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BeitragVerfasst: 27.01.2009, 16:50 
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MUSIKALISCHE BABYS
Neugeborene erkennen Rhythmen

Angeboren oder erworben? Wissenschaftler haben einen Hinweis darauf gefunden, dass bereits Neugeborene Rhythmen in Musik erfassen können. Sie plädieren dafür, dass das Verständnis für Musik in den Genen liegt.

Für alle die diese Studie näher interessiert:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens ... 21,00.html

Have fun

Robin


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BeitragVerfasst: 27.01.2009, 20:01 
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Hallo Robin
Ich interessanter Beitrag. Ich kann das nicht beurteilen, aber ist doch interessant, dass das Ohr des Fötus, bereits - sehr früh- am fünfundvierzig ten Tag im Mutterleib sich auszubilden beginnt.Siebeneinhalb Monate früher als die Augen.Doch werden in unserer Gesellschaft seltsamerweise, den Gehörorgane, nicht die Beachtung geschenkt, wie beispielsweise den Augen.Daniel Barenboim schreibt in seinem Buch:" Klang ist Leben", dass unsere Gesellschaft primär visuell orientiert ist.
Möglicherweise hier ein Grund, dass wir über das Hörvermögen der Babies, weit weniger wissen, als über ihre Sehfähigkeit.
Viele Grüße
Joachim


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BeitragVerfasst: 27.01.2009, 22:51 
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hallo,

inwieweit die musikalität eines menschen nur genetisch bedingt ist oder durch eine absolute "frühförderung" (beschallung des embryos von außen) verstärkt wurde, wird man schwer feststellen können.

aber auf jeden fall gibt es keine absolut unmusikalischen menschen. man hat bei versuchen mit babys und mit "unmusikalischen" erwachsenen festgestellt, daß sie durchaus hören, wenn in einer tonfolge ein ton schief ist. nicht immer bewußt, aber das eeg zeigte entsprechende reaktionen.

http://www.pollag.de/spiegel/mathe.htm

außerdem erkennen babys auch musikstücke wieder, die sie vor der geburt gehört haben, haben also ein tongedächtnis, was ja ein teil der musikalität ist.

http://iwk.mdw.ac.at/Forschung/pdf_date ... y-BAKK.pdf

zu mir kommen schon seit etlichen jahren immer wieder auch leute, die scheinbar absolut unmusikalisch sind.
nach einiger zeit sind sie (bei entsprechendem fleiß) alle in der lage, zumindest einfache lieder so zu singen, daß es gut klingt und rhythmus und töne stimmen.
bei manchen geht es dann irgendwann deutlich schneller und besser voran und es zeigt sich, daß sie doch talent zum singen haben und irgendwann haben sie dann eine schöne stimme und singen so gut, daß sie nebenberuflich (teils auch hauptberuflich, wenn sie noch nicht zu alt sind) gut geld damit verdienen.

ich glaube schon, daß musikalität und die fähigkeit zum singen bei jedem in den genen verankert ist, aber in unterschiedlicher ausprägung und zudem auch gefördert werden muß, um sich zu entwickeln.

lg
kaja


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BeitragVerfasst: 28.01.2009, 09:54 
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Hallo kaja
Vielen Dank für die Links. Ich bin nochmal der Frage nachgegangen, warum es die Natur so eingerichtet hat, dass sich beim Menschen, dass Gehör sehr früh entwickelt, das Auge hingegen erst später. In der Natur und Evolution hat alles seinen Grund. Nun könnte man sagen, dass Kind im Mutterleid kann ohnehin nichts sehen, es genügt also die Augen erst später auszubilden ( Vielleicht aus Vorsichtgründen), es soll aber früher hören. Warum?
Das kann ich auch nicht beantworten.Allerdings war das mit dem Gehör beim Menschen schon immer so. Auch die Neandertaler Babies, konnten früher hören als Sehen. Damals hörten sie allerdings kein Klavierkonzert von Mozart, aber irgendeine Bedeutung, für das frühe Hören musste es doch geben.Also hatte es doch bei den Urmenschen garnichts mit Musikalität zu tun. Geräusche konnten wahrgenommen werden. Ich denke aber auch, dass Musikalität- genau wie anderen Eigenschaften vererbt werden kann.
Viele Grüße
Belcanto


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BeitragVerfasst: 28.01.2009, 22:10 
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Joachim hat geschrieben:
es soll aber früher hören. Warum?

Hallo Joachim, ich bin auch kein Fachmann glaube aber eine Erklärung gefunden zu haben. Die Sinne sind in erster Linie dafür da, sich zurecht zu finden um auch vor Gefahren rechtzeitig gewarnt zu sein. Was nützt es wenn ich sehen kann aber nicht hören ?
Jetzt kommt einer um die Ecke - ich kann nicht um die Ecke sehe aber um die Ecke hören.
:lol

LG rugero


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BeitragVerfasst: 28.01.2009, 22:38 
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Hallo Rugero
Ja das stimmt. Wenn ich ein Auto sehe, muss ich es nicht noch zusätzlich hören, um die Gefahr zu erkennen. Kommt es aber um eine Kurve, ist es gut, wenn ich die Hupe höre.Insoweit dienen beide Sinnesorgane der Gefahrenabwehr.
Viele Grüße
Joachim


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BeitragVerfasst: 28.01.2009, 22:41 
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Mit dem Hören erfasse ich beide Gefahren, mit dem Sehen nur eine.


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BeitragVerfasst: 29.01.2009, 16:59 
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Da wäre jetzt interessant, was in der Originalpublikation steht…

Das wäre nicht das erste Mal, daß Journalisten eine ins Auge springende Aussage über Forschungsarbeiten produzieren (hier: „…dass das Verständnis von Musik in den Genen liegt”), die so von der ursprünglichen Publikation gar nicht abgedeckt ist. Das Problem hier ist, daß eine Schlussfolgerung nach zwei Seiten möglich ist:

Daß Föten akustische Muster wiedererkennen ist eine Sache. Wenn dem nicht so wäre, gäbe es auch keine Sprache. Das muss also angeboren sein, und zwar bei allen. Daraus aber abzuleiten, daß Musikalität „in den Genen liegt“, ist eine andere Sache, zumindest in dieser Formulierung, die im Umkehrschluß impliziert, daß es auch angeboren wäre, wenn jemand unmusikalisch ist. Die Schlussfolgerung aus den erwähnten Ergebnissen Winklers wäre eigentlich eine andere, jedenfalls kann man die ohne Logikprobleme treffen, während die des Spiegelartikels Zusatzannahmen nahelegt, die so gar nicht dastehen: Die Fähigkeit, akustische Muster zu erkennen, und damit die Voraussetzung für Musikalität ist angeboren. (so wie übrigens auch die Fähigkeit zum absoluten Gehör) Der Umkehrschluß, daß Unmusikalität angeboren wäre, ist aus den angeführten Ergebnissen nicht zulässig…

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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BeitragVerfasst: 25.01.2012, 18:13 
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Das ist nun schon etwas länger her...

mittlerweile habe ich tatsächlich die Originalpublikation auftreiben können.
Also, ganz so ist es in der Tat nicht, wie es die Journalisten vom SPIEGEL interpretieren, daß nämlich die Autoren dafür plädierten, daß Musikalität in den Genen läge.

Hier das entsprechende Resumé aus der "discussion":
Zitat:
Many questions arise as a result of this work. Does neonate sensitivity to important musical features mean that music carries some evolutionary advantage? If so, are the processing algorithms necessary for music perception part of our genetic heritage? One should note that the auditory processing capabilities found in newborn babies are also useful in auditory communication. The ability to extract melodic contours at different levels of absolute pitch is necessary to process prosody. Sensing higher-order periodicities of sound sequences is similarly needed for adapting to different speech rhythms e.g., finding the right time to reply or interject in a conversation (22). Temporal coordination is essential for effective communication. When it breaks down, understanding and cooperation between partners is seriously hampered. Therefore, even if beat induction is an innate capability, the origin and evolutionary role of music remains an issue for further research.


also bezüglich angeborener Musikalität insgesamt viele Fragezeichen und keine Antworten...

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BeitragVerfasst: 26.01.2012, 12:05 
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Hallo TM Pestoso!

Es ist mir persönlich nicht bekannt,dass Forschungen dies rausgefunden haben.
Ich denke mir,dass es eher angeborene,als erworbene Musikalität gibt ; die Säu-
glinge konnten doch nichts erlernen...
In meiner Familie habe nur ich "passable" Stimme,meine Schwester ist zwar künstle-
risch begabt,aber im malen,restauriert auch antike Möbel,Ihr Garten sieht wie - aus
"Tausend und einer Nacht" - märchenhaft,ich kann das nicht so gut,wie Sie,aber Sie
kann auch nicht singen...
Mein Bruder ist begnadeter Fotograf ; meine Mutter hat eine gute Sopran Stimme gehabt ;
ich glaube,ich habe das von Ihr vererbt bekommen.
Mein Mann hat Klavier gelernt und kann Akkordeon spielen,kann aber gar nicht tanzen
und auch nicht singen.
Das sind meine persönliche Erfahrungen und Beobachtungen aus meinem Umfeld.
Man kann darüber diskutieren.
In diesem Sinne
Liebe Grüsse
mariella big_denken


Zuletzt geändert von mariella am 26.01.2012, 16:11, insgesamt 1-mal geändert.

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BeitragVerfasst: 26.01.2012, 13:07 
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Lese dieses interessanteThema erst jetzt.

M.E. können Föten bereits hören aber nicht sehen weil's im Bauch halt nichts zu sehen gibt, aber zu hören! Und zwar nicht nur von der Außenwelt. Ganz wichtig ist glaube ich der Herzschlag und die Stimme der Mutter. Wegen der Wiedererkennung. Das gibt es auch bei Tieren, z.B.bei Pinguinen, die in riesigen Mengen aus ihren Eiern schklüpfen und ihre Eltern (und umgekehrt diese ihre Küken) am Klang ihrer Stimmen erkennen. Ebenso sämtliche Herdentiere (Pferde, alle Rinderarten etc.), die ihre "eigene" Mutter schnellstmöglich kennen müssen, um nicht am falschen Euter zu saugen und dann einen drüber zu bekommen.

Ich habe 17-jährige Zwillinge mit unterschiedlich ausgeprägter Musikalität.
Mein Sohn ist sehr musikalisch, spielt toll E-Gitarre und kann auch recht gut singen (will aber nicht). Das war schon immer so.
Meine Tochter wird von ihrem Klavierlehrer manchmal scherzhaft "rhytmisches Rindvieh" genannt (er meint das nicht böse, sie weiß das und kann auch drüber lachen). Töne treffen beim Singen klappt inzwischen auch ganz gut, die Rhytmik verbessert sich ebenfalls. Bei ihr ist es ganz klar erlernte Musikalität.


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BeitragVerfasst: 26.01.2012, 14:46 
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vielleicht ein paar Takte zum Versuchsaufbau:

Den Neugeborenen wurde ein Schagzeugmotiv vorgespielt:

Pos......1 2 | 3 4 | 5 6 | 7 8
hihat....x x | x x | x x | x x
Snare........| x ..|.....| x
bass.. ....x |......| x x|

(Ein Takt in Achteln. Das klingt wie das Auto nebenan an der Ampel...)

Dann gab es zwischendrin vier Variationen dazu

1. Pos. 2 im hihat weggelassen
2. Pos. 4 im hihat weggelassen
3. Pos. 8 im hihat weggelassen
4. Pos. 1 im hihat und im bass weggelassen

1-3 gab keine Reaktion bei den Babys. Ist auch auf unbetonten Teilen...
4 (starker Synkopen-Effekt) veränderte die Hirnströme. Tatsächlich "stolpert" man auch als Erwachsener darüber beim Anhören.

Fazit: Bereits Neugeborene können die Periodizität im Rhythmus decodieren und darauf eine Erwartungshaltung aufbauen. Wird diese Erwartung nicht erfüllt, fällt ihnen das auf. Wie dem o.a. Zitat zu entnehmen, ist die korrekte Decodierung von perodischen Höreindrücken essentiell für die verbale Kommunikation. Daß die Fähigkeit hierfür (für die verbale Kommunikation, vulgo Sprechen) angeboren ist, will wohl niemand bestreiten.

Ob und inwieweit Musikalität angeboren ist, hatten wir hier schon mal irgendwo. Wie auch immer: der Schluß, daß es angeboren wäre, wenn einer etwas kann, was ein anderer nicht kann, greift zu kurz und ist nicht zulässig, schon gar nicht unter nahen Verwandten: Bei so offenkundig fundamentalen und evolutionär frühen Fähigkeiten dürfte es nämlich gerade unter nahen Verwandten keine großen Unterschiede geben.... Eher schon unter ethnischen Gruppen, aber daß es Unterschiede in der Musikalität gäbe, je nach ethnischer Zugehörigkeit, will - glaube ich - keiner ernsthaft behaupten...

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BeitragVerfasst: 26.01.2012, 16:34 
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Hallo TM Pestoso!

Du sollst Dich auf meine Auusagen /was meine Familie betrifft/ verlassen.
Ich kann sehr wohl behaupten,dass es bei mir /in der Jugend,jetzt wird es schwie-
riger/ sehr leicht alles von staten ging ; ich habe ganz normale Gymnasium abge-
schlossen,habe Philologie studiert,um Journalistin zu werden.
Ich habe nur Musikschule II Grades /Mittelstufe/ besucht und alles ging rasant
schnell ; meine Schwester hat mich gebeten,dass ich /wir waren uns äusserlich
sehr ähnlich /bitte nicht "aufspringen" /,das ich für Sie Prüfung in höher Stufe
von Berufschule in Realschule hinbekomme,was ich auch efolgreich getan habe.
Sie hat kein musikalisches Talent,nothing.
Ich kann malen,singen,mit Sprachen,bes. Latein keine Probleme gehabt,kann
auf Gourmet Niveau kochen,viel Probleme löse ich im Handumdrehen.
Bin in Mathematik weniger als Durschnitt gewesen,ist das Deine Meinung nach
nicht angeboren?
Ich hätte das nie ohne meine angeborene Stärke geschafft...
So ist es.
Das,was Du angesprochen hast gehört schon in die Ethnologie,oder?
Liebe Grüsse
mariella big_bye


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BeitragVerfasst: 26.01.2012, 18:39 
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Sorry, Mariella, ich habe Deinen Beitrag etwas gekürzt. Wenn Du T M Pestoso etwas persönliches fragen willst, dann schicke ihm bitte eine PN.

Danke, Silje

_________________
...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
--------------------------- -----------------------------

www.angelikasopran.de


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BeitragVerfasst: 27.01.2012, 15:56 
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hallo mariella,
ich habe nicht Dich persönlich angesprochen. Ich glaube Dir auch gerne, daß das, was Du über Deine Famile geschrieben hast, völlig korrekt ist. Ich habe nur meine Zweifel, was bei unterschiedlichen Fähigkeiten von Geschwistern angeboren ist. Was ist mit Prägung?


Beispiel Mathematik (die in diesem Zusammenhang ja gerne angeführt wird): Die hat in der letzen Million Jahre Menschheitsentwicklung bis auf die allerletzte Phase absolut keine Rolle gespielt (die vier Milliarden Jahre davor natürlich auch nicht). Genaugenommen spielt sie auch im Leben der allermeisten heute lebenden Menschen keine Rolle, von den Grundrechenarten und allenfalls Dreisatz vielleicht abgesehen. Oder wann habt Ihr z.B. das letzte Mal eine partielle Differenzialgleichung separiert oder ein Problem der sphärischen Trigonometrie gelöst? Woher käme dann ein evolutionärer Vorteil für diejenigen, die das können, der so tief sitzt, daß die Fähigkeit zum mathematischen Denken im Erbgut verankert und weitergegeben wird? Genaugenommen müßte das dann auch den Mendelschen Gesetzen folgen: In Familien, in denen die Eltern keine mathematischen Fähigkeiten haben, dürfte es auch keine Kinder geben, die das können und umgekehrt. Oder ist es nicht doch eine rein intellektuelle Übung, die dem einen halt Spaß macht und Flow bei der Lösung von entsprechenden Problemen verschafft, und dem anderen eben nicht, und der, wenn er sich zwangsweise damit beschäftigen muß, das einfach nur ätzend findet, mithin in diesem Fach auch keine großen Leistungen vollbringt? Nur so als Beispiel...

Streben wir nicht alle danach, uns in unserem sozialen Umfeld aus der Masse irgendwie abzuheben, etwas besonders gut zu können, was andere eben nicht so gut können und wir auf diese Weise Anerkennung erhalten? Wo wäre da der Anreiz, wenn ohnehin alle alles gleich gut können? Ist das unter Geschwistern anders? Was für eine Motivation hätte ein Kind, mit einem Bruder oder einer Schwester auf dem gleichen Gebiet in unmittelbare Konkurrenz um die Anerkennung durch die Eltern zu treten, wo da bei aller Anstrengung doch eine 50%ige Wahrscheinlichkeit besteht, diese Konkurrenz zu verlieren? Ist es da nicht sinnvoller, sich auf einem anderen Gebiet zu profilieren? Wenn also der eine schon besonders gut singen kann, es vielleicht durch besondere Leistung in Mathematik oder Latein zu versuchen? Ist das dann angeboren? Oder ist es nicht genau andersherum, daß bei einer sozial lebenden Spezies wie der Gattung homo der evolutionäre Vorteil für das Überleben des Sozialverbandes (und damit auch für das einzelne Individuum) darin besteht, daß in diesem Verband möglichst viele unterschiedliche Fähigkeiten ausgeprägt werden? Stellen wir uns vor, alle lebenden Menschen wären begnadete Sänger, aber keiner wüßte, wie man einen Acker bestellt oder Erz verhüttet oder welche Schwammerl essbar sind...

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BeitragVerfasst: 27.01.2012, 22:04 
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@mariella
Säugline lernen sehr wohl schon!
Ab da wo das Gehirn anfängt sich auszubilden, lernt und entwickelt sich das Gehirn auch - auch was die Musik angeht: das Baby hört ständig irgendetwas, irgendwelche Rythmen(Herzschlag und Atmung der Mutter), Geräusche von draußen und wenn die Mutter auch noch ne Menge Musik hört ist es kein Wunder wenn Säuglinge auf Rythmen und Musik reagieren und diese erkennen, da das Gehirn diese neuralen Verbindungen schon angefangen hat zu bilden...

Musikalität an sich ist bestimmt nicht angeboren, angeboren ist nur eine Form von besserer anatomischer/physiologischer Vorrausetzung wenn es heißt jemand sei überdurchschnittlich musikalisch - der Rest ist Förderung dieser Veranlagungen!
Jeder kann singen lernen, aber ob man die körperliche Vorraussetzung für eine gute Stimme und guter körperliche Verfassung hat ist eben eine genetische Sache... trotzdem kann jeder die Technik soweit lernen um halbs gut zu singen, ob es sich um eine schöne Stimme handelt oder bühnenreif ist, ist eine andere Sache...
Der Zusammenhang zwischen der Zeit, die man an ein Instrument übt und den Fähigkeiten die man als Musiker hat, ist in der Neurowissenschaft schon längst bewiesen. Umso mehr man übt, desto besser beherrscht man sein Instrument. So hat z.B. jeder sehr gute Musiker schon ca. 10,000 Stunden auf seinem Instrument geübt, denn durch das Üben entwickeln sich gewisse Gehirnregionen weiter und das gilt nicht nur für die Musik.

Anders gesagt:
Wir alle haben die Veranlagung in den Genen gehen und laufen zu können, aber dennoch nicht jeder von uns hat die genetischen/körperlichen Vorausetzungen für einen 100 Meter Sprint in ein paar Sekunden...

Lernen kann jeder ALLES! Wie weit bzw. wie gut er wird liegt am Ehrgeiz und bei anatomischen Dingen logischerweise an der anatomisch/genetischen Voraussetzung... und wer entwickelt schon großen Ehrgeiz bei einer Sache wenn er nicht schon vorher sein Talent in einer Sache entdeckt hat... Ich werde nie gut in Mathe sein, nicht mehr als ich es im Studium brauche :p weil ich einfach gar nicht den Ehrgeiz dazu habe darin gut zu sein, da konzentrier ich mich doch lieber auf die Dinge die in meinem Gehirn schon weiter entwickelt sind *g*

Da mal lesen, steht genug drin - auch über musikalisches Talent http://de.wikipedia.org/wiki/Begabung

Lg Lilythia


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BeitragVerfasst: 28.01.2012, 12:50 
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Hallo!

@ TM Pestoso un Lilythia - sorry,es scheint unhöflich,
das ich auf Euren Thread nicht geantwortet habe.
Das tue ich unfreiwillig,weil ich momentan am Renovieren
bin.

Dann werde ich mich melden.
OK?
Ich bin sog. "ein Mann Kapelle" und arbeite auf vielen ...Baustellen.
Ich bin dagegen,dass man alles erlernen kann ; wie denn?
Ich habe mathe gelernt gegen Widerwillen,ich habe mich bemüht,
aber später,wo ich Anatomie des menschlichen Körpers gelernt habe
/was für ein geniales Wunderwerk des Schöpfers wir alle sind/-
Danke - ABBA! big_herz , big_engel
big_super
habe erst begriffen,dass im Gehirn lt DNA Prozesse verlaufen,welche
uns möglich machen die Talente zu aktivieren.
Übrigens -" Talent" ist abgeleitet von Geld /in der Bibel/...
Genetischen Talent bekommen wir umsonst ,unverdient...
In diesem Sinne
ein schönes WE mit big_essen
wünscht Euch mariella


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BeitragVerfasst: 29.01.2012, 11:25 
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Hallo!

Ich habe darüber nachgedacht big_denken und zum Entschluss gekommen,dass Musikalität angeboren ist
und nicht erworben ; wie kann man Begabung erwerben?
Das kann man nicht ; man kann das,was man hat im Kern verbessern,Technik erlernen,optimieren,aber Talent
muss man "in Wiege gelegt" haben.
Das,was man schon hat,kann man perfektionieren lt Motto - "Übung macht Meister".
Ich gehe von mir,von Erfahrung aus.
Begabung kann man sich nicht aneignen,meine Meinung nach.
Wie sagt man dazu?
"Man hat es,oder man hat es nicht".
Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag und viel Freude bei Gedankenaustausch
Liebe Grüsse
mariella :92


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BeitragVerfasst: 31.01.2012, 00:01 
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Registriert: 22.02.2007, 09:45
Beiträge: 336
Wohnort: grüne mark
Vorname: s
Nachname: t
Da ich einen sehr gescheiten Menschen kenne, der trotz Bemühens einen Ton nicht nachsingen kann, dessen Eltern und Geschwister aber zumindest musizieren, ein Bruder ist sogar Berufsmusiker, leite ich ab, dass zumindest ein bestimmtes Quantum an Musikalität angeboren ist.
Vergleicht auch Castas Leitsatz, sie zitiert Berliosz: Du brauchst nicht nur das Glück (von "oben"?) zum Talent, sondern auch das Talent zum Glück.
Gruß
alfredo

_________________
...du holde Kunst, ich danke dir.


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BeitragVerfasst: 02.02.2012, 14:48 
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Registriert: 17.10.2008, 15:24
Beiträge: 613
alfredo hat geschrieben:
Da ich einen sehr gescheiten Menschen kenne, der trotz Bemühens einen Ton nicht nachsingen kann, dessen Eltern und Geschwister aber zumindest musizieren, ein Bruder ist sogar Berufsmusiker, leite ich ab, dass zumindest ein bestimmtes Quantum an Musikalität angeboren ist.


Provokativ gefragt: Was hat die Fähigkeit, einen Ton nachsingen zu können mit Musikalität zu tun? Oder gar damit, daß der Betreffende „gescheit“ ist? Wie viele Berufsmusiker gibt es, die NICHT in der Lage sind, einen Ton korrekt nachzusingen? (Ich kenne mehrere…)

Ehrlich gesagt bin ich zutiefst überzeugt davon, daß dieser Mensch sehr wohl in der Lage ist, wenn man ihm eine kurze Melodie vorspielt, und anschließend einen Ton in dieser Melodie variiert, daß er diese Abwandlung (den „falschen“ Ton) erkennt. Auch das ist literaturbekannt. Das ist eine Variante des oben geschilderten Versuchs mit den Neugeborenen. So etwas ist in der Tat angeboren, aber bei allen, ohne Unterschied, als universelles Prinzip: Ohne diese Fähigkeit zur korrekten Decodierung, Abspeicherung und Wiedererkennung von akustischen Ereignissen wäre weder die Fähigkeit zur Spracherkennung gegeben, noch die Fähigkeit den Gesang einer Amsel vom Tschilpen der Spatzen oder vom Knurren eines Hundes zu unterscheiden und richtig zu deuten. Wiedererkennen von musikalischen Motiven ist also nur ein winzig kleiner Sonderfall für das überlebenswichtige Wiedererkennung akustischer Muster im allgemeinen.

Um einen Ton korrekt nachsingen zu können, braucht es aber zusätzlich die Ausbildung entsprechender Nervenbahnen vom auditiven System zu dem Teil des Gehirns, wo die knapp zwei Dutzend Kehlkopfmuskel gesteuert werden. Kann jeder Violine lernen? Ja: und wir wissen, daß das eine Frage der Übung ist (es geht hier auch nicht um „schön“ sondern um nur um „richtig“). Würden wir erwarten, daß jemand, der diese Übung nicht hat, einen Ton korrekt mit der Violine nachspielen kann? Auch da müssen „nur“ die Arm- und Fingermuskeln korrekt angesteuert werden, um die Saite an der richtigen Position niederzudrücken. Bei der Violine ist es hinreichend schwer, diese Fähigkeit zu erwerben, wobei die Bemühungen sogar noch visuell kontrolliert werden können, wo man den Finger auf die Saite setzt. Bei der Violine ist das Übung, beim Singen wäre es angeboren? Hmmm… Auch dafür gibt es wissenschaftliche Untersuchungen:

Zitat:
“This strong association between musician status and gray matter differences supports the notion that musicians’ brains show use-dependent structural changes. Due to the distinct differences in several brain regions, it is unlikely that these differences are innate but rather due to the long-term acquisition and repetitive rehearsal of musical skills.”
Cognitive neuroscience of music, englische Wikipedia

Und noch ein Argument: Nehmen wir an, Musikalität in der hier verwendeten Bedeutung (oder die Fähigkeit zum Singen, was nicht dasselbe ist) wäre tatsächlich angeboren. Dabei gäbe es genetisch zwei Möglichkeiten.
Erste Möglichkeit: „Musikalität“ liegt auf EINEM Chromosom, so wie die Farbe der Blüten von Erbsen. Dann würde die Vererbung von Musikalität EXAKT den Mendelschen Gesetzen folgen. Das ist aber nicht der Fall, sonst hätte man das bereits im 19.Jh. zweifelsfrei nachgewiesen. Bleibt nur noch die zweite Möglichkeit.
Bei dieser zweiten (und wegen der Komplexität der Ausprägung „Musikalität“ ohnehin wahrscheinlicheren) Variante sind zahlreiche unterschiedliche Gene beteiligt, so wie etwa bei der Hautfarbe. Das macht allerdings einen „Totalausfall“ ziemlich unwahrscheinlich, wenn andere Familienmitglieder „musikalisch“ oder vielleicht sogar „begabt“ sind (andersherum natürlich auch). Das wäre etwa so, als wenn Eltern vom kaukasischen Typ ein dunkelhäutiges Kind bekämen oder Afrikaner ein hellhäutiges, sommersprossiges mit blauen Augen und blonden Haaren… Mit anderen Worten: GERADE die Existenz von Geschwistern, die es NICHT KÖNNEN, neben solchen, die es KÖNNEN, spricht gegen Vererbung! (Oder unmusikalische Kinder wenigstens eines musikalischen Elternteils, oder musikalische Kinder, wenn beide Eltern unmusikalisch sind.)


Your turn...

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