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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 21:21 
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T M Pestoso hat geschrieben:
Ach, Kinder...
wie glücklich waere eine Welt, die keine anderen Probleme hat ...!
Wie moniaqua bereits geschrieben hat:
moniaqua hat geschrieben:
Ob nun mit oder ohne 8, aber die Männer wissen schon, was gemeint ist.

Eben. Die kaemen gar nicht auf die Idee, darüber nachzudenken, ob sie jetzt ein C6 oder doch nur ein C5 singen müssen. Abgesehen davon, dass es ziemlich schräg klingt, wenn im mehrstimmigen Satz eine Stimme im falschen Schlüssel singt.
By the Way: in aelteren Notenausgaben darf der Tenor (und auch der Alt und gelegentlich auch der Bariton) auch gerne mal mit C-Schlüssel auf allen möglichen Linien singen... Und in der Gregorianik steht der Schlüssel grundsätzlich in jeder Zeile auf einer anderen Linie und kann dabei auch noch zwischen C und F wechseln.
Vielleicht habt Ihr Lust, die entsprechenden Implikationen mit dieser Information weiterzuführen?
Also beschwert Euch nicht. Es geht immer noch etwas komplizierter. Es gibt uebrigens auch noch den französischen Violinschlüssel auf der untersten Linie...

Ansonsten wünsche ich Euch ein gutes neues Jahr. :n015





Am besten, man lernt F-, G- und C-Schlüssel lesen, sollten einmal alle Varianten auf allen Notenzeilen vorkomen. Gerade ältere Ausgaben schreiben oft die originalen Schlüssel. Neumennotation lesen zu können wäre auch noch sinnvoll, wenn man sich für diese spezielle Musik interessiert. Man kann sich diese Kenntnisse aneignen, was bei mir nicht lange dauerte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 21:33 
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Oben genanntes ist- ganz simpel- meine Erfahrung aus vielen Jahren Chorgesang.
OK, ich verbessere mich: DIE MEISTEN DER KIRCHENCHÖRE, IN DENEN ICH SANG/SINGE.
Ich bin betreffs des Klanges leider nun einmal ziemlich sensibel. Wie wichtig einem Teilnehmer die probe ist, ist .zB. auch daran erkennbar, ob während der Probe unentwegt (nicht ein-, zweimal) gesprochen wird- was auch immer gesprochen wird. Sollte es um das Werk, das in der Probe erarbeitet wird, gehen, kann man das ja auch kurz für alle Chorteilnehmer diskutieren. Am Konzertabend sollten auch immer alle Nichterkrankten anwesend sein. Dann gitb es oft sehr, sehr viele Fehlende- aus welchem Grud auch immer. Attestpflicht am Konzerttag wäre allerdings übertrieben. Aber zugunsten des Chores sollte Anwesenheit- mit Ausnahem von Erkrankungen- obligatorisch sein. Dies alles ist aber oft NICHT der Fall. In der porbe zu sitzen und sichtbar zu scheigen, den mund also nicht zu öffnen, ist auch ein Ding der Unmöglichkeit.
Wehalb "singen" solche Menschen in einem Chor? Vielelicht wissen sie nicht, was ein Chor heute eigentlich ist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 21:40 
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Ich gebe contraalta und AK-Kontraalt Recht, denn das, was sie auch erlebte, ist ebenfalls meien Erfahrung. Die Mitsänger/innen taten sogar kund, ihenn sei das Singen weniger wichtig als das danach anfallende. Die Klangthematik ist mir auch bekannt und ich mag keien eindeutig falschen Töne oder zu gepresst oder gewürgt klingende. Dir Suche nach passenden Chören macht dies dann nicht leicht für mich. Zudem bin ich in vielerlei Hinsicht muskalisch vorgeprägt, da ich mich intensiv anderen Instrumenten widme.
Erhält man im Chor dann Stimmbildung, hat das bei den einen Singenden einen positiven Effekt, bei anderen ändert sich nichts an den eingefahrenen Gewohnheiten. Das ist meine Erfahrung.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 21:40 
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contraalta hat geschrieben:
Oben genanntes ist- ganz simpel- meine Erfahrung aus vielen Jahren Chorgesang.
OK, ich verbessere mich: DIE MEISTEN DER KIRCHENCHÖRE, IN DENEN ICH SANG/SINGE.
Ich bin betreffs des Klanges leider nun einmal ziemlich sensibel. Wie wichtig einem Teilnehmer die probe ist, ist .zB. auch daran erkennbar, ob während der Probe unentwegt (nicht ein-, zweimal) gesprochen wird- was auch immer gesprochen wird. Sollte es um das Werk, das in der Probe erarbeitet wird, gehen, kann man das ja auch kurz für alle Chorteilnehmer diskutieren. Am Konzertabend sollten auch immer alle Nichterkrankten anwesend sein. Dann gitb es oft sehr, sehr viele Fehlende- aus welchem Grud auch immer. Attestpflicht am Konzerttag wäre allerdings übertrieben. Aber zugunsten des Chores sollte Anwesenheit- mit Ausnahem von Erkrankungen- obligatorisch sein. Dies alles ist aber oft NICHT der Fall. In der porbe zu sitzen und sichtbar zu scheigen, den mund also nicht zu öffnen, ist auch ein Ding der Unmöglichkeit.
Wehalb "singen" solche Menschen in einem Chor? Vielelicht wissen sie nicht, was ein Chor heute eigentlich ist.



O je!


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 21:42 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
@Hilde45: Sehr interessant was Du da schreibst! Das wusste ich bisher noch nicht.

@Baritinho: Bei mir war es so, dass sich nach einer Weile GU erhebliche akustische Irritationen dahingend eingestellt haben, dass ich mich im Chor immer als "zu tief" gehört habe, obwohl niemand sonst um mich herum derartiges gehört hat. Ich hatte bei mir festgestellt, dass sich meine Stimme mit einer minimal tieferen Stimmung wohler fühlt - entsprechend einer früheren Kammerton-Stimmung von z. B. 432 Hz, was der Komponist Giuseppe Verdi als ideal für die menschliche Stimme bezeichnet haben soll (dazu komme ich demnächst mal unter einem gesonderten Thema). Auch für meine damalige GLn hat sich alles "richtig" angehört, auch mit dem Klavier zusammen, aber ich bin schier wahnsinnig geworden, was schließlich dazu führte dass ich nicht mehr im Chor singen konnte.

Du schreibst von einem scheinbar absoluten Gehör, das sich aus dem Ton-Gefühl resultiert. So jemand könnte also einen definierten Ton korrekt angeben sowie die von ihm selbst gesungenen Töne richtig benennen, gehörte Töne von anderen Sängern oder von einem Instrument jedoch nicht.

Nun ist es ja strittig, ob ein absolutes Gehör erlernt werden könne, aber zumindest das von Dir beschriebene Ton-Gefühl müsste sich im Laufe der Jahre doch einstellen. Umso fassungsloser war ich mal, als unser damaliger Chorleiter bei einem Stück den Tenor alleine proben ließ und entgegen üblicher Gewohnheit nicht den Anfangston (a), sondern den Grundton (f) angab. Und so kam, was wohl kommen musste. Musste? Jedenfalls sangen wir zweistimmig: Meine Tenor-Kollegen allesamt nach des Chorleiters Tonangabe und ich eine Terz höher nach der Notation. Eine Terz tiefer als wie es in den Noten steht, das müsste man doch wirklich merken, dachte ich. Offenbar war dem aber nicht so - und das, obwohl einer der anderen Tenöre schon seit 50 (!) Jahren Chorsänger war und auch die anderen jeweils jahrzehntelange Chorerfahrung aufzuweisen hatten. Seltsam... :grübel




@AK-Kontraalt: Oh, weh! Das tut mir ebenfalls richtig weh! Oh, je, oh, je! Wir scheinen eine eigene, seltene Tonsensibilität zu haben, meine ich.


Zuletzt geändert von musicissima am 11.01.2019, 21:48, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 21:46 
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Noten von unten nach oben bis zum endlich gefundenen, hoffentlich reichtigen Ton anzuschleifen ist FÜR MICH auch ganz unerträglich.
Aus diesem Grunde kann und konnte ich bereits als Kind ich in sehr vielen Chören leider nicht singen, da es so schreklich klang (bezüglich der Tonhöhe und des Stimmklanges).


Zuletzt geändert von musicissima am 11.01.2019, 22:22, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 21:52 
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Ich wäre nicht auf die Idee gekommen, daß meine Tonhöhensensibilität etwas mit dem absoluten Gehör zu tun haben könnte, da ich bisher von der Existenz eines solchen nichts wusste. Ich bemerke immer, wenn sich z.B. Tasteninstrumente verstimmen. Ich nahm bisher aber an, daß das die Normalität ist und es jede/r hören müsste.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 22:02 
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Zudem höre ich extrem tiefe Frequenzen, sie alle der von mir befragten Personsn, in der gleichen Situation nicht wahrnehmen konnten. infraschall kann von Menschen wahrgenommen werden. daas macht z.B. Baustellen in Gebäuden, in denen ich den Raumes nicht wechseln kann, zur Hölle. Das ist FÜR MICH der reinste Horror! Ich spüre das körperlich, indem ein Schmerz meinen gesamten Körper durchzieht.
Im Falle falsch oder schrecklich gesungener Noten verspähre ich ebenfalls einen Schmerz am ganzen Körper.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 22:09 
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Diese Episode kommt mir bekannt vor:
https://www.beobachter.ch/gesundheit/wo ... so-wie-ich

Ich konnte bereits als Kindergartenkind nie verstehen, daß man zum Anstimmen in Gesangsgruppen oder Instrumentalgruppen ein (optimal gestimtes) Klavier oder eine Stimmgabel überhaupt benötigt. Beim gemeinsamen Singen im Kindergarten konnte ich das alles ja nocht nicht einordnen, sondern hielt mich für absurd, wenn mir aufgrund des "Gesanges" der anderen Kinder Tränen die Wangen hinabströmten. wie ich das durchstand, weiß ich nicht. Die Kindergärtnerin besprach das mit meinen Eltern, die dazu aber auch nichts sagen konnten.


Zuletzt geändert von musicissima am 12.01.2019, 00:37, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 22:21 
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Ich las einmal, daß Klavierstimmer ihr Gehör so trainieren, daß sie Abweichungen von einem Cent, also von einem hundertstel eines Halbtones, hören. Meine Erlebnisse sind also wohl eher nicht an der Haaren herbeigezogen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 11.01.2019, 23:51 
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T M Pestoso hat geschrieben:
OK, dann muß ich mal deutlicher werden (und ich reg' mich jetzt echt auf):
Ich kann Dich allerbestens verstehen und danke für Deinen Beitrag.
contraalta hat geschrieben:
OK, ich verbessere mich: DIE MEISTEN DER KIRCHENCHÖRE, IN DENEN ICH SANG/SINGE.
Schon besser. Meine Erfahrung ist genau gegenläufig zu Deiner, aber vielleicht bin ich ja auch nur ein Trampel.
Ich habe genau einmal in einem Chor vorgesungen bisher. Zu sagen, ein Chor, der kein Vorsingen einfordere, könne nichts leisten, halte ich für überheblich.
musicissima hat geschrieben:
Am besten, man lernt F-, G- und C-Schlüssel lesen, sollten einmal alle Varianten auf allen Notenzeilen vorkomen. Gerade ältere Ausgaben schreiben oft die originalen Schlüssel. Neumennotation lesen zu können wäre auch noch sinnvoll, wenn man sich für diese spezielle Musik interessiert. Man kann sich diese Kenntnisse aneignen, was bei mir nicht lange dauerte.

Wozu? In meiner nun doch schon einige Jahrzehnte umfassenden Mitwirkung in diversen Chören habe ich noch nie wirklich Neumen lesen müssen und an Schlüsseln kamen der normale Violinschlüssel und der Bassschlüssel vor (einmal glaube ich ein Altschlüssel, aber das wurde uns dann erklärt und dann war's auch gut).
musicissima hat geschrieben:
Die gut klingeneden und leistuingsstarken Amateurchöre haben erstens ein Vorsingen mit Werken mehrere Epochen inklusive Blattsingen und danach noch 6 Monate Probezeit. In diesen wir erwartet, daß man derstens seine Stimme bereits vor der ersten Probe beherrscht- sei es ein noch so langes Oratorium von Händel- und, zweitens, daß man musikalisch singt
Mhm. Warum gehst Du eigentlich nicht in einen Profichor, wenn Deine Anforderungen so hoch sind?

Woran misst Du das denn, "Leistung", beim Singen bzw. bei Chören?

_________________
Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 12.01.2019, 00:08 
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Alle in den Epochen, die man singt, nötigen Schlüssel lesen zu lernen, erleichtert das Lernen der Werke. Die Schlüssel haben, unabhängg von der Linie das selbe Prinzip: Sie zeigen c´, f oder g an.

Ist ein angenehmer, für einen selbst guter Klang in Amateurchören zu viel verlangt?
Das mit dem Messen von "Leistung" ist schon schwieirg, aber vileleicht sind wir uns einig, dß zwischen einem Chor, der im besten Fall pro Halbjahr fünf Volkslieder mit jeweils zehn Zeilen singt und einem Chor, der jährlich fünf Messen oder zwei Oratorien von Barock bis Romantik aufführt, vielleicht doch ein Unterschied.
Der Chor, der sehr nahe meiner Wohnung ost, klingt leider eben eher, sange wir einmal- mild ausgedrückt- alt. Die hohen Stimmgruppen haben mit der Höhe Probleme, klingen in den mittleren ndn tiefen Bereichen aber auch eher klanglos und die tieferen Stimmgruppen haben Mühe in der Höhe und keinen Klang, den man passabel hört, in den mittleren und tiefen Bereichen. Wenn man sich in der Probe verspätet und nach dem Einsingen kommt, kann man (ich) das ganz genau ausmachen. Dazu kommt im höheren Alter, in dem die meisten Sänger/innen sind, auch noch -vielleicht altersbedingt- Nebengeräusche und nicht gleich kommende Töne. Hin und wieder brauchen Noten ein, zwei Sekunden, um überhaupt angesungen zu werden. Das hört man besonders deutlich wenn es such um die Chornachbarin handelt. es gibt Chören, deren Klang wirlich zum Davonlaufen ist. Ich wundere mich, daß solche Chöre öffentliche Aufführungen haben, die von Menschen besucht werden.

Vielleicht setze ich auch andere Prioritäten als so mancher Chorsänger/in.

In Orchestern kann man oftmals nicht ohne Vorspiel teilnehmen, in Chören hingegen ist dies vielfach schon möglich, allein schon, da es in nicht ganz kleinen Städten mehr Kirchenchöre, in denen Amateure singen, als Amateurorchester gibt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 12.01.2019, 00:36 
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Für Menschen mit ausgeprägter Klangsensibilität oder absolutem Gehör, um das es hier ja eigentlich geht, ist ein Amateurchor nicht immer angenehm, also nicht optimal. Das kann einen dann schon in die Flucht treiben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 12.01.2019, 00:39 
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@Musicissima: Vielen Dank für den Link!

Kürzlich haben wir einen neuen Chorsatz einstudiert und sollten das einen Ton höher singen als notiert, weil es sonst gar zu grummelig geklungen hätte. Es war einer jener vielen Chorsätze, bei denen die "Sopranstimme" die Melodie aus dem Kirchengesangbuch ist - in genau dieser Tonlage, dementsprechend tief fallen auch die übrigen Chorstimmen aus. Auf meinen Wunsch hin ist es dann doch erst mal in der notierten Tonlage gesungen worden, weil ich transponierend einfach keinen Ton gefunden habe. Ich kann transponierend singen wenn ich das Stück gut kenne, aber wenn ich Noten lesen muss, dann muss ich exakt das singen was da steht.

Beim Gitarre spielen geht es mir auch so. Wenn man eine Tonart zu spielen hat die mit den Fingern schwierig zu greifen ist, dann gibt es die Möglichkeit einen sogenannten Kapodaster zu benutzen. Den setzt man so auf das Griffbrett dass sich die Saitenlänge verkürzt. Dadurch kann man z. B. D-Dur greifen wenn man F-Dur spielen will. Man greift D-Dur dann nur an anderer Stelle auf dem Griffbrett. Aber dann stimmt für mich das Gefühl in der Hand (D-Dur) mit dem Gehör (F-Dur) nicht mehr überein, das bringt mich völlig draus. Das hat die damalige Kursleiterin in dem Gitarrenkurs auch überhaupt nicht verstanden. Sie hat gemeint das sei nur Gewohnheit, aber das stimmt einfach nicht.

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Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 12.01.2019, 00:59 
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Zitat:
Ich wundere mich, daß solche Chöre öffentliche Aufführungen haben, die von Menschen besucht werden.


Da mag es viele Gründe geben. Vielleicht wollen sie (den im Chor singenden) Verwandten oder Freunden eine Freude machen und sehen über ein paar schiefe Töne hinweg, vielleicht macht es ihnen auch einfach mehr Freude, einem Chor zuzusehen, der vielleicht nicht jeden Ton perfekt trifft, aber eindeutig Spaß an dem hat, was er tut und einen mit dieser Ungezwungenheit einfach mitreißt. Die Geschmäcker sind eben verschieden.

Ich kann mir auch vorstellen, dass es mit einem hypersensiblen Gehör da schwieriger ist, "tolerant" zu sein, aber trotzdem muss man mE nicht so abfallend über andere Chöre reden. Sie setzen vielleicht andere Prioritäten. Na und? Keiner zwingt einen, da mitzusingen oder sich die Konzerten anzuhören, wenn es einem wirklich so unerträglich ist ...

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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 12.01.2019, 02:06 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
@Musicissima: Vielen Dank für den Link!

Kürzlich haben wir einen neuen Chorsatz einstudiert und sollten das einen Ton höher singen als notiert, weil es sonst gar zu grummelig geklungen hätte. Es war einer jener vielen Chorsätze, bei denen die "Sopranstimme" die Melodie aus dem Kirchengesangbuch ist - in genau dieser Tonlage, dementsprechend tief fallen auch die übrigen Chorstimmen aus. Auf meinen Wunsch hin ist es dann doch erst mal in der notierten Tonlage gesungen worden, weil ich transponierend einfach keinen Ton gefunden habe. Ich kann transponierend singen wenn ich das Stück gut kenne, aber wenn ich Noten lesen muss, dann muss ich exakt das singen was da steht.

Beim Gitarre spielen geht es mir auch so. Wenn man eine Tonart zu spielen hat die mit den Fingern schwierig zu greifen ist, dann gibt es die Möglichkeit einen sogenannten Kapodaster zu benutzen. Den setzt man so auf das Griffbrett dass sich die Saitenlänge verkürzt. Dadurch kann man z. B. D-Dur greifen wenn man F-Dur spielen will. Man greift D-Dur dann nur an anderer Stelle auf dem Griffbrett. Aber dann stimmt für mich das Gefühl in der Hand (D-Dur) mit dem Gehör (F-Dur) nicht mehr überein, das bringt mich völlig draus. Das hat die damalige Kursleiterin in dem Gitarrenkurs auch überhaupt nicht verstanden. Sie hat gemeint das sei nur Gewohnheit, aber das stimmt einfach nicht.



Hinauftransponieren ist für micht ganz übel; wenn tranponiert werden muß/soll, dann hinab, oder am besten gar nicht. Das hat mit dem dabei entstehenden Gefühl im Körper UND der erwarteten Tonhöhe zu tun.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 12.01.2019, 02:16 
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AK-Kontraalt hat geschrieben:
@Musicissima: Vielen Dank für den Link!

Kürzlich haben wir einen neuen Chorsatz einstudiert und sollten das einen Ton höher singen als notiert, weil es sonst gar zu grummelig geklungen hätte......


Bezog sich die Grummeligkeit auf den Alt oder Baß? Ich vermute- aus eigener Erfahrung, eher Alt. Denn Alt klingt oftmals wie Mezzosopran, nämlich in der tiefen Altlage gar nicht mehr. Das Höhertransponienen zugunsten der Alt- und Baßstimmen ist mir auch ein Graus. Zudem wird das Stück oben im Sopran/Tenor dann schnell zu hoch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 12.01.2019, 02:20 
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musicissima hat geschrieben:
Diese Episode kommt mir bekannt vor:
https://www.beobachter.ch/gesundheit/wo ... so-wie-ich

Ich konnte bereits als Kindergartenkind nie verstehen, daß man zum Anstimmen in Gesangsgruppen oder Instrumentalgruppen ein (optimal gestimtes) Klavier oder eine Stimmgabel überhaupt benötigt. Beim gemeinsamen Singen im Kindergarten konnte ich das alles ja nocht nicht einordnen, sondern hielt mich für absurd, wenn mir aufgrund des "Gesanges" der anderen Kinder Tränen die Wangen hinabströmten. wie ich das durchstand, weiß ich nicht. Die Kindergärtnerin besprach das mit meinen Eltern, die dazu aber auch nichts sagen konnten.


Ich empfand mein (eventuelles, nicht getestetes) absolutes Gehör immer für selbstverständlich, stellte aber keinen Bezug zwischen diversen Situationen, die damit zu tun hatten/haben, her. Ich beobachtete die Symptome, konnte die Ursache aber nicht finden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 12.01.2019, 14:41 
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musicissima hat geschrieben:
Alle in den Epochen, die man singt, nötigen Schlüssel lesen zu lernen, erleichtert das Lernen der Werke
Ja, und? Meinst Du tatsächlich, dass Chöre, die so super grauslig singen, andere als die üblichen Schlüssel brauchen?
musicissima hat geschrieben:
Ist ein angenehmer, für einen selbst guter Klang in Amateurchören zu viel verlangt?
Es gibt da wohl verschiedene Ansprüche.
musicissima hat geschrieben:
Das mit dem Messen von "Leistung" ist schon schwieirg, aber vileleicht sind wir uns einig, dß zwischen einem Chor, der im besten Fall pro Halbjahr fünf Volkslieder mit jeweils zehn Zeilen singt und einem Chor, der jährlich fünf Messen oder zwei Oratorien von Barock bis Romantik aufführt, vielleicht doch ein Unterschied.
Ich möchte mal behaupten, dass zwischen diesen Extremen noch viel Platz für Anderes ist.
musicissima hat geschrieben:
Hin und wieder brauchen Noten ein, zwei Sekunden, um überhaupt angesungen zu werden.
Das halte ich für übertrieben ausgedrückt; nach zwei Sekunden ist der Takt rum...
musicissima hat geschrieben:
Ich wundere mich, daß solche Chöre öffentliche Aufführungen haben, die von Menschen besucht werden.

Vielleicht setze ich auch andere Prioritäten als so mancher Chorsänger/in.
Du scheinst nicht nur andere Prioritäten als so manche/r ChorsängerIn zu setzen, sondern auch andere Anforderungen als normales Publikum zu haben. Schön, wenn Du so toll bist, dass Du das erfüllen kannst. Dann frage ich mich aber, warum Du in Hobbychören rumeierst (ich verstehe Deine Post als sei das so) und nicht schon längst in einem fähigen Profichor bist. Andere haben ein anderes Leben, andere Prioritäten.

Ich habe wie gesagt bisher gerade mal in einem Chor vorgesungen. Ich behaupte, und wenn ich mir das Publikum anschaue, bin ich der Meinung, die stimmen mir zu, dass keiner "meiner" Chöre so schlecht ist, dass man es nicht anhören könnte. Wir haben auch schon, je nach Chor, Rückmeldungen von Profis bekommen, dass es ok ist. Vielleicht nehmen Leute mit absolutem Gehör das mitunter anders wahr; meiner Erfahrung nach nehmen die es aber entspannt.

Octaviane hat geschrieben:
Ich kann mir auch vorstellen, dass es mit einem hypersensiblen Gehör da schwieriger ist, "tolerant" zu sein, aber trotzdem muss man mE nicht so abfallend über andere Chöre reden. Sie setzen vielleicht andere Prioritäten. Na und? Keiner zwingt einen, da mitzusingen oder sich die Konzerten anzuhören, wenn es einem wirklich so unerträglich ist ...


Dem kann ich nur zustimmen.

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Viele Grüße
Monika


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 Betreff des Beitrags: Re: Das absolute Gehör
BeitragVerfasst: 12.01.2019, 19:13 
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Pst, auch in Profichören werden übrigens nicht zu jeder Zeit und zu 100% die richtigen Töne gesungen und hin und wieder verpasst auch da mal jemand den Einsatz (wie ich aus sicherer Quelle weiß :pfeif:). Denn auch da singen Menschen. Mit all ihren kleineren und größeren Unzulänglichkeiten ...

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