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 Betreff des Beitrags: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 14.02.2019, 17:46 
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Ich habe seit einem Jahr Gesangsunterricht. In der Vergangenheit hatte ich häufig Probleme mit Heiserkeit und ähnlichem.

Im Unterricht ist das heute fast weg, also ich bin meist nach dem Unterricht stimmlich super drauf.

Aber beim Üben ist das eine echte Achterbahn. Gestern ging ein Stück, das für mich nicht einfach ist (Schuberts Der Müller und der Bach aus der Schönen Müllerin) sehr leicht, ich hatte nach dem Üben nicht den Hauch von Müdigkeit an den Bändern. Heute hat mich die Taubenpost, die mir eigentlich viel leichter fällt, überfordert. Zusammen mit dem Schemelli/Bach-Stück im Anschluss war es zu viel und ich nach dem Üben heiser (bzw. hatte ich eine belegte Stimme, Heiserkeit im diagnostischen Sinne war es wohl nicht).

Ich muss dazu sagen, dass ich immer in Proberäumen übe und nicht immer im selben. Manche Räume scheinen mir nicht so geeignet zu sein (akustisch sehr trocken).

Ich hab das Gefühl, dass ich noch nicht so gut kontrollieren kann, was ich tu. Hab ich einen guten Tag, geht es gut, wenn nicht (schlecht gelaunt, zu wenig Schlaf, falscher Raum, was auch immer...), kann ich das nicht kompensieren.

Das Ganze ist also eine ordentliche Achterbahn (mal gut, mal schlecht) , was ich manchmal emotional recht anstrengend finde. Wie gehts euch damit?


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 14.02.2019, 23:57 
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Singst Du die für Dich am besten geignete Stimmlage? oder wieß Deine Lehrkraft noch nicht, ob Du eher eine hohe, mittlere oder tiefe Stimmlage hast? Als hohe Stimmlage kann es problematisch sein, zu tief zu singen, als tiefe ebenfalls, wenn man zu hoch singt. Es gibt aber auch Stimmen, die alles singen können, aber das weiß man am Anfang unter Umständen noch nicht. Anfangs könnte ich auch nicht Sopran singen, nicht einmal ordntlich Alt, nun quasi alles. Ich bin aber auch sehr froh, an meinen Gesangslehrere geraten zu sein. Nun ist ja auch nicht jede Lehrkraft für jeden Schüler im selben Maße geeignet. Du mußt Dich ja nicht unbedingt zum Sopran entwickeln, Heiserkeit sollte aber ein Warnsignal sein. Vielleicht mal über einen Lehrerwechsel nachdenken? Daß man nicht jeden Tag gleich gut singt, kenne ich auch, aber Heiserkeit sollte an sich nicht auftreten. Und erkältet oder, wenn sich eine Erkältung anbahnt, singen sollt eman nicht. Du kannst mir ja per PN schreiben, wo Du wohnst.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 15.02.2019, 08:15 
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Ah, da hab ich wohl zu wenig Information gegeben, tut mir leid.

Nein, ein Lehrerwechsel steht derzeit nicht an, ich fühle mich bei ihr sehr wohl und habe im Laufe des letzten Jahres viele Fortschritte gemacht.

Hast du zufällig meinen Vorstellungspost gelesen? Dort erwähne ich ein paar Sachen. Ich bringe relativ viel Ballast mit. Ich hab eindn mangelhaften Stimmbandschluss (Internusschwäche) und hab meine Stimme über 30 Jahre lang falsch verwendet, sowohl beim Sprechen wie beim Singen. Bin jetzt bei einem wunderbaren HNO, gehe auch zur Logopädin. Ich krieg also quasi Rundumbetreuung :)

Stimmlich liegt einiges im Argen, was nicht von heute auf morgen gelöst werden kann. In dem Jahr Gesangsunterricht, das ich jetzt hatte, ist sehr viel weitergegangen, ich bin überglücklich damit. Die Stunden sind stimmlich auch kein oder kaum ein Problem mehr.

Was mich manchmal frustriert, ist das Üben. DA ist meine Stimme noch sehr unberechenbar - mal gehts wie geschmiert und superleicht und manchmal spür ichs dann eben doch noch. Wenn der Körper nicht so fit ist (Schlafmangel zB) kann ich das noch nicht kompensieren.

Wie ich angedeutet hab, ist Heiserkeit wohl ein zu starkes Wort. Meine Kollegin an der Schule hat zB an dem Tag, als ich das schrieb und nach dem Üben eben spürbar etwas überlastet war, nichts gehört. Aber ich spüre halt, dass es etwas zu viel war, die Stimme fühlt sich angestrengt an, belegt, resoniert nicht.

Meine Abschlussfrage "Wie gehts euch damit" meinte, ob ihr beim Üben auch solche Schwankungen habt oder ob ihr bereits über eine so gute Technik verfügt, dass ihr das ausgleichen könnt?
Vermutlich singen hier alle viel länger als ich... Bitte verzeiht, wenn ich blöde Fragen stelle.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 15.02.2019, 09:41 
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Och, Nelli, es gibt keine blöden Fragen, nur blöde Antworten *grins*.

Kleines Beispiel: Wir sind 2016 umgezogen in ein Haus und haben das zu einem großen Teil mit Laminat ausgelegt. Damit der Fußbodenleger sich um das Legen kümmern konnte, habe ich den Handlanger gemacht und das Laminat durch die Gegend gewuchtet. An dem ersten Tag, einem Montag, muss ich etwa 1 Tonne Laminat bewegt haben. Am folgenden Mittwoch hatte ich GU - und bin bei allen Tönen, die höher als g2 waren, heillos untergegangen (normal ist c3 kein Problem). Mein Körper war so müde, dass ich einfach nicht die nötige Körperspannung aufbringen konnte. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schlappe 9 1/2 Jahre Unterricht... Mit (fehlender) Technik hat das also meiner Erfahrung und Meinung nach wenig zu tun - es sei denn, man rechnet die Körperspannung zur Technik dazu. Außerdem befindest Du Dich ja im konditionellen Aufbau.

Selbst das Wetter kann eine Rolle spielen, ob die Stimme schnell ermüdet oder generell schlecht gesungen wird. Wir haben das häufiger im Vocalensemble erlebt, dass bei bestimmten Wetterlagen, besonders nach starken Temperaturschwankungen, der Gesamtklang grottenschlecht ist und die Intonation nach Herzenslust absackt. Von daher: Alles im grünen Bereich, würde ich denken.

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Gruß, Astrid

Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen. (A. Schweitzer)


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 15.02.2019, 11:12 
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Hallo Nelli,

Es ist nicht ein Tag wie der andere, da können viele Faktoren eine Rolle spielen, auch das Wetter und das persönliche Empfinden, es ist die Tagesform. Damit haben auch Profis zu kämpfen. Manchmal will man dagegen an gehen und das ist genau falsch, dann setzt du dich unter Druck, willst unbedingt üben und bist frustriert, dass es nicht klappt. Manchmal schleichen sich Fehler ein, die in diesem Moment des Übens nicht korrigiert werden wenn du alleine übst, du verfällst vielleicht in alte Muster. Lass dich davon nicht beeindrucken, am nächsten Tag sieht die Welt schon wieder besser aus.

Aber trotzdem..... Übung macht den Meister.....auch wenn man nicht immer Lust hat... big_lala

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Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 16.02.2019, 10:30 
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Hallo Nelli, ich schließe mich Musica komplett an. Und meinen Schülern sage ich auch klipp und klar, daß sie das Üben an solchen Tagen dann einfach lassen sollen. Das bringt sonst nur Frust und wieder falsche Muster/Angewohnheiten. Mit steigender Routine und mehr Können/Erfahrung, wird man Tagesform unabhängiger. Gänzlich davon befreien kann sich aber niemand.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 16.02.2019, 15:01 
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Ich danke euch für die lieben Antworten!

Donna Elvira, die Geschichte mit dem Laminat ist ja irre. Schon ein Wahnsinn, wie sehr SängerInnen von quasi allem beeinflusst werden.
Das muss ich auch erst lernen, damit umzugehen, dass ich selber mein Instrument bin und eben alles, was so mit mir passiert, Einfluss hat.

Und wenn du schreibst:
"Außerdem befindest Du Dich ja im konditionellen Aufbau",

dann hast du so was von recht... Es ist ein schöner Prozess, aber zeitweise auch anstrengend, wenn mal wieder die Ungeduld mit einem durchgeht.

Musica:
"Lass dich davon nicht beeindrucken, am nächsten Tag sieht die Welt schon wieder besser aus."

Ich versuche, aus solchen Erlebnissen zu lernen. Ich war heute auch nicht fit (ich schlafe derzeit schlecht) und habe aufgrund der letzten Übestunde heute besonders aufgepasst, geeignetere Stücke genommen, besonders darauf geachtet, locker zu bleiben. Es ging sehr gut. Wenn nicht manchmal die Ungeduld überhand nehmen würde, wäre es insgesamt einfacher ;)

"Aber trotzdem..... Übung macht den Meister.....auch wenn man nicht immer Lust hat."

JAAA! Ich finde das total schön: die Lust vergeht mir nie. Auch wenn es noch so frustrierend ist im Moment, ans Aufhören denke ich nie. Auch wenn ein Tag schlecht war, freu ich mich am nächsten Tag schon wieder voll aufs Üben. Ich hoffe, das vergeht nie!

Carrie:
"Mit steigender Routine und mehr Können/Erfahrung, wird man Tagesform unabhängiger."

Dein Wort in Gottes Ohr! Das hoffe ich sehr, dass ich irgendwann ein starkes Fundament haben werde, das mich besser trägt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 16.02.2019, 15:15 
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Ah ja, und ich bin noch eine Antwort schuldig auf die Frage nach der Stimmlage:

Ich habe in allen Chören immer Alt gesungen, Alt II, wenns eine Teilung gab. Weil ich, wie schon erwähnt, Probleme hatte und mit meiner Stimme oberhalb vom f' nicht viel anfangen konnte.
Aber: alle GesangspädagogInnen, die mich in den letzten Jahren gehört haben (sooo viele waren das jetzt auch wieder nicht, aber jedenfalls mehr als eine) , waren sich in einem einig: dass ich kein Alt bin. :lol:
Was genau ich bin/werde, ist kein so großes Thema im Unterricht. Meine Lehrerin schätzt mittlerweile, dass es wohl eine Mezzolage ist (eine Lehrerin, bei der ich früher einige Stunden hatte, hat mich auch in diese Richtung eingeschätzt).
Ich singe die Lieder, die wir durchgehen, in mittlerer Lage.
Aber eigentlich steht das nicht im Vordergrund und meine Lehrerin meint auch, sowas kann man so früh nicht immer fix sagen, außerdem entwickelt sich jede Stimme.

Wie meinte die frühere Lehrerin so schön: erst mal singen lernen, alles andere ergibt sich dann schon... :lol:.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 16.02.2019, 21:40 
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Nelli_singt hat geschrieben:
Aber eigentlich steht das nicht im Vordergrund und meine Lehrerin meint auch, sowas kann man so früh nicht immer fix sagen, außerdem entwickelt sich jede Stimme.

Wie meinte die frühere Lehrerin so schön: erst mal singen lernen, alles andere ergibt sich dann schon... :lol:.
Du scheinst vernünftige Lehrerinnen zu haben, da würde ich nicht an einen Wechsel denken.

Das mit schlecht drauf sein ist bei mir noch nach Jahren so, dass es immer wieder mal auftritt. Beim Üben oder in Chorproben. Im Unterricht wird es gleich vom Lehrer abgefangen, aber auch da geht es mal besser und mal schlechter. Es wird weniger mit der Zeit, ganz weggehen wird es wohl nie. Wenn ich schon 13, 14 Stunden auf den Beinen war, ist die Körperspannung halt einfach nicht mehr so riesig. :n66: Und dann kann man noch unkonzentriert sein oder krank oder der Mond steht schief oder sonstwas. Dafür läuft es an anderen Tagen wieder super ohne erkennbaren Grund big_lala

_________________
Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 16.02.2019, 21:44 
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1 Jahr Gesangsunterricht ist vielleicht noch zu wenig, um wirklich etwas festlegen zu können.

was mich viel mehr inetressiert wären folgende Fragen:

Weshalb konntest Du über dem eingestrichenen f´nichts anfangen? Konntest Du dort gar nicht mehr singen? Oder konntst Du singen, aber nicht so gut wie darunter. f´ ist ja nicht hoch, selbst eine Altistin muß bis e´´ singen können. elbst, wnen Du eine Teneuse wärest, müsstest Du bis a´ oder noch einen oder zwei Ganztöme höher singen können, also c´´gerade noch erreichen können, um die übliche Chorliteratur singen zu können. Frauen singen i.d.R. ja doch noch in der zweigestrichenen Oktav.

Mit welcher Bergündung waren sich denn alle Lehrkräfte einig, daß Du KEIN ALT bist? Die Höhe, die man im Mezzosopran benötigt, war ja anscheinend auch nicht vorhanden- aus welchem Grunde auch immer.

Wie kamst Du im zweiten Alt, der ja eher tiefer liegt, zurecht?
Wie ist Dein Gesamtstimmumfang und der Bereich, in dem Du gerne singst?

Ich frage danach, weil es immer wieder Altstimmen gibt, die in höhere Stimmlagen gedrängt werden, da einige Chorleiter den Klang einer Mezzosopranstimme dem einer Altstimme vorziehen. Es gibt sogar unter Profisängerinnen tiefe Altistinnen, die wgen ihrer gute ausgebauten Höhe lange Sopran singen. Das könnte dann zu Problemen führen. Hohe Noten zu erreichen macht aus einem noch lange keine Sopran, tiefe zu erreichen auch keine Alt. Es gibt Profisopranistinnen, die tiefere Töne erreichen als ProfiALTsängerinnen (ob echte Altistinnen oder nur Mezzosoprane, sei noch dahingestellt und ist jetzt erstmal nicht wichtig.)


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 16.02.2019, 22:07 
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musicissima hat geschrieben:
1 Jahr Gesangsunterricht ist vielleicht noch zu wenig, um wirklich etwas festlegen zu können.

was mich viel mehr inetressiert wären folgende Fragen:

Weshalb konntest Du über dem eingestrichenen f´nichts anfangen? Konntest Du dort gar nicht mehr singen? Oder konntst Du singen, aber nicht so gut wie darunter. f´ ist ja nicht hoch, selbst eine Altistin muß bis e´´ singen können. elbst, wnen Du eine Teneuse wärest, müsstest Du bis a´ oder noch einen oder zwei Ganztöme höher singen können, also c´´gerade noch erreichen können, um die übliche Chorliteratur singen zu können. Frauen singen i.d.R. ja doch noch in der zweigestrichenen Oktav.

Mit welcher Bergündung waren sich denn alle Lehrkräfte einig, daß Du KEIN ALT bist? Die Höhe, die man im Mezzosopran benötigt, war ja anscheinend auch nicht vorhanden- aus welchem Grunde auch immer.

Wie kamst Du im zweiten Alt, der ja eher tiefer liegt, zurecht?
Wie ist Dein Gesamtstimmumfang und der Bereich, in dem Du gerne singst?

Ich frage danach, weil es immer wieder Altstimmen gibt, die in höhere Stimmlagen gedrängt werden, da einige Chorleiter den Klang einer Mezzosopranstimme dem einer Altstimme vorziehen. Es gibt sogar unter Profisängerinnen tiefe Altistinnen, die wgen ihrer gute ausgebauten Höhe lange Sopran singen. Das könnte dann zu Problemen führen. Hohe Noten zu erreichen macht aus einem noch lange keine Sopran, tiefe zu erreichen auch keine Alt. Es gibt Profisopranistinnen, die tiefere Töne erreichen als ProfiALTsängerinnen (ob echte Altistinnen oder nur Mezzosoprane, sei noch dahingestellt und ist jetzt erstmal nicht wichtig.)


Das ist ein bisschen viel auf einmal. Ich versuche es mal:
Ich habe früher, so meine Theorie, sehr brustig gesungen.
Ich hatte bei ca. f' einen sehr starken Bruch und wenn ich versucht habe, mit dem zu singen, was ich als Kopfstimme kannte, kam eine dünne, fiepsige, sehr behauchte Stimme hervor (ich kannte früher nur die Brust- und die Kopfstimme, ich wusste nichts von einem zweiten Übergang und drei Registern... Alles unter f' war Bruststimme, alles darüber "Kopfstimme").
Das muss ziemlich stark gewesen sein, ich hab so um 18 herum zweimal wem vorgesungen - an die Blicke kann ich mich bis heute erinnern...

Wirklich tief kam ich aber auch nicht, außer in der Früh, wenn ich noch nicht viel gesprochen hatte, da gings immer bis H oder B.
Je mehr ich sprach oder sang, desto mehr gingen auch die tiefen Töne verloren.
Detail am Rande: ich hab damals noch geraucht.
Ein paar Jahre später gingen auch Tönd bis c'', aber so gepresst und voller Luft, dass ich total schnell heiser wurde.
Im Alt kam ich leidlich gut zurecht. Ich habe in kleinen Chören am Land gesungen, sehr tief ging es da auch für den zweiten Alt nicht. Falls überhaupt der Alt zweiteilig war, das war eher selten. Die Literatur, die man da singt, ist einfach, ein c"im Alt ist da ebenfalls eine Seltenheit. Ich hab halt bei der Hälfte der Lieder nur den Mund auf- und zugemacht...

Die Begründung für "nicht Alt" : der Stimmklang und die Übergänge (unterer bei ca. e'/f', oberer bei e").
Bei meiner jetzigen Lehrerin war mein bisher tiefster Ton ein cis, mein höchster ein c''' (mit Lippentriller hab eich einmal am e''' gekratzt).
Wir singen alle Übungen auf jeden Fall von g bis g", gehen manchmal auf Tiefen- und/oder Höhenjagd.
In den stücken ist mein tiefster Ton bisher a, mein höchster f", das f" ist aber in einer gut singbaren Phrase eingebunden (Se tu m'ami, kennt ihr sicher), deshalb machbar. Sonst ist mein höchster Ton bisher e", das reicht mir derzeit auch.

Meine Lehrerin reagiert sehr gut auf meine Bedürfnisse, sie hat ein feines Gespür dafür.


Zuletzt geändert von Nelli_singt am 16.02.2019, 22:21, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 16.02.2019, 22:13 
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Ich muss auch ganz ehrlich sagen, es ist mir so wurscht, was ich bin oder nicht bin...

Was sich da an singbaren Tönen bisher ergeben hat, macht mich schon total happy, was da noch konmt oder nicht kommt, seh ich ziemlich entspannt. Und ich habe das Gefühl, dass meine Lehrerin meine Bedürfnisse ganz gut spürt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 16.02.2019, 22:17 
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moniaqua hat geschrieben:
Herzlich willkommen hier, Nelli :)


Danke!
Zitat:
Du scheinst vernünftige Lehrerinnen zu haben, da würde ich nicht an einen Wechsel denken.


Nö, tu ich auch nicht.
big_faulenz


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 16.02.2019, 22:35 
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Noch was: das waren ca. 30Jahre "Stimmgeschichte" im Zeitraffer, das ist bisschen schwer.
Das war alles nicht ganz so linear, mal Fortschritte, mal Rückschritte, mal Pausen.

Aber so viel, wie jetzt in einem Jahr weitergegangen ist, war es vorher nie.


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 16.02.2019, 22:53 
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Meinem Gefühl nach klingt das, was Du vom Stimmumfang erzählst, zwar doch eher nach Alt, aber Deine Lehrerin kennt Deine Stimme im Gegensatz zu mir, also würde ich mal auf sie vertrauen. Mezzo hat den Vorteil, dass man so ziemlich alles (an Frauenstimmen) singen kann in kleinen Landchören ;)
Nelli_singt hat geschrieben:
Ich muss auch ganz ehrlich sagen, es ist mir so wurscht, was ich bin oder nicht bin...
Gesunde Einstellung. Notfalls kann man ja immer noch auf dem Plakat nachschauen, was man gerade ist. big_engel

Wenn Du ein c''' erreichst, kann sich da noch was tun, was dann rauskommt, siehst Du dann schon. Hauptsache ist doch der Spaß am Singen.

_________________
Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Lust und Frust des Übens
BeitragVerfasst: 17.02.2019, 10:36 
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moniaqua hat geschrieben:
Mezzo hat den Vorteil, dass man so ziemlich alles (an Frauenstimmen) singen kann in kleinen Landchören ;)


Mittlerweile wohne ich in einer größeren Stadt, da musste ich natürlich auch den Stimmumfang erweitern... :pfeif:

Zitat:
Notfalls kann man ja immer noch auf dem Plakat nachschauen, was man gerade ist.


big_rofl


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