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BeitragVerfasst: 26.04.2011, 23:02 
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Wir kennen das ja alle, man steht beim GL und es heißt wieder mal: locker und gerade stehen! Nicht hin- und herwiegen! Nicht mit den Armen wedeln! Mund auf! und und und....

Ich habe mir heute (mal wieder) einige Videos von Profisängerinnen angesehen... wohlgemerkt, alles recht bekannte Namen. Da wird gewedelt, gezuckt, rotiert und geschaukelt, wild grimassiert (zB die Bartoli!) was das Zeug hält, manche machen im Piano (zB Sumi Jo) oder bei Koloraturen (zB Diana Damrau) den Mund fast gar nicht auf... und: ich finde, die meisten Sängerinnen sehen im Schulterbereich und auch in den Armen total angespannt aus.
Als angenehm sind mir vor allem Joan Sutherland und Natalie Dessay, aber auch die Gruberowa und Kiri te Kanawa aufgefallen.

Und da fragte ich mich doch: warum dürfen DIE das und der/die gemeine GesangsschülerIn nicht? Hatten die noch nie einen GL, der sie so piesackt mit Haltung und Ausdruck etc.? Gilt da "quod licet jovi non licet bovi" (wenn man nur genug Talent hat, darf man singen wie man will)? Haben die das schon immer gemacht oder sind diese "Ticks" / Eigenheiten etwas, was mit steigendem Schwierigkeitsgrad des Repertoires und gesanglichem Niveau automatisch kommt? Was meint ihr? Und welche interessanten, nervigen oder eigenwilligen Ticks der "Stars" fallen euch noch so ein?


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BeitragVerfasst: 27.04.2011, 19:06 
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hat sich schon eingelebt
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Lux hat geschrieben:
Wir kennen das ja alle, man steht beim GL und es heißt wieder mal: locker und gerade stehen! Nicht hin- und herwiegen! Nicht mit den Armen wedeln! Mund auf! und und und....

Ich habe mir heute (mal wieder) einige Videos von Profisängerinnen angesehen... wohlgemerkt, alles recht bekannte Namen. Da wird gewedelt, gezuckt, rotiert und geschaukelt, wild grimassiert (zB die Bartoli!) was das Zeug hält, manche machen im Piano (zB Sumi Jo) oder bei Koloraturen (zB Diana Damrau) den Mund fast gar nicht auf... und: ich finde, die meisten Sängerinnen sehen im Schulterbereich und auch in den Armen total angespannt aus.
Als angenehm sind mir vor allem Joan Sutherland und Natalie Dessay, aber auch die Gruberowa und Kiri te Kanawa aufgefallen.

Und da fragte ich mich doch: warum dürfen DIE das und der/die gemeine GesangsschülerIn nicht? Hatten die noch nie einen GL, der sie so piesackt mit Haltung und Ausdruck etc.? Gilt da "quod licet jovi non licet bovi" (wenn man nur genug Talent hat, darf man singen wie man will)? Haben die das schon immer gemacht oder sind diese "Ticks" / Eigenheiten etwas, was mit steigendem Schwierigkeitsgrad des Repertoires und gesanglichem Niveau automatisch kommt? Was meint ihr? Und welche interessanten, nervigen oder eigenwilligen Ticks der "Stars" fallen euch noch so ein?



Ich befürchte ja, das fällt in die Kategorie: "Wenn zwei das gleiche tun, ist das noch lange nicht das Selbe!"
Und halten wir mal fest: das eine oder andere Bild von Picasso hätte ich auch malen können und dafür im Kunstunterricht ne glatte 5 bekommen...
so ist das Leben: hart aber ungerecht.

_________________
Gruß
Mama2009


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BeitragVerfasst: 27.04.2011, 19:21 
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Nene nicht alles was hinkt ist ein Vergleich big_gruebel

Mir geht es ja gar nicht um den künstlerischen / gesanglichen Aspekt. Das wäre zB der Fall wenn ich sagen würde "so hauchig wie Nena singen kann ich auch und statt dass mir jemand Geld dafür gibt, verhaut mich meine GL wenn ichs tue" :n73: Dann würde Dein Picasso-Vergleich Sinn machen.

Mit den gesanglichen Fähigkeiten der genannten Damen kann ich mich natürlich nicht messen und finde es auch nicht ungerecht, dass sie so toll singen. Ich frage mich halt nur, warum die GL so darauf bestehen, dass man sich als Schüler die Ticks abgewöhnen muss, oft mit dem Hinweis dass es für die gesangliche Qualität notwendig ist - aber die großen Namen machens (fast) alle anders. Oder muss man nur bei durchschnittlichem Talent auf so Sachen wie Mundöffnung, gerade Haltung etc achten und wenn man supertalentiert ist kann mans auch so und darf auch als hin- und herpendelnder Breitmaulfrosch bei jedem Lehrer auf Applaus und Zustimmung zählen? (bewusst provozierend formuliert)


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BeitragVerfasst: 27.04.2011, 19:30 
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Scheint so zu sein, dass einzelne, vom gemeinen GL angekreidete Fehler bei manchen Sängergrößen durch andere besondere Qualitäten kompensiert werden. Wie könnte man es sonst verstehen, dass Placido Domingo seine Zunge, besonders bei hohen Tönen, aufstellt? Und so singt er schon seit Jahrzehnten! Auch Leo Nucci, begnadeter Bariton seit Jahrzehnten, verzieht beim Singen fortwährend seinen Mund. Sehr schön dagegen anzusehen beim Singen sind z. B., finde ich, A. Netrebko und die Garanca: Offener Mund, ohne sichtbare Anstrengung. Na ja, wohl auch sonst so.
L. Gruß von
alfredo

_________________
...du holde Kunst, ich danke dir.


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BeitragVerfasst: 27.04.2011, 20:11 
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Mir ist noch was eingefallen: José Carreras runzelt beim Singen so sehr die Stirn, dass seine Augenbrauen auf und ab kriechen wie haarige Raupen big_gruebel


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BeitragVerfasst: 27.04.2011, 20:16 
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"Leider" ist es beim Singen wohl so wie mit vielen anderen Dingen im Leben.

Zuerst ist es sinnvoll, sich an Grundregeln zu halten und eine Basis aufzubauen. Wenn ich beim Singen den Kopf viel bewege, dann wackelt auch meine Stimme und es klingt gleich schlechter. Manche Profis könnten wohl auf einem Trampolin hüpfen, dreifache Salti und Schrauben machen und man würde es nicht hören (na ja, nicht ganz ...).

Kochanfänger müssen sich an akribisch an Rezepte halten damit es schmeckt, die Könner machen die verrücktesten Sachen und zaubern herrliche Genüsse.

Ist erst einmal ein Grundstock da, auf den man aufbauen kann, dürfen sich Ticks entwickeln, die dann das gewisse Etwas ausmachen und eine Bereicherung sind. Am Anfang wären sie jedoch eher hinderlich als förderlich - und werden deshalb zu Recht von den GL kritisiert. Auch wenn wir gerne dieses Stadium umspringen würden ... haushalt__005.gif

_________________
"Musik ist die Kurzschrift des Gefühls."

(Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi)


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BeitragVerfasst: 28.04.2011, 07:32 
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Oberratgeber
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Mein erster GL wies mich z. B. auch immer wieder darauf hin, die Stirne beim Singen nicht in Falten zu legen. Aber in youtube ist ein Video von ihm, da produziert er selbst das aller schönste Waschbrett!

(Leider habe ich dieses Video erst entdeckt als ich nicht mehr bei ihm war, sonst hätte ich ihn darauf ansprechen können - ich wäre sehr gespannt darauf gewesen wie er dieses "Messen mit zweierlei Maß" rechtfertigt!)

AK-Kontraalt

_________________
Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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BeitragVerfasst: 28.04.2011, 11:44 
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Hallo Lux,

ich denke, dass ein guter GL immer versucht seinen Schülern das optimale beizubringen und er deshalb das Ideal lehrt. Gegen irgendwelche "Ticks" wird er nur dann angehen (empfehlend), wenn sie dem "schönen" Gesang entgegenstehen würden.

Zudem entwickelt jeder Mensch im Laufe seines Lebens irgendwelche "Eigenheiten"...warum auch nicht! ... wie ein Sänger "nach" seiner Ausbildung sein Können zeigt, ist ihm überlassen und hierzu fällt mir auch der Sinnspruch ein....."Lehrjahre sind keine Herrenjahre, ...der Erfolg oder Misserfolg stellt sich ja sowieso ein.....also warum nicht das Ideale zuerst versuchen zu lernen....


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BeitragVerfasst: 28.04.2011, 14:21 
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Hm das ist doch irgendwie bei allem so - man lernt es so wie sichs "gehört", ob in der Schule oder in der Lehre und nachher entwickelt jeder seinen eigenen Stil... :)


Lg Lily


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