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 Betreff des Beitrags: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 13.12.2019, 18:48 
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Nachdem ich hier einige interessante Threads las, stieß ich auf den über das absolute Gehör.
Ich habe auch eines. Aber leider ist es einen knappen Viertelton verstimmt ist. Ich denke, es rührt daher, daß ich als Kind zu Hause ein immer verstimmtes Klavier hatte, das weder auf 440 noch 415 Hz gestimmt war. Es wurde nie gestimmt und ich spielte, als ich mit Klavierunterricht begann, immer noch auf dem ungestimmten Instrument, und versuchte mich auch schon, bevor ich Klavierunterricht nahm, daran. Daher bekam ich immer Probleme, als ich bei meiner Lehrkraft spielte. Sie verstand das aber leider nicht und ich wußte nicht, daß man von absolutem Gehör spricht, wenn man sich Tonhöhen ohne Referenzton merkt- nicht nur den Kammerton- und dann auch komplexe Akkorde analysieren kann.

Da man Blas- und Streichinstrumente selbst stimmt, ohne einen Stimmer zu holen, kann ich diese immer noch nicht auf die korrekten 440/415 Hz stimmen. Deshalb sagen meine Instrumentallehrkräfte, ich sei unmusikalisch, weil ich immer noch nicht selbst nach Gehör stimmen kann. Daher erwähne ich nie, daß ich für Töne keine äußere Referenznote benötige.
Jeder Ton hat eine eignee Schattierung, ob er 1 Hz höher oder 1 Hz tiefer ist. Das ist ein völlig verschiedenes Körpergefühl.
Aber ich kann weder richtig in 415 Hz stimmen nioch in 440 Hz, von der modernen Orchesterstimmung auf 442 Hz ganz zu schweigen. Ich singe und spiele so zu sagen immer "falsch". Die Tonhöhen sind tief in mir eingebrannt.

Ich fand hier ein sehr interessantes Video:

https://www.youtube.com/watch?v=816VLQNdPMM

und hier der Lernprozeß auf einem (korrekt gestimmten) Keyboard ab dem Alter von 5 Monaten:

https://www.youtube.com/watch?v=GoIofNSgeHs

Gibt es hier Personen, die das selbe Schicksal haben?


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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 17.12.2019, 07:38 
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Die Videos kann ich gerade nicht anschauen. Aber was mir zu dem Thema einfällt: wenn ein absolutes Gehör lernbar ist, dann ist es auch möglich, es umzulernen. 415, 442, 444, 432 und was es alles so gab, das sind doch nur Zahlen. Ja, klar ist das Körpergefühl anders, aber auch das müsste sich lernen lassen, dass man quasi mit dem verschobenen Körpergefühl spielt.

War denn Dein Klavier nur verschoben oder auch in sich ungestimmt? Wenn es in sich ungestimmt war, wird es haarig - dann passen die Töne auch relativ nicht zueinander. Dann wird nur helfen, immer und immer wieder Tonleitern mit einem sauber gestimmten Klavier (oder hier tatsächlich mal E-Piano) zu spielen, zu hören, sich bewusst zu machen.

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Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 17.12.2019, 23:19 
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moniaqua hat geschrieben:
Die Videos kann ich gerade nicht anschauen. Aber was mir zu dem Thema einfällt: wenn ein absolutes Gehör lernbar ist, dann ist es auch möglich, es umzulernen. 415, 442, 444, 432 und was es alles so gab, das sind doch nur Zahlen. Ja, klar ist das Körpergefühl anders, aber auch das müsste sich lernen lassen, dass man quasi mit dem verschobenen Körpergefühl spielt.

War denn Dein Klavier nur verschoben oder auch in sich ungestimmt? Wenn es in sich ungestimmt war, wird es haarig - dann passen die Töne auch relativ nicht zueinander. Dann wird nur helfen, immer und immer wieder Tonleitern mit einem sauber gestimmten Klavier (oder hier tatsächlich mal E-Piano) zu spielen, zu hören, sich bewusst zu machen.



Wer sagt, daß es lernbar ist? Mein Klavier wurde ja gar nicht gestimmt, ist also auch in sich in der tieferen Stimmung nicht korrekt.
Ich schrieb ja irgendwo, daß ich nichts gezielt lernte, sondern es kam mit dem musizieren, so daß ich sehr bald mit dem Rücken zum (verstimmten) Klavier gekehrt Töne und Akkorde bennenen konnte, aber leider alle verstimmt.
Wenn Du weißt, wie die Farbe gelb aussieht, kannst Du dann lernen, daß Du diese Farbe dann "blau" nennst, wenn Du seit Deiner Kindheit weißt, daß man gelb wirklich "gelb" nennt, wenn ein gelber Gegenstand vor Dir steht?
Ich guckte gerade während des Schreibens auf meine Tastatur, neben der eine Mandarine liegt- wegen Advent- und ich muß nicht überlegen, daß die Mandarine orange ist. Ich weiß das einfach. So ist es mit den Tönen auch, nur sind diese leider verstimmt. Ich wette, es wird nicht funktionieren, daß ich mir einrede und "lerne", daß die orangefarbene Mandarine blau ist.
Leider sitzt die falsche Stimmung sehr tief in mir. Mit einer Stimmgabel die 440 Hz zu stimmen, brachte meine innere Stimmung immer in Probleme. Es ist auch nicht in gleichem Maße zu tief, sondern mal einen Viertelton, mal ein Halbton, dann zwischen einem Halb- und Viertelton. Ein, zwei, drei Hertz sind schon wirklich viel.
Hier fand ich 440, 441, 442 und 443 Hz:

https://www.youtube.com/watch?v=OUvlamJN3nM

https://www.youtube.com/watch?v=bBVFTir2po4

https://www.youtube.com/watch?v=a6DX8M4LUlc

https://www.youtube.com/watch?v=3Wc0B7v_Dy8


Hier gibt es 431 Hz bis 446 Hz (steht direkt vor dem Literaturverzeichnis):

https://de.wikipedia.org/wiki/Kammerton


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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 19.12.2019, 08:55 
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Auch wenn‘s trivial ist: dass die Mandarine „Mandarine“ heißt, orange ist (und diese Farbe „orange“ genannt wird) und so schmeckt, wie sie schmeckt hast Du irgendwann gelernt. Das gilt auch für unser westliches Tonsystem. Ob Du diesen Lernprozess bewusst als solchen wahrgenommen hast, ist dabei völlig irrelevant.
Wenn zu dem Zeitpunkt, an dem Du das Sprechen gelernt (!) hast, Deine Umgebung konsequent „blablabimbam“ statt „orange“ gesagt hätte, hättest Du auch ein Problem, und zwar das gleiche. Es wäre nur leichter korrigierbar.

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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 19.12.2019, 09:17 
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Stimme hat geschrieben:
Wer sagt, daß es lernbar ist?
Es gibt hier im Forum einen Thread dazu, da wurde es iirc erwähnt.
Vielleicht sollten wir für uns auch definieren, was genau nun absolutes Gehör ist, da gibt es nämlich auch unterschiedliche Definitionen. Manche sind so streng wie der Typ von dem Video, andere legen weniger strenge Maßstäbe an. Denen reicht es, wenn man Töne richtig singen kann (z.B. immer ein Lied in der selben Tonart singt, also mit dem selben Anfangston anfängt), aber man muss sie nicht benennen.
Abgesehen davon, wenn es nicht lernbar wäre, wieso wäre Deines dann "verstimmt"? Dein Hirn hat ja nach Deiner Aussage offensichtlich die falschen Töne gelernt. Das hätte dann gar nicht passieren dürfen.
Stimme hat geschrieben:
Ein, zwei, drei Hertz sind schon wirklich viel.

Finde ich nicht. Vielleicht oute ich mich jetzt als vollkommen unmusikalisch, aber ein Hertz höre ich nicht wirklich gut. Ich hätte eine Datei gebastelt, kann sie aber leider nicht anhängen, weil kein mp3 akzeptiert wird, wo verschiedene Frequenzen um 440 Hertz herum drin sind. Wenn ein Hertz viel ist, könntest Du bestimmt sagen, wo die Töne wechseln und wie viele genau drin sind. Wenn es Dich interessiert, kann ich sie irgendwo anders hochladen.
Stimme hat geschrieben:
Wenn Du weißt, wie die Farbe gelb aussieht, kannst Du dann lernen, daß Du diese Farbe dann "blau" nennst, wenn Du seit Deiner Kindheit weißt, daß man gelb wirklich "gelb" nennt, wenn ein gelber Gegenstand vor Dir steht?
Warum denn nicht? Blau ist für mich anders belegt und es würde einiges an Wiederholung kosten, aber möglich wäre es. Ich kann ja auch lernen, dass "gelb" "jaune" heißt oder "yellow" oder "groc".

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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 19.12.2019, 13:24 
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also: bei 1-3Hz Unterschied in der eingestrichen Oktave liegen wir noch innerhalb der Schwankungen, die die unterschiedlichen Temperatursysteme ausmachen. Außerdem hängt's dann davon ab, wie hoch der Ton ist, wie "verstimmt" er klingt.
Interessanter sind die Abweichungen in Cent. Beim Subkontra-A sind 1 Hz über 60 Cent, also mehr als ein Viertelton. Das wäre da ziemlich "daneben". Beim a' sind wir bereits unter 4 Cent - da ist jedes Stimmgerät noch im grünen Bereich. Und beim a"" ist es nur noch ein halbes Cent - Ich wette, daß das kein Mensch auf der Erde noch auflösen kann...

Zitat:
Ich schrieb ja irgendwo, daß ich nichts gezielt lernte

Hast Du Deine Muttersprache "gezielt" gelernt - also Vokabeln, Aussprache und Grammatik gebüffelt, mit der Absicht, die Sprache zu erlernen? Oder ging das irgendwie nebenher? Nennt man implizites Lernen. Euer Klavier war verstimmt. Also hast du damit falsche Tonhöhen und Intervalle gelernt. C'est ca.

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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 19.12.2019, 18:32 
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moniaqua hat geschrieben:
Stimme hat geschrieben:
Wer sagt, daß es lernbar ist?
Es gibt hier im Forum einen Thread dazu, da wurde es iirc erwähnt.
Vielleicht sollten wir für uns auch definieren, was genau nun absolutes Gehör ist, da gibt es nämlich auch unterschiedliche Definitionen. Manche sind so streng wie der Typ von dem Video, andere legen weniger strenge Maßstäbe an. Denen reicht es, wenn man Töne richtig singen kann (z.B. immer ein Lied in der selben Tonart singt, also mit dem selben Anfangston anfängt), aber man muss sie nicht benennen.
Abgesehen davon, wenn es nicht lernbar wäre, wieso wäre Deines dann "verstimmt"? Dein Hirn hat ja nach Deiner Aussage offensichtlich die falschen Töne gelernt. Das hätte dann gar nicht passieren dürfen.


Ich schrieb "gezielt gelernt".
moniaqua hat geschrieben:
Stimme hat geschrieben:
Ein, zwei, drei Hertz sind schon wirklich viel.

moniaqua hat geschrieben:
Finde ich nicht. Vielleicht oute ich mich jetzt als vollkommen unmusikalisch, aber ein Hertz höre ich nicht wirklich gut. Ich hätte eine Datei gebastelt, kann sie aber leider nicht anhängen, weil kein mp3 akzeptiert wird, wo verschiedene Frequenzen um 440 Hertz herum drin sind. Wenn ein Hertz viel ist, könntest Du bestimmt sagen, wo die Töne wechseln und wie viele genau drin sind. Wenn es Dich interessiert, kann ich sie irgendwo anders hochladen.
Stimme hat geschrieben:
Wenn Du weißt, wie die Farbe gelb aussieht, kannst Du dann lernen, daß Du diese Farbe dann "blau" nennst, wenn Du seit Deiner Kindheit weißt, daß man gelb wirklich "gelb" nennt, wenn ein gelber Gegenstand vor Dir steht?
Warum denn nicht? Blau ist für mich anders belegt und es würde einiges an Wiederholung kosten, aber möglich wäre es. Ich kann ja auch lernen, dass "gelb" "jaune" heißt oder "yellow" oder "groc".


Du Glückliche! ICH kann das nicht, wenn in mir eingebrannt ist, wie blau belegt ist. Das ist mit Deinem Fremdsprachenbeispiel (Englisch, Französisch, Katalanisch) nicht zu vergleichen, da ich annehme, daß Du nicht in meinem Klavieralter Katalanisch "lerntest". Probiere es mal aus und sage mir dann, bitte, ob es wirklich funktioniert, jetzt in Deinem Alter. Ich nehme an, daß Du kein Kind mehr bist, sondern eher über 18 Jahre alt. man vergißt Vokalebln, wenn man sie nicht wiederholt. Und das schneller als Töne. Ich hatte ein Jahr im Ausland kein Musikinstrument, wußte danach aber immer noch, wie mein dis klingt und konnte alle Töne natürlich auch in meinem Sinne korrekt identifizieren. Fremdsprachen lernen und Töne lernen scheint also doch ein bißchen anders zu verlaufen.

Ob die Umbelegung in der Praxis funktioniert? Vielleicht in der Theorie!
Ich werde mit Buchstaben des lateinischen Alphabets, das man im Deutschen verwendet, versuchen, die Zuordnung zu verändern.
Ich lernte lesen mit 4, zeitgleich zu meinen älteren Geschwistern, die damals eingeschult wurden, weil mich Buchstaben einfach interessierten. Das war vermutlich auch unfegähr das Alter, in dem Noten falsch belegt wurden.

Ach, mir kommt gerade ein schönes Beispiel in den Sinn: Das H wird im Russsischen als n gesprochen. DAS mußte ich ganz gezielt lernen, da es sich von der Belegung des Zeichens H, wie ich sie aus dm lateinischen Alphabeit kenne, unterscheidet. Und das B hat den Lautwert w. Und das P/p ist ein r. Das Y/y wird u gesprochen. Hoffentlich sind da jetzt keien fehler drin, denn ich denke nicht mehr nach, sondern weiß einfach, wie man Russisch liest. Ich lernte Russisch erst im Alter von ca. 14 jahren als zigte Fremdsprache im Selbststudium. Da war ich aber älter als beim Tonerwerb.

Oder belege die Notennamen im Violinschlüssel anders: Kommst Du da nicht gewaltig durcheinander, wenn Du schon weißt, daß sich das f´´ auf der fünften Linie befindet? ICH muß , wenn ich cHoralnotation (mit vier Linien) lese, immer denken. Im Falle der c-Schlüssel ist es genauso.


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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 19.12.2019, 18:45 
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Das absolute Gehör verstimmt sich aufgrund von Alterungsprozessen:
https://www.spektrum.de/news/absolutes- ... rrt/903297


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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 20.12.2019, 01:55 
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Zitat von Moniaqua: "Wenn ein absolutes Gehör lernbar ist, dann ist es auch möglich, es umzulernen. 415, 442, 444, 432 und was es alles so gab, das sind doch nur Zahlen. Ja, klar ist das Körpergefühl anders, aber auch das müsste sich lernen lassen, dass man quasi mit dem verschobenen Körpergefühl spielt."

Nein, so ist es eben nicht, weil es keine Kopfsache ist. Für das deutsche Wort "gelb" anderssprachige Alternativ-Wörter zu erlernen und zu benutzen wie das genannte "jaune" oder "yellow", das ist reine Kopfsache und dürfte im Gehirn in einer anderen Region verarbeitet werden als die Wahrnehmung von Tönen und Geräuschen. Mit "verschobenem Körpergefühl" zu musizieren, das fühlt und hört sich lebenslang "falsch" an.

Ich kann das von Stimme geschilderte Problem sehr gut verstehen, auch wenn ich nicht ganz so heftig davon betroffen bin. Vor allem hatte ich das Glück, meine Ausprägung von absolutem Gehör erst viel später entwickelt zu haben. Was man jedoch in dem von Stimme genannten Alter erlernt, das bleibt einem lebenslang erhalten.

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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 25.12.2019, 22:12 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Vor allem hatte ich das Glück, meine Ausprägung von absolutem Gehör erst viel später entwickelt zu haben.
Hm. Also ich nenne so etwas lernen :n66:
Stimme hat geschrieben:
Ob die Umbelegung in der Praxis funktioniert? Vielleicht in der Theorie!
Vielleicht ist es aufwendig, aber wenn es gelernt werden kann, kann auch umgelernt werden (die Frage ist, wie viel Aufwand es ist) und wenn Euer Klavier verstimmt war und die die verstimmten Töne benennst, muss es doch gelernt worden sein.

Ich bin leider noch nicht dazu gekommen, den Spitzer zu lesen; der hat etwas zu absolutem und relativem Gehör geschrieben. Mal sehen, was der dazu sagt.

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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 26.12.2019, 00:44 
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Schon mal etwas von einer "Prägephase" gehört?

Genau die dürfte es gewesen als, als das Gehör von Stimme auf die nach heutiger Stimmung "falschen" Töne - ja eben GEPRÄGT worden ist. Das lässt jedenfalls das von Stimme genannte Alter vermuten. Manchmal ist es eben doch nicht von Vorteil, etwas möglichst früh zu erlernen... :n111:

Ja, da bin ich mal gespannt, was der "Spitzer" - ich nehme an Du meinst den Hirnforscher Manfred Spitzer - dazu geschrieben hat. Wo kann man das nachlesen?

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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 26.12.2019, 01:20 
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Ich las von Manfred Spitzer "Musik im Kopf: Hören, Musizieren, Verstehen und Erleben im neuronalen Netzwerk" und von Robert Jourdan "Das wohltemperierte Gehirn: Wie Musik im Kopf entsteht und wirkt", das auch interessant ist.
Worum es ganau geht, weiß ich nicht, denn ich las beide vor ca. zwei Jahrzehnten.


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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 26.12.2019, 10:28 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
Schon mal etwas von einer "Prägephase" gehört?
:lol: Ja, durchaus schon öfter. Aber auch, dass es (für flexiblere Menschen) möglich ist, nach der Prägephase noch etwas zu lernen, es dauert nur länger. Und das vertritt nicht nur Spitzer ;)
AK-Kontraalt hat geschrieben:
Wo kann man das nachlesen?
Das hat Stimme schon geliefert. Danke auch, Stimme, für den anderen Buchtip.

Ich arbeite übrigens gerade "Absolutes Gehör" von Adam Perlmutter durch, bin gespannt, was passiert. Da ich noch auf den ersten Seiten bin, wird es noch dauern.

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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 26.12.2019, 19:18 
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moniaqua hat geschrieben:
AK-Kontraalt hat geschrieben:
Schon mal etwas von einer "Prägephase" gehört?
:lol: Ja, durchaus schon öfter. Aber auch, dass es (für flexiblere Menschen) möglich ist, nach der Prägephase noch etwas zu lernen, es dauert nur länger. Und das vertritt nicht nur Spitzer ;)
AK-Kontraalt hat geschrieben:
Wo kann man das nachlesen?
Das hat Stimme schon geliefert. Danke auch, Stimme, für den anderen Buchtip.

Ich arbeite übrigens gerade "Absolutes Gehör" von Adam Perlmutter durch, bin gespannt, was passiert. Da ich noch auf den ersten Seiten bin, wird es noch dauern.



Willst Du es erlernen? Interessant, daß es ein Buch gibt. Gibt es da auch eine CD oder geht das nur online (bin nicht so oft online und glotze auch nicht gerne in den Bildschirm).


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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 26.12.2019, 19:27 
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Stimme hat geschrieben:
Gibt es da auch eine CD oder geht das nur online
Die Audio-Dateien werden zwar online bereitgestellt, man kann sie aber herunterladen und auf dem eigenen Rechner speichern und anhören.

Ob ich es lerne, werden wir sehen. :) Auf alle Fälle dürfte es eine gute Gehörbildungsübung sein.

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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 26.12.2019, 22:37 
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Zitat: "Aber auch, dass es (für flexiblere Menschen) möglich ist, nach der Prägephase noch etwas zu lernen, es dauert nur länger. Und das vertritt nicht nur Spitzer ;)".

LERNEN kann man später noch, ja. Aber hier geht es ums Umlernen, und das ist sehr viel schwerer und in manchen Dingen tatsächlich unmöglich. In diesem Falle stelle ich mir das so vor, als ob der Körper lernen solle, einen als "süß" empfundenen Geschmack künftig "salzig" wahrzunehmen. Funktioniert definitiv nicht.

Ein geradezu "berühmtes" Beispiel: Wer eine Fremdsprache erlernen will, der wird diese Fremdsprache lebenslang mit dem Akzent seiner Muttersprache sprechen. Nur sehr wenige schaffen es, die Lautung der Fremdsprache so zu erlernen als ob sie erstmals überhaupt sprechen lernen würden. Die allermeisten jedoch haben von ihrer Mutter- bzw. Erstsprache eine derart starke Prägung, dass sie sie nie wieder "beiseite legen" können. Diese Prägung steckt sozusagen in den Knochen - hier wohl Muskeln und Nerven, und auch diese haben erwiesenermaßen ein Gedächtnis.

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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 27.12.2019, 10:09 
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Oh, dann müssten aber alle, die ein Fremdsprachenstudium absolvieren / absolviert haben, immer noch mit deutschem Akzent sprechen. Und das wage ich ganz klar zu bezweifeln, denn meine Erfahrungen aus dem Anglistik- und Niederlandistikstudium sprechen dagegen. Nicht nur, dass alle Anglistik-Studierenden akzentfrei gesprochen haben, selbst die Niederlandistik-Studierenden, die die Sprache erst im Studium erlernt haben, waren dazu in der Lage. (NB: Das kann ich beurteilen, weil meine Muttersprache im wahrsten Sinne des Wortes Niederländisch ist, während Deutsch genauso wörtlich meine Vatersprache ist.) Und auch meine Erfahrungen aus der Erwachsenenbildung sprechen klar dagegen. Ein gutes Beispiel übrigens für jemanden, der erst im Erwachsenenalter eine Fremdsprache (fast) akzentfrei erlernt hat: Der Kabarettist Philip Simon! Der hat anfangs mit einem sehr starken niederländischen Akzent Deutsch gesprochen. Das hat sich inzwischen bis auf minimalste Reste verloren, sodass kaum einer noch denkt, dass er kein deutscher Muttersprachler ist. Im Übrigen gibt es sogar Studien, die besagen, dass Menschen mit einem musikalischen Gehör überdurchschnittlich oft eine Fremdsprache akzentfrei erlernen.

Und was Umlernen betrifft: Ich habe mit 6 Jahren angefangen, Blockflöte zu spielen - mit deutscher Griffweise. Mit 22 Jahren habe ich dann umgelernt auf barocke Griffweise und spiele heute automatisch mit dieser Griffweise. Wenn ich wieder deutsche Griffweise brauche bei meinen historischen Flöten, muss ich da ganz bewusst drangehen. Und nein, der Aufwand war nicht sehr hoch. Dass ein Muskelgedächtnis fähig ist, innerhalb kürzester Zeit umzulernen, kann jeder bestätigen, der schon mal umgezogen ist. Nach sehr kurzer Zeit weiß das Muskelgedächtnis, wo genau die Lichtschalter sind, sodass man überhaupt nicht mehr darüber nachdenkt. Und da sind wir bei des Pudels Kern: Erwachsene neigen dazu, über alles nachzudenken und verstandesmäßig erfassen zu wollen, weshalb wir uns Lernprozesse schwieriger gestalten als nötig. Ein wenig mehr Imitationslernen, wie es die Kinder tun, erleichtert das Lernen ungemein. Aber da ist dann die Furcht, sich lächerlich zu machen - und die ist in der Regel unbegründet.

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Gruß, Astrid

Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen. (A. Schweitzer)


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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 27.12.2019, 23:26 
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Und Erwachsene wollen zu schnelle Erfolge oder investieren zu wenig Zeit oder Mühe (ok: die Zeit haben sie vielleicht auch nicht), falls sie nicht sowieso a priori der Meinung sind, dass das ohnehin alles sinnlos ist. Es gibt viele Wege, sich zu blockieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 06.01.2020, 23:32 
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Nein, die Blockflötengriffe und die Suche nach dem Lichtschalter sind nicht damit zu vergleichen was sich ausschließlich im Körper-INNEREN abgespeichert hat, denn sie lassen sich von außen her mittels Bewusst machen vom Verstand her sowie über die visuelle Kontrolle beeinflussen und somit verändern. Bei beidem haben wir mit einer aktiven Bewegung zu tun, beim Hören jedoch nicht.

Vielleicht fällt mir noch etwas ein wie ich das für Nicht-Absoluthörer verständlicher beschreiben kann. Für mich ist das von Stimme Beschriebene jedenfalls so klar wie es anders gar nicht sein kann.

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 Betreff des Beitrags: Re: das verstimmte absolute Gehör
BeitragVerfasst: 25.02.2020, 21:41 
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abendliche Müdigkeit bevor man "Ins Bett fällt" und Hypnose lassen mich hoffen, mein verstimmtes absolutes Gehör doch noch korrekt auf das System 440 Hz und paralell dazu 415 Hz zu stimmen. Ich werde sehen!

Ein weiteres interessantes Thema für Absoluthörer ist Vibrato.


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