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 Betreff des Beitrags: Konkurrenzdruck
BeitragVerfasst: 12.06.2006, 11:45 
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Mir geht in den letzten Wochen immer wieder das Thema "Konkurrenz" durch den Kopf, die es ja überall gibt, ob bei Sängern oder in anderen Berufen. Jemand der ander Spitze steht möchte es auch bleiben und Emporkömmlinge haben da sehr schlechte Karten, wenn von der Spitze intrigiert wird, manchmal ganz harmlos mit gewaltigen Ergebnissen.


Oft ist der Intrigant aber so schlau im verpacken, dass niemand auf die Idee kommt dass es ihn selber betrifft, da er es auf die Allgemeinheit bezieht. Es entsteht eine Unruhe in der gesamten Gruppe und einer hackt auf den anderen herum, nur der Intrigant hält sich zurück.

Eine Konkurrenz hat noch niemanden geschadent wenn man gut damit umgehen kann und weiß was man kann.

Wie steht ihr zu dem Thema?

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.06.2006, 12:55 
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Wie stehe ich zum Thema?

Gerade vor dem Hintergrund der gestern erst geschlossenen Diskussion zum "anderen Thema" würde ich sagen, dass diese Diskussion nun alles andere als zielführend ist und sich aus Reihen des Ensembles der eine oder andere sicherlich positiv oder negativ angesprochen fühlen wird. Von voreiligen Schlüssen und Schnellschüssen mal ganz zu schweigen ...

Und gerade deshalb wäre ich im Moment auch mit so Wörtern wie "Intrigantentum" vorsichtig, denn auch das könnte der eine oder andere momentan in den falschen Hals bekommen.

Daher: Diskussion eigentlich überflüssig, denn Konkurrenz gibt es immer, und die ist auch gut und bringt weiter. Mich selbst z.B. hat Konkurrenz eigentlich immer eher angspornt, an mir zu arbeiten, und nicht etwa, unlautere Methoden anzuwenden. Letztere dürften eh nicht so viel bringen, denn wer keinen Ton trifft, kann noch so viel intrigieren, das bringt danna uch nüscht. Ich selbst habe keine Probleme mit Konkurrenz, weil ich weiß, dass es für mich eh keine gibt ;-)

Spaß beseite: Jeder ist ersetzbar auf die eine oder andere Weise und auch wieder nicht (denn einzigartig ist nun mal auch jeder), nur momentan fände ich eine derartige Diskussion nicht gerade deeskalierend, zumal es langsam einen etwas schalen Beigeschmack bekommt ...


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BeitragVerfasst: 12.06.2006, 13:03 
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Hallo Epo,

Eponine hat geschrieben:
Wie stehe ich zum Thema?

Und gerade deshalb wäre ich im Moment auch mit so Wörtern wie "Intrigantentum" vorsichtig, denn auch das könnte der eine oder andere momentan in den falschen Hals bekommen.

Daher: Diskussion eigentlich überflüssig, denn Konkurrenz gibt es immer, und die ist auch gut und bringt weiter. momentan fände ich eine derartige Diskussion nicht gerade deeskalierend, zumal es langsam einen etwas schalen Beigeschmack bekommt ...


das ist deine Meinung, die hier wieder mal völlig falsch verstanden wurde und mir irgend etwas unterstellt wird, was nicht der Fall ist.
Eine Diskussion, entschuldige bitte, ist gerade in diesem Thema interessant, auch wenn du es nicht so siehst.

würde ich es auf das Ensemble bziehen, wäre es hier an falscher Stelle, es wäre im internen Bereich.

Die Frage stellt sich allgemein, es hat sicher schon jeden mal betroffen, auf der Bühne ist es allerdings häufig.

Ich war am Wochenede bei einem befreundeten Kammersänger, der hier in München an der Oper ist, er hat mir dazu einiges sagen können.

Bitte nicht immer gleich irgend welche falschen Schlüsse ziehen.. :d_neinnein:



Liebe Grüsse

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.06.2006, 13:12 
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Eponine hat geschrieben:
Wie stehe ich zum Thema?

Gerade vor dem Hintergrund der gestern erst geschlossenen Diskussion zum "anderen Thema" würde ich sagen, dass diese Diskussion nun alles andere als zielführend ist und sich aus Reihen des Ensembles der eine oder andere sicherlich positiv oder negativ angesprochen fühlen wird. Von voreiligen Schlüssen und Schnellschüssen mal ganz zu schweigen ...

...


Für mich eher negativ.
Für mich sieht es so aus, als würden Themen erst woanders im kleinen Kreis besprochen um dann öffentlich nochmal aufgewärmt zu werden.

Grüße
Uralt


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BeitragVerfasst: 12.06.2006, 13:15 
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Hallo Uralt,

da muss ich dir widersprechen, im Ensemble hatten wir dieses Thema nicht, wenn Epo es darauf bezieht dass das Ensemble zu groß wird, ist das ihr Problem, genau das wollte ich hier vermeiden, habe es ja auch extra erwähnt.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 12.06.2006, 13:15 
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Hallo Musika,

das sehe ich ein, wenn dem so sein sollte, und für den Fall entschuldige ich mich.

Trotzdem, und das ist meine ganz persönliche Meinung, ist der Zeitpunkt, eine solche Diskussion anzufangen, alles andere als günstig, eben weil er sich unmittelbar anschliesst ...


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BeitragVerfasst: 12.06.2006, 13:19 
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Hallo epo

wie ich schon erwähnte, kam diese Idee aufgrund von Gesprächen am Wochenende zustande und ich fand sie sehr interessant. Ob nun der Zeitpunkt richtig gewählt ist, meine Meinung, dieses Thema ist immer aktuell und betrifft alle Berufsgruppen und nicht nur Säger.

'Außerdem war dieses Thema liebe Epo, nicht Gegenstand unserer Diskussion das Ensemble betreffend.

Liebe Grüsse

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.06.2006, 13:50 
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Natürlich betrifft dieses Thema auch unser Ensemble, ob wir wollen oder nicht, das kann gar nciht anders sein. Wo viele Sänger zusammen kommen und jeder natürlich das Bedürfnis hat, sich selbst in Konzerten bestmöglich zu präsentieren, ist auch Konkurrenz und Rivalität zugegen. Das bestreiten zu wollen, wäre in meinen Augen Augenwischerei und unlauter!
Aber: man kann in einem solchen Ensemble LERNEN, damit umzugehen und wenn offene Diskussionen geführt werden und Menschen sich bemühen, transparent zu sein,( D.H.eben NICHT zu intrigieren, sondern die Karten auf den Tisch zu legen,) DANN ist es eine Riesen-Chance, im geschützten freundschaftlichen Rahmen auch mit solchen schmerzlichen Dingen/Erfahrungen umzugehen.Dazu könnte unser Ensemble ein Paradebeispiel sein, wenn die Leute bereit sind, einander ehrlich zu begenen. :dafür:

Ich persönlich hatte schon sehr heftig mit Konkurrenz/Intrigantentum zu kämpfen und habe ein Ensemble auch nicht zuletzt deswegen verlassen.
Da gab es Intrigen der übelsten Sorte. Eine Sängerin und Professorin, die die Geliebte des Leiters war, und die gleichzeitig in meiner Lehrerin eine weit überlegene Konzert-Konkurrentin auf dem hiesigen Markt hat und alle Schüler meiner Lehrerin, einschliesslich mich, dann alles andere als nett behandelte. :sad:
Das ging soweit, dass ich Rollen bekam, die nicht für meine Stimmen waren(zu schweres Fach), weil Andere noch leichter klangen und weil sie selbst bei unseren Konzerten immer ihre Schüler zuerst berücksichtigt haben wollte und wir das bekamen , was übrig blieb.
Es war zwar von der szenischen Arbeit ganz toll für mcih und ich habe diesbezüglich sehr profitiert , aber eines Tages lief das Fass über und ich und eine andere Schülerin meiner Lehrerin haben die Truppe wehen Herzens verlassen.

Mit dem Satz "Fûr mich gibt es keine Konkurrenz" hat Epo trotz schmunzel-Smilie ;-) Recht. Jede Stimme ist einzig und jeder Mensch, der da steht, ist es auch und jeder hat etwas Eigenes zu vermitteln.
Konkurrenzdruck ensteht, wenn Menschen ihrer selbst unsicher sind oder wenn er von Leitungen/Lehrern etc. geschürt wird.
Leute gegeneinander ausspielen, kann dazu führen, dass sie Rivalen werden. ebenso wenn man ungerecht behandelt, einige bevorzugt, andere aus persönlichen Gründen benachteiligt.
Wo eine offene freundliche Atmosphäre herrscht, ist die Gefahr geringer, wenn auch nie ganz ausgeschaltet.
Ich kann mich nie ganz davon frei machen, dass ich gleiche Stimmen kritischer begutachte und eher mit mir vergleiche, auch wenn ich die Menschen dahinter mag und befreundet mit ihnen bin.
Man muss damit in einem so exponierten "Beruf" oder Hobby einfach auch leben, totschweigen hilft nicht.
Aber wenn das Ganze in Intrige ausartet, dann ist etwas faul und dann ist für mich der Zeitpunkt gekommen, den Hut zu nehmen.Soviel wert kann mir gar nichts sein, als dass ich meine Seele dafur verkaufe! :d_neinnein:
Liebe Grûsse
Cantilene :hearts:


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BeitragVerfasst: 12.06.2006, 14:04 
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cantilene hat geschrieben:
Natürlich betrifft dieses Thema auch unser Ensemble, ob wir wollen oder nicht, das kann gar nciht anders sein. Wo viele Sänger zusammen kommen und jeder natürlich das Bedürfnis hat, sich selbst in Konzerten bestmöglich zu präsentieren, ist auch Konkurrenz und Rivalität zugegen. Das bestreiten zu wollen, wäre in meinen Augen Augenwischerei und unlauter!

Cantilene :hearts:


Schön, dass wir im Ensemble noch nichts derartiges bemerkt haben, oder es ist nicht nach außen gedrungen.
Manche Sänger machen sich auch selber Druck nicht den Erwartungen zu entsprechen, die verlangt werden. Manche neigen zu Höhenflügen und fallen dann tief, wenn dem Druck nicht standgehalten wird.

Eine gesunde Konkurrenz ist wichtig, damit man auch mal sieht wo man steht, WENN es dann erkannt wird.

Es gibt Sänger, die in der Literatur so hoch greifen um der gefürchteten Konkurrenz zu trotzen, merken aber nicht, dass sie sich damit keinen Gefallen tun, im Gegenteil, sie schneiden schlecht ab.

Man kann auch mit weniger hochgreifender Literatur konkurrieren, wenn die Arie oder was auch immer, so gesungen wird, dass das Publikum aufhorcht und die Kollegen sich Gedanken machen.

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 12.06.2006, 14:28 
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cantilene hat geschrieben:
Ich kann mich nie ganz davon frei machen, dass ich gleiche Stimmen kritischer begutachte und eher mit mir vergleiche, auch wenn ich die Menschen dahinter mag und befreundet mit ihnen bin.

Das geht mir ganz genauso - ich bin anderen Fächern gegenüber sehr viel grosszügiger.
Es hängt für mich aber auch damit zusammen, dass man u.U. die gleichen Arien singt (oder daran gearbeitet hat), die Schwierigkeiten kennt - und natürlich auch die eigene ganz persönliche Idealvorstellung im Hinterkopf hat.

Ansonsten bin ich eher friedliebend und für mich ist "miteinander" interessanter als "gegeneinander".[

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La chance d'avoir du talent ne suffit pas ; il faut encore le talent d'avoir de la chance.
Hector Berlioz


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BeitragVerfasst: 12.06.2006, 14:47 
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canti hat es mal wieder (auführlich :hearts: ) auf den Punkt gebracht.
Da ich viel mit Berufssängern zu tun habe, weiß ich, dass Konkurrenz immer auch überspitzt gesagt eine Gefährdung der Existenzgrundlage darstellt. Und daher wir dort mit harten Bandagen gekämpft und man lässt kein gutes Haar an Konkurrenten (Ausnahmen bestätigen die Regel). Sänger/innen sind auch immer angreifbar, weil jede Schwäche ja seh- und hörbar ist.

Im "normalen" Berufsleben kommt das auch vor, aber nicht so extrem. Ich kenne nur das Beamtenleben aus eigenem Erleben und da geht es im Zweifelsfall "nur" um eine Beförderung. Klar wird auch hier intrigiert - aber es ist nicht so extrem. Oft läuft es auf anderen Ebenen. Ich hab es selbst schon erlebt, dass eine Kollegin ein ganzes Referat durch gezielte Andeutungen und Gerüchte ganz schnell in zwei feindliche Lager geteilt hatte - ohne dabei offen in Erscheinung zu treten.

Meine persönliche Einschätzung als Sängerin von Konkurrenz - seh ich ähnlich wie Epo. Ich weiß was ich kann und ich kann einschätzen, was andere können. Klar schaut man kritisch hin, aber ich kann Leistung anderer anerkennen. Ich gebe allerdings zu, dass es mich ärgert, wenn mir jemand eine Solopartie "wegschnappt" und ich dann - subjektiv - empfinde, dass die Person ein schlechtere Wahl war. Aber das ist ja wohl nur menschlich..... :oops:
Ich selbst habe in der Hinsicht zum Glück noch keine negativen Erfahrungen gemacht und denke als Amateur muss ich mich da auch keine Gedanken drüber machen. Und wenn ich mich entscheide, im Chor oder Ensemble zu singen fröne ich dabei nur meinem Hobby, freue mich auf Auftritte und die Möglichkeit, viel Gleichgesinnte kennen zu lernen. An Konkurrenz denke ich da gar nicht.

LG
mezzo


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.06.2006, 17:02 
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Hallo, mezzo,
sehe das sehr ähnlich und der Amateurstatus ist wahrscheinlich der Grund, warum ich als Solistin Gott sei dank noch nicht wirklich schlimme Erlebnisse in dieser Richtung hatte. Leute, die davon leben müssen, sind da ganz anders involviert.
Ich kenne derlei Konkurrenzdruck hauptsächlich aus den Chören und gaz schlimm in Philchor. keine Chance, auf die Füsse zu kommen.
Was ich allerdings nicht verputzen kann, sind intransparente und doppelbödig oder gar nicht begründete Entscheidungen, sowohl im gesang als auch im Beruf. So etwas kann ich auch nicht so schnell vergessen. Es ist m. E. auch sehr unklug, so zu handeln, denn es entstehen oft wüste Spekulationen und Ruhe kommt auch nie in so eine Kiste. Mittlerweile habe ich mich einigermaßen daran gewöhnt, dass beim gesang vieles sehr subjektiv gewertet wird, aber auch in einem solchen Fall ist es möglich, diese Bewertung offen und nachvollziehbar darzulegen. Natürlich ist es subjektiv, wenn gesagt wird, dass die Stimme dem gewünschten Klangideal nicht entspricht, aber damit kann ich leben, wenn auch ersichtlich ist, dass die andere Person dem wirklich eher entspricht.
Ich sehe diese Thema sehr sportlich: gesunde Konkurrenz im offenen Schlagabtausch und unter fairen Kriterien und Bedingung spornt an, aber destruktive Methoden und Willkür verletzen nicht nur Betroffene, sondern hinterlassen auch einen faden Beigeschmack.
LG,
dola


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 12.06.2006, 22:11 
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Das ist ja alles ganz schön was ihr da schreibt. Ihr seid auch alle selbstbewußte und gestandene Frauen. Aber was machen die, ob Mann oder Frau, die mit Intrigen und Konkurrenz nicht umgehen können ?? Die lieber ausdiskutieren wollen und Kompromisse suchen und hinterrücks belächelt und übergangen werden oder die einfach zu "lieb" sind , um zu widersprechen oder Recht einzufordern. In allen Berufsgruppen gibt es so viele, die wirklich gut sind in ihrem Fach, die menschlich vielleicht 100 Mal mehr drauf haben als ihre Kollegen; die es aber nie bis an die Spitze geschafft haben, weil sie "das Spiel" der Intrigen, der Lügen, der Gemeinheiten nicht mitgemacht haben und bewußt entschieden haben: Ok, ich mach das nicht länger mit...Und es gibt die, die seelisch kapituliert haben, weil sie kategorisch nieder gemacht wurden.
Das alles spielt sich sicher auch in Opernhäusern und deren Ensembles ab.
Mich hat solch menschenverachtendes Verhalten von jeher angeko... und
ich würde , falls mir so eine Intrige zu Ohren kommen sollte, sei es im Ensemble oder im privaten Bereich (Freunde , Familie) die Sache immer sofort offenlegen. Intriganten müssen entlarvt werden !!

Silje


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 Betreff des Beitrags: Ziemlich fertig...
BeitragVerfasst: 13.06.2006, 09:48 
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Also mir persönlich "gefallen" ja die Menschen am besten, die ihren Weg auf ihre ganz persönliche Weise gehen...auch wenn diese Weise nicht den allgemeinen Erwartungen entspricht. Das hat mir auch schon viel Unverständnis gebracht...wenn jemand immer nur darüber redet wie toll er oder sie ist und wie viel Unrecht seiner großen Kunst getan wird, ziehe ich mich schnell zurück - aber : meine Sympathie gehört trotzdem ganz den selbständig denkenden Menschen. In der Oper erlebe ich oft, daß solche Intrigen auch aus Unverständnis entstehen ( zum Beispiel weil Kollegen einfach nicht verstehen was der Sänger da vorne tut ). Anstatt dann zu sagen "den oder die möchte ich mal kennenlernen, erfahren was er oder sie da eigentlich macht" wird dann elend gehetzt - da fallen bei uns dann schon mal solche Worte wie "die ist doch eine Karikatur ihrer selbst", nur weil sie anders singt als erwartet...oder : meine ehemalige Lehrerin wurde von einem Kollegen, der im Gespräch mit mir vorher extra betont hatte wie toll er ihre Stimme findet, total verrissen weil sie den Oktavian gesungen hat ( es ging ihm um die Figur - sie ist korpulent und er meinte, er habe noch nie einen so "fetten" Oktavian gesehen )...was er nicht wußte war, daß er mit einer ihrer Schülerinnen sprach und diese genau wußte, welche Fragen sie ihm stellen konnte...am Ende des Gespräches war er derjenige der nicht mehr weiter wußte.

Ich kann sowas nicht leiden und es macht mich derart fertig, wenn jemand so über einen Kollegen oder eine Kollegin lästert, nur weil irgendein Attribut nicht perfekt ist, oder aus Neid - das ist es nämlich meistens - und dann wird etwas gesucht......nur leider habe ich selbst keinen derartigen Fürsprecher mehr in der Oper - da werde ich eben klarkommen müssen.

Eure sich immernoch ärgernde Phoebe


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13.06.2006, 10:50 
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Hallo Phoebe,

so oder so ähnlich geht es mir auch. Wenn Menschen in meinem Umfeld, egal ob privat, beruflich,gesanglich bzw. sonstwo besser sind wie ich damit habe ich keine Probleme, ich gönne es ihnen und ja es spornt an. Womit ich wie du auch Probleme habe ,das ist wenn Personen die entweder tatsächlich besser sind oder nur denken sie seien besser andere oder mich klein machen. Klein machen im Sinne von stetigem kontrollieren, kritisieren oder gar von oben herabsehen. Kritisieren ohne nachzudenken, warum wieso weshalb genau das so ist. Halt ohne Rücksicht.

Betrieblich haben wir es nach langer Zeit, na ja es gibt immer wieder Rückschläge, geschafft die Leute dort abzuholen wo sie stehen. Der eine kann das besser und lernt es den anderen, was jedoch nicht zu bedeuten hat, daß der ander unfähig ist. Nein er ist einfach aus div. Gründen noch nicht so weit und wird von der Abteilung "getragen". Klar muß sich diese Person dann bemühen , damit dieses getragen werden kein Standart wird oder bleibt. Die anderen müssen Geduld haben und an ihre Anfangszeit zurückdenken...... Für jeden gibt es Menschen die etwas besser können und ruckzuck wird aus dem großen Könner oder Star die gleiche Person wie die anderen auch, eine Person die Konkurrenz hat und auf einmal seinen "Meister" gefunden hat. Wünschenswert wäre es wenn es überall so gemacht werden könnte, denn dann würde aus evt. gesunder Konkurrenz kein Neid oder Hinterlist entstehen. Vielleicht auf der Bühne nicht machbar, denn dort ist ja aus Erzählungen weniger ein "Wir" und umsomehr ein "ich" gefragt, halt Ellenbogengesellschaft......
Ich weiß wohl nicht ob ich das nun so rüberbringen konnte wie ich es meine .......

Liebe Grüße
Chero


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13.06.2006, 16:22 
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Hallo Chero,
ja, ich denke, ich verstehe was du meinst.
Das Teamdenken versus Einzelgeist ist ja wirklich in fast jedem Beruf ein Problem.
Ehrlich gesagt bin auch ich nicht immer ein Fan von Geltung als Gruppe. Ich möchte schon auch als Person etwas zählen und wenn ich Leistung bringe ist das MEINE Leistung, nicht die meiner Leher, Kollegen, oder anderer - auch wenn edie es mir erst ermöglicht haben, diese Leistung zu bringen. Dann bin ich gefordert ihnen die dafür gebührende Ehrung oder Anerkennung zu bringen...
Ich finde allerdings, daß - auch wenn man als Person gelten oder sich sogar mal hervortun möchte ( wenn man das dann kann ) - man dies wirklich TUN und nicht ERSTREITEN sollte. Klar ist schnell ein anderer schlecht gemacht - und schon hat man für einen Moment über eine eigene Schwäche hinweggetäuscht, weil sich der andere ja erstmal auf die schlecht gemachte Person konzentriert...aber was passiert wenn 's rauskommt ? Oder wenn dann da mal ein anderer dasselbe gut kann.

Für euch alle :
Meine jetzige Lehrerin sagte mal zu mir :
"Klar tut es dir weh wenn jemand dich schecht macht oder verletzt - aber leide nicht darunter, sing weiter und halte dir immer vor Augen daß dieser Mensch es früher oder später zurückbekommen wird!"

Phoebe


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13.06.2006, 19:25 
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meine Lehrerin gab mir mit auf den Weg:

So lange sie über Dich reden - und sei es schlecht - bist Du interessant.

Und wenn Dir mal Deine Kolleginnen (noch habe ich ja keine in dem Sinne, aber sie sprach aus Erfahrung) nicht zu den tollen Kritiken gratulieren oder einen großen Bogen um Dich machen - dann warst Du Spitzenklasse!


Soweit wird es bei mir wohl nicht kommen, aber es ist verständlich: Der Neid sucht sich seinen Weg - und das umso mehr nach außen, je unsicherer oder unzufriedener ein Mensch ist.
Es gibt nur wenige, die darüber stehen.
Phoebe hat recht - man steht schnell selbst gaaaanz schlecht da, wenn sich der Eindruck verbreitet, man hacke auf allen "Konkurrenten" herum.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 13.06.2006, 22:19 
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Kritik zu äußern kann aber auch zu einem ganz individuellen Entwicklungsstadium gehören: Z.B. wenn derjenige versucht sich abzugrenzen gegen eigene Angewohnheiten, in einer neuen Lernphase versucht sich bewusst zu machen, worauf er selber achten muss.

Das alles hat auf den ersten Blick mit dem "Schlechtmachen" oder "Über jemanden Herziehen" nicht viel zu tun. Aber ich denke, das kann schonmal aus obigen Umständen resultieren.


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 14.06.2006, 08:22 
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Hallo Phoebe,

ich kann dich verstehen, daß du nicht unbedingt dieses Gruppengefühl NUR ausleben möchtest. Ich auch absolut nicht und ich denke so geht es vielen, denn man möchte ja schon als Person gesehen werden.

Bei mir ist es ein Unterschied, nehmen wir mal unser Büro oder das Ensemble. Da sind wir für die Außenstehenden eine Gruppe oder Abteilung, wie auch immer und treten so in Erscheinung. Für die Außenstehenden ist man einer von diesen und nur das Resultat zählt, egal ob das nun die Leistung der Abteilung ist oder das Konzertniveau. In dieser Gruppe sollte es jedoch keinen ungesunden Konkurrenzdruck geben, denn sonst leidet das Endresultat.

Etwas anderes ist wenn ich außerhalb einer Gruppe was mache, egal ob Projektarbeit oder bspw. Solokonzert o.ä. Da bin ich alleine dafür verantwortlich und muß abschätzen können was geht und was nicht. Hier habe ich dann keinen direkten Konkurrenzdruck, bin aber selbst verantwortlich. Klar muß ich dann auch nicht Lob oder Applaus teilen, aber auch für Kritik stehe ich alleine da.

In einer Gruppe kann Konkurrenz entstehen, lobenswert ist aber eine gesunde Konkurrenz und dazu kann jeder dazu beitragen.

Die Aussage von Phoebes G.lehrerin gefällt mir sehr gut und ich denke ich werde genau diesen auf meinen weiteren Weg, egal ob privat, betriebl. oder gesanglich mitnehmen. Er sagt verdammt viel aus!!!! DANKE Phoebe, daß du ihn hier veröffentlicht hast

Liebe Grüße
Chero


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 14.06.2006, 09:15 
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Silje hat geschrieben:
Das ist ja alles ganz schön was ihr da schreibt. Ihr seid auch alle selbstbewußte und gestandene Frauen. Aber was machen die, ob Mann oder Frau, die mit Intrigen und Konkurrenz nicht umgehen können ?? Die lieber ausdiskutieren wollen und Kompromisse suchen und hinterrücks belächelt und übergangen werden oder die einfach zu "lieb" sind , um zu widersprechen oder Recht einzufordern. In allen Berufsgruppen gibt es so viele, die wirklich gut sind in ihrem Fach, die menschlich vielleicht 100 Mal mehr drauf haben als ihre Kollegen; die es aber nie bis an die Spitze geschafft haben, weil sie "das Spiel" der Intrigen, der Lügen, der Gemeinheiten nicht mitgemacht haben und bewußt entschieden haben: Ok, ich mach das nicht länger mit...Und es gibt die, die seelisch kapituliert haben, weil sie kategorisch nieder gemacht wurden.


Hallo, Silje!

Ich habe schon oft von Sängern - mehr noch aber von Lehrern - gehört, dass leider meist diejenigen sich "lange halten", die vor allem starke Nerven und Ellbogen haben und leider nciht immer die mit der besten Stimme oder Gesamtbegabung.
Aus dieser Beobachtung spricht ja schon die Erfahrung, dass an der Bühne mit sehr harten Bandagen gekämpft wird.
Traurig, aber wohl wahr.

Heutzutage könnte ich mir vorstellen, dass Sänger, die eine empfindsame Seele haben, leider selten dazu kommen, ihre Empfindungen dem Publikum (professionell) mitzuteilen - eben weil sie vermutlich über kurz oder lang dem Druck nicht standhalten!?

Wohl dem, der darüber stehen kann :schlaumeier:


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