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BeitragVerfasst: 23.12.2013, 10:10 
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Gestern war ich in einem Konzert in einer Kirche in einer Kleinstadt X, veranstaltet laut Programmheft von der kath. Kirchengemeinde in Zusammenarbeit mit der Stadt X. Es wurde Eintritt erhoben. Ein (unbezahlter) Projektchor sang zusammen mit 3 Solisten Gounods Cäcilienmesse, außerdem kam von Guilmant Intro und Allegro aus der Orgelsymphonie mit einem Gastorganisten, alles begleitet von einem (bezahlten) Orchester.
Überall waren Mikrophone aufgestellt und es lief eine Videokamera während des Konzertes.
Meine GL war die Sopransolisten und deswegen interessiert mich, wer entscheidet, ob ein Mitschnitt gemacht wird und was danach damit geschieht. Welche Rechte haben die Solisten in diesem Zusammenhang? Können sie z.B. einen Mitschnitt ablehnen? Haben die anderen Mitwirkende vielleicht auch ein Mitspracherecht?
Es ist schließlich eine eigenständige künstlerische Leistung, die da konserviert wird, oder?


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BeitragVerfasst: 26.12.2013, 16:37 
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[...]


§ 8 Miturheber
(1) Haben mehrere ein Werk gemeinsam geschaffen, ohne daß sich ihre Anteile gesondert verwerten lassen, so sind sie Miturheber des Werkes.
(2) Das Recht zur Veröffentlichung und zur Verwertung des Werkes steht den Miturhebern zur gesamten Hand zu; Änderungen des Werkes sind nur mit Einwilligung der Miturheber zulässig. Ein Miturheber darf jedoch seine Einwilligung zur Veröffentlichung, Verwertung oder Änderung nicht wider Treu und Glauben verweigern. Jeder Miturheber ist berechtigt, Ansprüche aus Verletzungen des gemeinsamen Urheberrechts geltend zu machen; er kann jedoch nur Leistung an alle Miturheber verlangen.
(3) Die Erträgnisse aus der Nutzung des Werkes gebühren den Miturhebern nach dem Umfang ihrer Mitwirkung an der Schöpfung des Werkes, wenn nichts anderes zwischen den Miturhebern vereinbart ist.
(4) Ein Miturheber kann auf seinen Anteil an den Verwertungsrechten (§ 15) verzichten. Der Verzicht ist den anderen Miturhebern gegenüber zu erklären. Mit der Erklärung wächst der Anteil den anderen Miturhebern zu.


[...]

Abschnitt 3
Schutz des ausübenden Künstlers


§ 73 Ausübender Künstler
Ausübender Künstler im Sinne dieses Gesetzes ist, wer ein Werk oder eine Ausdrucksform der Volkskunst aufführt, singt, spielt oder auf eine andere Weise darbietet oder an einer solchen Darbietung künstlerisch mitwirkt.

§ 74 Anerkennung als ausübender Künstler
(1) Der ausübende Künstler hat das Recht, in Bezug auf seine Darbietung als solcher anerkannt zu werden. Er kann dabei bestimmen, ob und mit welchem Namen er genannt wird.
(2) Haben mehrere ausübende Künstler gemeinsam eine Darbietung erbracht und erfordert die Nennung jedes einzelnen von ihnen einen unverhältnismäßigen Aufwand, so können sie nur verlangen, als Künstlergruppe genannt zu werden. Hat die Künstlergruppe einen gewählten Vertreter (Vorstand), so ist dieser gegenüber Dritten allein zur Vertretung befugt. Hat eine Gruppe keinen Vorstand, so kann das Recht nur durch den Leiter der Gruppe, mangels eines solchen nur durch einen von der Gruppe zu wählenden Vertreter geltend gemacht werden. Das Recht eines beteiligten ausübenden Künstlers auf persönliche Nennung bleibt bei einem besonderen Interesse unberührt.
(3) § 10 Abs. 1 gilt entsprechend.

§ 75 Beeinträchtigungen der Darbietung
Der ausübende Künstler hat das Recht, eine Entstellung oder eine andere Beeinträchtigung seiner Darbietung zu verbieten, die geeignet ist, sein Ansehen oder seinen Ruf als ausübender Künstler zu gefährden. Haben mehrere ausübende Künstler gemeinsam eine Darbietung erbracht, so haben sie bei der Ausübung des Rechts aufeinander angemessene Rücksicht zu nehmen.

§ 76 Dauer der Persönlichkeitsrechte
Die in den §§ 74 und 75 bezeichneten Rechte erlöschen mit dem Tode des ausübenden Künstlers, jedoch erst 50 Jahre nach der Darbietung, wenn der ausübende Künstler vor Ablauf dieser Frist verstorben ist, sowie nicht vor Ablauf der für die Verwertungsrechte nach § 82 geltenden Frist. Die Frist ist nach § 69 zu berechnen. Haben mehrere ausübende Künstler gemeinsam eine Darbietung erbracht, so ist der Tod des letzten der beteiligten ausübenden Künstler maßgeblich. Nach dem Tod des ausübenden Künstlers stehen die Rechte seinen Angehörigen (§ 60 Abs. 2) zu.

§ 77 Aufnahme, Vervielfältigung und Verbreitung
(1) Der ausübende Künstler hat das ausschließliche Recht, seine Darbietung auf Bild- oder Tonträger aufzunehmen.
(2) Der ausübende Künstler hat das ausschließliche Recht, den Bild- oder Tonträger, auf den seine Darbietung aufgenommen worden ist, zu vervielfältigen und zu verbreiten. § 27 ist entsprechend anzuwenden.

§ 78 Öffentliche Wiedergabe
(1) Der ausübende Künstler hat das ausschließliche Recht, seine Darbietung
1.
öffentlich zugänglich zu machen (§ 19a),
2.
zu senden, es sei denn, dass die Darbietung erlaubterweise auf Bild- oder Tonträger aufgenommen worden ist, die erschienen oder erlaubterweise öffentlich zugänglich gemacht worden sind,
3.
außerhalb des Raumes, in dem sie stattfindet, durch Bildschirm, Lautsprecher oder ähnliche technische Einrichtungen öffentlich wahrnehmbar zu machen.
(2) Dem ausübenden Künstler ist eine angemessene Vergütung zu zahlen, wenn
1.
die Darbietung nach Absatz 1 Nr. 2 erlaubterweise gesendet,
2.
die Darbietung mittels Bild- oder Tonträger öffentlich wahrnehmbar gemacht oder
3.
die Sendung oder die auf öffentlicher Zugänglichmachung beruhende Wiedergabe der Darbietung öffentlich wahrnehmbar gemacht wird.
(3) Auf Vergütungsansprüche nach Absatz 2 kann der ausübende Künstler im Voraus nicht verzichten. Sie können im Voraus nur an eine Verwertungsgesellschaft abgetreten werden.
(4) § 20b gilt entsprechend.
§ 79 Nutzungsrechte
(1) Der ausübende Künstler kann seine Rechte und Ansprüche aus den §§ 77 und 78 übertragen. § 78 Abs. 3 und 4 bleibt unberührt.
(2) Der ausübende Künstler kann einem anderen das Recht einräumen, die Darbietung auf einzelne oder alle der ihm vorbehaltenen Nutzungsarten zu nutzen. Die §§ 31, 32 bis 32b, 33 bis 42 und 43 sind entsprechend anzuwenden.
(3) Unterlässt es der Tonträgerhersteller, Kopien des Tonträgers in ausreichender Menge zum Verkauf anzubieten oder den Tonträger öffentlich zugänglich zu machen, so kann der ausübende Künstler den Vertrag, mit dem er dem Tonträgerhersteller seine Rechte an der Aufzeichnung der Darbietung eingeräumt oder übertragen hat (Übertragungsvertrag), kündigen. Die Kündigung ist zulässig
1.
nach Ablauf von 50 Jahren nach dem Erscheinen eines Tonträgers oder 50 Jahre nach der ersten erlaubten Benutzung des Tonträgers zur öffentlichen Wiedergabe, wenn der Tonträger nicht erschienen ist, und
2.
wenn der Tonträgerhersteller innerhalb eines Jahres nach Mitteilung des ausübenden Künstlers, den Übertragungsvertrag kündigen zu wollen, nicht beide in Satz 1 genannten Nutzungshandlungen ausführt.
Ist der Übertragungsvertrag gekündigt, so erlöschen die Rechte des Tonträgerherstellers am Tonträger. Auf das Kündigungsrecht kann der ausübende Künstler nicht verzichten.

§ 79a Vergütungsanspruch des ausübenden Künstlers
(1) Hat der ausübende Künstler einem Tonträgerhersteller gegen Zahlung einer einmaligen Vergütung Rechte an seiner Darbietung eingeräumt oder übertragen, so hat der Tonträgerhersteller dem ausübenden Künstler eine zusätzliche Vergütung in Höhe von 20 Prozent der Einnahmen zu zahlen, die der Tonträgerhersteller aus der Vervielfältigung, dem Vertrieb und der Zugänglichmachung des Tonträgers erzielt, der die Darbietung enthält. Enthält ein Tonträger die Aufzeichnung der Darbietungen von mehreren ausübenden Künstlern, so beläuft sich die Höhe der Vergütung ebenfalls auf insgesamt 20 Prozent der Einnahmen. Als Einnahmen sind die vom Tonträgerhersteller erzielten Einnahmen vor Abzug der Ausgaben anzusehen.
(2) Der Vergütungsanspruch besteht für jedes vollständige Jahr unmittelbar im Anschluss an das 50. Jahr nach Erscheinen des die Darbietung enthaltenen Tonträgers oder mangels Erscheinen an das 50. Jahr nach dessen erster erlaubter Benutzung zur öffentlichen Wiedergabe.
(3) Auf den Vergütungsanspruch nach Absatz 1 kann der ausübende Künstler nicht verzichten. Der Vergütungsanspruch kann nur durch eine Verwertungsgesellschaft geltend gemacht werden. Er kann im Voraus nur an eine Verwertungsgesellschaft abgetreten werden.
(4) Der Tonträgerhersteller ist verpflichtet, dem ausübenden Künstler auf Verlangen Auskunft über die erzielten Einnahmen und sonstige, zur Bezifferung des Vergütungsanspruchs nach Absatz 1 erforderliche Informationen zu erteilen.
(5) Hat der ausübende Künstler einem Tonträgerhersteller gegen Zahlung einer wiederkehrenden Vergütung Rechte an seiner Darbietung eingeräumt oder übertragen, so darf der Tonträgerhersteller nach Ablauf folgender Fristen weder Vorschüsse noch vertraglich festgelegte Abzüge von der Vergütung abziehen:
1.
50 Jahre nach dem Erscheinen des Tonträgers, der die Darbietung enthält, oder
2.
50 Jahre nach der ersten erlaubten Benutzung des die Darbietung enthaltenden Tonträgers zur öffentlichen Wiedergabe, wenn der Tonträger nicht erschienen ist.

§ 80 Gemeinsame Darbietung mehrerer ausübender Künstler
(1) Erbringen mehrere ausübende Künstler gemeinsam eine Darbietung, ohne dass sich ihre Anteile gesondert verwerten lassen, so steht ihnen das Recht zur Verwertung zur gesamten Hand zu. Keiner der beteiligten ausübenden Künstler darf seine Einwilligung zur Verwertung wider Treu und Glauben verweigern. § 8 Abs. 2 Satz 3, Abs. 3 und 4 ist entsprechend anzuwenden.
(2) Für die Geltendmachung der sich aus den §§ 77, 78 und 79 Absatz 3 ergebenden Rechte und Ansprüche gilt § 74 Abs. 2 Satz 2 und 3 entsprechend.

§ 81 Schutz des Veranstalters
Wird die Darbietung des ausübenden Künstlers von einem Unternehmen veranstaltet, so stehen die Rechte nach § 77 Abs. 1 und 2 Satz 1 sowie § 78 Abs. 1 neben dem ausübenden Künstler auch dem Inhaber des Unternehmens zu. § 10 Abs. 1, § 31 sowie die §§ 33 und 38 gelten entsprechend.

§ 82 Dauer der Verwertungsrechte
(1) Ist die Darbietung des ausübenden Künstlers auf einem Tonträger aufgezeichnet worden, so erlöschen die in den §§ 77 und 78 bezeichneten Rechte des ausübenden Künstlers 70 Jahre nach dem Erscheinen des Tonträgers, oder wenn dessen erste erlaubte Benutzung zur öffentlichen Wiedergabe früher erfolgt ist, 70 Jahre nach dieser. Ist die Darbietung des ausübenden Künstlers nicht auf einem Tonträger aufgezeichnet worden, so erlöschen die in den §§ 77 und 78 bezeichneten Rechte des ausübenden Künstlers 50 Jahre nach dem Erscheinen der Aufzeichnung, oder wenn deren erste erlaubte Benutzung zur öffentlichen Wiedergabe früher erfolgt ist, 50 Jahre nach dieser. Die Rechte des ausübenden Künstlers erlöschen jedoch bereits 50 Jahre nach der Darbietung, wenn eine Aufzeichnung innerhalb dieser Frist nicht erschienen oder nicht erlaubterweise zur öffentlichen Wiedergabe benutzt worden ist.
(2) Die in § 81 bezeichneten Rechte des Veranstalters erlöschen 25 Jahre nach Erscheinen einer Aufzeichnung der Darbietung eines ausübenden Künstlers, oder wenn deren erste erlaubte Benutzung zur öffentlichen Wiedergabe früher erfolgt ist, 25 Jahre nach dieser. Die Rechte erlöschen bereits 25 Jahre nach der Darbietung, wenn eine Aufzeichnung innerhalb dieser Frist nicht erschienen oder nicht erlaubterweise zur öffentlichen Wiedergabe benutzt worden ist.
(3) Die Fristen sind nach § 69 zu berechnen.

§ 83 Schranken der Verwertungsrechte
Auf die dem ausübenden Künstler nach den §§ 77 und 78 sowie die dem Veranstalter nach § 81 zustehenden Rechte sind die Vorschriften des Abschnitts 6 des Teils 1 entsprechend anzuwenden.


[...]

Alles klar?
Ob die Beteiligten bei der Aufführung an sich ein Honorar erhalten oder unentgeltlich daran mitwirken ist im Sinne des UrhG völlig uninteressant.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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BeitragVerfasst: 31.12.2013, 09:51 
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T M Pestoso hat geschrieben:
UrhG:

[...]

Alles klar?
Ob die Beteiligten bei der Aufführung an sich ein Honorar erhalten oder unentgeltlich daran mitwirken ist im Sinne des UrhG völlig uninteressant.


Liebe(r) T M Pestoso

vielen Dank für das Zusammensuchen und Einstellen des entsprechenden UrhG Gesetzestextes. Dieses Juristendeutsch ist für Laien nicht ohne Weiteres und bestimmt nicht auf Anhieb verständlich, aber ich glaube (wenn ich den Text richtig interpretiert habe), dass darin folgendes enthalten ist:

Die Mitwirkenden, solange sie auch künstlerisch mitwirken, sind alle Miturheber der Aufführung.
Die Miturheber übertragen ihre Verwertungsrechte auf diejenigen, die die Aufführung mitschneiden. Sie können im Normalfall nicht verhindern, dass daraus ein Tonträger gemacht wird. Sie haben gemeinsam Recht auf einen Anteil von 20% des Erlöses des Tonträgers.

Wahrscheinlich steht das alles in den Vertrag, den der Künstler mit dem Veranstalter abschließt, aber da ich nur Mitglied das Konzertpublikums bin, habe ich einen solchen Vertrag auch nie gesehen.
Daher meine Neugierde!

Allen Usern wünsch ich ein gutes Jahr 2014!

Claire


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BeitragVerfasst: 06.01.2014, 00:25 
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Liebe Hopeful,

da es sich in dem von Dir genannten Fall um einen kirchlichen Chor - und somit einen Laienchor - handelt, dienen die Aufzeichnungen lediglich dazu, dass jedem der Aufführenden die Möglichkeit gegeben wird, sich das Konzert auch später wieder anhören zu können. Ich fand es oft sehr schade dass von unseren Chorkonzerten nur selten Aufzeichnungen gemacht wurden. Manchmal gab es sie aber doch, daraus wurden dann Cassetten oder CDs hergestellt, "nur" für unseren Eigengebrauch.

Dass Solisten Konzert-Aufzeichnungen evtl. ablehnen könnten, das erscheint doch recht unvorstellbar. Warum sollten sie denn auch? Sie sind ja gerade deshalb Solisten WEIL sie etwas können - meist auf professionellem Niveau. So jemand legt doch sogar Wert darauf dass sein Tun aufgezeichnet wird.

Laienchöre (auch Kirchenchöre) auf höherem Niveau bieten Tonträger mit Konzert-Aufzeichnungen auch bei späteren, anderen Konzerten an, meist mit dem Zweck der Mit-Finanzierung der weiteren musikalischen Arbeit, also der Bezahlung von guten Solisten und Orchester-Mitgliedern. Also liegt es auch insofern im Interesse ALLER Mitwirkenden wenn bei Konzerten Aufzeichnungen gemacht werden. Ob sie überhaupt gemacht werden, darüber entscheidet der Aufführungsleiter, in obigem Falle also der Chorleiter, ggf. gemeinsam mit den Vorständen der ausführenden Chor-/Orchestergruppen.

Auch Dir und allen Foristen ein gutes neues Jahr! :n015

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

_________________
Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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BeitragVerfasst: 06.01.2014, 09:37 
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Vielen Dank, liebe AK-Kontraalt, für Deine Antwort. Mir ist jetzt klar, wozu die Aufzeichnung in erster Linie dient, also sie ist für den Laienchor zur Nachbereitung oder auch nur zum Genießen (hoffentlich hauptsächlich letzteres!), aber auch um sich bekannt zu machen als Chor.

Ein Teil meiner Frage zielte auch darauf, in wie fern auch die Solisten von der Aufzeichnung profitieren (können). Zum Einen, wie Du sagst, geht es im gewissen Sinne genauso um Reklame für sie. Sie können z.B. Ausschnitte der Solos auf ihr Homepage einstellen, um so auf sich aufmerksam zu machen.

Was die mögliche Ablehnung der Aufzeichnung durch Solisten betrifft:

Zitat:
Dass Solisten Konzert-Aufzeichnungen evtl. ablehnen könnten, das erscheint doch recht unvorstellbar. Warum sollten sie denn auch? Sie sind ja gerade deshalb Solisten WEIL sie etwas können - meist auf professionellem Niveau. So jemand legt doch sogar Wert darauf dass sein Tun aufgezeichnet wird.
Zitat:



Ich könnte mir vorstellen, dass ein Solist die Verbreitung einer Aufzeichnung ablehnen könnte, wenn er mal "keinen guten Tag gehabt" hätte und ein paar Patzer zu hören sind. Deswegen ist wohl im Gesetzestext dieses Recht verankert. Allerdings habe ich noch nie davon gehört, dass so etwas in der Praxis je passiert?? Aber immerhin singen die Künstler live!

Ich hoffe, es ist nicht zu sehr "off-Topic", aber vor ein paar Tagen lief im Fernsehen eine Sendung "20 Jahre Andrea Berg". Das führte mir vor Augen, dass die Situation beim Massenpublikum eine ganz Andere ist. Im Gegensatz zu einem typischen Kirchenkonzert mit klassischer Musik wird beim Fernsehen zuerst aufgenommen, dann ausgestrahlt, zudem singen die Künstler oft Playback. Das heißt, dass A.B. ein viel geringeres Risiko eingeht, im Fernsehen "unprofessionell" zu agieren (ob sie im Sinne unseres Forums überhaupt richtig singen kann, sei dahingestellt!). Aber wenn die Gruberova in der Oper einmal den höchsten E nicht 100% erreicht, steht es am nächsten Tag in allen Kritiken.

Es geht also m.E. beim Urheberrecht auch um die Einmaligkeit der künstlerischen Darbietung und um die damit verbundenen Risiken.

Gruß
Claire
P.S. Ich finde keine normalen Smilies, wo sind sie?


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BeitragVerfasst: 07.01.2014, 19:02 
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Naja: Die Rechtslage bezüglich der Verwertungsrechte ist ja zunächst mal völlig unabhängig davon, mit welchen Motiven eine solche Aufnahme angefertigt wird. Die Frage an sich ist nämlich gar nicht so trivial, wie das die letzten Postings möglicherweise vermuten lassen.

Klar: Auf dem Niveau des Kirchenchors von Hintergraswachshöring wird sich mit einiger Wahrscheinlichkeit kaum jemand für die Verwertungsrechte im weitesten Sinne interessieren, weder in der einen noch in der anderen Richtung. Da finden's dann die meisten toll, daß man sie auf youtube hören und sehen kann (solange die Aufnahmequalität stimmt!!!) der daß man "ihre" CD auf dem nächsten Pfarrfest verkauft. Wenn das aber z.B. der Müchnchner Bachchor wäre, dann sähe das schon wieder anders aus, oder? Und jetzt stellt Euch mal vor, jemand von den Solisten oder der Dirigent wird später mal so richtig berühmt - ein Karl Richter z.B. oder eine Maria Callas (auch die haben ja mal angefangen...), und das ist eine frühe oder vielleicht sogar die erste Aufnahme, wenn auch vielleicht "nur" mit dem Kirchenchor von Hintergraswachshöring: Da ist es dann schlagartig durchaus von Interesse, wer die Rechte hat, und zwar nicht nur dahingehend, ob die Aufnahme überhaupt und wenn ja in welcher Form verbreitet werden darf, sondern auch und besonders, wer die Tantiemen dafür kassiert.

Genau da beginnt dann der juristische Graubereich des nicht Nachweisbaren, wenn es tatsächlich mal zur Auseinandersetzung kommt, denn bei solchen "halbwilden" Mitschnitten ist die Absprache ja oft nur mündlich und auch noch ungenau (...kannst du da mal eine Aufnahme davon machen...), ohne vorherige Einverständniserklärung und die Kopien gehen unkontrolliert in die Welt. Und wenn es nur darum gehen sollte, wer wie viel bekommt - der Chor, der Dirigent, das Orchester, die Solisten, der Hersteller des Mitschnitts... (Das "20%-Kriterium" des §79a gilt ja auch nur, wenn der/die Künstler dem Aufnehmer die Rechte gegen Vergütung überlassen haben, und das beinhaltet wieder keinen Verteilschlüssel für die beteiligten Musiker - egal ob Amateur oder Profi)

Ich bin jetzt auch kein Verfechter einer unnötigen Bürokratisierung und absolut kein Befürworter von zweidutzedseitigen, juristisch ausgefeilten Verträgen bei irgendwelchen Allerweltsauftritten, denn nach allgemeiner Lebenserfahrung gibt es dort nur sehr, sehr selten irgendwelche Probleme, jeder "nimmt es mit" und keiner redet über die Rechte daran. Aber ich finde es jetzt nicht ganz falsch, sich gelegentlich Gedanken über die poteniellen Folgen seines Tuns zu machen.

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BeitragVerfasst: 14.01.2014, 10:26 
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Lieber T M Pestoso,
ich habe als Threaderstellerin erst mal abgewartet, ob noch jemand (und zwar, jemand mit mehr Ahnung als ich) auf Deine fundierten Ausführungen antwortet. Leider war dies bisher nicht der Fall, deswegen poste ich selbst.
Also, ich bin Dir sehr dankbar, dass Du das Thema von vielerlei Seiten beleuchtest und jedes Mal neue Aspekte ins Gespräch bringst.

Zitat:
Und jetzt stellt Euch mal vor, jemand von den Solisten oder der Dirigent wird später mal so richtig berühmt - ein Karl Richter z.B. oder eine Maria Callas (auch die haben ja mal angefangen...), und das ist eine frühe oder vielleicht sogar die erste Aufnahme, wenn auch vielleicht "nur" mit dem Kirchenchor von Hintergraswachshöring:
Zitat:


Theoretisch könnte es wirklich sein, dass der Veranstalter eines Kirchenkonzert irgendwo auf dem flachen Land z.B. einen bis dato völlig unbekannten Musikstudenten anheuert, der einige Jahre später die große Karriere macht. Ich habe Konzerte schon erlebt, bei dem es im ganzen Konzert nur ein Tenor- bzw. Basssolo gibt. Der Veranstalter zahlt für diesen kurzen Einsatz sicher nicht viel (sein Budget ist ja auch begrenzt), aber dem Studenten ist es Recht, von wegen Erfahrung sammeln und so.
Einige Jahre später erhebt besagter Solist tatsächlich Ansprüche auf den Tonträger, der bis dato nur auf dem Pfarrfest verkauft worden ist, weil sein Solo ihm damals schon phänomenal gelungen ist und er die Aufnahme selbst verkaufen will.
Dieses Szenario halte ich für realistisch, allerdings auch das Gegenstück - damals hat der Solist in seinen eigenen Augen (noch) miserabel gesungen und er will nicht dass sein neuen tollen Namen damit in Verbindung gebracht wird und verlangt, dass die Aufnahme aus dem Verkehr gezogen wird.
Ich weiß jedoch nicht, ob so etwas jemals vorgekommen ist.


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BeitragVerfasst: 14.01.2014, 13:41 
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Ich kann aus eigener Erfahrung berichten. Da wurde eine professionelle Aufnahme, mit Mischpult und alles was dazu gehört, während eines Konzertes gemacht, ich war die Solistin, mit Chor und Orchester. Dieser Mitschnitt wurde, damals noch auf Kassette, ganz offiziell verkauft, ich wurde nie gefragt ob ich das möchte. Es fand auch diesbezüglich kein Gespräch statt und niemand wusste vorher, dass dieses Konzert aufgezeichnet wurde. Mir war es egal und heute bin ich froh, dass ich sie habe. Ich habe sie später auf CD brennen lassen.

Ich habe eine ganze Kiste von Kassetten von früher, sämtliche Haydn Messen und andere, die ich gesungen habe, es ist eine schöne Erinnerung.

Ob es einer Genehmigung bedurfte, keine Ahnung.

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BeitragVerfasst: 14.01.2014, 16:05 
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Liebe musica,
so wir Dir ging und geht es bestimmt in den allermeisten Fällen. Du wurdest zwar nicht um Erlaubnis gefragt, Du hattest aber keine Bedenken, Du bekamst keine Tantiemen, Du freutest Dich trotzdem darüber und jetzt sind diese Cassetten eine einmalige Erinnerung für Dich!

Nebenbei gesagt, vermute ich, dass Du bei Deinen Auftritten auch nicht immer einen schriftlichen Vertrag hattest (hast), oder?

Ich finde, T M Pestoso hat hier Recht:
Zitat:
Ich bin jetzt auch kein Verfechter einer unnötigen Bürokratisierung und absolut kein Befürworter von zweidutzendseitigen, juristisch ausgefeilten Verträgen bei irgendwelchen Allerweltsauftritten, denn nach allgemeiner Lebenserfahrung gibt es dort nur sehr, sehr selten irgendwelche Probleme, jeder "nimmt es mit" und keiner redet über die Rechte daran.
Zitat:


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BeitragVerfasst: 14.01.2014, 16:26 
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Hopeful hat geschrieben:
Liebe musica,
so wir Dir ging und geht es bestimmt in den allermeisten Fällen. Du wurdest zwar nicht um Erlaubnis gefragt, Du hattest aber keine Bedenken, Du bekamst keine Tantiemen, Du freutest Dich trotzdem darüber und jetzt sind diese Cassetten eine einmalige Erinnerung für Dich!

Nebenbei gesagt, vermute ich, dass Du bei Deinen Auftritten auch nicht immer einen schriftlichen Vertrag hattest (hast), oder?

Ich finde, T M Pestoso hat hier Recht:
Zitat:
Ich bin jetzt auch kein Verfechter einer unnötigen Bürokratisierung und absolut kein Befürworter von zweidutzendseitigen, juristisch ausgefeilten Verträgen bei irgendwelchen Allerweltsauftritten, denn nach allgemeiner Lebenserfahrung gibt es dort nur sehr, sehr selten irgendwelche Probleme, jeder "nimmt es mit" und keiner redet über die Rechte daran.
Zitat:


Bei großen Konzerten hatte ich immer einen Vertrag, in dem das Honorar stand und das wörtlich: Künstler nimmt dieses Engagement hiermit an und verpflichtet sich 2 Monate vor der oben bezeichneten Veranstaltung nicht in .....oder angrenzenden Städten zu gastieren."
Von irgendwelchen Aufnahmen stand nichts im Vertrag.

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BeitragVerfasst: 14.01.2014, 17:11 
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"
Zitat:
Künstler (...) verpflichtet sich 2 Monate vor der oben bezeichneten Veranstaltung nicht in .....oder angrenzenden Städten zu gastieren."
Zitat:


Das ist ein interessanter Aspekt, man darf sich wohl nicht selber Konkurrenz machen?


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BeitragVerfasst: 14.01.2014, 18:39 
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musica hat geschrieben:
Mir war es egal und heute bin ich froh, dass ich sie habe. Ich habe sie später auf CD brennen lassen.

Ich habe eine ganze Kiste von Kassetten von früher, sämtliche Haydn Messen und andere, die ich gesungen habe, es ist eine schöne Erinnerung.

Eben. Das ist der Normalfall, und eigentlich völlig in Ordnung.

Zitat:
Ob es einer Genehmigung bedurfte, keine Ahnung

rein juristisch: ja. Aber dort, wo sich alle einig sind, braucht man ohnehin keine Regelungen. Die sind nur für diejenigen Fälle, bei denen es zu Meinungsverschiedenheiten kommt

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BeitragVerfasst: 14.01.2014, 18:55 
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Zitat:
Das ist ein interessanter Aspekt, man darf sich wohl nicht selber Konkurrenz machen?

sich selber schon, aber nicht dem Veranstalter, der sich mit solchen Passagen abzusichern versucht.
Stell' Dir vor, er verpflichtet z.B. die Elina Garanca für ein Konzert und bewirbt das auch entsprechend. Jetzt kommen viele in so ein Konzert nur WEGEN der Garanca, und möglicherweise nicht wegen des musikalischen Programmes. Tritt nun die Sängerin (bei einem anderen Veranstalter) in der selben Stadt oder vielleicht 20 km weiter eine Woche vorher schon einmal auf, dann gehen viele möglicherweise in DIESES Konzert, und sagen sich hinterher: OK, haben wir sie gesehen und gehört, brauchen wir nicht in das andere Konzert auch noch zu gehen..." Noch eklatanter kann sich das bei Instrumentalisten gestalten, die dann vielleicht sogar auch noch das tupfengleiche Programm im Nachbarort spielen. Um das zu verhindern, steht dieser Passus im Vertrag. Ob das bei dem musikalischen Fußvolk genauso sinnvoll ist, wie bei den Spitzenstars ist eine ganz andere Frage (Im Fall des gleichen Programms vermutlich ja). Verhandeln sollte aber möglich sein....

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BeitragVerfasst: 14.01.2014, 20:07 
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Danke für die Erläuterung, T M Pestoso.
Für den Künstler wäre es auch gut, wenn im Vorfeld ausgeschlossen werden könnte, dass in der gleichen Stadt oder deren Umgebung im gleichen Zeitraum ein ähnliches Programm aber von einem anderen Veranstalter mit anderen Künstlern angeboten würde.
Ich frage mich oft, woher Veranstalter X weiß, dass dieses Jahr Veranstalter Y (auch) z.B. vorhat, in der Stadt A das WO aufzuführen und wie sie sich dann einigen? Oder passieren auch mal unliebsame Doppelungen?


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Wenn er seinen Job gut macht, dann weiß er es.

Und wenn in einer Großstadt wie München vor Ostern sechs Mal Matthäuspassion oder vor Weihnachten sechs mal WO aufgeführt wird, dann sind die trotzdem voll, das gibt das Umfeld her.
Wenn aber in der Provinz im Umkreis von ca. 20 km zweimal das Gleiche aufgeführt wird, oder zwei oder mehr konkurrierende Veranstaltungen auf den selben Termin gelegt werden, dann ist das ein deutliches Kennzeichen von Dilettantismus und Null Ahnung von Projektmanagement. Wir haben hier am Ort z.B. drei potentielle Spielstätten, die zwar von unterschiedlichen Leuten verwaltet werden, die aber ihrerseits wieder im Prinzip der selben Organisation angehören. Die haben es mal geschafft, die drei Räume am selben Abend drei verschiedenen Veranstaltern zu überlassen, die sich notabene auch nicht dafür interessiert haben, ob vielleicht noch andere Konzerte an diesem Termin stattfinden. Hinterher war das Geschrei groß, weil alle vor leeren Stühlen gespielt haben, da der Ort gar nicht das einschlägige Publikum hergibt, die drei Räume gleichzeitig zu füllen. Es wurde auch nur lokal Reklame gemacht, bzw. nur sehr dezent im Internet geworben, was aber wieder nur solche Besucher erreicht hat, die speziell danch gesucht haben. Um das Debakel zu vermeiden, hätten man wenigstens regional werben müssen...
In einem anderen Fall wurden in benachbarten Orten zwei große Konzerte mit dem selben potentiellen Publikum auf den selben Termin gelegt - und beide hatten ihre Plakate und Flyer schon gedruckt, die ersten Pressemitteilungen verschickt und die Musiker fest engagiert.
Beides krasse Beispiele für Missmanagement auf allen Seiten, denn normalerweise kennt man die Leute, mit denen man sich abstimmen muß - und zwar bevor man den Termin festlegt bzw. spätestens zu dem Zeitpunkt, an dem man weiß, daß es aus bestimmten Gründen nur an einem bestimmten Datum geht (z.B. wegen Raumverfügbarkeit, der Verfügbarkeit von speziellen Musikern etc.)
Es empfiehlt sich also, den Veranstalter oder den Vermieter des Raumes immer zu fragen, was denn sonst noch läuft...
Du kannst ja mal versuchen, aus Gründen der Symetrie der Geschätsbeziehungen folgenden Passus in den Vertrag aufzunehmen: "Der Veranstalter bestätigt im Gegenzug, daß 2 Monate vor der oben bezeichneten Veranstaltung keine vergleichbare Veranstaltung in .....oder angrenzenden Städten stattfindet." Ob's erfolgreich sein wird, wage ich allerdings zu bezweifeln, denn er wird argumentieren, daß er ja nicht dafür haftbar gemacht werden kann, was andere unabgestimmt machen und er ja auch nicht alle Leute kennen kann, die vielleicht ein Konzert veranstalten wollen.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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BeitragVerfasst: 15.01.2014, 12:15 
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Diese Konzerte wurde von Kulturämtern eine Großstadt veranstaltet und sie wurden mehrfach gesungen, auch in einer benachbarten Großstadt Köln als auch in Antwerpen. Ich gehe aber davon aus, dass sie vorher abgeklärt haben wo und was in dieser Zeit an Konzerten auf den Spielplänen der anderen Städte stand.

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BeitragVerfasst: 21.01.2014, 10:43 
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Ich werfe bei der Diskussion noch die GVL in den Ring (Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten), bei der man sich als ausübender Künstler eintragen lassen kann. In meinem Münchner (semiprofessionellen) Chor wurde man direkt von den Verantwortlichen darauf aufmerksam gemacht. Es gibt Geld z.B. bei geschäftsmäßiger Herstellung und Verkauf von CDs (zumindest über einen Verlag) und bei Ausstrahlung von Mitschnitten durch den Funk. Genaueres fand ich eher kompliziert zu verstehen. Minimal werden im Jahr so etwa 80€ ausgezahlt, wenn ich mich recht erinnere. Inwiefern man sowas auch bei reinen Laien-Aufführungen beanspruchen kann (oder sollte, ohne als "gemein" zu gelten?), weiß ich nicht.
Ruediger

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