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 Betreff des Beitrags: Re: Ihr Einsatz bitte...:-)
BeitragVerfasst: 08.09.2016, 16:03 
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@silvieann: Doch, die Erfahrung habe ich häufiger gemacht, daß der Chor ein Lob bekam, ohne den Chorleiter explizit anzusprechen. Wenn hingegen einiges bis alles schief läuft, heißt es, der Chorleiter hat den Chor nicht gut vorbereitet. Dabei steht und fällt eigentlich alles im Zusammenspiel zwischen Dirigent und Chor.

@T M Pestoso: Eigentlich mache ich die Erfahrung eher anders: Die guten Chorsänger/innen sind möglichst bei jeder Probe da. Die, die fehlen, sind die, die *meinen*, gut genug zu sein, um sich das erlauben zu können. Und das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied, der durchaus hörbar werden kann.

Wenn Führstimmen mal wegfallen, kann das übrigens durchaus zu einer qualitativen Verbesserung führen. Seit ich nicht mehr im Kirchenchor singe, *müssen* die Damen im Sopran sich auf sich selber verlassen. Und siehe da, es funktioniert (und ist auch viel ausgewogener).

Was das Mitsingen von anderen Stimmen betrifft, bin ich eher davon genervt. Wir haben im Moment einen im Vocalensemble, der nicht nur seine Tenorstimme übt, sondern im Regelfall auch Bass und Alt mitsingt, wenn diese Stimmen einzeln geprobt werden. Finde ich nicht gut, sondern irritierend. Meiner Meinung nach sollte ein Chorleiter so etwas nur dulden, wenn tatsächlich geplant ist, die Person in der benachbarten Stimme einzusetzen. Wenn der Chorleiter selber eine Stimme bei der Probe unterstützt, hat das eine andere Qualität - da übt der Leitende/Lehrende seine Leitungs-/Lehrfunktion aus. Davon ab: Ich bin im Moment sowieso nicht ganz so gut auf unsere Tenöre zu sprechen, weil die ständig quatschen. Ist egal, ob eine Einzelstimme geprobt wird oder sogar während der Vorspiele. Das ist eine absolute Unart, die ich als respektlos uns anderen gegenüber empfinde und die auch gerne dafür sorgt, daß sie selber ihre Einsätze verpassen (bzw. sogar die Ansage, welches Stück als nächstes geprobt wird) - um mal wieder den Bogen zurück zur Ausgangsfrage zu schlagen.

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Gruß, Astrid

Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen. (A. Schweitzer)


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 Betreff des Beitrags: Re: Ihr Einsatz bitte...:-)
BeitragVerfasst: 08.09.2016, 16:20 
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T M Pestoso hat geschrieben:
Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, daß manche im Konzert einfach so aufgeregt sind, daß sie keinen geraden Ton mehr herausbringen, oder alles vergessen haben. Sowas gibt's.
Ist u.U. schwer in den Griff zu bekommen.

Einen tatsächlich 'geraden' Ton zu produzieren ist wirklich schwierig.
... aber bisher waren 'gerade' Töne nie das Ziel, zumindest nicht da, wo ich mitgesungen habe ...


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 Betreff des Beitrags: Re: Ihr Einsatz bitte...:-)
BeitragVerfasst: 08.09.2016, 17:23 
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Donna Elvira hat geschrieben:
Eigentlich mache ich die Erfahrung eher anders: Die guten Chorsänger/innen sind möglichst bei jeder Probe da. Die, die fehlen, sind die, die *meinen*, gut genug zu sein, um sich das erlauben zu können. Und das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied, der durchaus hörbar werden kann.

1.ja. 2. noch schlimmer...
(aber ich glaube, das sich das einer Verallgemeinerung entzieht)
Als Lösungen dazu kenne ich (gibt bestimmt noch andere Varianten):

- Anwesenheitspflicht bei bestimmten Proben - wer nicht da ist, kommt nicht auf's Podium

als Steigerung dazu noch zusätzlich oder auch als eigene Maßnahme

- Anwesenheitsliste. Wer eine bestimmte Anzahl Proben fehlt, darf nicht auf's Podium

Ausnahmen nur mit expliziter Sondergenehmigung des Dirigenten. Ich kenne zwar keinen persönlich, aber es soll welche geben, die sich dann auch vorsingen lassen. Ich hab' auch schon von Chören gehört, die zur Durchsetzung dieser Maßnahmen Bühnenausweise ausstellen. OK: im unteren Segment sicher overdone.

Donna Elvira hat geschrieben:
Wenn Führstimmen mal wegfallen, kann das übrigens durchaus zu einer qualitativen Verbesserung führen. Seit ich nicht mehr im Kirchenchor singe, *müssen* die Damen im Sopran sich auf sich selber verlassen. Und siehe da, es funktioniert (und ist auch viel ausgewogener).

seh' ich auch so. Die sind jetzt halt selber gefordert!
(Das ist auch ein Argument gegen Mitsingen aus anderen Stimmen. Ist prinzipiell nichts anderes: Es singt jemand mit, der es kann.)

Donna Elvira hat geschrieben:
Was das Mitsingen von anderen Stimmen betrifft, bin ich eher davon genervt. Wir haben im Moment einen im Vocalensemble, der nicht nur seine Tenorstimme übt, sondern im Regelfall auch Bass und Alt mitsingt, wenn diese Stimmen einzeln geprobt werden. Finde ich nicht gut, sondern irritierend. Meiner Meinung nach sollte ein Chorleiter so etwas nur dulden, wenn tatsächlich geplant ist, die Person in der benachbarten Stimme einzusetzen. Wenn der Chorleiter selber eine Stimme bei der Probe unterstützt, hat das eine andere Qualität - da übt der Leitende/Lehrende seine Leitungs-/Lehrfunktion aus.

dto... :-)

Donna Elvira hat geschrieben:
Davon ab: Ich bin im Moment sowieso nicht ganz so gut auf unsere Tenöre zu sprechen, weil die ständig quatschen. Ist egal, ob eine Einzelstimme geprobt wird oder sogar während der Vorspiele. Das ist eine absolute Unart, die ich als respektlos uns anderen gegenüber empfinde und die auch gerne dafür sorgt, daß sie selber ihre Einsätze verpassen (bzw. sogar die Ansage, welches Stück als nächstes geprobt wird) - um mal wieder den Bogen zurück zur Ausgangsfrage zu schlagen.

Ja, das ist auch ein Problem. Du hast ja sowas von recht!
Abhilfe: Stimmen durcheinander setzen (Ok: da muß das Stück schon einigermaßen sitzen). Hilft m.E. auch gegen das Gezicke "Ich sitz aber immer neben der [...]" Wobei das schon wieder nur eingeschränkt gilt, denn gute Teams sollte man nicht trennen...

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ihr Einsatz bitte...:-)
BeitragVerfasst: 08.09.2016, 19:28 
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Und wieder mal: It all depends...

Besonders bei polyphonen Stücken ist das schwierig, die Stimmen zu trennen. Wir haben das schon mal häufiger probiert, aber dann fällt es meist auch tatsächlich auseinander. Bei homophonen Sätzen ist es manchmal echt erstaunlich, was bei einer gemischten Aufstellung herauskommt. Besonders die Stimmung wird dann häufig besser gehalten als bei Aufstellung nach Stimmen.

Was sonst das Quatschen angeht, bin ich da eher noch der Ansicht, daß der Chorleiter mit einer klaren Ansage, daß doch bitte mal die Schnüss gehalten werden soll, eingreifen muß, besonders bei kleinen Ensembles wie dem unseren (3[2] Sopran, 1[2] Alt, 3 Tenor, 3-4 Bässe), bei denen auch noch ein gewisser Anspruch an die eigene Leistung besteht. Ein Chor ist und bleibt keine basisdemokratische Veranstaltung. Beim Vocalensemble allerdings wird schon geguckt, wann wir alle können, um einen Termin festzulegen. Von daher würde auch ein Auftrittsverbot nichts bringen, wobei hier der Probenbesuch aber sehr konsequent ist. Als der Kirchenchor noch -zig (inzwischen sind das auch nur noch 15) Mitglieder hatte, war das aber auch mal in der Diskussion. Nur gebracht hat es nichts. Das steht und fällt nämlich wiederum mit der Konsequenz des Chorleiters. Ein Kirchenmusiker ist dabei wahrscheinlich auch noch stärker auf die Kooperation seiner Sänger/innen angewiesen als ein Leiter eines ausgewiesenen Konzertchors.

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Gruß, Astrid

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 Betreff des Beitrags: Re: Ihr Einsatz bitte...:-)
BeitragVerfasst: 08.09.2016, 20:06 
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Silvieann hat geschrieben:
T M Pestoso hat geschrieben:
Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, daß manche im Konzert einfach so aufgeregt sind, daß sie keinen geraden Ton mehr herausbringen, oder alles vergessen haben. Sowas gibt's.
Ist u.U. schwer in den Griff zu bekommen.

Einen tatsächlich 'geraden' Ton zu produzieren ist wirklich schwierig.
... aber bisher waren 'gerade' Töne nie das Ziel, zumindest nicht da, wo ich mitgesungen habe ...


Kurzer Einwurf: Ich glaube, "gerade" war hier im Sinne von "nicht schief" gemeint. Und das sollt doch hoffentlich das Ziel eines jeden Chores sein ;)

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(T. Fontane)

"When you have that perfect match between voice, personality, repertoire and style, art happens" (Anonym)

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 Betreff des Beitrags: Re: Ihr Einsatz bitte...:-)
BeitragVerfasst: 15.10.2016, 15:58 
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Zum Punkt Anwesenheitsliste:

In unserem Chor führe ich diese Liste, und die meisten Sänger und Sängerinnen sagen mir (oder anderen) im Voraus, wenn sie nicht kommen können. In der Liste selbst gibt es deswegen für jede Probe und für jeden "anwesend", "entschuldigt" oder "unentschuldigt", und ich habe die Gesamtübersicht über Monate und Jahre.

Der CL wollte einmal bei den Vorbereitungen zu einem wichtigen Konzert besonders konsequent sein und schrieb in einer Mail an alle, dass nur diejenigen mitsingen könnten, die eine 80%-ige Anwesenheit aufweisen konnten. Das war die Theorie.

In der Praxis war dies eher eine leere Drohung, denn es erwies sich doch als ein Unterschied, WER weniger als 80% der Zeit da war - ein Tenor, der sich seine Stimme zu Hause mit der Übedatei zuverlässig angeeignet hatte; der Vereinsvorsitzende, der ganz am Anfang der Probezeit beruflich 2x im Ausland war; eine der (zu) vielen Altistin, die zugab, auf diversen Geburtstagsfeiern gegangen zu sein aber deren Stimme sowieso nie herauszuhören war; eine Sopran, die gerade von einer Krebsbehandlung zurückkam und sich SO auf das Singen gefreut hatte; jemand, der immer da war, bis auf die letzte und die Generalprobe ...usw.

Am Schluss haben einige von sich aus darauf verzichtet, mitzusingen, weil sie selber merkten, dass sie nicht genug geprobt hatten, aber die 80%-ige "Regel" wurde nicht angewandt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ihr Einsatz bitte...:-)
BeitragVerfasst: 17.10.2016, 11:35 
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ich weiß: schwierig
dann bleibt eigentlich nur eines: Vorsingen...
Aber das ist es auch wieder nur teilweise, denn Chorsingen ist etwas anderes, als alleine singen. Und manchen Kandidaten fehlt's auch diesbezüglich im Konzert gelegentlich an Disziplin. Aber das ist schon fast wieder ein anderes Thema. (Alles schon erlebt: z.B. namentliche Ansage unmittelbar vor dem Konzert, wer im Sopran eine bestimmte hohe Stelle mitsingt - und dann setzt sich irgendeine Kreischsäge, die sich für Kammersängerin hält, darüber hinweg und hängt einen Viertelton darunter. Abgesehen davon, daß sie die anderen drückt, klingt es unrein - ein(e) Sänger(in) reicht bei sowas, um einen ganzen Chor zu diskreditieren... Oder anderes Beispiel: in einer mehrchörigen Passion im falschen Chor mitzusingen, weil der eigene Chor gerade tacet hat, vor allem, wenn's dann alle in diesem Teilchor machen, sich der andere Teilchor aber an die Unterscheidung hält. Warum's wohl mehrchörig ist? Unfair gegenüber den Sängern des anderen Teilchores ist es alleweil. Das sieht dann nämlich nach Tutti und Favoritchor aus. Was im speziellen Fall wohl auch Sinn des Manövers war.)

Die meisten haben Gründe, warum sie nicht zur Probe kommen (und wenn sie keine haben, erfinden sie welche. Kann ja niemand nachprüfen. "Keine Lust" wird wohl niemand anführen). Eine Frage der Akzeptanz. Wenn's jemand kann: ok. Aber sind die "Gründe" im Einzelfall Grund genug, trotzdem mitzusingen, auch wenn es der/die Betreffende nicht kann? Zumindest, wenn es für ein Konzert ist, für das Eintritt verlangt wird? Wie würden wir reagieren, wenn wir 20€, 30€ oder gar 60€ für eine Eintrittskarte hingelegt haben, und dann wird nur eine schwache Leistung abgeliefert? Wie reagiert die Presse darauf - zu Recht? Tut das dem Chor gut? Hat das Publikum nicht ein Recht darauf, in so einem Fall die bestmögliche Darbietung zu bekommen? Beim Jahreskonzert der Liedertafel "Harmonie" im Gasthof "Post" in Hintergraswachshöring bei freiem Eintritt (und zu dem ohnehin nur die Familien und Freunde kommen) ist die Entscheidungsgrundlage dagegen eine ganz andere. Hängt wie immer vom Einzelfall ab. Wenn das Chorsingen als überwiegend soziales Ereignis gesehen wird, hat das alles eine andere Wichtung, als wenn ein musikalische Projekt im Vordergrund steht. Zu Spannungen kommt es nur, wenn ein Teil des Chores (inkl. Chorleiter) einen gewissen Anspruch hegt, ein anderer Teil aber (ganz ohne Wertung!) nur deswegen hingeht, um an einem Abend in der Woche Bekannte zu treffen, weg von der Straße zu sein, seiner unbefriedigenden häuslichen Situation zu entfliehen oder nicht alleine zu sein und was der Gründe mehr sind.


unter dem Strich ist das wohl neben Singenkönnen tatsächlich einer der wesentlichen Unterschiede zwischen einem guten Chor und einem Wald-und-Wiesenchor: die Disziplin. Nicht nur, was den Probenbesuch betrifft, auch sonst.

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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