Aktuelle Zeit: 24.05.2019, 09:11

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 15 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 17.03.2013, 17:07 
Benutzeravatar
Hallo :-),
ich habe seit ca. 1 Woche ein Problem. Jedesmal wenn ich anfange zu singen, geht ca nach 20 Minuten meine untere Mittellage flöten. Die Stimme bricht und kiekst. Ich bin hoher Koloratursopran (Blondchen, Olympia etc.) Habe da bis jetzt noch nie irgendwelche Probleme gehabt. Die Höhe kommt leicht und fühlt sich gut an. Nur wenn ich nach unten in die Mittellage gehe, springt meine Stimme ab e1/f1 sofort in die Bruststimme. Diese Bruststimme klingt sehr rauh und irgendwie komisch. Die Mittellage fühlt sich auch nicht mehr so glatt an wie früher. Irgendwie etwas brüchig. Ich bin jetzt echt ratlos. Habe sowas noch nie erlebt. Meine Tiefe war immer gut für einen Sopran. Im Gegenteil, früher hatte ich immer Höhenprobleme. Jetzt, wo ich mich selber wundere, wie unglaublich hoch ich komme, habe ich in der Mittellage und Tiefe Probleme. :-( Hat jemand von euch soetwas schon mal erlebt?
lg


Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 18.03.2013, 11:11 
Offline
Moderatorenanwärter
Moderatorenanwärter
Benutzeravatar

Registriert: 27.01.2006, 00:14
Beiträge: 1356
Wohnort: Wiesbaden *31.01.
Vorname: F.
Nachname: L.
Liebe DonnaOlympia,

nein, erlebt habe ich das selbst noch nicht, daher kann ich dir da auch leider keinen Rat geben. Mich interessiert aber, wie du deine Höhe aufgebaut hast. Ich bin selbst ein Sopran (allerdings ein schwererer), der auch "aus der Tiefe" kam, sprich immer eine recht gute Tiefe und Mittellage hatte, habe mich früher auch mit Höhenproblemen rumgeschlagen (wer hat das nicht?) und erreiche mittlerweile Höhen, die ich nie für möglich gehalten hätte (und in den meisten Fällen, was meine Literatur angeht, auch nicht brauchen werde, aber sei's drum. Es ist gut zu wissen, dass auch jenseits des hohen Cs noch Luft nach oben ist big_baden) Nur haben wir (also mein GL und ich) die Höhe über die Mittellage (und zum Teil auch über das tiefe Register) aufgebaut bzw. in den Übungen für die Höhe auch immer die Tiefe mit eingebunden, um der Stimme Fundament zu geben ohne die Flexibilität zu verlieren. Dadurch hat sich nicht nur meine Höhe verbessert, sondern auch meine Tiefe ist noch einmal sicherer geworden.
Die Probleme bei e1/f1 deuten für mich überdies auf ein Problem des unteren Passagios hin. Wie lange hast du denn eigentlich schon Unterricht?

Liebe Grüße

Octaviane

_________________
„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 18.03.2013, 15:31 
Offline
Schaut öfter vorbei
Schaut öfter vorbei

Registriert: 24.12.2009, 21:47
Beiträge: 108
Vorname: Hilde
Nachname: Maurer
Hallo
bin auch Koloratur.Höhe ist von selber gekommen und extrem(c4).Tiefe war bei mir nie so gut, daher auch nicht verloren gegangen.Habe aber auch Tiefe nie geübt und eigentlich eine Abscheu davor tief zu singen. Weil ich da einge gewisse Grenze spüre und mir kommt meineStimme in der Tiefe schwach vor.Glaube aber daß Tiefe für Koloratursoprannicht so wichtig ist deshalb ist es mir egal.

Hilde45


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 18.03.2013, 17:46 
Offline
Moderatorenanwärter
Moderatorenanwärter
Benutzeravatar

Registriert: 27.01.2006, 00:14
Beiträge: 1356
Wohnort: Wiesbaden *31.01.
Vorname: F.
Nachname: L.
Hilde45 hat geschrieben:
Hallo
[...] Glaube aber daß Tiefe für Koloratursopran nicht so wichtig ist. [...}

Hilde45


Das halte ich persönlich für einen gewaltigen Trugschluss - sicher wird ein hoher Kolorstursopran nicht so oft in der (ganz) tiefen Lage singen (wo auch immer die im Einzelfall liegt), aber mE ist es für die Entwicklung der gesamten Stimme essentiell wichtig, alle Register zu berücksichtigen und zu entwickeln. Aber letztendlich muss auch jeder selbst wissen, was für ihn gut ist ...

Viele Grüße

Octaviane

_________________
„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 18.03.2013, 20:48 
Offline
Ratgeber
Ratgeber
Benutzeravatar

Registriert: 28.02.2011, 18:25
Beiträge: 545
Vorname: Dietmar
Nachname: Vollmert
Volle Zustimmung ! Will ein hoher Sopran nicht zur Zwitschermaschine verkommen, sollte er ( der Sopran ) sich ganz besonders um die untere Mittellage und Tiefe kümmern. Bei fast allen Frauenstimmen ist das Intro ins untere Passagio ( f`, fis`) problematisch und bedarf großer Aufmerksamkeit. Darunter, hier : unterhalb von c1, können selbst hohe Soprane die Brustresonanz erfolgreich aktivieren, wenn sie nur wollen. Ich habe anderenorts bereits geschrieben, dass ich mit den Sängerinnen chromatisch absteigende Übungen bis f mache -zumeist zum großen Erstaunen der Damen, die so etwas nicht für möglich gehalten hatten. Natürlich ist darauf zu achten, dass der Klang nicht zu brustig wird, sondern durch geschickte Beimischung des kopfigen Anteils " geadelt " wird !
Generell gilt : Erst die optimale Verblendung beider " Register " verleiht besonders der hohen Stimme Individualität, die sie vor bloßem Zwitschern bewahrt !

Ciao. Ospite


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 19.03.2013, 16:01 
Benutzeravatar
Hey,
vielen Dank erstmal für die Antworten :-)
Ich versuche gerade wieder mehr Übungen in der unteren Mittellage zu machen. Es wird auch schon besser. Die Gesangslehrer, die ich bis jetzt hatte, haben immer nur versucht meine Höhe auszubauen. Meine jetzige Gesangslehrerin fängt bei mir immer ab f1 mit den Übungen an. Ich selber versuche dann noch zu Hause beim Üben tiefer zu gehen, weil ich selber schon gemerkt habe, dass auch die Mittellage wichtig ist. Ich singe schon seit 10 Jahren und hatte schon einige Lehrer, die mir nicht so gut getan haben. Ich war immer heiser nach dem Gesangsunterricht. Von den Lehrern haben leider die meisten gar nichts für meine Mittellage getan. Also Übung ab e1 beginnen und dann rauf so weit es geht. :-( Jetzt bin ich mit meiner Lehrerin zufrieden. Der Unterricht tut mir gut. Sie sagt schlank in die Höhe und den Mund nicht verreißen. Ich versuche meine Zunge und Kiefer dabei nicht zu verspannen. Hab viel mit dem Buch "Feldenkrais für Sänger" erreicht oder eben andere Körperübungen. Aber ich habe auch das Gefühl, dass Sie meine untere Mittellage vernachlässigt. Schließlich geht Blondchen, zumindest im Duett, auch bis zum as runter und Zerlina und Ännchen bis zum c1. Mit der Bruststimme unter c1 habe ich keine Probleme. Ich komme bis zum kleinen f manchmal e. Aber eben der Registerübergang in der Mittellage e1 wackelt. Und komisch ist auch, dass das nur beim Vokal a so ist. Ich übe im Moment nur Glissando in Quinten von oben nach unten. Geht ohne Probleme auf allen Vokalen ausser auf a. Da wackelt es eben in der Mittellage. Die einzigen Übungen für die Tiefe, die ich so im Laufe meines Gesangsunterrichts bekommen haben waren Glissandoübungen von oben nach unten über eine Quinte oder Oktave. Dann sind die Lehrer immer gleich in die Höhe gegangen. Jetzt kann ich ein f3 aushalten aber meine Tiefe klingt irgendwie flach und substanzlos. Meine Höhe ist sehr glockig. Das wird immer weniger, je tiefer ich gehe. Also Zerlina ist für mich schon eher unangenehm. Aber das ist mein Fach, also muss ich versuchen meine untere Mittellage alleine wieder in Ordnung bringen. Es ist komisch, ich habe mich mit vielen Sängerinnen unterhalten und die meistern erzählen, dass in ihrem Unterricht die tiefen Töne immer vernachlässigt werden. Ich versuche viele Bücher von Sängern und Gesangspädagogen zu lesen. Demnächst besuche ich einen Meisterkurs bei Margreet Honig. Vielleicht kann die mir ja helfen.
lg :-)


Nach oben
  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 19.03.2013, 17:25 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 10.11.2005, 01:00
Beiträge: 3484
Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
Liebe DonnaOlympia,

die Mittellage ist die wichtigeste überhaupt, darauf baut die Stimme auf nach oben und unten. Ich verstehe überhaupt nicht, wie ein Lehrer das vernachlässigen kann.
big_gruebel

_________________
musica
bel-voce-gesangssolisten







Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 19.03.2013, 23:01 
Offline
Schaut öfter vorbei
Schaut öfter vorbei

Registriert: 15.08.2012, 10:40
Beiträge: 135
Vorname: D.
Nachname: L.
Hallo,
ich verstehe eine derartige Vernachlässigung auch nicht. Das hat nichts damit zu tun, dass ich selber ein Alt bin (das tiefe Passagio liegt erheblich unter den von ospite angegebenen Tönen), sondern einfach mit der Tatsache, dass eine Fundierung der Stimme (Aufängung auch am "unteren Ende" des Spektrums) gerade bei Sopranen die Höhe stabilisiert und deren Volumen auf organische Weise vergrößern hilft.

Derzeit arbeite ich mit einer Sopranistin, deren Stimme durch zunehmendes Alter (Prä - Menopause) schwerer wurde. Anfangs gab es überhaupt keinen Zugang zum Brustregister. Da war zu. Obwohl man das tolle Material erahnen konnte, Inzwischen geht es bei entsprechenden Übungen bis zum kleinen e (kein großer Ton, aber ein vorhandener ohne Druck). Ich bin erstaunt, wie schnell das ging. Gleichzeitig entblättern sich in der hohen "Sahnelage" opernartige Töne, auch weil das Gefühl der "Tiefenverankerung" mit eine Rolle spielt.

Ich bin überzeugt, dass selbst die höchste Stimme irgendwann erfahren sollte, wo es an tiefen Ende des Spektrums hingehen kann. Das hohe Fach geht damit keinesfalls verloren, sondern gewinnt dazu.

LG
Dola


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 20.03.2013, 09:58 
Offline
Mitglied
Mitglied

Registriert: 20.04.2012, 17:48
Beiträge: 83
Vorname: x
Nachname: x
Hilde45 hat geschrieben:
Hallo
bin auch Koloratur.Höhe ist von selber gekommen und extrem(c4).Tiefe war bei mir nie so gut, daher auch nicht verloren gegangen.Habe aber auch Tiefe nie geübt und eigentlich eine Abscheu davor tief zu singen. Weil ich da einge gewisse Grenze spüre und mir kommt meineStimme in der Tiefe schwach vor.Glaube aber daß Tiefe für Koloratursoprannicht so wichtig ist deshalb ist es mir egal.

Hilde45



Ich finde das - ähnlich wie alle, die bisher geantwortet haben - einen absoluten Trugschluss. Es gibt so viele Sopranistinnen, bei denen man im Konzert denkt: Ja, schöne Höhe, aber die Tiefe? Die hört man ja praktisch gar nicht. Ausnahmslos jeder Sänger sollte sein gesamtes Register trainieren - letztlich ist aber die Tiefe und Mittellage so wichtig, weil die Höhe darauf aufbaut. Die Höhe profitiert vom richtigen Sitz der Stimme und dazu gehört eben, dass man sie von unten her aufbaut.
Ich verstehe aber auch ehrlich gesagt nicht, wie man sagen kann, dass es einem egal ist, wenn man etwas nicht kann. Liegt da nicht gerade der Sinn von Gesangsunterricht? Ich kann seit ich denken kann keine Koloratur singen. Klar kann ich jetzt sagen, dass das für einen schwereren Sopran nicht so wichtig ist - aber ich will das einfach können, weil ein guter Sänger das können muss. Natürlich gibt es Phasen, in denen man frustriert ist und diese Übungen vernachlässigt, aber generell zu sagen, dass es nicht so wichtig sei, macht es einem ganz schön einfach. Ich glaube auch, dass man, wenn man seine Schwierigkeiten so immens vernachlässigt, ab irgendeinem Punkt auch nicht mehr weiterlernen kann.

Liebe DonnaOlympia, leider kenne ich das Problem auch nicht, aber ich denke, dass das vielleicht sogar nur ein kurzfristigen Problem war und Du so verunsichert wurdest, dass Du jetzt automatisch bei den Tönen verkrampfst. Ich bin kein Gesangslehrer, aber ich denke, in dem Fall ist es gut, wieder die Mittellage zu trainieren und immer wieder, ganz unverkrampft, zu versuchen, etwas tiefer zu gehen. Das kommt schon wieder! big_ok


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 20.03.2013, 11:21 
Offline
Moderatorenanwärter
Moderatorenanwärter
Benutzeravatar

Registriert: 27.01.2006, 00:14
Beiträge: 1356
Wohnort: Wiesbaden *31.01.
Vorname: F.
Nachname: L.
Hallo Dani,

ach ja, die Koloraturen ... da bin ich auch nicht wirklich ein Naturtalent (wobei ich mich manchmal immer noch frage wie viel davon wirklich mangelnde Begabung ist/ am Stimmtyp liegt und wie viel einfach nur Kopfsache, weil es einem -von anderen und von sich selbst - lange genug eingeredet wurde). Aber auch ich bin der Meinung, dass jede Stimme alle Bereiche trainieren sollte und so braucht ein hoher Sopran eben auch Tiefe, ein Alt Höhe, eine "schwerere" Stimme Beweglichkeit usw. Also bin und bleibe ich dran, um auch diesen Bereich weiter zu verbessern. Und mache die Erfahrung, dass je ausbalancierter die Stimme ist (wobei wir auch wieder bei einer gut funktionierenden und entspannten Mittellage wären), auch alle anderen Bereiche gewinnen.

LG

Octaviane

_________________
„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 20.03.2013, 11:34 
Offline
Mitglied
Mitglied

Registriert: 20.04.2012, 17:48
Beiträge: 83
Vorname: x
Nachname: x
Ja, Octaviane, ich gebe Dir zu 100% Recht.

Ich denke da auch oft an meine Lehrerin - ein wirklich großer Mezzosopran. Sie ist natürlich aufgrund der Stimmlage in anderen Bereichen "Zuhause" als ich, aber: Sie schafft auch ein c''' in einer beeindruckenden Weise. Das braucht sie für ihre Literatur sicherlich nicht - aber sie kann es eben, weil sie eine richtige Technik gelernt hat und ihre Grenzen ausgetestet hat. So jemand braucht dann doch keine Angst mehr vor etwaigen hohen Tönen in eigenen Arien haben! Wenn da mal ein g'' singt, kann sie das ganz unverkrampft singen, weil sie weiß, wieviel Luft sie noch nach oben hat.

Was die Koloratur angeht: Es ist sicherlich beides. Es ist Stimmveranlagung (oder eben auch Begabung), aber nach einiger Zeit und besserem Können dann mehr und mehr Kopfsache.

Aber was in jedem Fall stimmt: Egal, ob man in der Tiefe, Mittellage, Koloratur, Legato, in der Höhe, etc ein Problem hat: Meistern luasst sich dieses nur mit einer Technik, die die Stimme in allen Lagen auszubalancieren vermag.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 20.03.2013, 15:22 
Offline
Moderatorenanwärter
Moderatorenanwärter
Benutzeravatar

Registriert: 27.01.2006, 00:14
Beiträge: 1356
Wohnort: Wiesbaden *31.01.
Vorname: F.
Nachname: L.
Exakt ... und ich kann aus eigener Erfahrung nur sagen- es lohnt sich dranzubleiben ... :92

_________________
„Die Verpflegungslage ist für den Kulturmenschen eigentlich das Wichtigste.“
(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

http://www.sopranodrama.de


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 22.05.2013, 13:30 
Offline
Schaut öfter vorbei
Schaut öfter vorbei
Benutzeravatar

Registriert: 03.10.2011, 14:39
Beiträge: 145
Wohnort: Frankfurt am Main
Vorname: S.
Nachname: B.
Hallihallo,

vielleicht kommt das Problem mit dem Bruch auch von zu viel Luftdruck während des Singens generell? Manchmal merkt man das vielleicht nicht sofort, und als erstes dann in der Tiefe, wo die Stimme dann nicht mehr entspannt schließen kann. In der Höhe kann man oft mit Druck noch Töne herausbekommen, die dann vielleicht gar nicht mal schlecht klingen, weil da die Stimmbänder eh mehr Spannung haben, als in der Tiefe, aber gesund ist es dann nicht. Mir geht es manchmal so, wenn ich mir beim Üben zuhöre und der Stimmsitz dadurch verloren geht, dass ich meine tiefsten Töne (ich komme morgens runter bis zum c, wenn meine Stimme verspannt ist nur noch bis e oder es) nicht mehr bekomme und dann auch stärker meine Registerübergänge spüre (gis2/as2 ist wohl mein Passagio, der klemmte oft zb bei Olympia oder jetzt auch bei Caro Nome "e fin l´ultimo...".

Ich singe ganz gerne meine Arien in verschiedenen Lagen, ich fange gerne ganz tief an (Caro Nome eine Oktave tiefer, natürlich nicht zu laut, ganz entspannt), dann kommt alles aus dem unteren Bauch, die Vokale und Konsonanten federn richtig im Körper und anschließend singe ich es in der Originallage, dann sind mehr Oberklänge drauf.

Das häufige Wechseln der Tonarten (manchmal sogar immer Halbtonweise von unten angefangen aufwärts bis zu Spitzetönen, die auch tagesformabhängig sind) hält meine Stimme entspannt, so dass ich immer seltener verspanne und auch nach 2 Stunden Proben noch bis zum kleinen d runter komme (bis zum c schaffe ich dann meistens doch nicht mehr, aber ich merke auch keinen Druck auf der Stimme, also ist es wohl nicht so gravierend).

Ich meine, Maria Callas hat ihre Arien auch immer erst in tiefer Lage trainiert. Sie war zwar eine Ausnahme-Sängerin, aber jeder hat doch einen großen Stimmumfang von Natur aus, manche etwas mehr, manche etwas weniger, wenn man den zumindest auf die weise flexibel behält und trainiert, wird die Stimme auch flexibler und bekommt mehr Farben und Artikulations-Möglichkeiten.

Beispielsweise gibt es in Caro Nome eine Koloratur, die unten cis1 beginnt und bis h2 rauf geht (was jetzt nicht extrem hoch ist, aber man kann auch da Luft schieben mit der falschen Technik bzw Brüche haben). Ich habe diese Koloratur insgesamt von fis-fis3/g3, manchmal b3 trainiert (also immer Halbton-Weise aufwärts), man kann sich bei der Übung nicht wirklich festsingen, wenn man die Hände auf den unteren Rücken legt und das Gefühl hat, der Ton und die Konsonanten werden dort unten gebildet (und der Bauch entspannt ist), man beginnt die letzte Übung dann auf gis1-fis3 (der Umfang umfasst eine Oktave plus eine kleine Septime), wenn man noch mehr von der Tiefe dabei haben möchte, kann man auch erst die Oktave (gis-gis1-.....-fis3) singen. Dann hat man Tiefe und Höhe verbunden und es entstehen keine Brüche. Anschließend ist die Originale Stelle bis h2 ein Kinderspiel und man kann es schön weich und Legato integrieren in die gesamte Phrase.

Ich weiß, dass du bzw auch Hilde davon geschrieben habt, dass die Höhe kein Problem darstellt, aber das Problem ist ja die Unausgeglichenheit der Register, somit wäre so eine Übung vielleicht hilfreich. Aber es muss auch zur jeweiligen Stimme passen. Wir sind alle drei hohe Koloratursoprane und haben dennoch sicher grundverschiedene Stimmen, zum beispiel komme ich von Natur aus schon immer unters e und habe keine schwache Tiefe. Dafür muss ich an meiner Höhe arbeiten, weil ich dann immer zum Luft schieben neige, also Stimmbandschluss-Probleme habe. Ihr könnt wahrscheinlich in der Höhe "besser forcieren" (sollte man nicht, aber ihr kriegt das hin), als ich, dafür kann ich in der Tiefe forcieren (bei "Glitter and be gay" hab ich oft die Tiefe zu massig genommen und kam dann nicht mehr gut hinauf).

Mich würd mal interessieren, ob die Übung, die ich oben beschrieben habe, für eine von euch hilfreich ist, hoffentlich habe ich sie einigermaßen verständlich beschrieben ;-) notfalls hört euch nochmal die Arie an, dann wisst ihr welche Stelle ich meine ;-) Es ist die Stelle nach "a te volerà", die oft Staccato gesungen wird, nicht die Schlusskadenz. Für mich war die besonders gut zum Einsingen geeignet.

Lg, Olympia

_________________
Musik ist die Erlösung
Jeder Klang ist ein Gebet
Sie führt uns zur Genesung
Sei ein Priester, ein Poet


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 22.08.2013, 15:40 
Offline
Mitglied
Mitglied
Benutzeravatar

Registriert: 15.11.2005, 19:12
Beiträge: 89
Wohnort: Nähe München (nach Westen)
Liebe DonnaOlympia, Du schreibst:
"Aber eben der Registerübergang in der Mittellage e1 wackelt. Und komisch ist auch, dass das nur beim Vokal a so ist. Ich übe im Moment nur Glissando in Quinten von oben nach unten. Geht ohne Probleme auf allen Vokalen ausser auf a. Da wackelt es eben in der Mittellage."
Dazu eine kleine 'tentative' Bemerkung: Der Vokal "a" ist m.E. immer problematisch, weil er 'von selbst' tut und man bei ihm gleich meint, es wäre sowieso alles richtig. Ein schöner Kopfklanganteil ist enorm wichtig, den man z.B. dadurch erreichen kann, dass man von der "i"- oder "e"-Vorstellung herkommt - mit viel Nase(nwurzel)- und Kuppel-klang/-gefühl. Aber da renne ich wahrscheinlich sowieso offene Türen ein... Vielleicht liegt so bei Dir eine gewisse Verbrustung des "a" vor (die gar nicht mal stark sein muss).
Außerdem ist eine gute Stütze auch beim unteren Passaggio wichtig.
Das nur zum Nachdenken.
Grüße aus Oberbayern!
ruediger

_________________
Das Frühjahr kommt. Wach auf, du Christ! Der Schnee schmilzt weg. Die Toten ruhn. Und was noch nicht gestorben ist, das macht sich auf die Socken nun. (Mutter Courage)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Tiefe geht verloren
BeitragVerfasst: 15.12.2014, 18:30 
Offline
Schaut öfter vorbei
Schaut öfter vorbei
Benutzeravatar

Registriert: 03.10.2011, 14:39
Beiträge: 145
Wohnort: Frankfurt am Main
Vorname: S.
Nachname: B.
Auch von mir noch eine Ergänzung:

Seit ich mich vor allem darauf konzentriere, dass ich in der Mittellage nicht zu flach werde und ab ca. cis" schon ein wenig von dieser Kuppel habe, die ich dann nahtlos bis in die Höhe ziehe (je höher, desto "weiter hinten und kleiner/leiser" der Ton, habe ich mit meiner Höhe weniger Probleme und die Stimme macht die Registerwechsel größtenteils von selbst. Und es ist wichtig, dass der Hals immer offen bleibt. Speziell bei Staccati hab ich früher gerne anstatt aus dem Körper aus dem Hals den Impuls gegeben (bzw. einfach zwischendurch zugemacht), da kann kein gesunder Ton rauskommen. Die Zunge war meistens auch zu weit hinten.

Also: Kuppel, freier Hals und Zunge nach vorne (Ng-Position).

und wenn man wieder runter geht, nicht einfallen sondern die Spannung beibehalten und gefühlt "nach vorne" singen, mehr in die Maske, dabei aber die Weite im Hals beibehalten.

Und ein Punkt ist auch noch wichtig: das Brustbein. Von c" abwärts soll es dort spürbar mitschwingen (Finger als Kontrolle hinlegen), dann ist man im Körper.

Lg, Olympia

_________________
Musik ist die Erlösung
Jeder Klang ist ein Gebet
Sie führt uns zur Genesung
Sei ein Priester, ein Poet


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 15 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

0 Mitglieder


Ähnliche Beiträge

Bruststimme geht flöten (?)
Forum: Stimme
Autor: Anonymous
Antworten: 4
Es geht weiter-- Sonntag 4.Mai 2008, Egling a.d.Paar, Kirche
Forum: Konzerte
Autor: ruediger
Antworten: 5
Tiefe Töne mit kern singen.
Forum: Allgemeine Gesangstechnik
Autor: lunatic
Antworten: 7
tiefe Frauenstimme- schön oder nicht?
Forum: Stimme
Autor: contraalta
Antworten: 5
Männer - Duette tiefe Stimmen
Forum: Literatur
Autor: manne
Antworten: 26

Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
cron




Hosted by iphpbb3.com

Impressum | Datenschutz