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 Betreff des Beitrags: Re: Advent 2015
BeitragVerfasst: 15.12.2015, 22:03 
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Margarita hat geschrieben:
Wahre Liebe ist weder physisch noch romantisch. Wahre Liebe ist eine Akzeptanz von allem, was gewesen ist, jetzt ist und noch sein wird.
Danke für diese wunderschöne, zu Herzen gehende Geschichte, Margarita.


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 Betreff des Beitrags: Re: Advent 2015
BeitragVerfasst: 18.12.2015, 18:17 
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Fee hat geschrieben:
T M Pestoso hat geschrieben:
Wo gab es denn früher, d.h. vor 1900, aber auch vor noch vor 50, 60 Jahren überhaupt "Christkindlmärkte"?
Da gab es sicher einige:

Jaja. Sicher. Fragt sich nur, ob auf den aufgezählten historischen Märkten früher (also: ganz früher. Sagen wir mal: vor 1900 oder auch vor 1930) auch das verkauft wurde, was man heute auf dem Weihnachtsmarkt sucht und findet, inkl. Daxn-Deko und Glühwein. Oder ob das nicht Märkte jener Art waren, die als Privileg ein- oder mehrmals im Jahr abgehalten werden durften, zur Versorgung der Bevölkerung mit Gütern des täglichen Bedarfes... (Du schreibts ja selber z.B.: "Bereits 1296 erteilte Albrecht I. den Wiener Händlern und Gewerbetreibenden das Privilegium zur Abhaltung eines „Dezembermarktes“, um die Versorgung der Wiener Bevölkerung sicherzustellen". Ich stamme aus einem Ort, der ursprünglich mal "Markt" war, und als "Regionalzentrum" das Recht hatte, zusätzlich zu 2 "Viktualien"-Märkten pro Woche und regelmäßigen Vieh- und Pferdemärkten auch vier mal im Jahr einen "Jahrmarkt" abzuhalten. Die Jahrmärkte gibt es zwar heute noch, aber deren Angebot hat sich deutlich geändert: Da konnte die Bevölkerung der umliegenden Gegend seinerzeit (d.h. noch um die Jahrhundertwende) Geschirr, Werkzeug, Stoffe erwerben und was man sonst so alles brauchte und was der örtliche Kramer und die reisenden Tandler vielleicht nicht, oder nicht in dieser Angebotsbreite führten. Einer davon war auch vor Weihnachten. Heute bekommt man da natürlich das, was es heute eben auf Weihnachtsmärkten gibt. Man muß aufpassen, wenn sich die Bedeutung der Worte geändert hat...
Ich frage mich ohnehin, was an sog. "altbaierischen" Weihnachtsmärkten, die vielleicht gerade mal zwei oder drei Jahrzehnte existieren, "alt" und was daran "bairisch" ist - das Angebot und das Erscheinungsbild ist jedenfalls das gleiche, wie in Wanne-Eickel...
Wir sollten uns klar sein, daß unser erwartungsüberfrachtetes Weihnachten eine Erfindung des 19. Jhs ist, und daß weit bis in die Neuzeit Weihnachten in der Kirche stattgefunden hat und ansonsten "nur" ein Festtag war, mit gutem Essen und nur der allernötigsten Arbeit in der Landwirtschaft.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Advent 2015
BeitragVerfasst: 20.12.2015, 10:52 
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 Betreff des Beitrags: Re: Advent 2015
BeitragVerfasst: 23.12.2015, 13:42 
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Jetzt möchte ich doch bereits heute einen Weihnachtsgruß an alle Bel-Voce senden...
Ein ruhiges und gesegnetes Fest allen Sängerinnen und Sängern...und auf einen guten Start in das Jahr 2016....ganz herzliche Grüße von Sorpresa big_herz

....dem Cartoon entsprechend zu entnehmen...ist mein heutiger Tag....er paßt ganz gut zum 23.12. in den Kalender wink-xmas_2.gif

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 Betreff des Beitrags: Re: Advent 2015
BeitragVerfasst: 23.12.2015, 17:57 
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Ich wünsche ebenfalls ein wunderschönes friedliches Weihnachtsfest, einen guten Rutsch und für das neue Jahr Gesundheit, Glück und Erfolg.

Mein schönstes Weihnachtsgeschenk ist, dass ich im Heimaturlaub sein kann. In den tropischen Temperaturen kam bei mir so gar keine Weihnachtsstimmung auf - und alle Geschenke, die ich so einkaufte, waren eher als "Mitbringsel", denn als Weihnachtsgeschenke gedacht. Groß war daher der Schreck, als mein Koffer nicht mit mir ankam, sondern noch 2 Tage länger unterwegs war. Aber inzwischen ist alles da, die Päckchen eingepackt und Weihnachten kann kommen.

Herzliche Grüße sendet Casta

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 Betreff des Beitrags: Re: Advent 2015
BeitragVerfasst: 24.12.2015, 00:46 
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Die Nacht vor dem heiligen Abend


Die Nacht vor dem heiligen Abend,
da liegen die Kinder im Traum.
Sie träumen von schönen Sachen
und von dem Weihnachtsbaum.

Und während sie schlafen und träumen
wird es am Himmel klar
und durch den Himmel fliegen
drei Englein wunderbar.

Sie tragen ein holdes Kindlein,
das ist der heilige Christ.
Es ist so fromm und freundlich
wie keins auf Erden ist.

Und während es über die Dächer
still durch den Himmel fliegt,
schaut es in jedes Bettlein,
wo nur ein Kindlein liegt.

Und freut sich über alle,
die fromm und freundlich sind,
denn solche liebt von Herzen
das himmlische Kind.

Heut schlafen noch die Kinder
und sehen es nur im Traum,
doch morgen tanzen und springen sie
um den Weihnachtsbaum.

Robert Reinick
1805-1852

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 Betreff des Beitrags: Re: Advent 2016
BeitragVerfasst: 29.11.2016, 12:07 
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Schon wieder ist ein Jahr vorbei und der Advent steht vor der Tür.

Schreibt Eure Gedanken, Gedichte, Lieder nieder und feiert mit allen Usern die schöne Adventszeit 2016.


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 Betreff des Beitrags: Re: Advent, Advent
BeitragVerfasst: 29.11.2016, 13:11 
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Eine erste Kerze entzünden
Ausdruck der Sehnsucht
Lichtsein für andere
im Entdecken des inneren Lichtes
das im Gesicht eines jeden Menschen sichtbar wird.

Im Kerzenlicht
fasziniert vom Brennen der Flammen
die eigene Sehnsucht wahrnehmen
erfahren wie das Feuer verbindet
mit dem inneren Feuer in jedem Menschen
mit den anderen Elementen Luft, Wasser, Erde.

Im Kerzenschein
adventliche Menschen werden
die in ihrer Sehnsucht das göttliche Licht erahnen
das zum Aufbruch ermutigt
und uns erfahren lässt
angesehen zu sein vor allem Tun.
(Pierre Stutz)

Ich wünsche allen Sängern und die, die hier eifrig mitlesen
eine besinnliche Adventszeit 2016

Grüße aus dem Taunus
von Margarita

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Das älteste, echteste und schönste Organ der Musik, das Organ dem die Musik ihr Dasein verdankt, ist die menschliche Stimme. (Richard Wagner)


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 Betreff des Beitrags: Re: Advent, Advent
BeitragVerfasst: 01.12.2016, 10:37 
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1. Dezember

Friedrich Wilhelm Kritzinger (1816-1890)

Es ist Advent!

Die Blumen sind verblüht im Tal,
Die Vöglein heimgezogen;
Der Himmel schwebt so grau und fahl,
Es brausen kalt die Wogen.
Und doch nicht Leid im Herzen brennt:
Es ist Advent!

Es zieht ein Hoffen durch die Welt,
Ein starkes, frohes Hoffen;
Das schließet auf der Armen Zelt
Und macht Paläste offen;
Das kleinste Kind die Ursach kennt:
Es ist Advent!

Advent, Advent, du Lerchensang
Von Weihnachtsfrühlingstunde!
Advent, Advent, du Glockenklang
Vom neuem Gnadenbunde!
Du Morgenstrahl von Gott gesendt!
Es ist Advent.

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 Betreff des Beitrags: Re: Advent, Advent
BeitragVerfasst: 01.12.2016, 15:46 
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War immer schön Erika, werde etwas schreiben.


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 Betreff des Beitrags: Re: Advent, Advent
BeitragVerfasst: 02.12.2016, 17:02 
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2. Dezember,Theodor Fontane (1819-1898)


Verse zum Advent

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
Aber als Knecht Ruprecht schon
Kommt der Winter hergeschritten,
Und alsbald aus Schnees Mitten
Klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
Bunt auf uns herniedersah,
Weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
Und das Jahr geht auf die Neige,
Und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
Heute bist du uns noch fern,
Aber Tannen, Engel, Fahnen
Lassen uns den Tag schon ahnen,
Und wir sehen schon den Stern.

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 Betreff des Beitrags: Re: Advent, Advent
BeitragVerfasst: 02.12.2016, 17:31 
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Hallo,ich habe eine Lyrikband mit Bibelgedichten geschreiben, eins möchte ich euch vorstellen.


Matthäus:23,37

„Wie oft wollte ich deine Kinder um mich sammeln,
so wie eine Henne ihre Küken,
unter die Flügel nimmt,
aber habt nicht gewollt.“

**********

Küken der Henne,
viele ich kenne.
Menschen und Rinder
Mutter und Kinder,
brauchen den Flügel,
der Sie bewacht.
Gebt auf die Küken Acht.
Bald kommt wieder finstere Nacht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Advent, Advent
BeitragVerfasst: 03.12.2016, 09:59 
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Man sollte sich trauen. Also frisch ans Werk.


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 Betreff des Beitrags: Re: Advent, Advent
BeitragVerfasst: 03.12.2016, 12:26 
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Vorname: Astrid
Nachname: M.
Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern.
So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern.
Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.

Dem alle Engel dienen, wird nun ein Kind und Knecht.
Gott selber ist erschienen zur Sühne für sein Recht.
Wer schuldig ist auf Erden, verhüll nicht mehr sein Haupt.
Er soll errettet werden, wenn er dem Kinde glaubt.

Die Nacht ist schon im Schwinden, macht euch zum Stalle auf.
Ihr sollt das Heil dort finden, das aller Zeiten Lauf
von Anfang an verkündet, seit eure Schuld geschah.
Nun hat sich euch verbündet, den Gott selbst ausersah.

Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld.
Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr;
von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.

Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt.
Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt.
Der sich den Erdkreis baute, der läßt den Sünder nicht.
Wer hier dem Sohn vertraute, kommt dort aus dem Gericht.

Jochen Klepper (1938)


Eines der stärksten Adventslieder im Gotteslob, meine ich...

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Gruß, Astrid

Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen. (A. Schweitzer)


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 Betreff des Beitrags: Re: Advent, Advent
BeitragVerfasst: 03.12.2016, 12:36 
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Josef von Eichendorff
Weihnachten
Markt und Strassen stehen verlassen,
still erleuchtet jedes Haus,
sinnend geh ich durch die Gassen,
alles sieht so festlich aus.
An den Fenstern haben Frauen
buntes Spielzeug fromm geschmückt,
tausend Kindlein stehen und schauen,
sind so wunderstill beglückt
Und ich wandere aus den Mauern
bis hinaus ins freie Feld.
hehres Glänzen, heiliges Schauern!
wie so weit und still die Welt!
Sterne hock die Kreise schlingen,
aus des Schnees Einsamkeit
steigts wie wunderbares Singen –
O du gnadenreiche Zeit


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 Betreff des Beitrags: Re: Advent, Advent
BeitragVerfasst: 04.12.2016, 01:36 
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Heute, 4. Dezember ist Barbaratag

Gedicht zum Barbaratag

Geh in den Garten am Barbaratag.
Gehe zum kahlen Kirschbaum und sag:
Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit.
Der Winter beginnt, der Frühling ist weit.
Doch in drei Wochen, da wird es geschehn:
Wir feiern ein Fest, wie der Frühling so schön.
Baum, ein Zweig gib du mir von dir.
Ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir:
Und er wird blühen in seliger Pracht
mitten im Winter in der heiligen Nacht.

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 Betreff des Beitrags: Re: Advent, Advent
BeitragVerfasst: 04.12.2016, 09:45 
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Sehr schön, die Heilige Barabara war meine Schutzpatronin.


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 Betreff des Beitrags: Re: Advent, Advent
BeitragVerfasst: 10.12.2016, 08:40 
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Die kleine Trompete

Die kleine Trompete konnte von dem Balken aus, an dem sie hing, direkt auf den Marktplatz mit dem Holperpflaster und den lustigen Fachwerkhäusern schauen. Da unten war immer was los, und die Trompete konnte dem alten Schrank, der nicht so weit gucken konnte, immer erzählen, was es im Städtchen neues gab.

Der alte Schrank mit den Kleidern aus Urgroßmutters Zeiten und die kleine, glanzlose Messingtrompete lebten nun schon viele, viele Jahre hier oben auf dem Spitzboden im Hause des Stadtapothekers. Man hatte sie einfach vergessen, und nie fand einer den steilen Treppenweg hier hinauf. Es war gut, dass sie zu zweit waren.

Aber der kleinen Trompete ging es gar nicht gut. Der Herbststurm hatte das Bodenfenster, vor dem sie baumelte, eingedrückt, und der kalte Dezemberwind blies heftig in ihren Hals. Der alte Schrank meinte, dass der Apotheker ruhig einmal den Lehrbuben schicken sollte mit einem heißen Brusttee oder braunen Malzbonbons. Doch es kam natürlich keiner.

Immer kälter wurde es, und als eines Morgens der Schrank und die Trompete aufwachten, da hatte es draußen geschneit, und die lustigen Fachwerkhäuser mit den tief herabgezogenen Dächern hatten dicke, weiße Pelzmützen auf.

“ Es muss bald Weihnachten sein! “ meinte die kleine Trompete und dachte wehmütig an längs vergangene Zeiten, als auf ihr die schönsten Weihnachtschoräle geblasen worden waren. Jetzt aber war sie stumpf und ohne Glanz, ihr Mundstück war einmal abgefallen und die dicke rote Troddel - ihr ganzer Stolz - war grau von Staub. Nein, man konnte wirklich keine Ehre mit ihr einlegen. Und wer jetzt gesehen hätte, wie ein paar geschmolzene Schneeflocken von ihr herab tropften, der hätte glauben können, dass die traurige kleine Trompete weinte!

Weihnachten! Wie lange wünschte sie sich schon, noch einmal ein richtiges Weihnachtsfest erleben zu können, statt hier auf dem Boden an einem dicken Balken zu hängen! Ein Windzug blies in das Fenster, und die Trompete schaukelte so heftig hin und her, dass sie sich plötzlich im Fensterkreuz verfing und dort hängen blieb.

“ He! “ reif der Schrank, “ fall nicht ganz raus vor lauter Neugier! “ Aber obwohl es hier draußen noch kälter war als auf dem Boden, lachte die kleine Trompete nur.

Unter ihr auf dem Marktplatz bauten gerade zwei Buben an einem riesigen Schneemann. Der stand an jedem Christabend hier, und vor ihm stellten sich dann die “ Stadtpfeifer “ auf und sangen Weihnachtslieder. Die Stadtpfeifer, das waren elf Jungen, die mit ihrem Lehrer an jedem Heiligen Abend alte Weisen in den Strassen und Gassen des Städtchens sangen. Ohne sie gab es kein Weihnachtsfest. Und die beiden Buben, die hier jetzt an ihrem Schneemann bauten, waren zwei von den elfen. “ Du “ , sagte Thomas, der dem Schneemann eine dicke Mohrrübe als Nase ins Gesicht drückte, “ Lehrer Martin hat auch gemeint, im nächsten Jahr sollten wir auf eine Trompete sparen, damit einer blasen kann, wenn wir singen. ” Sein Bruder Gottfried nickte. “ Ja, fein wär’s schon. Aber so eine Trompete ist bestimmt sehr teuer!” Damit setzte er die Fäuste wie eine Trompete an den Mund und blies hinein. Thomas schaute ihn an. “ Ja, weißt du, so ähnlich müsste es klingen, aber eine richtige Trompete, die wäre halt noch viel, viel schöner!” Ja, das dachte auch die kleine Trompete, die hoch über den beiden hing. Aber sie dachte noch weiter. Sie dachte: “ Ach, wenn mich doch der Wind abreißen würde, solange noch die beiden Buben da unten stehen! Dann würde ich wieder Weihnachtslieder spielen können!”

Ob der Wind Gedanken lesen konnte? Hatte er erraten, was die kleine Trompete dachte, die er lachend hin und her schaukelte? Mit einem Satz packte er sie, riss an dem morschen Band - und in hohem Bogen fiel sie in den weichen Schnee, dem Schneemann genau vor die Füße. Nicht wahr, das ist kaum zu glauben?

Der Thomas und der Gottfried aber standen eine Weile wie stumm. Da war ihnen eine Trompete ja geradewegs aus dem Himmel auf den Markt gefallen! Was macht es da, dass sie kein Mundstück mehr hatte und ihre Troddel grau war statt rot!
“ Du, wenn wir die putzen, glänzt die wie richtiges Gold!” rief Thomas strahlend.

Und so kam es, dass auf der kleinen Trompete am Christabend viele Weihnachtslieder geblasen wurden. Das klang so schön zu dem frommen Gesang der Buben über den Marktplatz, dass die Leute ihre Fenster weit öffneten und still und glücklich in den sternklaren Heiligen Abend hinaus schauten. So schön war das Weihnachtssingen der Stadtpfeifer noch nie gewesen!
Und der alte Schrank? Ja, denkt an, der Apotheker hat sich plötzlich seiner erinnert und ihn am Tage vor Weihnachten die Stiege hinunter schaffen lassen, so dass er auf einmal gar nicht mehr einsam war. Die kleine Trompete aber hat der Apotheker nicht vermisst. Er konnte sie ja auch nicht brauchen. Die lag goldglänzend mit einer prächtigen Troddel in einem bunten Holzkasten unter dem kerzenschimmernden Tannenbaum auf dem Gabentisch der Stadtpfeiferbrüder Thomas und Gottfried.

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 Betreff des Beitrags: Re: Advent, Advent
BeitragVerfasst: 11.12.2016, 12:54 
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Ihr Lieben,

wirkliche Adventsstimmung kommt bei 30 Grad zumindest bei mir nicht auf - aber immerhin werden selbst hier, im zu 95 % muslimischen Conakry, die Bäume mit Glitzer geschmückt und in manchen Geschäften findet man, zu exorbitanten Preisen, da importiert, Schokolade von Lindt und anderen Verdächtigen...
... die Bildchen muss ich wohl zu einem späteren Zeitpunkt hochladen, wenn ich eine bessere Internet-Verbindung habe....

Liebe Grüße von Casta

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 Betreff des Beitrags: Re: Advent, Advent
BeitragVerfasst: 17.12.2016, 11:34 
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Liebe Bel-Voceler/innen,

ich wünsche Euch allen eine wunderbare "Rest"-Adventszeit mit schönen Erlebnissen, und dann ein segensreiches Weihnachtsfest zusammen mit lieben Menschen. Denken wir auch daran, dass da, wo viel Licht ist, auch viel Schatten ist, wir hören ja leider tagtäglich davon. Lassen wir uns dadurch nicht entmutigen und helfen im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten mit, dass die Weihnachtszeit (und nicht nur die) auch "gesegnet" ist, wie man ja immer sagt.

Alles Gute und Liebe!
Rüdiger aus dem Münchner Westen

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Das Frühjahr kommt. Wach auf, du Christ! Der Schnee schmilzt weg. Die Toten ruhn. Und was noch nicht gestorben ist, das macht sich auf die Socken nun. (Mutter Courage)


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