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 Betreff des Beitrags: Eure schönsten Auftrittsanekdoten
BeitragVerfasst: 30.09.2010, 14:08 
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Habt Ihr nicht auch Lieblingsanekdoten aus dem Auftrittsgeschehen? Schöne Überraschungen, schöne Pannen - gibt es sowas, schöne Pannen? Pannen an sich werden nie gern diskutiert, habe ich mir sagen lassen, aber ich kann, wenn genug Zeit drüber ist, auch drüber lachen.

Mein schönstes Beispiel stammt aus diesem Jahr. Wir hatten Händel-Arien geplant, Konzert mit Orgel und Geige. Der Organist war ein sehr guter Laie, die Geigerin ein Profi. Wir fuhren zu dritt zum Aufführungsort und waren ohnehin schon spät dran. Da wir das Programm schonmal gemacht hatten, dachten wir, es genügt uns eine kurze Akustik-Probe. Als wir dann ankamen – es war etwa 20 Minuten vor Konzertbeginn – war aber die Orgel noch besetzt. Da bekam ein Student noch Unterricht. Die Herren ließen sich dann beknien, wenigstens 5 Minuten vorher aufzuhören.

Ihr wißt ja, wie leicht man da aus der Ruhe gebracht wird. Nervös wollten wir eben zur Mini-Probe starten, weil sich unten schon das Kirchenschiff zu füllen begann... da kam ein leicht zerzauster Kirchenmusiker die Emporentreppe heraufgestolpert und erklärte atemlos... "Sie wissen schon, dass wegen der Hitze die Orgel zu hoch ist? Die ist bei fast 500 Hz.".
Naja, dachte ich tapfer, ist ja "nur Händel", keine hohe Koloraturarie, das singe ich notfalls auch einen Tick höher. Aber die Geigerin erbleichte. "Auf 500 Hz krieg ich die Saiten aber nicht rauf...".
Gerettet hat uns dann das Cembalo, das da zufällig herumstand – und zum Glück gerade frisch gestimmt war. Mir war's recht, mit Cembalo sind die deutschen Arien sowieso viel schöner!

Das Konzert ist mir trotzdem in guter Erinnerung, in jedem Wortsinn. Obwohl die Umstände an sich ziemlich schrecklich waren – die Hitze, der Staub, man hörte von sich selbst da oben fast gar nichts! Der Klang trug nur unten, im Kirchenschiff. Ich finde (wie fast alle Sänger) trockene Akustik ziemlich übel, kann aber damit einigermaßen umgehen -, nur für die Geigerin schien das eine neue, erschreckende Erfahrung, dass der Ton, ist er eimal abgeschickt, einfach weg ist. Und der arme Organist musste plötzlich mit den Mini-Tasten zurechtkommen und mit miserabler Beleuchtung (eine Arie musste er vom Blatt spielend begleiten, weil nicht einstudiert, Tempomäßig hat er mich wirklich ausgehungert...) und, und, und...
Aber: immerhin eine amüsante Geschichte ist davon übrig geblieben, und die Erfahrung möchte ich nicht missen! :n171:

Grüße
Olympchen

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BeitragVerfasst: 04.10.2010, 13:32 
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Ist das ein blödes Thema? Hab ich gar ein Fettnäpfchen erwischt?
:n66:

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BeitragVerfasst: 04.10.2010, 13:41 
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Olympchen hat geschrieben:
Ist das ein blödes Thema? Hab ich gar ein Fettnäpfchen erwischt?
:n66:


Nö, mit Sicherheit nicht, vielleicht hat niemand hier Erfahrungen auf dem Gebiet zu berichten.
big_denken

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Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


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BeitragVerfasst: 05.10.2010, 00:49 
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Hallo,
vielleicht keine Auftrittsanekdote aber...

Wenn ein Kritiker nach einem Don Giovanni-Konzert, den Titelhelden als Tenor bezeichnet,
welchen Wahrheitsgehalt hat dann die geschriebene Kritik.


...so am eigenen Leib erfahren.
big_aergern


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BeitragVerfasst: 05.10.2010, 09:51 
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Musica, ich glaube es liegt nicht an der mangelnden Erfahrung, sondern daran, dass man/frau nicht weiß, wo anfangen : beim Tenor, der aus Ärger über Kritik des Regisseurs seine Garderobe zertrümmerte, beim Bariton, der Choris durch Gegend boxte, bei Gegenständen und Menschen, die in den Orchestergraben geflogen sind, bei auf der Bühne geplatzten Kleidern oder gerissenen Knie-Bändern, Ohnmachtsanfällen, Verbalattacken zwischen Solisten, einem tanzenden Musikdirektor, oder bei einem Regisseur, der bei der ersten Szenen-Probe mit Chor fragte : was mach ich denn jetzt mit diesen Leuten ?
Geschichten über Geschichten ... big_applaus big_applaus big_applaus
Uralt


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BeitragVerfasst: 05.10.2010, 13:39 
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Dann erzähl ich mal ein Annekdötchen von einem Chorkonzert.

Da wir zu den ärmeren Chören gehören die sich eine Orchesterprobe nicht leisten können, trafen wir uns mit den Musikern vor dem Konzert um nochmal alles durchzuproben.
Leider fehlte der Paukist.
Zu spät kommen kann ja jeder mal, also haben wir fröhlich geprobt und uns nichts dabei gedacht.
Eine Std. vorm Konzert war er leider immer noch nicht da.
Unser Chorleiter rief ihn an und siehe da, der Paukist steckte mitten im Umzug und hatte uns vergessen. Supi.
Paukist war grad in Bonn, unsere Kirche ca. 50km von dort weg.
Er versprach so schnell wie möglich zu kommen, er müsse noch sein Auto leer räumen und seine Pauken holen...ehrlich gesagt haben wir nicht mehr damit gerechnet das er noch pünktlich kommt.
Ca. 15min vorm Konzert kam er angerauscht, Pauken aufgestellt, in Windeseile gestimmt und wir haben in 5min alles durchgeprobt wo die Pauke mitspielte (da kamen einige im Chor ganz schön ans schnaufen :n162: ).
Dieser Paukist war sowieso erstaunlich- dem waren im Konzert alle Notenblätter durcheinander geflogen- und während er die Blätter sortierte verpasste er nicht einen Einsatz!

Und wenn schon mal was schief geht:

Selbes Konzert. Wir singen Jesu bleibe meine Freude/Wohl mir das ich Jesu habe. Anscheinend hörte der gesamte Chor inbrünstig dem Streichquartett zu- Chorleiter wedelt- kein Mensch fängt an zu singen. Da ich zu den auswendigsingern gehöre, konnte ich hervorragend seine Mimik beobachten- ich hätt gern ne Kamera gehabt.
Die Celistin war Gott sei Dank geistesgegenwärtig- flüsterte den andern Streichern zu "Einen Takt zurück" und schon konnte das Konzert weiter gehen.
Das ging so nachtlos das es keinem auffiel.

Außerdem hörte ich während der Missa in C von Eberlin, wie eine ältere Dame neben mir anfing schief zu werden und leider auch ein paar andere im Alt mitzog.
Der Paukist, der schräg vor ihr saß, dreht sich bereits mit verstörtem Gesichtsausdruck um.
Da ich wußte, dass die Dame bereits schlecht hört, drehte ich mich zu ihr und sang ihr etwas sehr laut ins Ohr, woraufhin sie erschrocken zusammenzuckte und sowohl Chorleiter als auch Paukist aufpassen mußten nicht laut loszulachen.
Zumindest sang sie danach richtig weiter und ich konnte meine Lautstärke wieder runter regeln, blieb aber in ihre Richtung gedreht.

Söderle. Soviel dazu.

Liebe Grüße
MisSkorbut


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BeitragVerfasst: 05.10.2010, 15:07 
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Betreff des Beitrags: Re: Eure schönsten Auftrittsanekdoten Mit Zitat antworten
Dann erzähl ich mal ein Annekdötchen von einem Chorkonzert.

Zitat:
Da wir zu den ärmeren Chören gehören die sich eine Orchesterprobe nicht leisten können, trafen wir uns mit den Musikern vor dem Konzert um nochmal alles durchzuproben.
Leider fehlte der Paukist.
Zu spät kommen kann ja jeder mal, also haben wir fröhlich geprobt und uns nichts dabei gedacht.
Eine Std. vorm Konzert war er leider immer noch nicht da.
Unser Chorleiter rief ihn an und siehe da, der Paukist steckte mitten im Umzug und hatte uns vergessen. Supi.
Paukist war grad in Bonn, unsere Kirche ca. 50km von dort weg.
Er versprach so schnell wie möglich zu kommen, er müsse noch sein Auto leer räumen und seine Pauken holen...ehrlich gesagt haben wir nicht mehr damit gerechnet das er noch pünktlich kommt.
Ca. 15min vorm Konzert kam er angerauscht, Pauken aufgestellt, in Windeseile gestimmt und wir haben in 5min alles durchgeprobt wo die Pauke mitspielte (da kamen einige im Chor ganz schön ans schnaufen :n162: ).


Hehe, so ähnlich ging es meinem (nunmehr) Gatten und mir mal, nur fehlte da kein Paukist, sondern schlicht der Kantor/Klavierbegleiter.
In unserer Gemeinde gibt es alljährlich zu Erntedank ein kleines Fest für die Senioren, wo Sebastian und ich auch einen kleinen sängerischen Beitrag zum Besten geben. Nun war dies vor 2 Jahren "mein erstes Mal" in diesem Rahmen und ich war natürlich dementsprechend aufgeregt und wollte mich von meiner besten Seite zeigen. Sebastian hatte mich allerdings schon vorgewarnt, dass unser Kantor zwar ein begnadeter Pianist sei, die Organisation aber nicht zu seinen größen Talenten gehörte (um es mal vorsichtig auszudrücken). Dennoch hatte man ihm - was ich rückblickend als sehr mutig erachte - in jenem Jahr die Organisation der Veranstaltung übertragen, sie gemeinerweise aber auch eine Woche vorverlegt.

Nun trafen wir also eine Stunde vorher ein, um zumindest unsere Stücke noch einmal mit dem Pianisten durchzugehen. Als er eine halbe Stunde vor Beginn immer noch nicht da war, fing ich langsam doch an, nervös zu werden, aber alle anderen meinten "Ach, das ist normal". Die Minuten strichen dahin und so langsam (ca. 15 Minuten vor Beginn) schien sich auch bei der Pastorin und dem Seniorenchor eine gewisse Nervosität bemerkbar zu machen. Bis Sebastian den Pianisten anrief, der sich gerade einen wunderschönen Nachmittag am Rhein machte und aus allen Wolken fiel, dass die Veranstaltung schon diese Woche stattfand. Er kam dann aber auf dem schnellsten Wege her, wir konnten unsere Stücke in der Kaffeepause durchgehen - und es klappte doch noch alles ganz gut.

Aber seitdem sehe ich (richtige) Proben als großen Luxus an, hehe. Anderseits sind die Veranstaltungen in unserer Gemeinde meistens herrlich unverkrampft - man darf eben nur nicht erwarten, vorher groß zu proben.


LG

Octaviane

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„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


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BeitragVerfasst: 09.10.2010, 14:35 
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Schöne Döntches (stimmt das so - so sagt man doch dazu in Norddeutschland, oder?), liebe Freunde/innen...
Da möchte ich doch noch was aus meiner Studentenzeit beisteuern (wirklich lange her... :-).

Ich sang damals in einem studentischen geistlichen sozusagen ACapella-"Sammelchor" mit, der deutschlandweit bestückt war - wir waren nicht schlecht! Und super Tage hatten wir. Einmal im Jahr eine Woche Proben, dann eine Woche Konzerte in der weiteren Umgebung.

Der Organisator dieser Konzerte musste natürlich schon in der Vorbereitungsphase die Kirchen aufsuchen, in denen wir singen wollten, um das Nötige zu tun: Die Orgel auszuprobieren (für die Zwischenspiele), den Aufstellungsort des Chores festzulegen, dazu die Akustik zu testen usw.
Wieder einmal ging er mit dem Mesner durch eine Kirche. Am Schluss sagte er zum Mesner: "Da haben Sie hier ja eine wirklich gute Akustik!" Antwort: "Ja, das ist schon möglich, ich habe vorhin gut gelüftet".
- - -

(Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob diese Anekdote unter Choristen nicht schon lange Allgemeingut ist...)


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BeitragVerfasst: 02.12.2010, 18:16 
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So, letzten Samstag fand dann wieder das diesjährige Adventssingen für den Seniorenkreis unserer Gemeinde statt. Diesmal als besonderes Schmankerl dabei - ein Hund, der während der Darbietungen laut schnarchte - und ich meine wirklich laut! Da bekam "Schlafe, holder, süßer Knabe" schon etwas unfreiwillig Komisches :mrgreen :n26:

Liebe Grüße

Octaviane :hund

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BeitragVerfasst: 03.12.2010, 09:20 
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Spitzengeschichte! Da hilft für den Auftretenden nur noch das hier: big_lala

Grüße
Olympchen

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BeitragVerfasst: 05.12.2010, 12:46 
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Noch etwas ist mir eingefallen, ebenfalls schon lange her, aus der Studentenzeit...

Es war einer meiner allerersten "Fremdeinsätze", also eingeladen, nach Haupt- und Generalprobe mit-aufzuführen.
Nebenbei bemerkt, mein allererstes Brahmsrequiem, Ihr könnt Euch sicher vorstellen, dass ich mir allergrößte Mühe gegeben habe.

Also: Ich fahre hin, gehe in den Probenraum, schau mich um und seh den Dirigenten am Klavier stehen. Ich stelle mich vor, "...eingeladen", usw.

Er begrüßt mich ohne Umschweife, dann sagt er: "Gehen Sie bitte dorthin, da ist ihr Platz".
Tatsächlich gab es im Chor eine genau eine Person breite Lücke, die für mich reserviert war!
Das war das erste und einzige mal, dass ich als Chorist, noch dazu als "unbedeutendes Studentle", einen vorgeplanten Platz eingenommen habe, wirklich außergewöhnlich. Ist mir dann nie mehr passiert.

Gruß, Euer
Ruediger (der aus München-West)


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BeitragVerfasst: 05.12.2010, 15:15 
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Mir fällt auch noch was ein aus meiner "Frühzeit".Vor 20 Jahren bevor ich noch in Stimmbildung ging war ich auchChoranfängerin und saß mitmeiner hohen Koloraturstimme im tiefenAlt weil ich keine Ahnung hatte und auch der Chorleiter nicht.Ging dann in den Gesangsunterricht in eine Musikschule.Dort lachte sich meine Gesangsslehrerin halb tot als ich erzählte daß ich im tiefen Alt singe,sie konnte es kaum glauben.sie sagteich müßte sofort in denSopran wechseln sonst würde dieStimme kaputt. ich lernte zuvor den Donauwalzer in der Altstimme im Chor bei derAufführung sang ich ihn aber imSopran mit.Demgemäß sang ich einige Stellen falsch und derChorleiter würdigte mich einige Zeit keines Blickes mehr.Abereigentlich hätte er ja meineStimme eher erkennen sollen.Seit 15 Jahren singe ich nur mehr Solo vom Chorsingen habeich genug.
Hilde45


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BeitragVerfasst: 10.12.2010, 19:02 
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Zwei Anekdoten kann ich hier auch beisteuern:

1.
Beim Zusammensitzen nach einem Chorkonzert erzählte einer der Solisten mal von einem Konzert mit der Bach'schen Johannespassion, bei welchem der Evangelist irgendwie nicht so recht bei der Sache war: Er begann nämlich mit dem ersten Rezitativ aus dem Weihnachtsoratorium... big_hihi

2.
Bei einem Auftritt an Heilig Abend vor x Jahren sang der Chor, dazwischen gab es immer mal eine Strophe für einen Solisten, der auch den Chor-Tenor mitsang. Nun war es so, dass der Chor-Tenor stets mit einem h aufhörte und der anschließende Anfangston des Solisten ein f war. Notenkundige wissen welches Intervall da zu bewältigen war und wie schwierig dieses ist.

In den ersten drei Strophen klappte dieser Übergang einwandfrei. Dann aber fing der Solist plötzlich mit einem a an statt mit dem f, war also um eine Terz zu hoch, und als der Chor dann wieder einsetzte, taten dies einige auf dieser neuen Tonlage, während andere versuchten die alte Tonlage wieder zu finden. Das Ergebnis war eine totale Kakophonie. Und das ausgerechnet an Heilig Abend, wenn die Kirche voll ist... big_hihi

Dummerweise hatte der Chorleiter nicht gemerkt dass der Solist zu hoch singt, sonst hätte er nach der Solo-Strophe abgebrochen und dem Chor nochmal seine richtigen Anfangstöne gegeben. Aber so kam es eben wie es kommen musste.

Viele Grüße,
AK-Kontraalt

_________________
Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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BeitragVerfasst: 10.12.2010, 19:52 
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Nun denn...dann kann ich ja hier noch mal mein lustigstes Erlebnis schreiben, das immer noch zu großer Erheiterung beiträgt... big_rofl Allerdings weiß ich gar nicht mehr, ob mir das bei der Probe oder beim geistlichen Konzert selbst passiert ist..

Also, Haydns Schöpfung hat 2 wunderschöne Sorpanarien. "Nun beut die Flur" und "Auf starken Fittichen". Die Rezitative sind musikalisch ziemlich ähnlich, textlich unterschiedlich. Das eine Mal ist von "Obstbäumen, die Früchte bringen " die Rede, das andere Mal von "und Vögeln, die über der Erde fliegen mögen"..
Ich habe dann für die Arie "nun beut die Flur" das Rezi dementsprechend abgewandelt: "..und Obstbäume, die über der Erde fliegen mögen".... Das habe ich aber mit solcher Überzeugung gesungen,dass es mir das Publikum fast ! geglaubt hätte....:-)


LG Silje

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...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
--------------------------- -----------------------------

www.angelikasopran.de


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BeitragVerfasst: 13.12.2010, 12:03 
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Jawoll, Kampf der Gravitation!

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