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 Betreff des Beitrags: gerolltes RRRR am Ende eines Worte?
BeitragVerfasst: 23.02.2008, 14:19 
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Hallo,

höre gerade eine Aufnahme Freischütz mit Agathe Gundula Janowitz, dabei fällt mir sehr stark ihr gerolltes rrrrrr am Ende des Wortes auf.
Man kann geteilter Meinung darüber sein ob das richtig ist oder nicht. Die Schwarzkopf hat einmal in einem Meisterkurs eine Studentin korrigiert in dem sie sagte, man spricht ja auch kein gerolltes rrrr am Ende eines Wortes und es klingt unnatürlich.

Als ich vor tausend Jahren mal die Alt-Rhapsodie gesungen habe, hat der Dirigent von mir verlangt am Ende immer ein rrrr zu rollen. Mir fällt es sowieso schon schwer, doch ich habe es hingekriegt so lala.

Wie seht ihr das?

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BeitragVerfasst: 23.02.2008, 18:53 
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Liebe musika, liebe Alle!
Im Sprechunterricht, erinnere ich mich, wurde mir eingetrichtert, für die Endsilbe er: ea auszusprechen. Im Italienischen wird das r am Schluss zwar deutlich, aber nicht stark gerollt ausgesprochen (außer einige Tenöre). Die Marlene Dietrich hat das r natürlich immer gerrrrollt.
Lieben Gruß aus der Steirer Land!
alfredo

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...du holde Kunst, ich danke dir.


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BeitragVerfasst: 23.02.2008, 20:19 
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Ich sage nur: Ge-dies-be-dei
:verdacht


Robin


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BeitragVerfasst: 23.02.2008, 23:59 
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Hallo,
die Aussprache sollte auch bei Sängern trotz aller Klangideale noch verständlich und natürlich rüberkommen. Das wäre meine Maxime. Ich habe im italienischen immer eine gerolltes r-gesungen (Siepi macht es übrigens nicht!). Im deutschen habe ich es unterlassen.
Seit letztem Jahr habe ich ganz auf das rollende R umgestellt, "da hierbei der vordere Sitz der Stimme besser fokusiert bleibt", so in etwa die Worte meiner neuen Gesangslehrerin.
Wie ich mich aber kenne, so weiß ich nicht, ob nicht bei aller Technik, ich doch wieder in alte Muster verfalle.
Was ist aber schlimm daran ? Die Stimme sollte in ihrer Ganzheit gefallen und wie schon gesagt, die Texte ans Publikum und die Hörer natürlich weitergeben.
Das ich auf der Bühne alles übertrieben wiedergeben/darstellen sollte, damit es beim Publikum natürlich ankommt, ist die Kunst des Interpreten. Jede Geste, jedes Wort, jede Bewegung muß überinterpretiert werden, da sich in Raum und Zeit diese Darbietungen verflüchtigen, damit es in der letzten Reihe wieder natürlich ankommt.
Vor dem Mikrofon sollte man da wohl etwas anders auftreten.

LG rugero


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BeitragVerfasst: 28.02.2008, 20:29 
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hallo,

ich finde ein gerolltes R in der klassik sehr schön.

ich mache es und mir liegt es auch sehr.

liebe grüsse
tulpe


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BeitragVerfasst: 29.02.2008, 00:23 
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Gerolltes "R" in der Klassik ist unbedingt notwendig, aber am Ende des Wortes sollte man es unbedingt vermeiden! - Klingt unnatürlich!

Mit "rollenden" Sangesgrüßen,

vox clara :hund


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BeitragVerfasst: 29.02.2008, 09:25 
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ja, am ende fand ich es noch nie schön.
man hört es jedoch nicht so selten.

tulpe


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BeitragVerfasst: 04.01.2010, 19:19 
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ich bin ja jetzt da nicht so der große experte,aber wenn die schwarzkopf sagt,dass es beim sprechen unnatürlich klingt, finde ich das nicht soo ein gutes argument.ich habe auch schon von einigen sängern/gesangslehrern gehört,dass singen eine "höhere" form des sprechens ist,dh. man muss beim singen übertreiben um was rüberzubringen.mir kommt es auch ein bisschen übertrieben vor das R am ende zu rollen,aber wenn ich mir schubert-lieder vom quasthoff anhöre komme ich schon ins zweifeln.bei ihm klingt es ganz natürlich und normal.aber wahrscheinlich hängt das auch mit der größe der stimme zusammen und ich mache das auch meistens so,wie es gerade vom text- oder klangfluß passt.


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BeitragVerfasst: 05.01.2010, 14:25 
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Zitat von Rugero: "...da hierbei der vordere Sitz der Stimme besser fokusiert bleibt..."

Logisch, denn das Gaumen- oder Rachen-R, wie es im Hochdeutschen oder z. B. im Französischen gesprochen wird, wird ja ganz hinten im Mundraum gebildet, also nix "Vordersitz". Allerdings, wer das italienische R überhaupt nicht hinbekommt, der tut sich mit den Versuchen das R irgendwie anderweitig zu rollen gar keinen Gefallen. Da wandert der ganze Stimmsitz erst recht nach hinten!

Es gibt eine Art von gerolltem R die sich fast so anhört wie das korrekt gebildete italienische R, aber eben nur fast - und absolut nicht vordersitz-unterstützend ist! Da muss man schon genau hinhören um diesen "Bluff" zu erkennen.

Ich meine, das R sollte beim Singen nur in denjenigen Sprachen gerollt werden in denen es auch beim Sprechen gerollt wird, sonst hört es sich zu gekünstelt an. Die grundsätzliche Textverständlichkeit wird davon nicht beeinflusst. Wenn man es auch am Ende eines Wortes rollt, dann auf jeden Fall schwächer als im Anlaut eines Wortes, eigentlich nur angedeutet.

Viele Grüße von der No-ad-(Nord-)Zunge
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BeitragVerfasst: 06.01.2010, 03:26 
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Ja,
das "italienische R" bildet sich vorne und man muss es nicht anderweitig rollen - nur üben.
Am besten in der big_baden

Liebe Grüße rugero


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BeitragVerfasst: 09.01.2010, 21:55 
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Aha, jetzt weiß ich endlich warum ich es partout nicht kann: Ich habe noch nie in einer Wohnung mit big_baden gewohnt, immer nur mit einer big_dusche

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BeitragVerfasst: 10.03.2010, 23:30 
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ich übe das vorn gerollte r auch fleißig, und dachte ich bekomm es nie hin... nun gehts schon viel besser. aber am ende des wortes "entfällt" es mir öfter mal.
der chorleiter hätte aber gern von uns allen am sonntag bei der johannes passion richtig "herrr unserr herrrscherrr" und nicht "hea unsa heascha" :pfeif: (ostwästfälische sprech-art erschwert das wohl auch für großteile der chorgemeinschaft *grins*)

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BeitragVerfasst: 26.08.2010, 16:26 
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Ich glaube, da gibt es vielleicht Moden, die in der jeweiligen Zeit zur Hörgewohnheit werden, oder?
Am Ende des Wortes klingt für mich bissl nach alter Theaterschule. Schauspieler haben vor fünfzig Jahren alle das vordere "r" sogar beim Sprechen gelernt. In manchen Sprecherziehungsbüchern taucht das noch auf... Klingt für das heutige Ohr aber affektiert und unnatürlich. Man kann das in alten Filmen noch manchmal hören. Beim Singen klingt es mir auch affektiert. Außerdem macht sich's der Sänger doch damit unnötig schwer. Ich würde das auch nur mühsam hinbekommen.

Der umgekehrte Fall: Vor allem bei Dessay ist mir aufgefallen, dass sie manchmal das "r" auch in der Wortmitte im hinteren Rachen artikuliert, also NICHT rollt, insbesondere bei französischen Texten (ist ja ihre Muttersprache). Macht aber sonst wohl niemand. Was meint Ihr dazu? Ist das ein Stilmittel? Eine Manier? Ein Markenzeichen?

Grüße
Olympchen

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BeitragVerfasst: 31.08.2010, 21:07 
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da gibt's wohl zwei Schulen...

rugero hat geschrieben:
Das ich auf der Bühne alles übertrieben wiedergeben/darstellen sollte, damit es beim Publikum natürlich ankommt, ist die Kunst des Interpreten. Jede Geste, jedes Wort, jede Bewegung muß überinterpretiert werden, da sich in Raum und Zeit diese Darbietungen verflüchtigen, damit es in der letzten Reihe wieder natürlich ankommt.


meine erste Gesangslehrerin war zwar eine Anhängerin von "ea" (anders würde es so klingen wie Radioansprachen in den 30er Jahren), aber ansonsten der Meinung, wenn man das Gefühl hätte, es wäre total übertrieben, was man so textlich anstellt, dann würde man gerade eben so anfangen, einigermaßen verständlich zu werden. Meine zweite GL war dieser Meinung auch, im übrigen aber eine engagierte Verfechterin von einem kurzen, nichtsdestoweniger aber deutlichem "r" nicht nur am Wortende. Und das auch nicht nur in italienischen Texten.

Hört Euch doch mal auf Youtube durch ein paar Aufnahmen von Bachs "Großer Herr und starker König", da gibt es jede Menge auslautende "rrrs" und in der Wortmitte auch... goßa Hea und staker Könich...dea Eaden Pacht...haten Kippen...? Neee, nich..? ;-)

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Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


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BeitragVerfasst: 31.08.2010, 21:57 
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einverstanden, wenn das rrrrrrrr am Ende des Wortes nicht übertrieben gerollt wird, wie ich heute mal wieder im Radio hörte, ganz schrecklich und unnatürlich.

Eigentlich ging es auch nur um das gerollte rrrrr am Ende des Wortes, aber wie gesagt, nicht übertrieben, einmal rollen reicht.

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