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 Betreff des Beitrags: Das " Wunder " von Dortmund
BeitragVerfasst: 06.02.2006, 01:26 
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Ihr Lieben, bevor ich mich von Erics Plattform verabschiedete, lernte ich per Post, Email und Telefon bluenote und seine Partnerin kennen. Es war die Geschichte von den Kindertotenliedern, die sie, ohne je Unterricht gehabt zu haben, erfolgreich öffentlich vorgetragen habe, mit ihm am Klavier. Ich sagte : Entweder seid Ihr Scharlatane oder " Wunderkinder ", womit ich weniger ihn ( Musikstudium ) als sie ( 21 Jahre jung ) meinte. Um mir zu beweisen, wie seriös die virtuellen Einlassungen gewesen sind, machten sich beide ( Maria und Dietmar ! ) auf den Weg hierher. Sie war ebenso sehr erkältet wie ich und glaubte sich außerstande zu singen, was sie dann aber doch getan hat, wenn auch nur ein paar Takte aus den Mahler - Liedern. Ich hatte auch Britta Jacobus, meine Mezzo - Kodozentin beim Workshop, dazu gebeten, um die Beurteilung auf eine verlässliche, breitere Basis zu stellen.
Wenn wir auch nur wenig zu hören bekamen : Das, was wir hörten, war tatsächlich umwerfend ! Material außergewöhnlich, bereits jetzt ein unüberhörbares, jugendlich - dramatisches Potenzial, intelligente Textdeutung ( sie hat schon zwei Kinder und weiß, wovon sie singt ) - und das alles ohne jede fachliche Anleitung ! Natürlich gibt es Defizite ( Vokalausgleich, übertriebenes Abdunkeln, Agilita). Wir haben ihr geraten, schnellstmöglich an einer MH vorzusingen, da Privatunterricht nicht finanzierbar ist. Außerdem solle sie sich zunächst von den " Hämmern " ab- und z. B. Bach und Mozart zuwenden, damit sie lerne, nicht mit dem Kapital sondern den Zinsen zu singen. Auf Dauer geht die wertvolle Stimme ohne Unterricht und kluge Führung zugrunde, was ein Jammer wäre !
Inzwischen habe ich erste Kontakte zu BDG - Mitgliedern der dortigen Region geknüpft, in der Hoffnung, ihr irgendwie weiter helfen zu können.
Du, Kaja, wohnst ja in NRW, vielleicht sogar in der Dortmunder Gegend ?
Wer immer diese Stimme begleitend formen wird, darf sich mit ihrer Trägerin später schmücken. Ich wollte, ich wohnte da oben, um ihr den sängerischen Weg, natürlich gratis, zu ebnen ! Ciao. Gioachino


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BeitragVerfasst: 06.02.2006, 07:41 
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Das tut gut zu lesen!!!!
Ich hatte sofort den Instinkt, dass diese Beiden seriös und keine Hochstapler sind und bin sehr froh, dass sie so schnell Hilfe gefunden haben.Bin auch sehr gespannt auf die Aufnahme, die sie mir schickken wollen, aber wenn Gioachino sagt,dass es sich um ein grosses Talent handelt, kann man dem bedenkenlos vertrauen.
Wo Wundersind, sind eben auch die Engel nicht weit!!!!! :hearts:
Cantllene :love:


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BeitragVerfasst: 06.02.2006, 18:15 
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hallo gioachino,

natürlich würde ich die junge dame gern unterrichten. das wäre die erste schülerin, bei der ich nicht erst mehr oder weniger gravierende stimmstörungen und mehr oder weniger gravierende musikalische lücken beseitigen müßte.
außerdem wird gerade bei begabten schülern, die schon was können, oft der fehler gemacht, sofort repertoire aufzubauen und das oft mit viel zu schweren stücken, anstatt erst mal eine solide stimmtechnik zu installieren und solange, wie du es ja auch schon vorgeschlagen hast, bei "leichteren" stücken zu bleiben. manche haben dadurch schon irgendwann stimmprobleme bekommen, die sie anfangs nicht hatten.

aber..........ich bin nicht in der nähe von dortmund, sondern ca. 60-80 km entfernt und außerdem möchte ich aus versch. gründen im internet, also auch im forum anonym bleiben. und ob sie jede woche so weit fahren kann und will und bereit ist, nicht zu sagen, wo und bei wem sie unterricht hat, ist doch vielleicht eher fraglich.
das geld wär kein problem. normalerweise unterrichte ich nicht kostenlos, da ich damit nur schlechte erfahrungen gemacht habe und jeder in der lage ist, durch nebenjobs geld zu verdienen, aber in ausnahmefällen komme ich den schülern durchaus entgegen. sie verdient ja lt. posts auch schon geld durch`s singen, aber das würde sie ja erst mal für`s fahrgeld brauchen, so daß ich ihr da weitgehend entgegenkommen könnte, da ich in dem fall ja auch wüßte, daß ich meine zeit nicht mit jemand verplemper, der dann noch nicht mal genug übt usw. usw. aber.....s.o.

liebe grüße
kaja


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BeitragVerfasst: 06.02.2006, 18:39 
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Hallo Gioachino,

das ist ja sehr erfreulich, dass es so etwas überhaupt noch gibt :dafür:

wenn sie aus der Dortmunder Gegend ist, frage doch mal Epo, sie kennt sicher auch einige gute Lehrer, vielleicht kann sie weiterhelfen.

:dafür:

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 06.02.2006, 18:44 
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Ich wüsste einige in der Essener Gegend, wenn das nicht zu weit ist. Bei Interesse einfach mal bei mir melden ...


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BeitragVerfasst: 08.02.2006, 15:26 
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Lieber Gioachino, ich möchte mich hier einmal für Dein Engagement bedanken, dass Du Dir die Zeit genommen hast, uns zu widmen! Es war für uns eine wahnsinnig wichtige Sache, den Dialog zu suchen, auch wenn "dank" der Erkältung die Stimme recht bedeckt gewesen ist und man nicht sich vollumfänglich präsentieren konnte.

Es ist irgendwie so, als wenn man die ganze Zeit in einem geschlossenen Raum gehockt hatte, in welchem man sich betätigte - und nun ist eine Tür geöffnet worden, durch die man schreitet. Ja, so würde ich das Gefühl charakterisieren. Im Moment macht sich jenseits dieser Tür ein Gefühl von Orientierungslosigkeit breit. In welche Richtung, wie soll es weiter gehen? Die ersten Hinweise hat Giochino bereits gegeben. Es gilt aus unserer Sicht nun, einen kühlen Kopf zu bewahren und alles zu ordnen.

Und es ist irgendwie auch nicht ganz klar, warum Aufregung existierte bezüglich dem, was wir gemacht hatten, auch wenn erklärt wird, dass diese Mahler-Sachen "Hammer"-Stücke seien. Nachdem wir in 2004 uns vortasteten und im Rahmen eines Orgeljubiläums-Konzertes die Bach-Arie "Mein gläubiges Herz frohlocke" und die Buxtehude-Solokantate "Singet dem Herrn" anboten und dies auch wunderbar funktionierte, kam man auf die Idee, nach der Schwangerschaft es einfach zu probieren, ein komplettes eigenes Programm aufzubauen. Die Kindertotenlieder hatte ich im Schrank, und zudem besitzt meine Freundin ein Interesse an Musik, welche den Weltschmerz und verwandte Themen zum Ausdruck bringt. Also hat man es einfach ausprobiert, hat sich Mühe beim Einstudieren gegeben, und es dann aufgeführt. Dass die Mahler-Lieder "Hammer"-Stücke seien, wissen wir erst jetzt.

Und zudem gibt es von unserer Seite ein Problem, einzuschätzen, was ein "Hammer"-Stück ist. Ist ein "Hammer"-Stück ein Stück, das schwer einzustudieren ist? Wir hatten angefangen mit den "Vier letzten Liedern" von Richard Strauss. Die Intervalle gingen recht leicht, schwieriger war das Zusammenspiel. Klangfarben haben wir allerdings noch nicht entwickelt - wir hatten sie aus dem Grunde wieder beiseite gelegt, weil wir anhand eines Videos unseres Mahler-Konzertes Dinge entdeckten, die wir verbessern wollten. Schliesslich wollte man ja bei Gioachino glänzen und beim nächsten Kindertotenlieder-Konzert am 4.3. die Sachen beseitigt haben. Nun ja, und jetzt wissen wir ja, dass diese "letzten Lieder" ebenfalls ein Hammer-Stück sein soll. Andererseits bereiten Intervalle keine Probleme. Sollte man dann auf diese Stärke setzen und sich z.B. den Liedern von Anton Webern widmen? Ihr ahnt die Orientierungslosigkeit. Aber keine Angst, Gioachino, Bach und Buxtehude werden gerade wieder gesungen ;-)

Und zur Orientierungslosigkeit gehört auch ein wenig das Gefühl, nicht vielleicht doch überbewertet zu werden - und dass erst recht ein Internet-Mythos entsteht, dem man nicht gerecht wird, weil doch zu viele Fehler existieren. Vielleicht ist unser Auftreten doch peinlich? Entschuldigt die Selbstzweifel. Sie sind sehr groß.


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BeitragVerfasst: 08.02.2006, 16:01 
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Hallo bluenote,

du musst verstehen dass Sänger, die diese Kindertotenlieder kennen, sich schwer taten zu glauben, dass man sie völlig ohn Ausbildung singen kann.
Ich selber habe sie gesungen und weis wovon ich spreche. Die Gegenreaktionen der User bei gesang.de sind deshalb verständlich.

Zumal es nicht nur um das musikalische geht, sondern um die Interpretation, die eine gewisse Reife verlangt.

Es ist beileibe keine Anfängerliteratur, die ich meinen Schülern in den ersten Jahren nicht abverlangt habe.

Ebenso Strauss Richard, wunderschön aber ebenso schwierig.

Desto mehr freue ich mich, dass Gioachino sich das in natura angehört hat und berichtete, dass deine Freundin ein gutes Stimmmaterial hat und eine Ausbildung sich lohnen würde.

Wie schön ist es eine Naturstimme zu haben, ein Gottesgeschenk, das sollte nicht brach liegen.

Ich hoffe, du findest einen guten Lehrer, der sich deiner Freundin wohlwollend annimmt. :dafür:

Liebe Grüsse

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BeitragVerfasst: 26.02.2006, 02:16 
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Ich möchte mich einfach einmal wieder hier im Forum melden und dieses Medium für einen Werbeblock missbrauchen:

nächsten Samstag, den 4.3.2005, werden wir wieder unser Konzert rund um Gustav Mahlers Kindertotenlieder aufführen, und zwar um 19 Uhr in der Neuapostolischen Kirche Gelsenkirchen-Resse-West, Ahornstr. 146 (http://www.nak-resse-west.de). Mal schauen, was wir alles von Giaochinos Hinweisen bis dato umgesetzt bekommen ;-) Und während meine Freundin in den letzten Konzerten bislang nur die Kindertotenlieder auswendig vortrug, wird sie versuchen, diesmal das gesamte Programm ohne Noten zu bewältigen - sie hat heraus gefunden, dass es sich beim auswendigen Vortrag besser gestalten lässt.

Ich weiß beim besten Willen nicht, ob ihr alle zu weit weg wohnt - aber wer mag, darf gerne kommen. Wir würden uns über ein Kennenlernen freuen!


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BeitragVerfasst: 27.02.2006, 15:12 
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hat sich schon eingelebt
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Wie schade, blunenote, dass ich zu weit weg wohne. Ich wünsche euch beiden toi-toi-toi... und drücke euch die Daumen für ein gutes Gelingen.
:n108:

Liebe Grüße.

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cornettina


Zwischen den Schwingungen der singenden Stimme und dem Pochen des vernehmenden Herzens liegt das Geheimnis des Gesangs.

Khalil Gibran, libanesischer Dichter, Philosoph und Maler (1883-1931)


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