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BeitragVerfasst: 14.06.2015, 18:27 
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Hallo liebe Mitglieder des Forums,

heute möchte ich Euch, angeregt von Musica, die Gesangstechnik „Singen aus der Mitte“ ein wenig vorstellen.

Vielleicht kurz aus meiner Vita: Selbst habe ich drei Musikhochschulen besucht und war, wie viele meiner Kommilitonen, stetig auf der Suche nach einer geeigneten Gesangstechnik, da ich mit dem was mir geboten wurde, nicht wirklich zufrieden war

Und da ich in einer Sängerfamilie aufgewachsen bin, Vater, Mutter, Schwester und Bruder sind und waren ebenfalls Berufssänger, war Gesangstechnik immer ein Thema.
Deshalb wusste ich recht bald, dass diese Suche eine sehr schwierige Aufgabe werden würde. Denn auch sie hatten keinen zufrieden stellenden Gesangsunterricht. Der Gesang war meist verbunden mit Mühe und Machen. Ideales Singen, einfache Höhen wie Tiefen und ein farbenreiches Spiel mit der Dynamik, gestaltete sich bei uns, trotz großer Begabung, in der Praxis oft sehr schwierig.

Nein, ich muss mich korrigieren, eine Ausnahme stellte mein Vater dar. Er war ein absolutes Naturtalent und mit einer herrlichen Stimme begabt, die er gut zu führen wusste. (Damals in München oft mit Dieskau verglichen). Allerdings, wenn wir ihn fragten, wie er das mache, antwortete er, das wisse er nicht, er könne es eben. Und als wir fragten, was er damals an der M-H von seinem Lehrer Karl Schmitt-Walter gelernt habe, antwortete er, „gesangstechnisch kaum etwas, ich konnte schon vor meinem Studium so singen“.

Lange Rede kurzer Sinn, ich habe mich, obwohl ich im 2 Jahresrhythmus über 10 Jahre verschiedene Gesangstechniken gelernt habe, dann selbst auf die Suche gemacht. Das gestaltete sich als sehr langwierig und erst einmal schwierig. Denn vieles was ich heute unterrichte, widerspricht in so einigem dem, was ich damals gelernt hatte. Ja, teilweise unterrichte ich heute völlig entgegengesetzt. Das bildete sich aber auch erst über einen großen Zeitraum weiter heraus, nach vielen Jahren des Forschens und Praktizierens.

GESANGSTECHNIK:

Das was ich heute mit der Gesangstechnik „Singen aus der Mitte“ bezeichne, geht hauptsächlich über den Tonansatz, über die spezielle Art der Tongebung, die als erstes erlernt werden muss. Diese befindet sich gefühlsmäßig auf Höhe des Schlüsselbeins und bezieht dadurch das Zwerchfell „reflektorisch“ mit ein und erzeugt das echte „Inhalare la voce“. Eine Art Unterdrucktechnik im Gegensatz zu der oft erzeugten Überdrucktechnik. Dadurch ist es möglich, alle Stimmregister miteinander zu vermischen und je nach Wunsch und Gewichtung zur Geltung kommen zu lassen.
Ergebnis, bei Frauen- wie Männerstimmen eine bruchlose Stimme mit spielerischen Höhen wie Tiefen.
Meine größte Erkenntnis im Nachhinein ist die Unterscheidung von Ursache und Wirkung, die meiner Meinung nach sehr oft verwechselt wird.

Als Beispiel nenne ich einmal die Behandlung der Höhe: So wird zur Höhe nicht absichtlich im Gaumen geweitet und geöffnet, wie oft angeleitet, sondern eher zur Höhe hin gefühlsmäßig geschlossen, damit ein offener Ton überhaupt erst richtig über die Resonanzen durch Leichtigkeit entstehen kann. Denn Höhe benötigt in der Tonerzeugung eine Kleinheit in der Tongebung und Masse und nicht eine Größe. Dasjenige was sich dann im Gaumen öffnet, entsteht durch das „Inhalare la voce“, durch die reflektorische Zwerchfellanbindung von allein. Und das was man als „offen“ dann im Ton selbst wahrnimmt, sind die Resonanzen. Also die Unterscheidung zwischen Tonerzeugung und hörbare Tonäußerung.
(Das allerdings immer in Verbindung mit dem “ Inhalare la voce“- Tongebung!).

Letztlich ist “Singen aus der Mitte“ eine Gesangstechnik, die der Natur zugrunde liegt und die die besten Sänger der Welt anteilig anwenden. Allen voran der von mir sehr verehrte Bassist Cesare Siepi, der teilweise Vollkommenheit in der Tonerzeugung hören ließ (Don Giovanni, Salzburg 1953).

Von der Gesangstechnik „Singen aus der Mitte“ bin ich zu 100% überzeugt und bereue nicht, meine Gesangskarriere dafür stiefmütterlich behandelt zu haben. Meiner Meinung nach gibt es für mich dazu keine Alternative, auch wenn sich das für so manche vielleicht erst einmal befremdlich anhören mag. Denn es gibt nur eine Mitte und keine zwei drei oder mehrere. Zudem unterliegen wir alle der selben Gesetzmäßigkeit und unterscheiden uns im Organischen nur in den Wachstums-Verhältnissen.
Im Resultat ist diese Gesangstechnik dann in der Praxis übrigens auch sehr einvernehmlich. Meine größten Kritiker werden oft zu Befürwortern. Und da ich weitergeben möchte was ich mir erarbeitet habe, bin ich gerade dabei, eine “Akademie für Gesang“ aufzubauen, die diese Gesangstechnik in der Lehre zum Inhalt hat.

Eure Fragen beantworte ich sehr gerne.
Viele Grüße
Thomas Dobmeier, alias Amethyst


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BeitragVerfasst: 17.06.2015, 10:15 
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Hallo,

danke für die Beschreibung, auch wenn sowas beim Lesern weniger nachvollziehbar ist als wenn man es tatsächlich ausprobiert.

Gleich aber eine Frage: kannst Du uns bitte auch weibliche Beispiele nennen, also Sängerinnen die mit dieser Technik singen? bisher waren es nur männliche Beispiele.

schöne Grüße
Petronella

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BeitragVerfasst: 17.06.2015, 10:28 
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Ich finde diese Technik sehr gut, habe sie vor Jahren schon ausprobiert, war aber für mich zu spät umzulernen. Ich kann es sehr empfehlen.

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BeitragVerfasst: 17.06.2015, 11:12 
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Na, dann link ich mal zu Youtube: Gesangstechnik, "Singen aus der Mitte"
Von da aus kommt man auch leicht zu anderen Videos dort von Thomas Dobmeier.

Gruß,
Silvieann


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BeitragVerfasst: 17.06.2015, 11:22 
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BeitragVerfasst: 17.06.2015, 16:08 
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petronellaiz hat geschrieben:
Hallo,

danke für die Beschreibung, auch wenn sowas beim Lesern weniger nachvollziehbar ist als wenn man es tatsächlich ausprobiert.

Gleich aber eine Frage: kannst Du uns bitte auch weibliche Beispiele nennen, also Sängerinnen die mit dieser Technik singen? bisher waren es nur männliche Beispiele.

schöne Grüße
Petronella


Hallo, ja.

Weibliche Vorbilder dieser Gesangstechnik sind Brigitte Fassbaender, eine frühe Sophie von Otter, oft auch eine Christine Schaefer, aber auch die frühere Anna Netrebko.


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BeitragVerfasst: 17.06.2015, 16:23 
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musica hat geschrieben:
Ich finde diese Technik sehr gut, habe sie vor Jahren schon ausprobiert, war aber für mich zu spät umzulernen. Ich kann es sehr empfehlen.


Hallo Musica,

genau genommen ist es für jedes Alter geeignet.
Was das Umlernen angeht (konsequenter Inhalare la voce- Einsatz), auch wenn es unterschiedliche Umsetzungs-Geschwindigkeiten gibt, habe ich keine Preferenz für ein gewisses Alter feststellen können. Vor allem ist es äußerst stimmverjüngend, weil es Einseitigkeiten abbaut und die anteiligen Stimmregister in eine Harmonie, Balance bringt.

P.S. Würde mich interessieren, wer Dir´s gelehrt hat. Vielleicht per PN?


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BeitragVerfasst: 17.06.2015, 16:26 
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Lieber Amethyst,

ich habe vor Jahren auf deiner Webseite die Technik verfolgt, du hast viele Beispiele genannt und ich habe es halt versucht umzusetzen. Ich glaube es richtig gemacht zu haben und ich merkte den Unterschied zu meiner Technik.

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BeitragVerfasst: 17.06.2015, 18:01 
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Na, da sieht man dann wohl den Unterschied zu einer Hobby-Chorsängerin wie mir:
Ich habe mir heute einige Ausführungen auf Youtube angeschaut und konnte damit - ehrlich gesagt - nicht ganz so viel anfangen.
Oftmals habe ich auch den Unterschied, den man hören sollte, nicht gehört, und manchmal habe ich mich gefragt, warum man so nicht singen sollte, als Thomas Dobmeier vorgemacht hat, wie man nicht singen sollte.

Na ja, später habe ich dann gehört, dass die Adressaten junge Sänger mit Talent sind, die Opernsänger werden wollen. Da gehöre ich dann ja auch nicht zu.


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BeitragVerfasst: 17.06.2015, 20:58 
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Silvieann hat geschrieben:
Na, da sieht man dann wohl den Unterschied zu einer Hobby-Chorsängerin wie mir:
Ich habe mir heute einige Ausführungen auf Youtube angeschaut und konnte damit - ehrlich gesagt - nicht ganz so viel anfangen.
Oftmals habe ich auch den Unterschied, den man hören sollte, nicht gehört, und manchmal habe ich mich gefragt, warum man so nicht singen sollte, als Thomas Dobmeier vorgemacht hat, wie man nicht singen sollte.

Na ja, später habe ich dann gehört, dass die Adressaten junge Sänger mit Talent sind, die Opernsänger werden wollen. Da gehöre ich dann ja auch nicht zu.



Ja, das kann man allerdings lernen, wenn man das Ohr schult.
Für mich ist das oftmals bei Veröffentlichungen das Problem. Auf meine Beispiele reagieren hauptsächlich Berufssänger und Gesangspädagogen. Ist bei meinem jetzigen Vorhaben bzgl. Akademie momentan nicht die vorrangige Zielgruppe, aber ebenso interessant.

Mal sehen, werde demnächst einen Clip veröffentlichen, der eine Unterrichtssituation zeigt, auch von einem der Workshops, vielleicht wird es dann deutlicher.


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BeitragVerfasst: 17.06.2015, 23:17 
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musica hat geschrieben:
Lieber Amethyst,

ich habe vor Jahren auf deiner Webseite die Technik verfolgt, du hast viele Beispiele genannt und ich habe es halt versucht umzusetzen. Ich glaube es richtig gemacht zu haben und ich merkte den Unterschied zu meiner Technik.


Liebe Musica,

auch für eingesessene Sänger, welche seit Jahren eine gewisse Gesangstechnik praktizieren, ist eine Umstellung i.d.Regel gut zu machen. Es ist nur zu Beginn manchmal ein wenig irritierend und eine Umstellung. Das legt sich aber recht bald. Wichtig nur, dass man es zu Beginn konsequent verfolgt und nicht mit Überdrucktechnik mischt, das verträgt sich nicht.

Ansonsten kommt das dabei raus, was Sofie von Otter oder Anna Netrebko passiert ist. Bei beiden haben Lehrer (neue) mit Überdruckanweisungen das zuvor gute gemischte /Register) Singen durcheinander gebracht. (= Verbrustung bei Netrebko).


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BeitragVerfasst: 18.06.2015, 11:35 
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Hab gerade durch Zufall ein Video von Anna Netrebko von 1999 angesehen
https://www.youtube.com/watch?v=RqAR6RHJnOA
- eine wunderschöne Stimme!
(auch wenn leider die Qualität der Aufnahme nicht so ganz überzeugen kann)


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BeitragVerfasst: 18.06.2015, 13:18 
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Ich würde diese Beispiele mal gegenüber stellen:

Hier singt sie Top!
https://www.youtube.com/watch?v=Vf42IP_ ... freload=10

Schon zu verbrustet:
https://www.youtube.com/watch?v=uKnzd4DJGBU

Bei letzterem werden manche sagen, warum sie singt doch schön, wie man an den anhängigen Bemerkungen lesen kann. Das Ohr hat sich an solches schon egwöhnt.
Gesangstechnisch ist das Problem, sie mischt zu wenig in der Höhe und schiebt beim Forte und der Ansatz steigt, bzw. wird fest. Denn einseitiges Register zeigt sich, was zu dick wird und deshalb im Ansatz nach oben drückt.

Auch wenn man heute viele klassische Sängerinnen so zu hören bekommt (einseitiges Mittelstimmregsiter), ist es nicht das was ich in "Singen aus der Mitte" verfolge. Eine gute Stimme ist IMMER eine gemischte und elastische Stimme, auch im Forte.


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BeitragVerfasst: 18.06.2015, 13:23 
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Noch ein kurzer Nachtrag zur Homepage der Akademie:
Wenn ich jünger wäre und mich für ein Gesangsstudium interessieren würde, würde mich auch interessieren:
- Wer sind die bisherigen erfolgreichen Schüler/Schülerinnen von Thomas Dobmeier
- Welche Lehrer unterrichten die anderen Fächer außer Gesang? Und welche Qualifikationen können diese dazu vorweisen?
- Wie sieht der Wochenstundenplan en detail aus?
- Welche Chancen habe ich danach auf dem Arbeitsmarkt? Als was kann ein Absolvent dann arbeiten? Wie kommen etwaige Kontakte zustande?

Ich vermute mal, dass sich insbesondere Sänger/innen interessieren, die die Aufnahmeprüfung einer normalen (kostenfreien) Musikhochschule nicht schaffen oder geschafft haben und deren Eltern das nötige Kleingeld beisteuern wollen.


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BeitragVerfasst: 18.06.2015, 17:04 
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Silvieann hat geschrieben:
Noch ein kurzer Nachtrag zur Homepage der Akademie:
Wenn ich jünger wäre und mich für ein Gesangsstudium interessieren würde, würde mich auch interessieren:
- Wer sind die bisherigen erfolgreichen Schüler/Schülerinnen von Thomas Dobmeier
- Welche Lehrer unterrichten die anderen Fächer außer Gesang? Und welche Qualifikationen können diese dazu vorweisen?
- Wie sieht der Wochenstundenplan en detail aus?
- Welche Chancen habe ich danach auf dem Arbeitsmarkt? Als was kann ein Absolvent dann arbeiten? Wie kommen etwaige Kontakte zustande?

Ich vermute mal, dass sich insbesondere Sänger/innen interessieren, die die Aufnahmeprüfung einer normalen (kostenfreien) Musikhochschule nicht schaffen oder geschafft haben und deren Eltern das nötige Kleingeld beisteuern wollen.



Danke für die Fragen, diese würde ich sehr gerne auf meiner HP beantworten, wenn ich darf.

Zu letzten Zeilen.
Ja, das ist eine interessante Bemerkung.
In Deutschland ist man einmal der Meinung, der Staat zahle für ein >Studium. Dann, wenn ich zu einem Studium aufgenommen werde, habe ich meinen Weg beschritten. Dass es im Gesang jedoch völlig anders verläuft wird nicht erkannt.

Zitat aus Die Welt diesem Monat 2015:

Zitat:
Angebot und Nachfrage

Vertraut man groben Schätzungen, dann haben deutsche Musiktheater einen jährlichen Nachwuchsbedarf von 160 Sängern. Dem gegenüber stehen rund 300 in deutschsprachigen Musikhochschulen und Konservatorien ausgebildete Absolventen. Von diesen finden nur zehn Prozent dauerhaft einen Arbeitsplatz. "Mit den ausländischen Mitbewerbern sind es wohl eher 3000 Künstler, die miteinander konkurrieren", ergänzt Christoph Seuferle, Direktor der Deutschen Oper Berlin.


Auf das KÖNNEN kommt es am Ende an, das sollte jedem angehenden Sänger klar sein.
So einiges an meinem Studium war im Nachhinein viel zu teuer, weil Zeitverschwendung.
Aber das ist ein Problem, was man erst während des Studiums bzw. oft erst danach erkennt.

Noch eine Information nach interner Schätzung: etwa 70% der Studenten der MH, nehmen externen privaten Gesangsunterricht. (Zumindest so die Schätzung an der Hochschule für Musik in München). Das war zu meiner Zeit noch deutlich darunter. Schätze, heutige Generation ist da selbstständiger und cleverer.


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BeitragVerfasst: 18.06.2015, 17:15 
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P.S.
Theorie ist geduldig sagt man. Deshalb:

Falls sich jemand in der Praxis für diese Gesangstechnik "Singen aus der Mitte" interessiert, ist er herzlich zu einem der Gesangworkshops, nächster 4.- 8. August in Oberfranken, aber auch eintägiger fünfstündiger Schnupperkurs am 4. Juli in München-Schwabing eingeladen.

Aber ich glaube dafür gibt es hier eine eigene Rubrik.


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BeitragVerfasst: 18.06.2015, 21:55 
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Danke für die interessanten und ausführlichen Infos. Ansatzweise habe ich eine ähnliche Technik auch schon im Unterricht kennengelernt (soweit ich das als "Hobbysänger" beurteilen kann) und finde diesen Ansatz für mich genau richtig.

Besonders die Ausführungen zu den Stimmregistern und Altstimmen in dem Video fand ich sehr interessant. So gut wie alle GLs, die ich bisher hatte oder "ausprobiert" habe, arbeiten von dem Mittelregister aus; die Bruststimme/Tiefe fällt eher aus dem Programm. Auch habe ich schon Kommentare gehört wie: "Du bist bestimmt ein Mezzo, Altstimmen gibt es so gut wie gar nicht". Daher hat m. E. meine Stimme (das mag bei anderen anders sein) gar keine Chance, ihren wahren Stimmcharakter zu zeigen (ob sie nun Alt oder Mezzo ist). Man hängt in der Kopf-/Mittelstimme fest und kann kaum Bruststimme zumischen oder in der Tiefe singen, die Fülle in der Tiefe fehlt und schlimmstenfalls wird man dadurch noch als Sopran eingestuft (das scheidet nun wirklich aus).

Der Klang von der Arbeit vom Mittelregister aus, ist deutlich anders, als wenn ich die andere Technik anwende. Und auch fühlt sich das Singen anders an - viel freier und bequemer, wenn ich mit der Bruststimme richtig mischen darf.

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"Musik ist die Kurzschrift des Gefühls."

(Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi)


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BeitragVerfasst: 19.06.2015, 10:10 
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Ich habe jetzt öfter über Cornelius L. Reid gelesen, und habe auch oft gelesen, dass einige Gesangslehrer seine Methoden unterstützen. Wie steht "Singen aus der Mitte" zu den Lehren des Cornelius L. Reid?
Ich hatte überlegt, mir ein Buch von Reid zu kaufen und würde auch gern wissen, wie sinnvoll das ist.

Wie schon geschrieben, bin ich nur Hobby-Chorsängerin. Zuhause singe ich auch mal gerne mit, wenn ich mir etwas anhöre. Im Chor singe ich Alt 2 und verbessern möchte ich gerne insbesondere meine hohen Töne.


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BeitragVerfasst: 19.06.2015, 12:57 
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Kleiner Zwischeneinwurf meinerseits: Man lernt Singen nicht aus Büchern. Als Hintergrundinformation ist so etwas sicher interessant und u. U. auch hilfreich, aber ob eine bestimmte Technik für einen "sinnvoll" ist, kann man mE nur erfahren, wenn man es selbst ausprobiert. Mir persönlich hat das, was ich von Reid gelesen habe (was zugegebenermaßen nicht sehr viel ist) nicht wirklich zugesagt, um mir aber ein profundes Urteil erlauben zu können, müsste ich wohl einmal einen Kurs o. ä. besuchen, wo diese Technik vermittelt wird. Wozu ich derzeit allerdings keine Veranlassung sehe.


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Reid ist vor ein paar Jahren verstorben. Seine viel jüngere Ehefrau setzt seine Arbeit fort, auch mit Workshops in Deutschland.
Ich habe ihn als interessierter Zuhörer noch live erlebt. Seine Methodik basiert auf einer zunächst willentlich herbeigeführten Trennung von Kopf- und Brustregister, die dann wieder bewusst zusammengeführt werden. Das klappt leider nicht immer, woran natürlich nicht Reids Methode sondern der " Anwender " schuld ist big_gruebel .....Wer immer antritt, das Rad neu zu erfinden, vergisst oft, dass es längst erfunden worden ist.
Damit meine ich nicht Deinen Ansatz, Thomas, der vernünftig und nachvollziehbar ist, sondern so abstruse wie z. B. die unsägliche, schädigende Staumethode ( Armin ) oder die sich wissenschaftlich gebende Terlusollogie, um nur zwei vormals und heute kontrovers diskutierte Lehrmeinungen anzuführen.

Ciao. Ospite :n66:


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