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 Betreff des Beitrags: Dirigenten anschauen
BeitragVerfasst: 10.06.2006, 11:18 
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Grüss euch

Die Frage, in einem z.B. Oratorium mit Orchester, ist die Kommunikation mit einem Dirigenten unabkömmlich. Allerdings finde ich es schrecklich, den Blick stur zum Dirigenten gerichtet, wann endlich darf ich einsetzen.

Manche Dirigenten, besonders Chorleiter, können ganz sauer werden, wenn niemand ihn zum Einsatz ansieht, was ich einerseits auch verstehe.

Ich selber schaue am Dirigenten, Chorleiter vorbei in den Saal, dabei kriege ich alles mit was da vorne passiert.

Wie ist es bei euch?

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Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


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BeitragVerfasst: 10.06.2006, 12:25 
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Also, ich muss sagen, dass ich für "markante Einsätze" (weiß nicht, wie ich sie sonst nennen soll...) doch gezielt zum Dirigenten schaue - gerade wenn gleichzeitig Chor singt, muss man ja am Orientierungspunkt (Dirigentenschlag) bleiben, sonst läuft alles aus dem Ruder.

Während einer Linie oder je nach Stück schweife ich dann natürlich ab mit dem Blick ins Publikum oder zu einem imaginären Gegenüber - sonst wäre es doch langweilig!?

Meist lässt es sich doch einrichten, den Dirigenten im Augenwinkel zu haben!


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BeitragVerfasst: 10.06.2006, 13:41 
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Wenn ich Chor singe, schaue ich den Dirigenten an - man weiß ja nie, was dem so einfällt während des Stückes. Außerdem weiß ich, dass Dirigenten froh sind, wenn zumindest der eine oder die andere aufmerksam rausschaut - und den Gefallen tue ich Dirigenten, mit denen ich auch befreundet bin, natürlich gerne.

Ich denke, die Verärgerung der Chorleiter ist meist bei folgender Situation: Dirigent gibt den Auftakt und alle Sängerköpfe vergraben sich in den Noten!!! HAb ich oft schon selbst beobachtet und meistens haut es dann mit den Tempi gar nicht hin.

Als Solistin kann ich den Dirigenten oft gar nicht anschauen, weil man ja in den seltensten Fällen vor ihm steht. Da ist dann die von Lieschen erwähnte "Augenwinkeltaktik" notwendig. Klar singe ich ins Publikum, das ist mein "Ansprechpartner". Gezielte Aufmerksamkeit auf den Dirigenten richte ich dann nur noch bei Übergangsstellen oder Tempoänderungen.

LG
mezzo


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BeitragVerfasst: 10.06.2006, 14:42 
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Im Chor hängt das bei mir davon ab, wie gut ich das Stück kenne. Ist es relativ neu für mich, schaue ich auf die Noten, sehe aber den Dirigenten trotzdem im Augenwinkel - muss man halt die Noten etwas höher halten und sich nicht drin vergraben, wie mezzo treffend bemerkt hat :mrgreen
Eigentlich ist es bei meinen Soli (aber ich habe ja nur welche im Chor bzw. Ensemble, und daher eher kleine) genauso - je nachdem, wie gut ich das Stück schon beherrsche. Wird es schon länger geprobt und kann ich es gut, schaue ich schon dirket zum Dirigenten.
edit: Allerdings habe ich bemerkt, dass ich oft einfach zur Sicherheit trotzdem in die Noten schaue, auch wenn ichs eigentlich ohne könnte. den Dirigenten lasse ich dabei trotzdem selten aus den Augen, da viele der anderen fast nie hinschauen und deswegen von jemandem im richtigen Tempo o.ä. mitgezogen werden müssen :roll:


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BeitragVerfasst: 10.06.2006, 15:53 
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Habe gerade mit einem befreundeten Dirigenten gesprochen und er besteht darauf, dass man zu ihm sieht.

Das werde ich zwar noch am Montag mit ihm ausdiskutieren - denn wer will schon eine Arie hören, bei der sich der Interpret nur mit dem Dirigenten, nicht aber mit den Adressaten beschäftigt!ß
Aber aus all den hier schon genannten Gründen halte ich es für wichtig, z.b. dem Tempo zuliebe auf ihn zu achten.
Ich gebe Fliu recht - das Hochhalten der Noten ist für Chor ganz entscheidend zuträchtig... (mal abgesehen vom Atemfluss)


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BeitragVerfasst: 10.06.2006, 23:54 
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Hallo,

ich habe Dirigenten im Bereich Kirchenmusik vorwiegend als Chorsängerin erlebt und kann mich erinnern, eigentlich immer zum Dirigenten gesehen zu haben und dabei weitgehend auswendig gesungen zu haben, zumal bei Persönlichkeiten wie Rudolf Kempe, Gary Bertini und Raffael Frühbeck de Burgos, die ich glücklicherweise erleben durfte. Solche Dirigenten sind/waren Persönlichkeiten, die in der Lage sind , Menschen (wie ChorsägerInnen) ihrem Willen unterzuordnen. Das ist unglaublich faszinierend und beängstigend zugleich!!! Vielleicht ist das das Geheimnis herausragender Künstler?!

Im Bereich Oper durfte ich zuweilen als Solistin agieren. Hier habe ich, glaube ich, öfter ins Publikum gesehen als zum Dirigenten, manchmal aber auch - so vorhanden - zum Souffleur. Den Dirigenten, so glaube ich mich zu erinnern, habe ich meist nur im Augenwinkel gehabt.

Soweit meine leider schon ziemlich "alten" Erfahrungen zu diesem Thema.

Liebe Grüße
leonora


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BeitragVerfasst: 11.06.2006, 11:37 
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Für den Chor ist ganz klar der Dirigent der Fixpunkt des Universums. Da soll und muss er darauf bestehen, sonst braucht er sich gar nicht erst hinzustellen. Auch bei den Solisten beobachte ich immer wieder kontrollierende Blicke aus dem Augenwinkel. Ich habe aber noch nie gesehen, dass ein Sänger während einer Soloarie ständig den Dirigenten fixiert. Ein Solist allerdings, der in Ensemblestücken (womöglich noch mit Chor!) agiert, als wäre er/sie alleine auf der Welt, wird sich mit Sicherheit einen Rüffel einhandeln.

Leonora, die Begegnung mit hervorragenden Dirigenten ist wirklich faszinierend, da könnte man endlos zuschauen! Ich erinnere mich an Nello Santi, dessen Schlagtechnik aber für uns Laien ziemlich gewöhnungsbedürftig war. Er deutete unsere ratlosen Blicke richtig und erklärte, dass es doch sehr einfach sei: "Die Eins ist immer ganz unten!" :lol:


Gruss
lucicare :Sonne


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BeitragVerfasst: 13.06.2006, 15:32 
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Der Dirigent ist der Chef - völlig klar für den Chor.

Aber was macht man, wenn der Chef für Verwirrung sorgt?

Ich wollte Dvoraks Stabat Mater geniessen und freute mich auf einen tollen Chor und ein tolles Orchester. Und sie haben auch wunderschöne Musik gemacht.

Allerdings ohne den Dirigenten..... :lol:

Nachdem der Chor das erste Mal ausgestiegen war, weil die Dirigier-Bewegungen nicht deutbar waren, nahm sich der erste Geiger der Sache an und es war faszinierend zu sehen, wie er das umsetzte, was der Dirgent vermutlich wollte und sowohl Orchester als auch Chor ab dem Zeitpunkt führte. Genial! Es wurde eine tolle Aufführung!

Anmerkung: Ich sass neben einem mir befreundeten Dirigenten, der mir erklärte was eigentlich passierte. Ich hätte mich sonst vermutlich gewundert, warum der Chor und das Orchester immer (aus ihrer Sicht) rechts neben den Dirigenten schauten. Aber auf die Lösung wäre ich nicht gekommen. Allerdings erfuhr ich das auch nur auf meine Frage, wie der Chor denn mit diesem seltsamen Gewedele des Dirigenten klarkäme. Ich konnte gar nichts daraus entnehmen...

Zu meinem großen Pech war der Herr neben mir der Dirigent, der viele Orchestermessen dirigiert in denen ich als Chorsängerin dabei bin. Seither habe ich null Chance meine Nase in die Noten zu vergraben.... ;-)


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BeitragVerfasst: 13.06.2006, 22:12 
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Da ich selbst einen Chor leite und gleichzeitig im Hochschulchor,bzw.solistisch singe,kann ich beide Seiten gut nachvollziehen.

Als Chorleiterin ist man natürlich drauf bedacht,alle Augen bei sich zu haben,obwohl das in Proben kaum einmal der Fall ist.Doch wenn die Literatur dann mal sitzen sollte,also nach längeren Probewochenenden,dann erwarte ich,dass entweder bei allen wichtigen Einsätzen zu mir geschaut wird,oder ganz auswendig gesungen wird.Naja,von diesem Ziel bin ich noch weit entfernt.. :n147:

Als Chorsängerin habe ich mir angewöhnt die Partitur auswendig zu lernen.Das ist in der Regel auch kein Problem und wird zudem auch immer öfter von unsren Dozenten verlangt.

Und sei es auf der Opernbühne oder in der Kirche während eines Oratoriums,habe ich mir ebenfalls diesen Blick aus dem Augenwinkel angewöhnt und komme in der Regel auch gut damit zurecht. :n152:


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