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 Betreff des Beitrags: Wieviel Tricksen ist noch legitim?
BeitragVerfasst: 24.08.2010, 07:54 
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Ich denke seit einigen Tagen darüber nach: Man hat ja immer an irgendeiner Stelle noch technische Schwierigkeiten und bemüht sich zum einen mit ständiger Verbesserung, sie abzustellen. Zum anderen aber, wenn die Technik noch nicht ganz hinreicht, trickst man aber auch. Insbesondere - und darauf sind die folgenden Beispiele gemünzt -, wenn man einen Auftritt hat.

Einige Beispiele:

Zwei hohe Töne hintereinander mit ungünstigem Konsonant dazwischen. (Etwa Donna Anna: Das erste "Abastanza", möglichst im pianopianissimo) Der beliebteste Trick, den man auch bei Weltklasse-Leuten hört: dazwischen minimal glissando.

Oder: Glitter and be gay - die Gelächter-Koloraturen sollten eigentlich mit einem echten, hörbaren "h" jeweils gesungen werden, also "Haa-haa-haa-ha-ha-ha", viele singen aber, weil's etwas leichter ist kurzerhand "Haa-aa-a-a-a-a", also staccato.

Oder (persönliches Beispiel): Beim Oscar (Saper voreste) wollte einen Tag lang das obere h" nicht locker kommen. Wir haben dann kurzerhand beschlossen, die Tonfolge um ein d''' zu ergänzen. Dann habe ich im staccato bis d''' gesungen, das ging paradoxerweise lockerer, und alle waren zufrieden. Den selben Trick habe ich auch schon für die Adele in Anspruch genommen, als das c''' nicht schön aufging. Hat auch keiner der Zuhörer krumm genommen.

Noch ein Beispiel: Die Lakmé wird nach der Einstiegskoloratur immer mit einem e''' gesungen am Anfang. Immer, immer, immer - obwohl das Notenbild durchaus ein e'' anbietet. Macht aber keiner. Hier würde ich mich nicht trauen, die Alternative zu wählen. Da kommt sofort der Gedanke: "Wenn Du das e''' nicht schaffst am Anfang, lass es bleiben, dann ist es zu früh für die Arie".

Frage ist nun: Wieviel solcher Tricks sind noch legitim? Wieviele davon würde ein Profi anwenden, welche sind absolut verpönt?
Und: Was sind Eure Spezial-Schwierigkeiten und Spezial-Tricks?

Grüße
Olympchen

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In the absence of measurement there is no reality. Niels Bohr


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BeitragVerfasst: 25.08.2010, 11:11 
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Hallo Olympchen,

bei den Profis hört man dieselbe Arie unterschiedlich gesungen, auch sie haben ihre eigenen Problemchen, die aber anders ausgeführt, nie auffallen, warum auch. Ich meine, es ist auch die eigene Interpretation, ob ich staccato oder legato irgendwo in lichter Höhe singe, solange es sich gut anhört. Die Trickkiste ist groß und jeder greift mal gerne hinein, ob großer Star oder nicht, erlaubt ist was schön ist.

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BeitragVerfasst: 06.03.2011, 16:49 
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- "...durch Poltern, Zanken, Paaagen!" (Meisterkurs bei I. K.), ihre Begründung: hört in der Lage sowieso keiner mehr. Ich denke: Doch.

- sich erlauben, zu fühlen, da zu sein, Lanzen zum Turnier raus, wenn nötig. Oder die berühmte "egal"-Einstellung. Hat was mit Selbstbewusstsein zu tun. Ich steh da, wo ich stehe. So!

- mehr spielen! Wenn möglich. Deckt ein paar Sachen zu, wenn man eine Geschichte erzählen kann und auf der Bühne rumlaufen darf. Auch Szene für Technik nutzen lernen: Wenn man im Chor zuerst auf eine Freilichtbühne laufen (!) muss und mit Knüppeln in der Hand das aufgebrachte Volk darstellen soll, atmet man automatisch anders. Auch Lachen in der Szene ist sehr hilfreich, das Zwerchfell zu aktivieren. Weinen und Schluchzen öffnet die hinteren Rachenräume (Buhuuuu...), wenn man es nicht übertreibt, aber gerade die Einatmung dazu geht auch in Richtung Gähnen und hinten aufmachen.

- ansonsten so klug wie möglich während der Vorstellung Technik während des Singens verbessern... ganz allmählich. Das geht manchmal auch. Bausteinchen für Bausteinchen.


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