auch wenns fuchtbar brennt! :schlaumeier:
Wenn Du ein eher cooler Typ bist und viel Gelassenheit hast, sieht es vielleciht souveräner aus, sich einfach ganz lässig ohne grosses "Theater" zu verabschieden.
Aber das ist dann vielelicht auch der Länge der Zeit und Deiner inneren Verbindung zu der Gruppe nciht so angemessen?
Jedenfall drücke ich Dir Daumen und herzliches Mitgefühl... habe sowas auch schon erlebt, wenn auch nciht im Chor.
:hearts: Canti


Zuletzt geändert von cantilene am 11.02.2007, 00:47, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 10.02.2007, 20:18 
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Liebe Uralt,

ich habe mich auch mehrmals von Chören / Ensembles getrennt, aber es lag nie ein gespanntes Verhältnis zum Chorleiter/Chorleiterin vor. Es hatte jeweils chorinterne Gründe, die mich zum dem Schritt bewogen haben, aber auch persönliche, die mit der Weiterentwicklung meiner Stimme zu tun hatten und damit, dass ich in dem Moment jeweils neue oder andere Herausforderungen suchte. In einem Fall habe ich persönlich mit der Chorleiterin gesprochen, in einem anderen habe ich während einer Chorpause per Email meine Gründe dargelegt - das war insofern sehr sachlich, beide Seiten haben den Schritt bedauert, aber eben auch gegenseitiges Verständnis geäußert.

In deinem Fall ist aber offensichtlich ein Konflikt schon vorprogrammiert. Wissen deine Ensemble-Kolleginnen schon von deinem Entschluss? Verstehst du dich gut mit ihnen? Wenn letzteres der Fall ist, werden sie es dir sicher übelnehmen, wenn du dich per Brief an die Leiterin verabschiedest und dann einfach wegbleibst. Wie wäre es denn, wenn du in der nächsten Probe in der großen Runde sagst, dass du aussteigen möchtest? Wenn ein Einzelgespräch mit der Leiterin aufgrund deiner Erfahrungen mit ihr nicht in Frage kommt, könntest du vielleicht ganz "offensiv" die gesamte Gruppe mit deinem Entschluss konfrontieren. Die Begründung musst du ja nicht in allen Einzelheiten auf den Tisch legen - du könntest ja z.B. auch sagen, dass du nach 15 Jahren jetzt auch gerne mal was anderes machen möchtest. Und da du zu dem kommenden Projekt keine Lust hast, ist das doch ein guter Zeitpunkt für den Ausstieg. Den Konflikt mit der Leiterin würde ich bei dieser Runde komplett außen vor lassen. Wenn sie dann hinterher genauer wissen will, was los ist, kannst du ja immer noch mal unter vier Augen mit ihr reden.

Viel Glück und Einfühlungsvermögen wünscht dir

Orphenica

:hearts:


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BeitragVerfasst: 10.02.2007, 21:03 
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Ohweh, das Problem mit den Chorleitern kenne ich! Ich komm seit ich angefangen habe in dem Frauenchor mitzusingen, nicht klar mit der Chorleiterin und sie konnte mich auch scheinbar nie richtig gut leiden, sie hat mich immer schlechter behandelt als meine Mitsängerinnen und war oft sehr verletzend! Ich war schon oft kurz davor auszutreten weil ich es einfach nicht mehr aushielt, ich war manchmal so gehemmt, wenn sie mich wiedermal so super böse angestart hat wenn sie glaubte, ich hätte mal wieder falsch intoniert oder was auch immer ihr nicht in den Kram passte...
Ich war mir manchmal fast sicher, dass sie sich das alles nur einbildet und immer meint, das ich es bin, die was falsch macht, auch wenn ich in dem Moment garnicht gesungen habe.
Trotz alldem habe ich mich nie von der Kurrende trennen lassen, weil ich auch ungemein von ihr profitiert habe und ich mich mit meinen Sängerkolleginnen meistens sehr gut verstanden habe. Von daher kann ich dich verstehn, Uralt, wie schwer es für Dich sein muss, Dich nach so langer Zeit von dem Ensemble zutrennen, gerade wenn du nicht immer Probleme mit der Chorleiterin hattest, davon geh ich mal aus.
Ich hatte auch schon viele Briefe angefertigt die ich meiner Chorleiterin schicken wollte, habe sie aber nie abgeschickt weil sie mir dann doch immer zu radikal und emotional aufgeladen waren. Ich glaube ich werde nie wirklich über diesen Konflikt hinwegkommen, selbst wenn ich es eines Tages schaffe, einen endgültigen Schlussstrich zu ziehn, was ich nach unserer Reise in die USA geplant habe...
Letzends hat die Chorleiterin zu einer Mitsängerin, die mich auch in Dispokinesis unterrichtet, gesagt, sie habe riesen Respekt vor mir, dass ich es die ganze Zeit ausgehalten hätte im Chor, obwohl sie immer so fieß zu mir war... späte Einsicht, aber Selbsterkenntnis ist hoffendlich der erste Weg zur Besserung!

Ich wünsche dir, dass Du die richtige Entscheidung erkennst und auch konsequent durchziehst und nicht so wie ich den Ausstieg so lange vor dich hinschleppst bis Du völlig ausgepowert bist!

LG, Califonia


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BeitragVerfasst: 10.02.2007, 23:51 
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Liebe Uralt,

mein letzter Chor vor zwei Jahren war auch ein Frauenchor und die Situation, die zu meinem Ausstiegsentschluss geführt hat, war in manchen Punkten deiner ähnlich. Nur waren meine Gründe andere, sie lagen in meiner persönlichen Stimmentwicklung, was allerdings Ursache für einen ganzen Rattenschwanz innerchorischer Schwierigkeiten war.

Das Verhältnis zur Leiterin war sicher besser als in deinem Fall, und darum war es auch möglich, mit ihr ohne Frust die Sache zu besprechen und dies auch zu einem Zeitpunkt noch vor Beendigung eines Jahresprogramms, sodass das Abschiednehmen von den Chormitgliedern völlig transparent vonstatten gehen konnte. Die Chorleiterin hat es in Absprache mit mir und in meiner Anwesenheit in der nächsten Probe bekanntgegeben. Trotzdem war es eine Entscheidung, die mich damals auch mit Schmerz erfüllt hat, und ich glaube, der bleibt bei dir wohl auch nicht aus.

Nachdem du, ähnlich wie ich damals, einen recht hohen informellen Status in der Gruppe hast, wäre es sinnvoll, einen Weg zu finden, der deinen Abschied dem gesamten Ensemble weitgehend verständlich macht. Andernfalls kann passieren, dass nicht die Informationen, die du weitergegeben haben willst, die Runde machen und es bleibt ein schaler Beigeschmack zurück.

Ein Brief an die Chorleiterin allein dürfte da nicht so geeignet sein. Es steht zu erwarten, nachdem sie ja offensichtlich Probleme mit dir hat, dass sie dann die Sache in aller Kürze vor der Chorprobe abhandelt und jede rätselt und spekuliert.

Auch eine Bekanntgabe innerhalb einer Chorprobe oder gleich danach ist nicht unproblematisch. Wenn die Chorleiterin vorher nichts weiß, könnte sie sich vorgeführt fühlen.

Es wäre zu überlegen, ob unter der Prämisse, dass du gehst und sich die Chorleiterin dadurch evtl. erleichtert fühlt, nicht doch eine persönliche Mitteilung an sie für dich erträglich ist, möglichst nicht erst vor deiner allerletzten Anwesenheit.

Oder habt ihr so etwas wie einen Vorstand, ein organisatorisches Leitungsgremium? Vielleicht wäre es, falls die Chorleiterin und du gar keine Ebene mehr findet, sinnvoll, mit denen zu reden?

Ich wünsche dir ein gutes Ende dieser Sache,

LG,

dola


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BeitragVerfasst: 11.02.2007, 00:45 
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Ich will noch mal richtigstellen, dass ich nciht einen Brief allein an die Leiterin und sonst gar nichts gemeint habe. Natürlich kann man nicht ohne Abschied von den Chorkolleginnen wegbleiben, wenn man so lange dabei war und sicher auch viele private Verbindungen entstanden sind.
Den Kolleginnen den Ausstieg zu erklären, scheint mir aber leichter als mit der Leiterin zu SPRECHEN und da ist FÜR MICH ein Brief der bessere Weg, wenn mir iene Begegnung emotional noch zu aufgeladen ist. Das hängt aber vom Typ ab.
An die Mitgleider, die man nicht anrufen oder treffen will, kann zum Besipiel auch eine mail gehen- das geht auchohne grosse emotionale Begründung, und mit einem nettes Abschiedswort darinnen. 15 Jahre sind eine arg lange Zeit. Ich war bisher ncihtmal halb solange in irgendeinem Chor und kann mir vorstellen, wie eng man da zusammenwachsen kann und wie schwer das losreissen wird.
Bon courage!
Canti :hearts:


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BeitragVerfasst: 11.02.2007, 01:15 
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dola hat geschrieben:
Liebe Uralt,
Nachdem du, ähnlich wie ich damals, einen recht hohen informellen Status in der Gruppe hast, wäre es sinnvoll, einen Weg zu finden, der deinen Abschied dem gesamten Ensemble weitgehend verständlich macht. Andernfalls kann passieren, dass nicht die Informationen, die du weitergegeben haben willst, die Runde machen und es bleibt ein schaler Beigeschmack zurück.


Hm ja, genau das fürchte ich. deshalb hatte ich mir überlegt, den Brief nicht nur an die Chorleiterin, sondern auch in etwas veränderter Form an die Kolleginnen zu schicken.
Ich schicke sowieso Infos per mail rund, dann könnte ich es allen erklären und jede hätte die Möglichlichkeit zurückzumailen oder anzurufen. Obwohl mir die Briefform eigentlich lieber wäre.

dola hat geschrieben:
Ein Brief an die Chorleiterin allein dürfte da nicht so geeignet sein. Es steht zu erwarten, nachdem sie ja offensichtlich Probleme mit dir hat, dass sie dann die Sache in aller Kürze vor der Chorprobe abhandelt und jede rätselt und spekuliert.


Das ist in jedem Fall so : als ich bei ihr ( nach mehr als 12 Jahren )den GU "gekündigt" habe, hat sie schon verbreitet, ich hätte jetzt einen an der Klatsche. Das macht sie mit allen, die ihren Unterricht oder den Chor verlassen.

dola hat geschrieben:
Auch eine Bekanntgabe innerhalb einer Chorprobe oder gleich danach ist nicht unproblematisch. Wenn die Chorleiterin vorher nichts weiß, könnte sie sich vorgeführt fühlen.


Ich würde es zu Beginn der Chorprobe sagen und erklären wollen.

@ Orphenica : ich denke das ist ein sauberer Abgang. Das wird mich ziemlich viel Mut kosten, aber ich habe zu den meisten der Mädels einen guten Kontakt. Ich denke für die Mädels wäre es schon komisch, wenn ich einfach nicht mehr käme. Ich bin die einzige Sängerin, die außer der Chorleiterin von Anfang an dabei war. Und du hast Recht, wenn alle dabei sind, wird sie sich mit ihren Beschimpfungen und persönlichen Angriffen zurückhalten.

dola hat geschrieben:
Es wäre zu überlegen, ob unter der Prämisse, dass du gehst und sich die Chorleiterin dadurch evtl. erleichtert fühlt, nicht doch eine persönliche Mitteilung an sie für dich erträglich ist, möglichst nicht erst vor deiner allerletzten Anwesenheit.


Ja, sie wird sehr erleichter sein, wartet sie doch nun schon seit mehr als einem Jahr darauf, dass ich gehe, denn alle hätten ihr übel genommen, wenn sie mich damals rausgeworfen hätte. Wenn ICH aber gehe, hat sie "ein gutes Gewissen" und kann sich weiter einreden, dass alle, die nach langer Zeit etwas anderes ausprobieren wollen, verrückt sein müssen. Und ich werde ihr die Überraschung nicht ersparen können, sie wird mich nicht reden lassen, wenn sies vorher weiß.

dola hat geschrieben:
Oder habt ihr so etwas wie einen Vorstand, ein organisatorisches Leitungsgremium? Vielleicht wäre es, falls die Chorleiterin und du gar keine Ebene mehr findet, sinnvoll, mit denen zu reden?


Das wär gut, aber leider : es ist so eine Art Privatchor mit SchülerInnen der Chorleiterin, zwar im Sängerbund, aber mit Vereinsstruktur nur pro forma.

Ich danke euch allen für eure ernsthaften Statements, Weihnachten ist zwar vorbei, aber der Satz : Und Uralt bewegte es in ihrem Herzen ... gilt auch kurz vor Karneval.

:hearts:
Uralt

Edit : cantilene, hab für meine Zeilen ein bischen länger gebraucht und deinen letzten post jetzt erst gelesen.


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BeitragVerfasst: 11.02.2007, 16:59 
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Liebe Uralt

ich wuerde bei einer Chorprobe darum bitten eine kurze Ankuendigung machen zu koennen und mich dann mit ein paar Bluemchen ( in dem Fall ein eher kleiner Strauss....) bei der Chorleiterin verabschieden und den Chormitgliedern erklaeren, dass es an der Zeit ist fuer Dich sich zu veraendern. Du musst niemandem eine Rechtfertigung geben und auch Deiner Chorleiterin kein schlechtes Gewissen gegenueber haben. Nimm ihr von vornherein die Zuegel aus der Hand und gib wiederum ihr nichts in die Hand, das sie gegen Dich verwenden kann. Die Angabe " persoenliche Gruende" trifft immer, ohne dass Du ins Detail gehen muesstest. Das bringt niemandem etwas. Diejenigen, die sich fuer Dich interessieren kannst Du anrufen bzw. die werden sich eh melden und nachfragen.
Ich weiss natuerlich nicht, on meine Theorie so glatt funktioniert , aber egal wie - ich wuensche Dir eine sauberen und fuer Dich friedlichen Abgang.
Eine Tuere schliesst sich, eine andere tut sich auf.
Niemand kann Dir boese sein, wenn Du fuer eine Veraenderung bereit bist.
Du machst das schliesslich fuer Dich und nicht gegen jemanden.

Viel Erfolg und lass Dir niemals den Spass am Singen nehmen

(Mein Wort zum Sonntag :n152: )

Baba

Robin


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BeitragVerfasst: 11.02.2007, 17:54 
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Danke Robin,
ich denke, so werde ich es machen. Die Idee mit den Blümchen ist wirklich gut und ich muß ja keine Vorträge oder Rechtfertigungen ausarbeiten. Wer mehr wissen will, kann mich anrufen oder fragen.
Und wenn die Tür erstmal zu ist, kann die Chorleiterin ja sagen, was sie will.

Eine Türe schliesst sich, eine andere tut sich auf.

Das gefällt mir und macht mir Mut. Wenn alles normal läuft, wird sich die Tür am 23. Februar schließen.
Und wenn sich dann vorerst keine neue auftut, macht auch erstmal nix, ich singe ja noch solistisch, habe Unterricht und den E-Chor.

Liebe Grüße
Uralt


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BeitragVerfasst: 24.02.2007, 10:30 
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"The cause is decided, the sentence decreed " ( "Susanna" von G.F. Händel, 3. Akt )

Gestern habe ich mich aus dem Ensemble verabschiedet. Zwar ohne Blümchen ( mein Bauch sagte mir irgendwie, das ist zuviel ) aber mit einer kurzen Ansprache. Ich habe mich dabei hauptsächlich an die "Mädels" gewandt und ohne direkte Gründe zu nennen dargestellt, dass es für mich nicht mehr paßt. Ich habe dann am Ende der Ansprache gesagt: Jetzt wollte ich den Schlußstrich ziehen und die Türe schließen, damit ich die Freiheit habe, mich nach Neuem umzuschauen.

Die Reaktion war verhalten ( möglicherweise überrumpelt) :
Das ist schade, oh unser schöner Altklang, ein Brummbaß weniger usw.
Reaktion der Chorleiterin war zweimal ein (etwas spitzes ) Tja, du mußt ja wissen, was du tust, bzw. was du willst.
Ich habe dann die Chorschals und Noten an sie übergeben. Das war für mich so eine Art Ritual, die äußeren Zeichen zurückzugeben, sie meinte dann : Machs doch nicht so offiziell. Und dann : so jetzt müssen wir aber trotzdem anfangen mit der Probe.
Ich hatte den Eindruck, sie war erleichtert, dass ich endlich von mir aus gegangen bin. Jetzt hat sie wieder alles unter Kontrolle.

Da aus Krankheitsgründen ein Teil der Mädels nicht da war, warte ich mal ab, ob noch eine weitere Reaktion kommt.

So ein bischen hängt mir das natürlich noch nach, aber alles in allem bin ich doch erleichtert, dass es geschafft ist.

Danke nochmal für eure Mut-mach-posts.

Liebe Grüße
Uralt


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BeitragVerfasst: 24.02.2007, 11:12 
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Liebe Uralt,
Respekt vor Deiner Courage, das offen und öffentlcih zu tun!
Ich finde auch, dass es so die sauberste und souveränste Lösung war.
Mir selbst wäre es eher schwer gefallen, mich offen zu konfrontieren, je nachdem wie gross meine emotinale Einbindung gewesen wäre.
Daher habe ich umso mehr Respekt, dass du es nun SO gemacht hast.
Wenn etwas nciht mehr geht und Reformen hoffnungslos sind, muss man gehen.
Ob Ehe oder Chor-c'est la vie!
Bon courage und die Fenster die sich öffnen, sind ja anscheinend schon in Sicht.
Cantilene


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BeitragVerfasst: 24.02.2007, 11:16 
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Liebe Uralt,

ohje, das hört sich aber nach einem sehr schwierigen Moment an!!! Die Spannung und das Unbehagen kann man aus deinem Text ja noch förmlich herausfühlen.

Aber: Gelaufen ist gelaufen. Die Mädels waren wahrscheinlich wirklich überrumpelt (Hast du denn gar nichts angedeutet irgendwann vorher?). Vielleicht meldest du dich nochmal persönlich bei der, mit der du dich am besten verstanden hast, damit die, die interessiert waren an dir, besser Bescheid wissen??!!

Der Chorleiterin brauchst du allerdings keine Träne nachweinen, denke ich. Zwischen euch scheint es ja wirklich zerrüttet gewesen sein und in so einem Fall ist es besser, das geht schnell auseinander.

Hast du schon neue Projekte?

Liebe Grüße,

dola


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BeitragVerfasst: 24.02.2007, 16:29 
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Liebe Uralt,

finde grad den "Respekt" Smilie nicht... Ich finde auch, wie Dola, dass man eine gewisse Anspannung aus deinem Post herauslesen kann. Aber dass dein Abschied völlig entspannt vonstatten gehen würde, war bei der Konstellation ja auch nicht zu erwarten. Vielleicht kannst du ja - sofern dir daran liegt - tatsächlich noch mal informell mit der einen oder anderen aus dem Ensemble Kontakt aufnehmen. Die verhaltene Reaktion der Choristinnen kann natürlich auch daher rühren, dass sie von den Spannungen zwischen dir und der Chorleiterin wussten und jetzt nicht abschätzen konnten, wie sie sich am besten verhalten sollen. Denn sie bleiben ja schließlich und müssen mit der Chorleiterin weiterhin klar kommen. Wenn du einzeln mit deinen Ex-Kolleginnen sprichst, wirst du vielleicht ganz andere Reaktionen erhalten.

Jedenfalls drücke ich dir auch die Daumen für deine kommenden Projekte und alles, was sich hinter den geöffneten Fenstern und Türen noch so findet.

Liebe Grüße, :kuss:

Orphenica


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 24.02.2007, 17:05 
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cantilene hat geschrieben:
Bon courage und die Fenster die sich öffnen, sind ja anscheinend schon in Sicht.
Cantilene


Herzlichen Dank, aber neue Fenster oder Türen, die sich öffnen könnten, sind noch nicht in Sicht. Macht aber nichts.

dola hat geschrieben:
Die Mädels waren wahrscheinlich wirklich überrumpelt (Hast du denn gar nichts angedeutet irgendwann vorher?). Vielleicht meldest du dich nochmal persönlich bei der, mit der du dich am besten verstanden hast, damit die, die interessiert waren an dir, besser Bescheid wissen??!!


Ich hatte nur bei einer der Kolleginnen schonmal was angedeutet, ob sie das weitergetragen hat weiß ich nicht. Aber du hast Recht, ich sollte sicher jemanden die genaueren Gründe darlegen, ist aber schwierig, da die meisten der Chorfrauen, die schon länger dabei sind, mit der Chorleiterin auch privat befreundet sind und die muß ich ja nicht in Konflikte bringen. Ich denke, ich warte erstmal, ob sich überhaupt jemand interessiert und sich bei mir meldet.

Neue Projekte habe ich noch nicht, also nichts, was ganz neu dazu käme. Aber ich singe ja noch im Extra-Chor und wirke bei dem ein oder anderen Liederabend mit. Also langweilig wird mir sicher nicht.

orphenica hat geschrieben:
Die verhaltene Reaktion der Choristinnen kann natürlich auch daher rühren, dass sie von den Spannungen zwischen dir und der Chorleiterin wussten und jetzt nicht abschätzen konnten, wie sie sich am besten verhalten sollen. Denn sie bleiben ja schließlich und müssen mit der Chorleiterin weiterhin klar kommen.


Hm, da könnte was dran sein. Vor allem meine Sitznachbarin hat die ganze Zeit irgendwie betreten auf den Boden geschaut, wenn ich mir die Stimmung und Atmosphäre gerade zurückrufe, könnte es auch erwartet worden sein.
Aber - ich hake das jetzt ab und genieße die Freiheit :bravo:

Liebe Grüße
Uralt


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 24.02.2007, 18:17 
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:musik_wos8 :Sonne
R.


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