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 Betreff des Beitrags: Neu im Forum
BeitragVerfasst: 05.04.2013, 11:27 
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b]:welcome: Ich bin der Guido aus Bochum und habe den Nicknamen FAUSTINA gewählt, weil ich ein großer Fan der bedeutenden Sängerin und Sängerdarstellerin Faustina Bordoni-Hasse aus dem 18. Jahrhundert bin - auch der Musik ihres Mannes Johann Adolph Hasse, der für mich das Bindeglied zwischen Händel und Mozart darstellt.

Gibt es hier noch andere Hasse-Fans- und Liebhaber? Es gibt ja sogar zwei Hasse-Gesellschaften (in Bergedorf bei Hamburg und in München), deren Internetseiten informativ sind.

Faustina ist für mich die erste große Gesangsdiva. big_super Es wurden ihr zu Ehren schon früh Medaillen und Karikaturen publiziert, auch Pamphlete und Kritiken. Sie stand ja in den Konkurrenz zu den berühmtesten Kastraten ihrer Zeit (denen ja vor allem seit dem Farinelli-Failm wieder sehr große Aufmerksamkeit gewidmet wird). Händel komponierte einige seiner schönsten Frauenrollen für sie in ihrer Londoner Zeit. Ausserin Italien war sie vor allem im glänzenden augusteischen Dresden 1730 bis 1753 an der Seite ihres Mannes aktiv. Der sächsische Kronprinz und spätere König August II. hatte sie schon 1716 in Venedig schätzen, lieben und verehren gelernt.

Mich interessieren nun auch noch die großen Sängerinnen des 18. und frühen 19. Jahrhunderts und Sängerinnen, die diese Künstlerinnen und ihr Repertoire im 20. Jahrhundert wieder haben aufleben lassen.
big_ok [/b]


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BeitragVerfasst: 05.04.2013, 11:45 
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Natürlich kennen wir die Bordoni. Ihr Geburtsdatum steht nicht genau fest. Sie soll 1695 in Venedig geboren sein und entstammte einer vornehmen venezianischen Familie. 1731 heiratete sie Johann Adolf Hasse. 1742 sang sie bei einem Staatsbesuch, des Prinzen Heinrich in Dresden. 1764 sang sie bei den Krönungsfeierlichkeiten Kaiser Joseph II. in Wien, und war ein gefeierter Star, würde man heute sagen.


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BeitragVerfasst: 05.04.2013, 21:33 
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Hallo Faustina,
Finde es interessant, wie man zum Fan einer Sängerin aus dem 18. Jh.werden kann! Habe gelesen dass sie sehr schön gesungen haben soll, andererseits aber mehrere offen ausgetragene Streitigkeiten auf der Bühne geliefert hat. So wäre es mir ein Anliegen zu wissen welche Umstände dich zum Fan dieser Frau werden ließen.
Sonst soweit bei mir alles in Ordnung. Grüße nach Bochum von
Alfredo. :kaffee

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BeitragVerfasst: 09.04.2013, 15:00 
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Danke erst mal für eure beiden Antworten und euer Interesse an Faustina Bordoni-Hasse. big_hand

Sie interessiert mich ERSTENS , weil sie die erste wirkliche und emanzipierte Operndiva war und eine begnadete Künstlerin und Sängerin.

Sie war so unabhängig, dass sie deswegen schon in Venedig ins Gefängnis kam, weil sie sich einer lesbischen adeligen Gönnerin selbstbewusst entzog, dann machte sie unabhängig Karrieer auf eigene Faust in Italien, wurde schwanger von einem unbekannten hohen Fürstensohn und heiratete schwanger und heimlich in Venedig den Komponisten Johann Adolph Hasse. Mit dem verband sie eine wirkliche Liebes- und Geschäftsbeziehung. Beides zusammen war im 18. Jahhundert sehr ungewöhnlich. Sie war später sogar Operndirektorin in Venedig.

Aufgrund ihrer Fähigkeiten und ihrer (intimen?) nahen Beziehungen zum sächsischen Kronprinz wurde sie nach Dresden geholt und mit ihrem Mann zusammen eingekauft wie heute Fussballprofis von Mailand nach London oder München wechseln. Dort blieb sie drei Jahrzehnte und zog mehrere Kinder groß. 1753 verabschiedete sie sich über 50igjährig von der Bühne und sang nur noch in kleinen hocharistokratischen Zirkeln wie am Wiener Kaiserhof oder in Venedig.

In Venedig spazierte sie schon als junge Sängerin selbstbewusst mit den anerkanntesten Kurtisanen Arm in Arm auf dem Markusplatz.

Wilde Schmähpamphlete erschienen von Neidern, Heuchlern, Schmutzfinken in Italien oder London.

Aber das befleckte ihren wachsend sensationellen Ruf nicht: Könige wie die von Frankreich, Habsburg, Polen/Sachsen oder Fürsten in München und Italien wollten sie hören. Sie war befreundet mit den Kindern der Kaiserin Maria-Theresia, denen ihr Mann Musikuntericht gab.

Der einmalige offene Streit mit der befreundeten (!) Kollegin Cuzzoni auf der Bühne in London wurde provoziert von den beiden Anhängergruppen und entsprechend in den Medien hochgepuscht so wie heute etwa die Begegnung von zwei Rocklegenden oder Fussballstars, die in Konkurrenz stünden.

ZWEITENS hat sie Künstler wie Händel oder Hasse zu wunderschönen Werken inspiriert.

Die schönste Komposition dazu ist die Oper "Alessandro" von Händel, mit der Faustina ihren ersten Auftritt in London hatte. Ihre Auftrittsarie ist göttlich! (Bei den Maifestspielen in Wiesbaden dieses Jahr zu erleben!). Händel komponierte für die beiden Primadonnen gleich viele Arien und sogar ein Duett der Versöhnung am Ende. Für Faustina hat er fünf Opern in London komponiert. Dann bekam ihr und ihrer Stimme (!) vor allem das dauernd nasskalte Klima nicht mehr und sie ging nach Italien zurück.

Händel wollte sie persönlich auf eienr Italienreise 1730 nach London zurück holen. Doch der Grund, warum sie der auch finanziell sehr lukrativen Einladung nicht folgte ist unbekannt. Ebenso wie Farinelli blieb sie lieber in ihrer Heimat Italien.

Einen sehr lebendigen - auch bildlichen Eindruck - gibt das Buch von

Saskia Maria Woyke: Faustina Bordoni. Biographie - Vokalprofil - Rezeption. Lang, Frankfurt am Main u. a. 2010, ISBN 978-3-631-57950-3.

Dort auch viele wertvolle Hinweise auf ihr Stimmprofil und ihre Artistik.

Musikalisch gibt es einen guten Eindruck durch ihr Arien-Portrait gesungen von Vivica Genaux, erschienen 2012 auf CD. big_ok


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BeitragVerfasst: 09.04.2013, 15:07 
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Joachim hat geschrieben:
Sie soll 1695 in Venedig geboren sein und entstammte einer vornehmen venezianischen Familie. [Aber sehr verarmt und daher wurde sie in einem Arme-Leute-Viertel geboren und von Adligen protegiert - u.a. von dem hohen Staatsbeamten und Komponisten Benedetto Marcello] 1731 heiratete sie Johann Adolf Hasse. 1742 sang sie bei einem Staatsbesuch, des Prinzen Heinrich [b[i]][Welcher?] [/[/i]b]in Dresden. 1764 sang sie bei den Krönungsfeierlichkeiten Kaiser Joseph II. in Wien [dazu weiss ich nichts und steht auch in meiner Literatur nichts, woher hast du diese Info?] , und war ein gefeierter Star, würde man heute sagen.


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BeitragVerfasst: 09.04.2013, 15:14 
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Hier sieht man ein Bild der Faustina.

Sehr freizügig als Sängerin (mit Noten in der Hand!): denn mit entblösster Brust wurden im 18. Jahrhundert nur Prostituierte dargestellt:

http://www.gbopera.it/wp-content/upload ... -BASSA.jpg


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BeitragVerfasst: 09.04.2013, 15:54 
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Sie sang 1742 bei einem Staatsbesuch König Friedrich II. von Preußen und dessen Bruder Prinz Heinrich. 1764 bei den Krönungsfeierlichkeiten Kaiser Joseph II. in Wien Quelle: M. Högg :" Die Gesangskunst der Faustina Hasse und das Sängerinnenwesen ihrer Zeit in Deutschland.(Berlin 1931)


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BeitragVerfasst: 14.04.2013, 14:38 
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Sehr bewegtes beeindruckendes Leben das sie hatte. Und gewiss eine gute Sängerin. Schade, dass wir sie nicht mehr hören können. Ich selber bin ein Fan der Netrebko aber auch der Callas, von der letztgenannten gibt es wenigstens Filme und Tonaufzeichnungen. Die Netrebko werde ich mir bei nächster Gelegenheit life anhören.
Beste Grüsse und noch vergnügliche Stunden mit Faustina!
Alfredo

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