Aktuelle Zeit: 16.06.2019, 08:48

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 53 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 08.01.2018, 23:29 
Offline
Schaut öfter vorbei
Schaut öfter vorbei

Registriert: 17.12.2017, 21:20
Beiträge: 179
Vorname: Musi
Nachname: Cissima
moniaqua hat geschrieben:

musicissima hat geschrieben:
Stell Dir einmal vor, was im Falle der Klarinette oder Geige dann passiert. Einer geht ins Orchester ohne unterrichtet worden zu sein...IGITT!!


Es gibt Menschen, die sich selber ohne formalen Unterricht Sachen beibringen können. Gerade bei so etwas natürlichem wie Singen geht es doch i.d.R. eher darum, das Körpergefühl, das verloren gegangen ist, wieder zu entwickeln. Ja,natürlich, im Kunstgesang werden dann wieder bestimmte Klangvorstellungen geprägt, aber ohne ein gewisses Körpergefühl wird man das nicht schaffen.



Ohne "formalen" Unterricht unterrichtet man sich ja auch, nämlich selbst. Man kann ja auch z.B. mit Vidoes ein Musikinstrument lernen, aber das ist auch eine Form des Unterrichts.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 09.01.2018, 12:47 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 10.11.2005, 01:00
Beiträge: 3485
Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
Die Atmung ist das Wichtigste überhaupt beim Singen und ohne den Schüler nicht korrigieren zu können und sogar "Hand anzulegen" geht nichts. Autodidaktisch geht ja vieles, aber nicht alles. Schnell hat man sich was falsches beigebracht und wundert sich, warum beim Singen die Atmung nicht reicht. Es ist nicht nur damit getan richtig zu atmen, sondern auch die Einteilung des Atems beim Singen und das ist ein langer Übungsprozess, der immer wieder korrigiert werden muss. Wenn ich nicht auf Fehler hingewiesen werde, wie soll ich dann wissen, ob es ein Fehler ist.

Übrigens, das Singen aus der Mitte, wie Amethyst es schreibt, kann ich nur empfehlen.

big_lala

_________________
musica
bel-voce-gesangssolisten







Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 09.01.2018, 20:27 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 13.11.2005, 19:26
Beiträge: 1224
Wohnort: Starnberg/London *21.12.
Vorname: A
Nachname: N
Ihr Lieben,


ich stimme vielem des hier geschriebenen zu; ausgehend von der Fragestellung von Silveann, halte ich es, wenn man sich mit Singen und Atmung auseinandersetzt, unabdinglich, sich mit der Anatomie auseinander zu setzen.. , auch um einfach mal zu verstehen, wo gibt es welche "Hohlräume", welche Muskeln gibt es, die den Atem unterstützen.., wie funktioniert überhaupt das Diaphragma/Zwerchfell ? Geht es beim Einatmen nach "unten" oder nach "oben" oder umgekehrt ??? big_denken ;-)...
Wie funktioniert "Atmen" ?? Was macht der Kehlkopf usw usw..
Mir persönlich hat dies sehr geholfen, da ich meine Atmung sehr viel gezielter beim Singen einsetzen kann....

LG Silje

_________________
...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
--------------------------- -----------------------------

www.angelikasopran.de


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 09.01.2018, 23:24 
Offline
Schaut öfter vorbei
Schaut öfter vorbei

Registriert: 17.12.2017, 21:20
Beiträge: 179
Vorname: Musi
Nachname: Cissima
musica hat geschrieben:
Die Atmung ist das Wichtigste überhaupt beim Singen und ohne den Schüler nicht korrigieren zu können und sogar "Hand anzulegen" geht nichts. Autodidaktisch geht ja vieles, aber nicht alles. Schnell hat man sich was falsches beigebracht und wundert sich, warum beim Singen die Atmung nicht reicht. Es ist nicht nur damit getan richtig zu atmen, sondern auch die Einteilung des Atems beim Singen und das ist ein langer Übungsprozess, der immer wieder korrigiert werden muss. Wenn ich nicht auf Fehler hingewiesen werde, wie soll ich dann wissen, ob es ein Fehler ist.

Übrigens, das Singen aus der Mitte, wie Amethyst es schreibt, kann ich nur empfehlen.

big_lala



Ich denke auch, daß Atmung extrem wichtig ist und halte schon aus diesem Grund, neben vielen anderen, Unterricht für extrem wichtig. Liebe musica, wurdest Du in der Technik von "Singen aus der Mitte" unterrichtet? Wie bereits geschrieben: Es scheint nicht viele Lehrkräfte geben, die dieses System unterrichten.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 09.01.2018, 23:32 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 10.11.2005, 01:00
Beiträge: 3485
Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
musicissima hat geschrieben:
musica hat geschrieben:
Die Atmung ist das Wichtigste überhaupt beim Singen und ohne den Schüler nicht korrigieren zu können und sogar "Hand anzulegen" geht nichts. Autodidaktisch geht ja vieles, aber nicht alles. Schnell hat man sich was falsches beigebracht und wundert sich, warum beim Singen die Atmung nicht reicht. Es ist nicht nur damit getan richtig zu atmen, sondern auch die Einteilung des Atems beim Singen und das ist ein langer Übungsprozess, der immer wieder korrigiert werden muss. Wenn ich nicht auf Fehler hingewiesen werde, wie soll ich dann wissen, ob es ein Fehler ist.

Übrigens, das Singen aus der Mitte, wie Amethyst es schreibt, kann ich nur empfehlen.

big_lala



Ich denke auch, daß Atmung extrem wichtig ist und halte schon aus diesem Grund, neben vielen anderen, Unterricht für extrem wichtig. Liebe musica, wurdest Du in der Technik von "Singen aus der Mitte" unterrichtet? Wie bereits geschrieben: Es scheint nicht viele Lehrkräfte geben, die dieses System unterrichten.


Nein, aber ich kenne die Technik und auch Amethyst der sie lehrt, für mich war es leider zu spät um nochmal umzulernen. Als ich die Technik kennenlernte vor 15 Jahren war ich schon über 60, lohnte sich nicht mehr.... habe sie somit auch nicht an meine Schüler weitergeben können.

_________________
musica
bel-voce-gesangssolisten







Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 10.01.2018, 00:09 
Offline
Schaut öfter vorbei
Schaut öfter vorbei

Registriert: 17.12.2017, 21:20
Beiträge: 179
Vorname: Musi
Nachname: Cissima
musica hat geschrieben:
musicissima hat geschrieben:
musica hat geschrieben:
Die Atmung ist das Wichtigste überhaupt beim Singen und ohne den Schüler nicht korrigieren zu können und sogar "Hand anzulegen" geht nichts. Autodidaktisch geht ja vieles, aber nicht alles. Schnell hat man sich was falsches beigebracht und wundert sich, warum beim Singen die Atmung nicht reicht. Es ist nicht nur damit getan richtig zu atmen, sondern auch die Einteilung des Atems beim Singen und das ist ein langer Übungsprozess, der immer wieder korrigiert werden muss. Wenn ich nicht auf Fehler hingewiesen werde, wie soll ich dann wissen, ob es ein Fehler ist.

Übrigens, das Singen aus der Mitte, wie Amethyst es schreibt, kann ich nur empfehlen.

big_lala



Ich denke auch, daß Atmung extrem wichtig ist und halte schon aus diesem Grund, neben vielen anderen, Unterricht für extrem wichtig. Liebe musica, wurdest Du in der Technik von "Singen aus der Mitte" unterrichtet? Wie bereits geschrieben: Es scheint nicht viele Lehrkräfte geben, die dieses System unterrichten.


Nein, aber ich kenne die Technik und auch Amethyst der sie lehrt, für mich war es leider zu spät um nochmal umzulernen. Als ich die Technik kennenlernte vor 15 Jahren war ich schon über 60, lohnte sich nicht mehr.... habe sie somit auch nicht an meine Schüler weitergeben können.




Ich guckte gerade auf der Homepage von Amethyst und erfuhr nach kurzer Suche, daß wohl seine ganze Familie aus Profisängern/innen besteht. Ob es da nicht rege Diskussionen über Singen und Gesangstechnik gab/gibt? Ich wüsste nur gerne, was jetzt in der Praxis wirklich der Unterschied zu üblicher Technik ist.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 10.01.2018, 00:12 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 10.11.2005, 01:00
Beiträge: 3485
Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
Dann schau dir seine Videoaufnahmen an, da erklärt er es ausführlich, oder schreibe ihn an, er antwortet ganz sicher.

_________________
musica
bel-voce-gesangssolisten







Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 10.01.2018, 00:53 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 13.11.2005, 19:26
Beiträge: 1224
Wohnort: Starnberg/London *21.12.
Vorname: A
Nachname: N
Liebe Musicissima,

ich hatte einige Zeit lang bei Amethyst Unterricht. Er vermittelt eine sehr interessante Technik, die aber ein völliges "Back to the roots" verlangt (so habe ich es zumindest für mich empfunden); ich durfte erst einmal mindestens 3 Wochen überhaupt nicht mehr Singen sondern war angehalten, diverse Übungen zu machen, die sich mit Atmen, Sprechen, Ton-Erzeugung befassen.

Aber wie Musica schon schreibt.., schau dir sein Video an oder nimm mal eine Probestunde bei ihm.

LG Silje

_________________
...Letztlich ist Gesang ein in Klang gegossenes Gebet -
--------------------------- -----------------------------

www.angelikasopran.de


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 12.01.2018, 00:10 
Offline
Schaut öfter vorbei
Schaut öfter vorbei

Registriert: 17.12.2017, 21:20
Beiträge: 179
Vorname: Musi
Nachname: Cissima
musica hat geschrieben:
musicissima hat geschrieben:
musica hat geschrieben:
Die Atmung ist das Wichtigste überhaupt beim Singen und ohne den Schüler nicht korrigieren zu können und sogar "Hand anzulegen" geht nichts. Autodidaktisch geht ja vieles, aber nicht alles. Schnell hat man sich was falsches beigebracht und wundert sich, warum beim Singen die Atmung nicht reicht. Es ist nicht nur damit getan richtig zu atmen, sondern auch die Einteilung des Atems beim Singen und das ist ein langer Übungsprozess, der immer wieder korrigiert werden muss. Wenn ich nicht auf Fehler hingewiesen werde, wie soll ich dann wissen, ob es ein Fehler ist.

Übrigens, das Singen aus der Mitte, wie Amethyst es schreibt, kann ich nur empfehlen.

big_lala



Ich denke auch, daß Atmung extrem wichtig ist und halte schon aus diesem Grund, neben vielen anderen, Unterricht für extrem wichtig. Liebe musica, wurdest Du in der Technik von "Singen aus der Mitte" unterrichtet? Wie bereits geschrieben: Es scheint nicht viele Lehrkräfte geben, die dieses System unterrichten.


Nein, aber ich kenne die Technik und auch Amethyst der sie lehrt, für mich war es leider zu spät um nochmal umzulernen. Als ich die Technik kennenlernte vor 15 Jahren war ich schon über 60, lohnte sich nicht mehr.... habe sie somit auch nicht an meine Schüler weitergeben können.



Liebe musica,

weshalb war es denn zu spät, die Technik von Amethyst neu zu erlernen? Weshalb lohnte es sich für Dich nicht mehr?

VG, musicissima


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 12.01.2018, 05:23 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 10.11.2005, 01:00
Beiträge: 3485
Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
Ich war leider schon zu alt um mich neu zu orientieren, da war meine Karriere schon fast zu Ende, es lohnte sich nicht mehr. Wenn man das ganze Leben, die Bühnenzeit und Konzertzeit, mit einer erlernten Technik gesungen hat, sollte man es dabei belassen. So habe ich auch meine Schüler unterrichtet bis heute.

_________________
musica
bel-voce-gesangssolisten







Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 12.01.2018, 15:13 
Offline
Mitglied
Mitglied

Registriert: 02.09.2017, 17:24
Beiträge: 60
Vorname: C
Nachname: S
moniaqua hat geschrieben:
Ich singe nur in Laienchören; ich kann diese Aussage aber überhaupt nicht nachvollziehen.


Das kommt sicherlich auch auf den Chor mit drauf an, ob Leute mit Gesangsunterricht irgendwann nicht mehr dazu passen oder nicht. Und auf die Anpassungsfährigkeit (und den Willen dazu) von demjenigen, der Unterricht nimmt. Ich erlebe es jedenfalls regelmäßig, daß meine Schüler aus ihren Chören hinauswachsen. Hier gibts aber auch nur relativ kleine Chöre.

AK-Kontraalt hat geschrieben:
Doch, wir SOLLEN chorisch atmen, aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass in dem als Beispiel genannten Chorstück - stellvertretend für viele andere - einfach nirgendwo ZEIT zum Atmen ist. Jedenfalls nicht dann, wenn man ALLE Töne singen will die in der Chorstimme stehen. Ansonsten müsste man wirklich mehrere Töne, wenn nicht sogar einen ganzen Takt auslassen, um so einatmen zu können wie man es theoretisch soll... :n86:


Wieder eine Frage der Atemtechnik. Wenn das nicht schneller ginge, könnten ja z.B. Flötisten ihre Läufe auch nicht spielen. Das ist noch viel krimineller, wie wenig Zeit da oftmals bleibt, als ich es bei den Sängern je erlebt habe.
Allerdings gehe ich immer vom völlig gesunden Menschen aus. Wenn es Einschränkungen in irgendeine Richtung gibt, dann gehen manche Prozesse halt einfach nicht schneller.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 12.01.2018, 16:20 
Offline
Hilfestellender
Hilfestellender

Registriert: 02.01.2013, 19:02
Beiträge: 340
Vorname: Monika
Nachname: C
Carrie hat geschrieben:
Das kommt sicherlich auch auf den Chor mit drauf an, ob Leute mit Gesangsunterricht irgendwann nicht mehr dazu passen oder nicht. Und auf die Anpassungsfährigkeit (und den Willen dazu) von demjenigen, der Unterricht nimmt. Ich erlebe es jedenfalls regelmäßig, daß meine Schüler aus ihren Chören hinauswachsen. Hier gibts aber auch nur relativ kleine Chöre.


Vermutlich, wobei es denke ich weniger auf die Größe des Chors ankommt als auf seinen Anspruch. Und die Einstellung des Mitgliedes zum Chor und des Dirigenten zu den Sängern spielt sicher auch eine Rolle. Ich hab halt meine Chöre, für die ich auch zuhause schauen muss und die, die ich einfach so "mitnehme".

_________________
Viele Grüße
Monika


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 13.01.2018, 00:05 
Offline
Ratgeber
Ratgeber

Registriert: 04.06.2008, 17:25
Beiträge: 589
Zitat von Carrie: "Wieder eine Frage der Atemtechnik. Wenn das nicht schneller ginge, könnten ja z.B. Flötisten ihre Läufe auch nicht spielen. Das ist noch viel krimineller, wie wenig Zeit da oftmals bleibt, als ich es bei den Sängern je erlebt habe."

Liebe Carrie, lassen sich die Läufe von Flötisten und Sängern so direkt miteinander vergleichen?

Von der Blockflöte her weiß ich, dass jeder Ton mit d-d-d- oder t-t-t-Zungenbewegung "angeschlagen" wird. Vermutlich ist dies auch bei der Querflöte der Fall. Wir Sänger aber müssen Läufe meist als eine Vokalise singen, oder, wie im Falle des vorgenannten Chorstückes "Ehre sei Dir, Gott, gesungen" aus Bachs Weihnachtsoratorium, mit so viel Text, dass man schon mit der Artikulation kaum noch hinterher kommt. Deutsch ist ohnehin eine sehr unsangliche Sprache, finde ich. Das kommt noch zusätzlich erschwerend hinzu. Und wenn man schon so mit der Sprache beim Singen kämpft, dann ist man beim Singen nicht mehr locker, ergo auch beim Atmen nicht.

Außerdem sind die Flötisten und überhaupt die Orchestermusiker in einem Chorkonzert PROFIS, wir Kirchenchor-Sänger aber nicht. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass die Flötisten trotzdem nicht im Stande wären, ihre Koloratur-Läufe genau so gut zu SINGEN.

Weiteres Zitat: "Allerdings gehe ich immer vom völlig gesunden Menschen aus. Wenn es Einschränkungen in irgendeine Richtung gibt, dann gehen manche Prozesse halt einfach nicht schneller."

Demnach wäre ein Mensch also schon allein deshalb nicht völlig gesund, weil er nicht schnell (genug) einatmen kann? Gibt es - von Asthma einmal abgesehen - tatsächlich eine Krankheit oder zumindest Behinderung die einen nur vergleichsweise langsam und nicht sofort nach dem Ausatmen wieder einatmen lässt? Oder hat dies nicht doch mit den (umstrittenen) Atemtypen zu tun?

_________________
Das Vergänglichste, wenn es uns wahrhaft berührt,
weckt in uns ein Unvergängliches.

(Friedrich Hebbel)


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 13.01.2018, 10:12 
Offline
Hilfestellender
Hilfestellender
Benutzeravatar

Registriert: 19.04.2013, 17:45
Beiträge: 345
Wohnort: Duisburg (linksrheinisch)
Vorname: Astrid
Nachname: M.
Nur zur Erweiterung: Schnelle Läufe auf der Blockflöte werden oft auch mit de-ge oder te-ke (Staccato) artikuliert. Da kommt es also nicht nur auf die Atemtechnik an, die der gesanglichen Atemtechnik sehr nahe steht. Und: Nein, ich habe als Laie oft genug in unseren Kirchenkonzerten gespielt, das machen nicht nur Profis. Wir hatten ein (sogar gar nicht schlechtes) Laienorchester aufgebaut; die einzigen Profis waren der Dirigent und der andere Blockflötist. Etwas anderes war das Konzert, als wir das Vierte Brandenburgische Konzert aufgeführt haben; da war ich die einzige, die nicht Musik studiert hatte.

Übrigens ist in den (meisten?) Instrumentalfächern die Teilnahme am Chor während des Studiums vorgeschrieben, sodaß sich die Instrumentalisten durchaus mit Chorliteratur und deren Anforderungen ein Stück weit auskennen. Zwar bekommen sie nicht die Stimmbildung in dem Maße wie Sänger/innen, aber sie haben immerhin Erfahrung damit.

Es gibt da z.B. auch noch COPD oder ein Lungenemphysem, aber auch körperliche Probleme mit dem Bewegungsapparat können einen atemtechnisch durchaus einschränken. [Ironiemodus]Die korrekte Atmung macht echt Spaß, wenn man einen Bandscheibenvorfall hat...[/Ironiemodus]

_________________
Gruß, Astrid

Es gibt zwei Möglichkeiten, vor dem Elend des Lebens zu flüchten: Musik und Katzen. (A. Schweitzer)


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 13.01.2018, 12:29 
Offline
Administrator
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: 10.11.2005, 01:00
Beiträge: 3485
Wohnort: Diessen am Ammersee
Vorname: Erika
Nachname: Sommer
Donna Elvira hat geschrieben:
Es gibt da z.B. auch noch COPD oder ein Lungenemphysem, aber auch körperliche Probleme mit dem Bewegungsapparat können einen atemtechnisch durchaus einschränken. [Ironiemodus]Die korrekte Atmung macht echt Spaß, wenn man einen Bandscheibenvorfall hat...[/Ironiemodus]


Naja, das stimmt und dann gibt es noch Herzprobleme und Asthma, so dass man kurzatmig ist. Aber gerade dafür gibt es Physiotherapie. Ich musste es gerade wieder in der REHA erfahren, alle WS Patienten nach Op mussten diese Atemübungen lernen, die jeder Sänger lernt, war natürlich für mich nichts Neues.

_________________
musica
bel-voce-gesangssolisten







Wirklich gute Freunde sind Menschen, die uns genau kennen und trotzdem zu uns halten.


Nach oben
 Profil Position des Users auf der Mitgliederkarte  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 13.01.2018, 17:51 
Offline
Mitglied
Mitglied

Registriert: 02.09.2017, 17:24
Beiträge: 60
Vorname: C
Nachname: S
moniaqua hat geschrieben:
Carrie hat geschrieben:
Das kommt sicherlich auch auf den Chor mit drauf an, ob Leute mit Gesangsunterricht irgendwann nicht mehr dazu passen oder nicht. Und auf die Anpassungsfährigkeit (und den Willen dazu) von demjenigen, der Unterricht nimmt. Ich erlebe es jedenfalls regelmäßig, daß meine Schüler aus ihren Chören hinauswachsen. Hier gibts aber auch nur relativ kleine Chöre.


Vermutlich, wobei es denke ich weniger auf die Größe des Chors ankommt als auf seinen Anspruch. Und die Einstellung des Mitgliedes zum Chor und des Dirigenten zu den Sängern spielt sicher auch eine Rolle. Ich hab halt meine Chöre, für die ich auch zuhause schauen muss und die, die ich einfach so "mitnehme".


Ja, ganz bestimmt.


AK-Kontraalt hat geschrieben:
Zitat von Carrie: "Wieder eine Frage der Atemtechnik. Wenn das nicht schneller ginge, könnten ja z.B. Flötisten ihre Läufe auch nicht spielen. Das ist noch viel krimineller, wie wenig Zeit da oftmals bleibt, als ich es bei den Sängern je erlebt habe."

Liebe Carrie, lassen sich die Läufe von Flötisten und Sängern so direkt miteinander vergleichen?


Jein. Natürlich kommt bei den Flötisten Zungen- und Fingertechnik dazu. Aber die funktioniert nur, wenn der Atem läuft, sonst gehts leider nicht (bin auch Flötistin). Worauf ich hinaus wollte ist das schnelle Nachatmen. Da haben die Flötisten oft noch weniger Zeit als die Sänger in den Koloraturen.

AK-Kontraalt hat geschrieben:
Weiteres Zitat: "Allerdings gehe ich immer vom völlig gesunden Menschen aus. Wenn es Einschränkungen in irgendeine Richtung gibt, dann gehen manche Prozesse halt einfach nicht schneller."

Demnach wäre ein Mensch also schon allein deshalb nicht völlig gesund, weil er nicht schnell (genug) einatmen kann? Gibt es - von Asthma einmal abgesehen - tatsächlich eine Krankheit oder zumindest Behinderung die einen nur vergleichsweise langsam und nicht sofort nach dem Ausatmen wieder einatmen lässt? Oder hat dies nicht doch mit den (umstrittenen) Atemtypen zu tun?


Dieser Umkehrschluß wäre ja schlimm! Lernen kann den richtigen Ablauf eigtl. erstmal jeder. Dennoch wird meine herzkranke Schülerin auch bei richtiger Anwendungen niemals mehr so schnell und leistungsfähig in ihrer Atmung sein können, wie ein gesunder Sänger. Oder das Beispiel mit dem Bandscheibenvorfall. Oder jemand, der generell mit dem Muskeltonus Probleme hat. Oder oder oder.... beim Singen ist doch ohnehin alles so individuell begründet, wie die jeweilige Person, die vor einem steht.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 16.01.2018, 17:32 
Offline
Oberratgeber
Oberratgeber
Benutzeravatar

Registriert: 17.10.2008, 16:24
Beiträge: 638
AK-Kontraalt hat geschrieben:
Gibt es - von Asthma einmal abgesehen - tatsächlich eine Krankheit oder zumindest Behinderung die einen nur vergleichsweise langsam und nicht sofort nach dem Ausatmen wieder einatmen lässt? Oder hat dies nicht doch mit den (umstrittenen) Atemtypen zu tun?

Wenn keine obstruktiven Atemwegserkrankungen vorliegen: Es gäbe da Übungen für die Atemmuskulatur (sowohl für Zwerchfell als auch Intercostalmuskeln) die diese im Sinne eines rascher-einatmen-Könnens trainieren. Singen ist eine sportliche Betätigung, da braucht's auch Muskeltraining. Läuft ja auch keiner 100 m in 10 Sekunden ohne Training.
Intercostalmuskeln: Nasezuhalten und gegen den Widerstand einzuatmen versuchen (Unterdruck aufbauen). Dann die Nase loslassen und weiterhin so stark (durch die Nase) einatmen, daß die Nasenflügel "angesaugt" werden, sodaß nur gegen Widerstand eingeatmet werden kann. OK: klingt eventuell etwas unappetitlich, so what. Man kann's ja allein tun.
Zwerchfell: Nur kleine Öffnung in den Lippen lassen und gleicherweise gegen den Widerstand durch den Mund einatmen. Zur Verstärkung (isometrische Übung) kann man zu Beginn die Lippen auch ganz geschlossen lassen und erst nach Aufbau eines entsprechenden Unterdruckes ein wenig öffnen.
Und keine Angst vor Hyperventilation. Die gibt's nur bei forcierten Ausatmen. Respiratorische Alkalose heißt das dann: Zu viel CO2 abgeatmet, Blut wird zu basisch, das mag das Hirn nicht....
Voraussetzung für rasches Einatmen ist natürlich, daß der Schulterbereich entspannt ist und man auch sonst keine Muskeln anspannt, die das Einatmen behindern können...

_________________
Der Sänger singt am Weiher leise, doch singt er etwas leierweise.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 16.01.2018, 19:44 
Offline
junges Mitglied
junges Mitglied
Benutzeravatar

Registriert: 14.04.2015, 14:58
Beiträge: 29
Vorname: Brit
Nachname: B.
Ach ja und dann ist man nach jahrelangem Üben soweit, dass die Atemtechnik und Stütze besser sind und dann kommt das blöde Lampenfieber und die Aufregung und alles ist (zumindest für die Dauer des Auftritts) hin...

Deprimierte Grüße von
einer im Moment leise vor sich hinpiepsenden Zaunkönigin.


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 16.01.2018, 19:52 
Offline
Hilfestellender
Hilfestellender

Registriert: 02.01.2013, 19:02
Beiträge: 340
Vorname: Monika
Nachname: C
Nicht aufgeben, Zaunkönigin. In noch ein paar Jahren sind Stütze und Atemtechnik so gefestigt, dass das Lampenfieber nichts mehr ausmacht ;)

Ansonsten - viel auftreten, dann gewöhnt man sich daran. Wie waren denn die Rückmeldungen?

_________________
Viele Grüße
Monika


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: Atemtechnik
BeitragVerfasst: 17.01.2018, 00:12 
Offline
Schaut öfter vorbei
Schaut öfter vorbei
Benutzeravatar

Registriert: 03.10.2011, 14:39
Beiträge: 145
Wohnort: Frankfurt am Main
Vorname: S.
Nachname: B.
T M Pestoso hat geschrieben:
AK-Kontraalt hat geschrieben:
Gibt es - von Asthma einmal abgesehen - tatsächlich eine Krankheit oder zumindest Behinderung die einen nur vergleichsweise langsam und nicht sofort nach dem Ausatmen wieder einatmen lässt? Oder hat dies nicht doch mit den (umstrittenen) Atemtypen zu tun?

Wenn keine obstruktiven Atemwegserkrankungen vorliegen: Es gäbe da Übungen für die Atemmuskulatur (sowohl für Zwerchfell als auch Intercostalmuskeln) die diese im Sinne eines rascher-einatmen-Könnens trainieren. Singen ist eine sportliche Betätigung, da braucht's auch Muskeltraining. Läuft ja auch keiner 100 m in 10 Sekunden ohne Training.
Intercostalmuskeln: Nasezuhalten und gegen den Widerstand einzuatmen versuchen (Unterdruck aufbauen). Dann die Nase loslassen und weiterhin so stark (durch die Nase) einatmen, daß die Nasenflügel "angesaugt" werden, sodaß nur gegen Widerstand eingeatmet werden kann. OK: klingt eventuell etwas unappetitlich, so what. Man kann's ja allein tun.
Zwerchfell: Nur kleine Öffnung in den Lippen lassen und gleicherweise gegen den Widerstand durch den Mund einatmen. Zur Verstärkung (isometrische Übung) kann man zu Beginn die Lippen auch ganz geschlossen lassen und erst nach Aufbau eines entsprechenden Unterdruckes ein wenig öffnen.
Und keine Angst vor Hyperventilation. Die gibt's nur bei forcierten Ausatmen. Respiratorische Alkalose heißt das dann: Zu viel CO2 abgeatmet, Blut wird zu basisch, das mag das Hirn nicht....
Voraussetzung für rasches Einatmen ist natürlich, daß der Schulterbereich entspannt ist und man auch sonst keine Muskeln anspannt, die das Einatmen behindern können...



Das sind ja tolle Anregungen, schade, dass es hier keinen "Like"-Button gibt wie bei Facebook ;-)
big_super

_________________
Musik ist die Erlösung
Jeder Klang ist ein Gebet
Sie führt uns zur Genesung
Sei ein Priester, ein Poet


Nach oben
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 53 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

0 Mitglieder


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  
cron




Hosted by iphpbb3.com

Impressum | Datenschutz