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BeitragVerfasst: 18.01.2016, 15:41 
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@ moniaqua, baritinho : Ihr habr meine Einlassungen zutreffend ergänzt. big_ok

man kann auch mit der Stimme schauspielern, z. B. beim Liederabend.

Ciao. Ospite


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BeitragVerfasst: 08.02.2016, 10:32 
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Liebe Silviann

Vielen Dank für diesen Tipp!

@Hopeful: Singst Du eher luftig oder hauchig? Ich vermute, ein Ansatz zum Vibrato könnte sein, mit gerade soviel Luft wie nötig zu singen. Versuche vielleicht mal, einen einzelnen Ton lang gehalten und laut mit "Hu" zu singen, also zuerst mit viel Luft, dann mit immer weniger Atemdruck, dabei den Kehlkopf möglichst ungestört lassen. Wenn Du Glück hast, kommt bei einer ganz bestimmten Kombination von Ton und Atemdruck das Vibrato von selbst.

Es kann gut sein, dass ich zu "luftig" singe, denn gerade die Beispiel-Stelle aus meinem ersten Beitrag ist für mich schwierig (hoch genug? Genug Luft? usw.), so dass ich sie noch nicht "frei" genug singen kann.

Also, dieses Thema ist für mich gerade sehr aktuell. Ich benutze im GU das Buch "Das Lied im Unterricht", mittlere oder tiefe Stimme, von Paul Lohmann. Bei meiner letzten Stunde versuchte ich zum ersten Mal "An die Musik", mit Hilfe von meiner GL. Aber als meine GL ein paar Phrasen daraus vorsang, um mir zu zeigen, wie die Melodie geht, merkte ich in ihrer Stimme bei dem hohen, langen Ton "hast mich in eine bessere WE----LT entrückt" eine Art "Vibrato". Natürlich nicht nur dort, aber da fiel es mir zum ersten Mal richtig auf, weil ich so gar nicht singen kann!


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BeitragVerfasst: 24.04.2018, 22:00 
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Donna Elvira hat geschrieben:
Einer meiner früheren Linguistik-Profs hatte immer eine Standardantwort: It all depends.

Übersetzt auf Deine Fragestellung: Kommt darauf an, was Du unter Vibrato verstehst. Ich kenne aus der instrumentalen Musizierpraxis zwei Arten, ein Vibrato zu erzeugen: das Zwerchfellvibrato und das Kehlkopfvibrato. Beim Zwerchfellvibrato (das ich beim Flöten auch beherrsche) versetzt man das Zwerchfell in Schwingungen. Das ist ganz gut steuerbar und auch relativ einfach erlernbar, weshalb es in der Instrumentalpraxis gerne angewendet wird. Das Kehlkopfvibrato entsteht durch minimale Bewegungen des Kehlkopfes und der Zungenwurzel, während sich die Zunge in der ng-Position befindet. Das ist das Vibrato, das ich im Unterricht (unbewußt) gelernt habe und mit einer frei schwingenden Stimme gleichsetze. Bei mir selber nehme ich es im Regelfall nicht wahr, aber mein Lehrer tut es. Daß Chorsänger, die nie etwas mit Stimmbildung zu tun hatte, diese frei schwingende Stimme nicht haben, liegt oft in der Natur der Sache. Die Chorleiter, die ich kenne, haben bestimmte Vorstellungen, wie etwas umzusetzen ist und vermitteln dies den Sänger/innen, ohne gleichzeitig die nötige Technik dazu zu vermitteln (bzw. vermitteln zu können). Also wird mit den Tönen oder einem geforderten Crescendo "Gewichtheben" gespielt - die Sänger/innen drücken die Töne, bis sie sauber bzw. lauter klingen, verspannen dabei aber den kompletten Gesangapparat. Ergo kann die Stimme nicht frei schwingen, was einen geraden, vibratolosen Klang zur Folge hat. Und in der Folge werden die Stimmen so richtig schön müde. Ich spreche da aus eigener, langjähriger Erfahrung (mein Lehrer hatte durchaus damit zu tun, mir diese falsche Technik abzugewöhnen, aber als ich einmal den Bogen raus hatte...). Ein weiterer Faktor scheint aber auch die Veranlagung zu sein - ich kenne sehr gut ausgebildete Stimmen, die aus sich heraus über wenig Vibrato (Arleen Auger beispielsweise) verfügen und andere, die ein übermäßiges Vibrato haben (wie zeitweilig die Netrebko).

Also: siehe oben.



Du sprichst mir aus der Seele! So ähnlich kenne ich es von Amateurchören, die keinen Gesangsunterricht (Einzelunterricht( nehmen auch. Als ich begann, Gesangsunterricht nehmen, musste ich erstmal Ungünstiges ändern und Verspannungen lockern. Das geht aber nicht ohne (kompetenten und seriösen) Gesangslehrer. Chorleiter können das nicht, da das ein ganz anderer Studienschweprunkt ist.


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BeitragVerfasst: 25.04.2018, 12:09 
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musicissima hat geschrieben:
Chorleiter können das nicht, da das ein ganz anderer Studienschweprunkt ist.

Und wie ist das mit Chorleitern, die Gesangspädagogik studiert haben und Gesangsunterricht geben?

_________________
Viele Grüße
Monika


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BeitragVerfasst: 27.04.2018, 15:02 
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moniaqua hat geschrieben:
musicissima hat geschrieben:
Chorleiter können das nicht, da das ein ganz anderer Studienschweprunkt ist.

Und wie ist das mit Chorleitern, die Gesangspädagogik studiert haben und Gesangsunterricht geben?


Ich sagte "Chorleiter", nicht "Chorleiter, die auch Gesangspädagogen oder Sänger" sind. Letzte sind optimal.

Meine Chorleiter waren aber keine Sänger/Gesangspädagogen. Deine schon? Da hast Du aber Glück! Ich freue mich für Dich! In welchen Chören wast/bist Du denn (bitte per PN)?.
Aber es stimmt, wenn ich mir die Studienordnungen einiger Musikhochschulen ansehe, daß das Gesangs- oder Gesangspädagogikstudium und das Chorleitungsstudium bezüglich Stimme komplett unterschiedlich ausgerichtet sind. Und was bringt es, wenn jemand, der Chorleitung UND Gesang(spädagogik) studierte, seit Jahrzehnten weder selbst singt noch Gesangsunterricht gibt? Hätte ich Chorleiter gehabt, die auch Gesang studiert hätten, hätte man mich nicht vielleicht immer in höhere Stimmlagen stecken wollen. Höhe könne man lerne, hieß es. Ja, könnte ich auch, aber ich singe trotzdem nicht gerne Alt, obwohl ich so hoch singen kann; Sopran soweiso nicht.


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BeitragVerfasst: 27.04.2018, 16:20 
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musicissima hat geschrieben:
Chorleiter können das nicht, da das ein ganz anderer Studienschweprunkt ist.

unzulässige Verallgemeinerung...
Es gibt durchaus solche, die das können!
moniaqua hat geschrieben:
Und wie ist das mit Chorleitern, die Gesangspädagogik studiert haben und Gesangsunterricht geben?

...hmmm...
Das ist jetzt aber seinerseits Singen im dunklen Wald...
Wieviele kennst Du, die Gesangspädagogik studiert haben?
Bei einem Kirchenmusiker wäre zumindest "Chorleitung" eines der Fächer, aber nur eines von vielen, und chorische Stimmbildung ist da auch wieder nur ein Teil davon...
Und wieviele Chöre werden von jemanden geleitet, der als Amateur nach zwei Jahren einen Tag im Monat Vorbereitung die C-Prüfung abgelegt hat? Was willst Du da erwarten?

Aber um zum Vibrato zurückzukommen: kommt automatisch, wenn die Technik stimmt. Muß aber nicht. Beispiel Emma Kirkby. Und nicht gesteuert muß auch nicht schön sein. Beispiel Carusos "Ombra mai fu" - zum Weglaufen....
Und was gar nicht geht: Vibrato künstlich machen, nur damit irgendwas wabbert, auch wenn man's nicht hat.

_________________
Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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BeitragVerfasst: 27.04.2018, 21:48 
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musicissima hat geschrieben:
Ich sagte "Chorleiter", nicht "Chorleiter, die auch Gesangspädagogen oder Sänger" sind. Letzte sind optimal.

Meine Chorleiter waren aber keine Sänger/Gesangspädagogen. Deine schon?


T M Pestoso hat geschrieben:
Das ist jetzt aber seinerseits Singen im dunklen Wald...
Wieviele kennst Du, die Gesangspädagogik studiert haben?


Von vier ChorleiterInnen sind afaik drei studierte GesangspädagogInnen, sicher aber aktive GesangslehrerInnen; zwei habe ich schon singen gehört (Aufführungen), die dritte habe ich noch nicht in Konzerten erlebt; sie singt aber wenn sie in Proben demonstriert. Einer ist zwar kein Gesangspädagoge aber immerhin Kirchenmusiker und ein imho wirklich begnadeter Organist

_________________
Viele Grüße
Monika


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BeitragVerfasst: 26.06.2018, 00:13 
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Ich möchte auf das Thema auch aus meiner Sicht antworten.

Ein natürliches Vibrato kommt ganz von allein, wenn man die Stimme frei bekommen hat. Deshalb leite ich es nicht an, es kommt bei richtiger Anwendung ganz von allein.

Ein unnatürliches Vibrato empfinde ich allerdings als unangenehm.

Und deshalb leite ich, gerade ausgebildete Sänger oder ältere Sänger, die meist ein unnatürliches Vibrato besitzen, erst einmal an, Non-Vibrato zu singen. Den Ton zu streichen und nicht stehen zu lassen und zu halten (innerlich weiter gehen in der Tonerzeugung). Das ist oft ein wichtiger Teil der Gesangstechnik, der zu dem eigenen schönen freien Gesang bei jenen führt.

Der Anfänger hingegen hat meist deshalb kein Vibrato, weil er die Stimme schiebt und die Resonanzen deshalb nicht frei setzen kann.

Alles kann man an der Tonerzeugung steuern, sie ist das Wichtigste in der Gesangstechnik. Deshalb auch da: Singe ich alte Musik mit hörbaren Non-Vibrato, regle ich das an der Tongebung. Ich bleibe am Widerstand, lasse ich ihn etwas frei, kommt das Vibrato. Lasse ich ihn zu frei und bleibe innerlich sozusagen stehen, wird das Vibrato zu groß und unnatürlich.
Unnatürliche Vibrati gibt es einige vom Zittervibrato bis zum Tremolo.

Zu letzterem. Bei älteren Sängern verwandelt sich das Vibrato oft zu einem Tremolo. Das ist aber nur ein Zeichen einer einseitigen Tongebung, die man mit Muskeln nicht mehr richtig halten kann. In jungen Jahren ja, im Alter dann oft nicht mehr.
Lernt man es hingegen, eine richtige Tongebung einzusetzen, wird man bis ins hohe Alter mit natürlichem schönen Vibrato singen können.
Das Alter wird dann i.d.R. an der Stimme nicht erkannt, weil die Stimme sich im Gleichgewicht jung gibt.


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