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 Betreff des Beitrags: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 02.10.2010, 22:01 
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Freunde, Römer, Landsleute!
Wie haltet ihr es mit der Theorie??
Wir wollten eine gekürzte (eben mal schnell umgeschriebene) Fassung von Schenkt man sich Hosen in Frivol singen, was daran gescheitert ist, dass auch professionelle Sänger weder theoretisches Wissen einsetzen, noch vom Blatt singen können.
Erwarte ich da zu viel?
Gruß und Kuss, der theoretische musencus


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 Betreff des Beitrags: Re: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 03.10.2010, 19:46 
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Ja, wahrscheinlich schon, denn professionelle Sänger sind KÜNSTLER, keine Theoretiker. Die FÜHLEN was sie singen, Noten stören da wohl nur. Bei meinem ersten Gesanglehrer habe ich erlebt dass ich besser vom Blatt singen konnte als er. Wie lautet doch bekanntlich so schön die Frage: "Sind Sie Musiker oder Sänger?" :mrgreen

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

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weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 03.10.2010, 20:48 
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Hmm, als Solistin hat sich für mich die Notwendigkeit des Vom-Blatt-Singens nie so recht gestellt - da man die meisten Sachen ja eh auswendig singt und ich relativ gut nach Gehör lerne (komplizierte Sträusse oder Britten z. B. muss ich mir natürlich auch häufiger anhören).

Im Chor (zumal wenn man mit Noten singt), kann ich mir aber schon vorstellen, dass die Fähigkeit, vom Blatt zu singen, hilfreich ist, einfach weil es die Probenzeit verkürzt. Wobei mE dann auch nicht zwingend alle prima vista singen können müssen, solange die übrigen rasch ihre Stimme abnehmen können.


LG

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 03.10.2010, 20:52 
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musencusmuc hat geschrieben:
Erwarte ich da zu viel?


Wer soll (und will) entscheiden was "zu viel" und was "zu wenig" ist?

Wenn ich, als "blutiger Amateur und Anfänger", der erst im etwas reiferen Alter zu Musik gefunden habe sage:
"Ich habe keine Ahnung von Theorie, es macht mir einfach Spass" - dann ist das ein Ding. Ich kann nur bedingt vom Blatt singen, fühle aber nicht dass ich mich dafür schämen muss.

ICH würde aber von einem Profi mehr erwarten - und das singen vom Blatt so wie so. In so fern; wenn du studierte Profi - Sänger engagiert hast, dann erwartest du m.E. NICHT zu viel!
big_bye


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 Betreff des Beitrags: Re: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 03.10.2010, 21:34 
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Ein ganz persönlicher wunder Punkt, daher würde ich gerne den Advocatus diaboli geben:

Ich habe ich im Lauf der Zeit den Eindruck gewonnen, dass das Vom-Blatt-spielen/-singen wie Mathe ist - entweder man kann es oder man kann es nicht. Es könnte eine Frage der Veranlagung sein, wie schnell man aus einem tabellarischen Notenverzeichnis die richtigen Schallwellen machen kann. Ist wie beim Lernen allgemein, manche lernen über per Lesen (optische Eindrücke), andere übers Hören. Und das Letztere dürfte bei Sängern häufig der Fall sein.

Gutgelaunte Grüße
Olympchen

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 Betreff des Beitrags: Re: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 04.10.2010, 07:11 
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Eine Frage der Veranlagung ist's natürlich auch, so wie bei allem Lernen. Was jedoch das Erlernen des Vom-Blatt-Singens so schwierig macht ist die simple Tatsache dass man, im Gegensatz zum Instrumentalisten, seine Töne selbst voraushören muss. Der Sänger muss selbst wissen wie der jeweils nächste Ton seiner Höhe nach klingt, während der Instrumentalist nur eine bestimmte Taste drücken oder die Saite an einer bestimmten Stelle drücken/zupfen muss. Da hilft folgendes:

1) Intervalle lernen. Wenn ich den Ton "a" singe und dann als nächstes in den Noten ein "f" sehe, dann muss ich wissen dass dieses "f" eine große Terz unter dem "a" liegt. Oder wenn ich vom "d" zum "a" muss, dann ist das eben eine Quinte aufwärts.

2) Im Chor nicht stimmenweise "im Block" sondern ganz durcheinander sitzen, so dass man weder neben noch hinter sich jemanden aus der gleichen Stimmgruppe sitzen hat. So lange man immer jemanden bei sich sitzen hat an den man sich "anhängen" kann wird man beim Singen nach Noten nie wirklich sicher. Ich selbst hatte das große Glück, in einem Chor eine Zeitlang der einzige Tenor zu sein. Da lernte ich Noten lesen :n110: - in der Schule hatte es überhaupt nicht funktioniert, da dachte ich auch ich sei überhaupt nicht im Stande es zu lernen.

3) Sich nicht nur für seine eigene (Chor-)Stimme interessieren sondern auch für das was die anderen tun.

4) Jedes Stück, sofern nicht völlig atonal, hat einen Grundton, beispielsweise ein g. Dieser Ton ist sozusagen der "Anker" eines Stückes, um diesen Ton bewegt sich alles herum, und zu diesem Ton kehren alle Stimmen immer mal wieder zurück. Wenn man das weiß, dann findet man sich im Wirrwarr der Noten (letztlich der Töne) viel leichter zurecht.

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

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 Betreff des Beitrags: Re: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 05.10.2010, 00:07 
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Ich weiss nicht, ob ich vom Blatt singen kann.
Mit der Zeit kennt man aber die Musik seiner Komponisten und weiss in welchen Klangräumen sich Wagner, Verdi und Mozart bewegen - dies hilft.
Ich selbst weiss, wo meine Mittellage ist und ich weiss, wo die Grenzen des Stimmumfangs liegen. Demnach habe ich eine Orientierung, eine Bandbreite, die für mich Klarheit schafft. Wenn ich jetzt das jeweils gehörte musikalische Intervall in Relation zur optischen Umsetzung in den Noten erkenne, habe ich die Voraussetzungen fürs vom Blatt singen geschaffen und kann auf dieser Grundlage aufbauen.

LG rugero big_baden

@musencusmuc
Vom Blatt singen und auch theoretisches Wissen kannst und solltest du erwarten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 06.10.2010, 16:50 
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Lieber musencusmuc,

mich tät mal interessieren ,was genau Du nun von Deinen Sängern erwartest - müssen sie wirklich prima vista alles vom Blatt singen können, oder reicht es Dir auch, wenn sie durch das Notenbild einen generellen Eindruck bekommen, man ihnen ihre Stimme dann ein bis zwei mal vorspielt und dann fluppt es?

Gibt es überhaupt Leute, die wirklich alles fehlerfrei vom Blatt singen können? (Die hätten meine absolute Bewunderung big_ok )

Interessierte Grüße von Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 06.10.2010, 19:14 
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rugero hat geschrieben:
Ich weiss nicht, ob ich vom Blatt singen kann.
...
Ich selbst weiss, wo meine Mittellage ist und ich weiss, wo die Grenzen des Stimmumfangs liegen. Demnach habe ich eine Orientierung, eine Bandbreite, die für mich Klarheit schafft. Wenn ich jetzt das jeweils gehörte musikalische Intervall in Relation zur optischen Umsetzung in den Noten erkenne, habe ich die Voraussetzungen fürs vom Blatt singen geschaffen und kann auf dieser Grundlage aufbauen.


:grübel Das ist aber eine sehr grundlegende Grundlage.

Grüße
Olympchen, die lange nur mit Stimmgabel und Noten ihre neuen Arien eingeübt hat, bis das Klavier kam und kleine Melodieführungsfehler enthüllte...

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 Betreff des Beitrags: Re: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 06.10.2010, 23:11 
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Von einem Solisten erwarte ich eigentlich schon, dass er prima vista eine Idee hat, was er da zu singen hat, wenn es um "Schenkt man sich Hosen in Frivol" geht bzw. in der Lage ist, von einer Stimme in eine andere zu springen.
Es geht ja ned um fehlerfrei (des kann i aa ned), aber so ein bissal Orientierung anhand des Notenblattes dürfte schon sein, meine ich.
Mit Theorie ist auch eher die Harmonietheorie gemeint gewesen. (Anweisung des Korreps: "Da springen wir über den F Dur Teil drüber und fangen vorne wieder in C an. Ich spiele einen G7 dazwischen, das müsste doch reichen?!" - Verständnislose Gesichter ...)
Naja, auf jeden Fall ist es leichter, wenn die Leute ein bissal Ahnung sowhol vom Blattsingen, als auch von Theorie haben ..
Gruß und Kuss, der musencus


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 Betreff des Beitrags: Re: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 07.10.2010, 06:30 
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Nach dem, was Du da erzählst - naja, also C-Dur von F-Dur unterscheiden und im Notenblatt erkennen, das sollte man wohl auch von uns Laien erwarten können. Ein G7 hingegen - da dachte ich zunächst an ein Gipfeltreffen. Aber ich würde nötigenfalls nachfragen, und dann wüsste ich, was ein G7 ist. (Ich hab's ergoogelt, jetz weiß ich's) Und: wenn der Korrep den Akkord kurz spielt, ist es doch eh selbsterklärend.

Bei "Theorie" habe ich wirklich an die Dinge gedacht, die ich vor langer Zeit mal für eine Prüfung lernen musste und heute wieder vergessen habe. Nach Gehör Akkorde aufschreiben und so Zuigs.

Grüße
Olympchen

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 Betreff des Beitrags: Re: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 07.10.2010, 08:52 
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musencusmuc hat geschrieben:
Von einem Solisten erwarte ich eigentlich schon, dass er prima vista eine Idee hat, was er da zu singen hat, wenn es um "Schenkt man sich Hosen in Frivol" geht bzw. in der Lage ist, von einer Stimme in eine andere zu springen.
Es geht ja ned um fehlerfrei (des kann i aa ned), aber so ein bissal Orientierung anhand des Notenblattes dürfte schon sein, meine ich.


Da bin ich aber beruhigt *g*. Ich glaube, ich schleppe immer noch dieses Trauma mit mir herum, als ich in jungen Jahren (im Blattsingen gänzlich unbeleckt) bei einem Chorvorsingen allein eine mir vollkommen unbekannte Altstimme gegen die anderen drei Stimmen singen sollte. :oops:

Das mit der Orientierung ist schon richtig - und da man bekanntlich an seinen Schwächen arbeiten sollte, nehme ich mir jetzt zwischendurch immermal ein Büchlein mit Volksliedern vor, die ich versuche vom Blatt zu singen - ich hab mir auch mal eine richtige Blattsing-Schule gegönnt, aber die versauert nun eher im Schrank, da sie so schrecklich dröge aufgebaut ist, dass mir nach ca. 2 Minuten die Lust vergeht.

LG

Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 07.10.2010, 09:37 
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Liebe Ocativiane!
Am besten lernt man Blattsingen beim Blattsingen ... grins Können tut das ja eigentlich jeder. nur geübt sind die meisten nicht und uninteressiert leider auch ein paar.
Gruß und Kuss, dermusencus


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 Betreff des Beitrags: Re: Theorie / Blattsingen
BeitragVerfasst: 07.10.2010, 16:26 
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Ich mußte neulich Bach Chorsatz und Mendelssohn vom Blatt singen... Eigentlich konnte ich das früher nie besonders gut; aber siehe da: Auf einmal hab ich fast fehlerfrei alles brav gesungen was da stand..
Und da kam mir die Erkenntnis, dass sich einfach durch die vielen Jahre des Singens und Musizierens mein musikalisches Gehör und Gefühl sehr, sehr verbessert hat. Und ich wußte in dem Moment einfach, wie ein Mendelssohn oder ein Bach klingt, sicherlich dadurch weil ichs die Jahre solistisch rauf und runter gesungen habe.

LG Silje

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...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
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