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 Betreff des Beitrags: Themenkomplex "Kritik"
BeitragVerfasst: 10.01.2012, 12:24 
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Ich wollte hier mal einen Thread über den Themenkomplex Kritik eröffnen. Wie geht man als Sänger mit Kritik um, wessen Kritik ist nützlich und wessen eher nicht, wann ist Kritik überhaupt angebracht etc.

Ich fange einmal mit dem letzten Punkt an. Meiner Meinung nach sollte man jemanden nur dann kritisieren (und damit sei immer konstruktive Kritik gemeint), wenn man explizit darum gebeten wird (z. B. als Sänger-Kollege) bzw. wenn man genau dafür bezahlt wird (also etwa als Lehrer oder Korrepetitor). Mein GL und meine Korrep. kritisieren, oder sagen wir lieber, verbessern mich ständig und genau das erwarte ich ja auch von ihnen. Wie sonst sollte ich Fortschritte machen? Sie tun dies allerdings auf eine sehr nette Art und Weise, die bei mir nie als (schlechte) Kritik ankommt, ohne mir dabei Honig um den Mund zu schmieren (das wäre das andere Extrem - ein Lehrer, der immer nur sagt, wie toll ich doch bin, nützt mir herzlich wenig).

Ungefragte Kritik dagegen kann IMHO in vielen Fällen u. U. sogar mehr schaden als nützlich sein. Man sollte ja auch bedenken, dass ein GL die Stimme seines Schülers und dessen Entwicklung als Sänger viel besser kennt als z. B. jemand, der sozusagen nur eine Momentaufnahme hört. Und oft weiß der betreffende Sänger schon ganz gut selbst, wo seine Schwachpunkte liegen und ärgert sich selbst am meisten über Fehler.

Ich rede hier natürlich nicht von professionellen Kritiken in Zeitungen etwa von öffentlichen Auftritten von Berufssängern. Wenn man erst einmal so weit in der Öffentlichkeit steht, dass man von Kritikern wahrgenommen wird, muss man eben auch damit leben, dass die Kritiken nicht immer positiv ausfallen. Andererseits gilt das in gewisser Weise auch m Amateurbereich - wenn ich jemandem nach seiner Meinung frage muss ich dann auch akzeptieren dass mir das ,was ich zu hören bekomme, nicht gefällt. Und besonders, wenn ich gewisse Punkte von verschiedenen (kompetenten) Menschen immer wieder zu hören bekomme, tue ich gut daran, mir die Kritik vielleicht doch mal zu Herzen zu nehmen.

Allerdings muss man auch wieder aufpassen, sich nicht von zu vielen Meinungen verwirren zu lassen. Da bin/war ich z. B. ganz groß drin. Als ein Mensch, der viel von anderen lernen möchte und prinzipiell offen für die Meinungen anderer ist und vor allem dazu tendiert, es allen recht machen zu wollen, war ich irgendwann vollkommen verwirrt (dass meine Stimme zu den Stimmen gehört, die sich eben nicht ganz klar in nur ein (oder zwei) Fächer kategorisieren lassen, war da auch nicht eben hilfreich, heute nehme ich das als Geschenk und freue mich an meiner vielseitigen Einsetzbarkeit). Frage drei Leute nach ihrer Meinung und du erhältst fünf Antworten.

Irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich so auf Dauer nicht weiterkomme und habe den Kreis der Leute, deren Kritik ich mir wirklich zu Herzen nehme, auf ein paar wenige Menschen reduziert, von denen ich wirklich weiß, dass sie wissen, wovon sie reden. Dieses "Team“ wird dann hin und wieder temporär durch Dozenten von Workshops etc., die ich besuche, erweitert. Das bedeutet nun nicht, dass ich die Meinung anderer kategorisch abtue, aber ich versuche nicht mehr jeder Meinung zu entsprechen. Denn letztendlich ist es ja nur eine Meinung und oftmals denkt sich der „Kritiker“ vielleicht nicht mal groß was dabei.

Wie aber erkenne ich, wessen Kritik mich weiterbringt, weil er auf dem Gebiet wirklich kompetent ist und wessen nicht (es gibt ja leider auch immer wieder Schaumschläger, denen es u. U. nur auf das Geld ankommt - ich bin froh, solchen Menschen bisher nicht begegnet zu sein, sondern nur solchen, die auch wirklich mein Wohlergehen und Vorankommen als Sängerin auf dem Herzen hatten. Dass nicht alle zu jedem Zeitpunkt für mich optimal waren steht auf einem anderen Blatt und hat nichts mit ihrer grundsätzlichen Qualifikation als Lehrer zu tun). Nun, dafür habe ich leider auch kein Patentrezept, sonst hätte ich mir so manchen Umweg vielleicht ersparen können. Besonders für Anfänger ist das mitunter sehr schwer zu beurteilen und manches wird einem auch erst im Nachhinein klar. Natürlich sollte man sich anschauen, welche "Qualifikationen" jemand mitbringt (als Sänger wird man ja mitunter von Menschen kritisiert, die noch nie im Leben selbst - außer in der Badewanne - einen Ton gesungen, geschweige denn auf einer Bühne gestanden haben). Damit meine ich nun nicht unbedingt irgendwelche Diplome, sondern eher die "Berufserfahrung". Aber nur weil jemand nicht oder nicht mehr auf einer Opernbühne steht, heißt das nicht, dass er keine Ahnung von Opernstimmen hat und umgekehrt - nicht jeder exzellente Sänger ist auch ein guter Lehrer. Die Frage ist also nicht so leicht zu beantworten.

So, das war die Neujahrsansprache der Octaviane ... eure, gern auch kontroversen, Meinungen sind natürlich herzlich willkommen. Mich würde u. a. auch interessieren wie ihr als Sänger mit Kritik umgeht.

big_bye
Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Themenkomplex "Kritik"
BeitragVerfasst: 10.01.2012, 12:53 
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Liebe Octaviane,

eigentlich hast du ja alles schon gesagt. Kritik zu üben ist leichter als sie zu bekommen, man sollte wissen wer kompetent ist eine echte Kritik und somit Hilfe zu geben. Wenn ich gefragt werde, sage ich ehrlich meine Meinung, gebe aber auch dann Hilfestellung, wie es besser zu machen ist. Wenn Jemand einen Menschen fragt der überhaupt keine Ahnung hat, muss man damit rechnen eine "Kritik", oder besser Aussage zu bekommen, die für den Augenblick des Hörens gefallen hat oder nicht, das ist aber auch Geschmacksache des Einzelnen und nicht unbedingt aussagekräftig.

Auf der anderen Seite sollte man Jemanden nicht mit Komplimenten überschütten, nur weil man etwas sagen möchte, was in Wirklichkeit nicht so gemeint ist, nur um den Anderen zu schützen, das ist ganz wichtig. Dann lieber zurückhaltend reagieren, was nicht immer leicht ist, wenn man gefragt wird.
Ich war mal in einer solchen Situation zu einem Hauskonzert eingeladen. Die Dame des Hauses, schon älter, versuchte sich in einigen Opernarien, obwohl sie nie Unterricht hatte. Es war sehr schlimm und die anwesenden Zuhörer wußten nicht wohin sie schauen sollten ohne lachen zu müssen. Ich habe selten so etwas gehört. Nach dem Konzert kam die Dame auf mich zu und fragte mich, wie sie mir gefallen hat...ja, verletzen wollte ich sie nicht, ich sagte dann nur: "Sie sind aber mutig", sie lachte und damit war es gut.

Wenn man in der Öffentlichkeit steht, Konzerte macht als Profi, muss man mit Kritik umgehen können. Ob die Kritiker immer zurecht ihre Meinung sagen, bleibt dahin gestellt, oft sind schlechte Musiker gute Kritiker, meinen sie wenigstens zu sein. Man möchte die Kritik hören, hat aber auch Angst davor. Es gibt gefürchtete Kritiker und diejenigen, die nur umschreiben, was manchmal besser ist als Jemanden vollkommen runterzumachen. Ich war immer sehr gespannt auf die Zeitungskritiken und konnte es kaum erwarten, manchmal mit Herzklopfen, doch ich habe gottseidank immer nur gute bekommen, die ich heute noch alle habe. Ein einziges Mal wurde das nicht vorhandene gerolte rrrrr erwähnt und das habe ich mir zu Herzen genommen und es dann auch endlich gelernt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Themenkomplex "Kritik"
BeitragVerfasst: 10.01.2012, 12:55 
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Interessantes Thema, liebe Octaviane...
Also, wenn ich recht überlege.. Ich singe nun seit gut 30 Jahren und hab so einige Gesangslehrer/-innen und Korrepetitoren, Dirigenten und Schlaumeier erlebt, die an mir "rumgedoktort" haben.
Mittlerweile kenn ich mich, meine Stimme und meine Stärken und Schwächen so gut, dass ich eigentlich die meisten Kritiken an mir abgleiten lasse. Auch mit Lob gehe ich mittlerweile so um. Das mag sich arrogant anhören, aber wenn ich mir all das, was mir in 30 Jahren gesagt wurde, zu Herzen nehmen würde oder dementsprechend gehandelt hätte, oh weh.. , ich weiß nicht, wo ich jetzt stünde.
Es hat Jahre gebraucht, bis ich die Fachfrau gefunden habe, deren Urteil für mich das Non-plus-Ultra ist. Ihr kann ich vertrauen, sie kennt sich im Opernfach und der Szene aus, ist eine begnadete Sängerin und Musikerin (Cello) und eine tolle Pädagogin.. Mein Pianist, bzw. Korrepetitor darf mich natürlich auch korrigieren, allerdings betrifft das eher die musiktheoretische Dinge oder auch mal die Interpretation.

Fest steht, man muß in der "Gesangsszene", egal ob Profi oder Semi, eiserne Nerven und ein riesen Selbstbewußtsein haben, sonst ist man verloren.
In der Auswahl der GLs und auch Korreps muß man sehr viel Fingerspitzengefühl haben und sich eiskalt trennen, wenn man merkt, dass da was in die falsche Richtung läuft.
Es gibt auch immer wieder GLs, die einen derart verbiegen wollen und einen in die falsche oder gar keine Richtung führen, ohne Rücksicht auf Individualität und Talent...

Insofern lasse ich mir von niemanden mehr ein X vor ein U machen.

Allerdings finde ich es auch immer wieder interessant, sich Kritik von Laien anzuhören, denn da wird man oft wieder auf den Ursprung der Dinge gestoßen und kann sich auch mal wieder mit sogenannten "Basics" befassen. .."Wieso rollst Du das "r" beim Singen" ? oder "Ich hab den Inhalt deines Liedes überhaupt nicht verstanden".. (Kein Wunder, hatte ja auch Texthänger und hab sinnfrei improvisiert...) usw..


Letzten Endes ist es ein langer und teilweise auch steiniger Weg, eine gute Sängerin/ein guter Sänger zu werden. Kritik muß man ertragen können, allerdings sollte man , trotz allem, unbeirrbar seiner Intuition und je nachdem dem Rat von 1 oder 2 Fachleuten folgen.

Lg Silje

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 Betreff des Beitrags: Re: Themenkomplex "Kritik"
BeitragVerfasst: 10.01.2012, 14:13 
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Heißt es nicht: "Die wahre Kritik steckt in dem, was ungesagt bleibt"?

Wenn also jemand nach einem Konzert kommt und sagt: "Was für ein schönes Kleid" oder „das war aber ein interessantes Programm“ o. ä. und kein Wort über den Gesang verliert, weiß man doch eigentlich schon was Sache ist. Allerdings sind das in der Tat oft die Leute, die meinen, einfach irgendetwas sagen zu müssen. Und da kann man sich dann überlegen, wie viel man darauf geben will. Ich sehe das ähnlich wie Musika – wenn ich gefragt werde, versuche ich in netten Worten meine ehrliche Meinung zu sagen, ansonsten halte ich mich lieber zurück. Die Gefahr, das Gegenüber zu verletzen, besteht natürlich trotzdem, besonders dann, wenn der Fragende sich erhofft hat, etwas Positives zu hören oder in seiner Meinung bestätigt zu werden.

Liebe Silje,
ich finde, dein Beitrag bringt es gut auf den Punkt. Ich denke auch, dass jeder da seine eigenen Erfahrungen machen muss. Ich habe ebenfalls das Glück, jetzt einen Lehrer zu haben, der sich mit Stimmen und Gesangstechnik wirklich auskennt und ein ausgezeichneter Pädagoge ist und auch meine Korrep kennt sich in der Szene und im Opernfach aus und ist eine tolle Musikerin. Aber ich weiß mittlerweile auch genau, was ich will, ich kenne meine sängerischen „Baustellen“ ganz gut und weiß, woran ich arbeiten muss. Diese Erfahrung hat mir bei früheren Lehrern naturgemäß noch gefehlt, da musste ich mich quasi voll und ganz auf deren Wort verlassen. Dieses Fingerspitzengefühl, von dem du sprichst, entwickelt sich u. U. also erst mit wachsender Erfahrung. Und ja, es schadet zumeist nicht, (auch) auf die eigene Intuition zu hören.

Ich würde gerne noch auf ein anderes Unterthema eingehen – Selbstkritik.

Den meisten von uns geht es ja wahrscheinlich so, dass wir selbst unsere stärksten Kritiker sind. Nun ist es ja einerseits gut, wenn man nicht vollkommen verblendet ist, was das eigene Talent angeht, Selbstkritik ist gut und notwendig, um an sich zu arbeiten und voranzukommen. Wann aber geht sie zu weit, wann fängt sie an einen zu hemmen? Und wie geht ihr mit übergroßem Perfektionismus um?

LG

Octaviane (heute in Schreiblaune)

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 Betreff des Beitrags: Re: Themenkomplex "Kritik"
BeitragVerfasst: 10.01.2012, 14:29 
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Zum Thema "Selbstkritik"

wenn man Selbstkritik äußert, ist es psychologisch erwiesen, dass man genau das Gegenteil hören möchte, "heute war ich nicht besonders gut...." "doch, fand ich doch, mir hat es gefallen..." Selten kommt der Satz "beim nächsten Mal wird es bestimmt wieder besser".

Selbstkritisch zu sein in nicht zu zerstörender Weise, ist ganz wichtig. Sich selber zu beurteilen und einen Höhenflug zu haben, es ist alles wunderbar, ich bin die Größte...ist gefährlich.

Gesunde Selbstkritik kann man aber nur haben, wenn ein guter Lehrer im Hintergrund ist und negative Selbstkritik auffängt, wenn man sie da sagt, wo es kompetente Leute gibt, die das genau einschätzen können, was gut und richtig ist.

Falsches Lob kann eine Selbstkritik verfälschen, das Positive wird eher verarbeitet und bleibt im Bewußtsein hängen, "ich bin super..." und das prägt sich im Laufe der Zeit ein. Es kommt auch immer auf den Menschen selber an, eine starke Persönlichkeit ist mehr von sich überzeugt als eine empfindliche, schwache Natur.

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 Betreff des Beitrags: Re: Themenkomplex "Kritik"
BeitragVerfasst: 10.01.2012, 15:12 
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Liebe Octaviane,

natürlich entwickelt sich dieses Selbstbewußtsein meistens erst im Laufe der Jahre und eben mit zunehmendem Alter. Man muß halt durch Höhen und Tiefen gehen und sich mit Menschen und mit sich selbst auseinandersetzen, um zu einer gewissen Reife und zu einem realistischen Selbstbewußtsein zu kommen.
Beispiele übersteigerten und völlig unrealistischen Selbstbewußtseins gibt es allerdings auch. Wenn ich ein 20jähriges Mädel bei DSDS sagen höre: "Klar, ich hab das Zeug zum Superstar, ich kann super singen und seh toll aus", und dann kommt da eine Piepsmaus mit fettigen Haaren vor die Jury und singt total schräg, dann muß man sich schon fragen, was da schief gelaufen ist. Ebenso gibt es 50jährige Frauen, die sich immer noch wie kleine Mädchen benehmen, völlig unsicher und schüchtern.
Womit wir nun bei dem Thema "Selbstkritik" wären.
Selbstkritik ist eine Eigenschaft, deren Grundstein schon in der Kindheit und Jugend gelegt wird.
Dies hat viel mit Erziehung und Moral zu tun. Unsere westliche Welt, bzw. christliche Erziehung, zielt zu oft auf die Kritik und Unterdrückung unerwünschter Verhaltensweisen ab. Mit anderen Worten: Es wird uns über Jahre in den meisten Fällen immer nur gesagt, was wir falsch machen oder was wir nicht tun sollen. Lob oder eine konstruktive Kritik haben doch die wenigsten Lehrer, Erzieher, Eltern drauf. In der Pädagogik sind es die Waldorf- und MontessoriSchulen, die sich bemühen, nach einem etwas anderen Wertesystem zu erziehen. Wobei auch dort nicht alles fantastisch und "pädagogisch wertvoll" erscheint.

Da wir also in diesem "Schuldsystem" groß werden, liegt uns Selbstkritik oft näher als Eigenlob. Nicht umsonst gibt es das Sprichwort: "Eigenlob stinkt". Gut ist nur der, der sich unterwirft, gehorcht, klein macht und bekennt, wie unfähig er ist. Ich rede hier nicht von Demut oder Respekt ! Das ist etwas ganz anderes und in meinem Augen sehr lobenswertes.

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Fähigkeit, sich selbst auf gesunde Art und Weise zu kritisieren, ist uns meistens abhanden gekommen. Selbstkritisch zu sein, heißt ja auch seine eigenen Fähigkeiten und Werte zu hinterfragen. Entweder sind wir total von uns überzeugt (was auch wieder eine Erziehungssache sein kann oder eine Gegenreaktion auf ständige Unterdrückung in der Kindheit und Jugend) oder wir machen uns ständig nieder, in dem UNTER-Bewußtsein: Wenn ich mich klein mache, werde ich von meinen Mitmenschen eher anerkannt und respektiert, denn dies ist ein erwünschtes Verhalten, was mir schon meine Mutter einbläute und ich hab dann immer einen Keks bekommen, wenn ich brav war.

Anderer Aspekt: Diese Selbstzerfleischung finden wir m.E. bei weiblichen Wesen viel häufiger als bei männlichen.. (ist auch wieder eine Frage der Erziehung: Mädchen haben brav und lieb zu sein. Wenn Jungs mal über die Stränge schlagen, gibts mal einen Klapps und ein wohlwollendes Grinsen:" Mei, der Bua wird sich scho durchsetzen könna im Leben")


Zu einer gesunden Selbstkritik ist der fähig, der erwachsen geworden ist, der seine Stärken und Schwächen kennt und sich häufig einer Selbstreflexion unterzieht. Und erwachsen ist der Mensch dann, wenn er seine kindlichen Komponenten (ständig verletzt fühlen, trotzig reagieren, beleidigt sein) und seine Moral (ich bin so schlecht;oh jeh, ich hab meine Freundin/Freund angelogen; "Betreten der Baustelle verboten" und ich geh trotzdem drauf usw. ) in eine gesunde(realistische) Relation zu seinem Denken und Handeln bringt.

Lg Silje (heut hab ich die Handwerker im Haus, deshalb häng ich hier nun die ganze Zeit vor dem Bildschirm)

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 Betreff des Beitrags: Re: Themenkomplex "Kritik"
BeitragVerfasst: 10.01.2012, 17:50 
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Nachtrag: Um auf die Fragestellung zurück zu kommen, wie ich mit Selbstkritik umgehe: Ich habe glaube ich im Laufe der vielen sängerischen Jahre ein gutes Maß der Selbstbeurteilung gefunden. Ich weiß ziemlich genau, wann ich gut war und wann weniger gut. Und vor jedem Konzert sage ich mir: "Du hast dich so gut vorbereitet wie es eben ging. Du gehst jetzt da raus und singst für die vielen netten Menschen, die sich über die Musik und den Gesang freuen (Nörgler gibts immer)und: Du bist so gut, wie Du eben an dem Tag bist und basta.

Eine meiner Lehrerinnen pflegte immer zu sagen: "No excuses". Und damit hatte sie recht. Immer wieder versuchen wir, unsere eventuellen Fehler beim Singen zu rechtfertigen und zu entschuldigen.
Wenn wir gut vorbereitet sind und auch unseren Körper, Geist und Seele in einem guten Zustand gehalten haben, bzw. halten, "liefern" wir zu 99 Prozent gut ab. Singen ist etwas Ganzheitliches und besteht eben nicht nur aus einer wohl klingenden Stimme und fantastischer Technik.
Und wenns mal nicht so gut war.... ? Was solls... Nach dem Konzert ist vor dem Konzert. Beim nächsten Mal gehts besser. Und Schnupfen, Husten, Heiserkeit, Streit mit dem Partner, überzogenes Konto usw..., klar, das sind Dinge, die uns immer begegnen können, aber wer wirklich professionell sein will, darf sich von solchen Dingen nur marginal oder am Besten gar nicht beeinflussen lassen, bzw. muß alle Tricks kennen, trotzdem eine super Leistung zu bringen.

LG Silje

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 Betreff des Beitrags: Re: Themenkomplex "Kritik"
BeitragVerfasst: 10.01.2012, 18:17 
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Selbstkritik ist auch für die Auswahl der Literatur sehr wichtig, eine Überschätzung kann ganz schön daneben gehen und ist oftmals der Fall.

Wenn man aber einen guten Lehrer oder eine gute Lehrerin hat, der oder die sich selber nicht überschätzt in Bezug auf den Schüler und der Literatur, dann ist der Weg zum Ziel leichter.

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 Betreff des Beitrags: Re: Themenkomplex "Kritik"
BeitragVerfasst: 10.01.2012, 18:30 
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Toller Beitrag, liebe Silje und eigentlich habe ich da nicht mehr viel hinzuzufügen.

Ich habe festgestellt, dass die Art, wie kritisch ich andere betrachte auch Einfluss darauf hat, wie selbstkritisch ich mir selbst gegenüber stehe. Wenn ich also die sängerischen Leistungen anderer sehr kritisch beurteile, stelle ich - bewusst oder unbewusst - dieselben hohen Anforderungen auch an mich. Bin ich in meiner Kritik anderer etwas "nachlässiger", fällt es mir auch leichter, mir selbst zuzugestehen, nicht immer “perfekt” sein zu müssen. Natürlich sollte man trotzdem immer anstreben, sein Bestmögliches zu geben und sich so gut es geht vorzubereiten, aber indem ich mir eingestehe, dass ich als Mensch nun einmal Fehler mache (die zudem oft niemand außer mir, dem Dirigenten/Chorleiter und mein Lehrer, falls anwesend, hört), kann ich mehr Energie darauf verwenden, konstruktiv an meinen Baustellen zu arbeiten. In diesem Sinne hilft es mir auch eher, mir die positiven Dinge von anderen anzuschauen und zu sehen, was ich von ihnen lernen kann, als mich an den negativen Dingen aufzuhängen. (Ich hoffe, das macht Sinn ...)

Sachliche Selbstkritik ist gut. Als ernsthafter Sänger muss ich mit der Zeit die Fähigkeit entwickeln, meine Stärken und Schwächen zu analysieren und wissen, welche Mittel zur Problemlösung ich an der Hand habe (denn nicht immer ist der GL zur Stelle, der mich bei der Hand nehmen kann). Aber sie darf einen nicht lähmen. Ich muss z. B. manchmal aufpassen, diesen schmalen Grad zwischen konstruktiver Selbstkritik und Selbstzerfleischung ("Werde ich jemals gut genug sein, alle anderen sind doch eh viel besser als ich, was mache ich hier eigentlich") nicht zu überschreiten. Aber je sicherer ich mir in meines Gesangs, meiner Technik und meiner selbst werde, desto weniger passiert mir das. (Und es hilft, dass mir mein GL gerade auf sehr subtile Weise meinen Kontrollwahn beim Singen abtrainiert, hehe)

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Octaviane

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 Betreff des Beitrags: Re: Themenkomplex "Kritik"
BeitragVerfasst: 10.01.2012, 18:42 
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Ich habe mal ein wenig in unseren alten Beiträge gelesen und bin auf dieses ähnliche Thema, nämlich Selbsteinschätzung gekommen.

20934508nx591/saengerseele-f2/selbstueberschaetzung-t1484.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Themenkomplex "Kritik"
BeitragVerfasst: 11.01.2012, 17:35 
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Octaviane hat geschrieben:
Natürlich sollte man sich anschauen, welche "Qualifikationen" jemand mitbringt (als Sänger wird man ja mitunter von Menschen kritisiert, die noch nie im Leben selbst - außer in der Badewanne - einen Ton gesungen, geschweige denn auf einer Bühne gestanden haben). Damit meine ich nun nicht unbedingt irgendwelche Diplome, sondern eher die "Berufserfahrung". Aber nur weil jemand nicht oder nicht mehr auf einer Opernbühne steht, heißt das nicht, dass er keine Ahnung von Opernstimmen hat und umgekehrt - nicht jeder exzellente Sänger ist auch ein guter Lehrer. Die Frage ist also nicht so leicht zu beantworten.

musika hat geschrieben:
Wenn Jemand einen Menschen fragt der überhaupt keine Ahnung hat, muss man damit rechnen eine "Kritik", oder besser Aussage zu bekommen, die für den Augenblick des Hörens gefallen hat oder nicht, das ist aber auch Geschmacksache des Einzelnen und nicht unbedingt aussagekräftig.


Man muß kein Koch sein, um beurteilen zu können, daß die Suppe versalzen ist...

Was gibt es denn für Optionen?

1. Jemand sagt uns etwas Nettes. Da freuen wir uns darüber, nehmen das auch als Bestätigung (braucht jede(r), keine Frage), aber das bringt uns kein Fünferl wirklich weiter, denn es ist kein Ansporn, etwas zu verändern. Allenfalls streben wir danach, dieses Lob erneut zu bekommen. Wenn alle mit allem zufrieden sind (das gilt ganz allgemein!) dann gibt es keine Verbesserung mehr. Wozu auch? Ausserdem gibt es noch die weitverbreitete Spezies der Schulterklopfer, die grundsätzlich erzählt, wie toll man denn war, ob das nun objektiv zutreffend ist oder nicht. Kennt vielleicht jede(r) aus den Chören in denen er/sie gesungen hat. So etwas gibt es durchaus auch schon mal in der Presse. Dummerweise weiß man das nicht, wenn man diese Burschen nicht ohnehin gut kennt. Dann kann dieses Lob auch schon mal böse in die Irre führen:
musika hat geschrieben:
Falsches Lob kann eine Selbstkritik verfälschen, das Positive wird eher verarbeitet und bleibt im Bewußtsein hängen, "ich bin super..." und das prägt sich im Laufe der Zeit ein.

Fazit: Lob ist nicht mehr, als ein Hinweis, daß man auf dem richtigen Weg sein könnte.

2. Jemand hat etwas an unserer Leistung auszusetzen. Das sollte man meiner Meinung nach grundsätzlich mindestens zur Kenntnis nehmen, denn ein Körnchen Wahrheit ist immer daran, auch wenn der Kritiker nur subjektive Befindlichkeit zum Besten gibt (ihm hat die Suppe eben nicht geschmeckt...). Auch die subjektive Meinung ist ein Hinweis darauf, wie man "ankommen" kann. Das eröffnet uns aber wirklich die Gelegenheit, darüber nachzudenken, woran man arbeiten müsste...

musika hat geschrieben:
wenn man Selbstkritik äußert, ist es psychologisch erwiesen, dass man genau das Gegenteil hören möchte, "heute war ich nicht besonders gut...." "doch, fand ich doch, mir hat es gefallen..." Selten kommt der Satz "beim nächsten Mal wird es bestimmt wieder besser".


Ist es erwiesen? Da, glaube ich, muß man differenzieren zwischen "Selbstkritik", d.h. der Fähigkeit, die eigene Leistung realistisch einschätzen zu können, und einem "fishing for compliments". Letzteres kann man den entsprechenden Kandidaten aber insofern rasch abgewöhnen, indem man ihnen einfach recht gibt. Ansonsten liegt der Fokus auf "realistisch". Klar gibt es die Abweichungungen sowohl in Richtung "Foster-Jenkins-Syndrom", als auch in Richtung der Selbstbezichtigungs-Virtuosen vom Typ "Ichbinjasoschlecht". Die Größenwahnsinnigen machen sich allenfalls lächerlich und fallen irgendwann auf die Nase - so what: Das Leben ist kein Ponyhof, in erster Linie ist jeder erst einmal selbst für sich verantwortlich. Vielleicht hilft es hier ja auch zur realistischen Selbsteinschätzung, einmal auf die Nase zu fallen. Die anderen stehen sich selbst im Weg, und die bringen es auch nicht weit, wenn sie da nicht rauskommen. Das zentrale Credo der Sport-Psychologie lautet, positiv über sich selbst und seine Leistung zu denken. Das gilt wortwörtlich auch für die Ausübung von Musik:

http://www.musikzeitung.ch/pdf/99_12_training.pdf
http://www.musikzeitung.ch/pdf/00_01_training_d.pdf

Ich habe irgendwo auch mal eine Forschungsarbeit (finde ich auf die Schnelle allerdings gerade nicht) gelesen, die das in diesem Artikel Gesagte empirisch untermauert: Musiker (und Sportler), die mit positiven Vorstellungen an die Sache gehen, sind objektiv erfolgreicher, als solche, die das Scheitern schon a priori im Kopf haben. Die Interviews am Start des Abfahrtslaufs der Damen bei den letzten olympischen Winterspielen spiegelten genau das wieder. Vielleicht erinnert ja sich jemand daran: Das war das Rennen, bei dem ganz viele gestürzt sind, und sich das oben am Start dann auch irgendwann herumgesprochen hat. Der Tenor lautete überenstimmend "Ich muß die negativen Gefühle aus dem Kopf bringen".

Gesunde Selbstkritik ist auch keine Frage eines Lehrers, sondern der Persönlichkeit. Der (gute) Lehrer ist nicht die Voraussetzung dafür: Eine reife Persönlichkeit ist dazu sehr wohl von sich aus in der Lage. Der Lehrer kann hier allenfalls bei unrealistischer Einschätzung via Fremdbild unterstützen, mehr nicht. Der Schüler muß es zulassen.

zwei Cent vom advocatus diaboli

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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Beste Grüße

Octaviane

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